Vereine und Innungen
(Verfasser: Hella Tegeler)
Quelle:
- Schlesischer Gebirgsbote
A) Vereine:
In der 2.000-Einwohnerstadt Schömberg blühte früher ein reges Gesellschafts- und Kulturleben. Viele Vereine hatten sich im Laufe der Jahrzehnte etabliert.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 27/1837.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 9/1864
Die Schützengilde Schömberg
Die Gaststätte "Schützenhaus"
(Inhaber: Gustav Niewerth und Ehefrau Bertha, geb. Geisler)
Der Eingang zur Gaststätte
(Bild von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)
Schützenkönig 1923 wurde Fabrikbesitzer Alois Pfeiffer, rechts und links: Johannes Schremmer und Gastwirt Wilhelm Kleinert. Die Königspagen waren: Gerhard Jenke, Anni Niepel und Hans Wieland.
Pfingstschießen 1934: Max Schulz, Max Stierand, Josef Niepel, Romuald Tichatzki, Klärchen Schulz und Josef Niepel jun.
Pfingstschießen 1935: Dr. Schneider (Bürgermeister in Schömberg), Max Schulz, Carl Hielscher, Romuald Tichatzki, Renate Dörffel
und Arno Hielscher
Schömberger Schützen vor dem Gasthaus "Zum Stern" in der Landeshuter Straße Nr. 20
(Bild von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim)
Schützenhauptmann Gustav Fräßdorf mit seinem Vorstand
Ausflug zur Anna-Kapelle: Abschluss eines Pfingstschießens im Zweiten Weltkrieg. Neben der Schützenhauswirtin Bertha Niewerth haben auch Bürgermeister Karl Rudolph und
Amtsgerichtsrat Karl Gecks teilgenommen.
Schützenfest im Jahr 1940 - Alois Wiener als Königspage (Tiroler)
Diese Aufnahme entstand in Voigtsdorf.
(Bild von Herrn Alois Wiener)
Die Freiwillige Feuerwehr:
Die Freiwillige Feuerwehr ist aus dem Turn- und Feuerlöschverein hervorgegangen. Nach der Vereinssatzung wurde der Vorsitzende, zugleich Brandmeister, alle Jahre neu gewählt. Vorsitzende waren u. a. viele Jahre Zimmermeister Fiebig und Klempnermeister Max Jenke.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 101/1873
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Er nahm alljährlich an den Festumzügen der Schützengilde teil.
Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr
Dirigenten des Musikzuges waren u. a. Lehrer Rudolph (ein Sohn aus dem Kaufhaus Rudolph in Grüssau) und der Weberei-Mechaniker Bruno Kleinwächter aus Schömberg.
(Bild von Herrn Norbert Paatsch, übermittelt von Herrn Arnold Wittwer)
Orchesterverein und Bühnenverein:
Der Dirigent des Orchestervereins war viele Jahre lang der Lehrer Rudolph aus Grüssau, der gleichzeitig auch den Männergesangverein und den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr leitete.
Orchesterverein Schömberg im Jahre 1932 - Von links nach rechts:
Obere Reihe: Max Spiske, Kluge jun.
Zweite Reihe: Bernhard Jenke, Franz Tichatzki, Paul Schöbel,
Kluge sen., Konstantin Taube, Bäcker Wohlfahrt, Bruno Kleinwächter.
Dritte Reihe: Josef Schwander, Alfons Schmidt, Franz Wohlfahrt,
Adolf Kluge, Herbert Blaschek, Gerhard Gewosch, Hilde Tichatzki,
Hans Kostial.
Vierte Reihe: Alois Menzel, Hedwig Paatsch, Lehrer Weist,
Lotti Geldner, Elsa Paatsch, Christel Kylich, Josef Purmann.
Konzertabend des Orchestervereins im Saal
des Gasthofes "Zum Schwarzen Roß" am Markt.
Mitwirkende der Schömberger Volksbühne -
Von links nach rechts, von oben:
Erste Reihe: Jahn, Josef Rudolf.
Zweite Reihe: nicht erkennbar, Gregor Pollock, Gregor Weist,
Lotte Geldner, Edith Kleinwächter, Christel Kylich, Rudolf Mohaupt, Trude Flegel, nicht erkennbar, Joser Schöbel, Mariechen Spiske,
nicht erkennbar.
Dritte Reihe: Fichtner, Reinhold Schäl, Adolf Ullrich, Therese Gläser, Haberland, Lehrer Weist, Franz Rudolf, Lilli Tichatzki, Hans Rösner, Mariechen Fischner, nicht erkennbar.
Vierte Reihe: Bernhard Jenke, Liesel Geldner, Franz Wohlfahrt, Otte, Alois Menzel, Joserf Purmann, Paul Schöbel.
"Der Raub der Sabinerinnen", gespielt von der
Volksbühne Schömberg unter der Leitung von Franz Rudolf.
Ausflug der Schömberger Volksbühne
Folgende Personen sind abgebildet, und zwar von der oberen Reihe links angefangen. Jede Reihe beginnt immer wieder links:
Rudi Spieske, Kurt Tiepelt, Magda Heinzel, Franz Tiepelt,
Frau Jüptner (Markt), Herr Jüptner (Markt), Bernhard Jenke,
Fritz Kirsch jun., Angela Glaeser, Luzia Schmidt (Handkunst-Weberin),
Bruder von Luzia Schmidt, Frau Schöbel, Josef Schöbel,
Frau Anne Kirsch, Fritz Kirsch sen., Adolf Kuhn, Frau Hannchen Kuhn, Frau Martha Weis, geb. Gläser, Gregor Weis, Paul Tschöke,
Herr Spieske sen., Cilli Tichatzki, Trude Flegel, Hedel Exner,
Paul Hampel, Adolf Ullrich, Else Herda, Hilde Tichatzki,
Frau Frisör Lorenz, Martha Ullrich, Frau Gertrud Rudolf, geb. Gläser,
Frau Ernst Müller, Ernst Müller, Frau Böttcher Demuth,
Frau Kaufmann Rudolf, Frau Martha Fichtner, Frau Maria Gaidas, geb. Fichtner, Herr Gaidas, Liesel Hahnel (bei Kaufmann Bischof),
Fabrikbesitzer Hugo Wieland, Therese Glaeser,
Schmiedemstr. Hampel sen., Böttchermstr. Demuth, Frau Werscheck,
Lehrer Werscheck, Unbekannt, Paul Fichtner, Frau Elfriede Wieland,
Grete Glaeser, Kaufmann Rudolf.
Der Männergesangverein:
Dirigent des Männergesangvereins war viele Jahre der Lehrer Rudolph aus Grüssau. Die Mitglieder trafen sich einmal wöchentlich. Der Übungsraum befand sich in der Gaststätte "Zur Stadtbrauerei", Liebauer Straße 1. Bei allen Festen der Stadt traten sie auf.
Das folgende Bild zeigt die Mitglieder des Männergesangvereins um 1925:
Von links:, obere Reihe: Gregor Weiß, Paul Fichtner, August Fröbrich, Hermann Grieger, Ernst Gabriel, Hans Schremmer, Karl Herda, Georg Kaschner, ....Röricht.
Mittlere Reihe: Paul Rösner, Bernhard Jenke, die weiteren Personen sind unbekannt,
Alois Pfeiffer (r.).
Untere Reihe: Frau Tichatzki ?, ?, Rektor Paul Reimann, Gastwirt Tichatzki.
(Bild von Frau Sigrid Bollmann, geb. Fröbrich).
Der Militärverein:
Der Militärverein wurde im Jahr 1858 in Schömberg gegründet. Zum 50jährigen Jubiläum fand am 14. Juni 1908 auf dem Marktplatz die feierliche Fahnenweihe statt.
Nach dem Adressbuch des Jahres 1911 war der Fabrikbesitzer Aloys Wiener Vorsitzender des Militärvereins.
Fahnenweihe am 14. Juni 1908.
Der Riesengebirgsverein (RGV) - Ortsgruppe Schömberg:
Im Januar 1888 wurde die Ortsgruppe Schömberg des Riesengebirgsvereins gegründet. Am 21. Januar 1928 wurde im Saal des Gasthauses "Zum schwarzen Roß" das 40. Stiftungsfest festlich begangen.
Zur Erinnerung an den Gründer des Riesengebirgsvereins, Theodor Donat, wurde im Jahr 1937 in Schömberg (Ortsteil Voigtsdorf) zwischen der Försterbaude und dem Buttermilchsteig ein Platz nach ihm benannt: der "Donat-Platz". Zur Einweihung dieses Platzes reisten Vertreter mehrerer Ortsgruppen an.
Einweihung des Donat-Platzes durch den Vorsitzenden der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Prof. Dr. Werner.
Am Donat-Platz in Schömberg, Prof. Dr. Werner, Oberstudienrat
Dr. Lampp (Hirschberg), mit den Vorsitzenden der RGV-Ortsgruppen.
Folgendes Bild zeigt den Vorstand des Riesengebirgsvereins an den Weberhäusern in Schömberg.
Die Trachtengruppe des RGV Schömberg vor den 12 Apostel-Häusern
(Aufnahme: 1936)
(Bild von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)
Die Trachtengruppe des RGV Schömberg vor den 12 Apostel-Häusern
(Aufnahme: 1936)
Von links: Frau Kirsch, Luzie Schmidt, Nanni Jenke, Mariechen Renner, Fritz Kirsch, Dita Jenke, Grete Gläser, Frau Rock, Mia Walter, Drogist......., Hedda Walter, Magda Jenke, Dorle Pfeiffer, Alois Pfeiffer, Frau Niewerth.
Die Trachtengruppe des RGV Schömberg auf dem Marktplatz vor dem Nepomukbrunnen, links Fabrikbesitzer Alois Pfeiffer.
(Bild von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)
Die Trachtengruppe des RGV Schömberg
(Bild von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)
Die Trachtengruppe des RGV Schömberg nahm auch an den Historischen Tagen in Schömberg teil.
Der Festwagen des RGV Schömberg - Vorstand Kantor Griesche, Fabrikbesitzer Pfeiffer und Walter.
RGV-Mitglieder im Garten der Gaststätte "Wanderers Rast" in Voigtsdorf mit dem Vorsitzenden Fabrikbesitzer Pfeiffer und dem Wege- und Wanderwart Fritz Kirsch.
RGV-Pfingstausflug zur Anna-Kapelle
Karneval beim Riesengebirgsverein im Jahre 1930.
Im Jahre 1935 fand in Schömberg eine Festveranstaltung der Künstler des Riesengebirges statt, an der alle namhaften Kunstschaffenden mit der Trachtengruppe des RGV Schömberg teilnahmen.
Katholische Vereine:
Dass das Vereinsleben auf katholischer Seite besonders stark war, lag in der Zusammensetzung der Bevölkerung begründet. In fast allen Vereinen wirkte der Buchhändler Josef Fiebig mit. Folgende Vereine gab es:
- Katholischer Jugendverein
- Katholischer Jungfrauenverein "St. Marienverein"
- Katholischer Volksverein
- Katholischer kaufmännischer Verein
- Caritasverband
- Deutsche Jugendkraft
Eine Theateraufführung des Katholischen Gesellenvereins
Sportfest der Deutschen Jugendkraft Schömberg. Hinter der Fahnenabordnung der Stadtverordnetenvorsteher Josef Niepel.
Die Kolpingfamilie in Schömberg verabschiedete am 19.05.1936 ihren damaligen Präses Kaplan Bartsch.
Gedenktafel zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum des Kath. Gesellenvereins und dem Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Kolpingsöhne (1883 - 1933)
(Bild von Herrn Jürgen Paul, Puchheim)
St. Marienverein (Marianische Kongregation)
Am 10. Dezember 1922 konnte der St. Marienverein ein ganz besonderes Fest feiern, das Fahnenweihfest. Die Marienfahne stammte aus dem Paramentengeschäft Geschwister Schreibe in Breslau und kostete 1.250 Mark. Bereits morgens ums 9 Uhr versammelten sich die Marienkinder. Die zu dem Fest erschienenen Jungfrauen kamen aus Landeshut, Liebau, Albendorf, Trautliebersdorf und Friedland. In feierlicher Prozession zogen die Teilnehmer in das festlich geschmückte Gotteshaus. Pfarrer Janowski nahm die kirchliche Weihe der neuen Fahne vor. Die Festpredigt hielt ein Benediktinerpater. Am Nachmittag wurde ein gemeinsamer Spaziergang zur Försterbaude unternommen. Abends fand eine Festfeier im Gasthof "Zum schwarzen Roß" statt, verbunden mit einer Theateraufführung der Marienmitglieder.
Auf dem folgenden Foto sind Mitglieder des St. Marienvereins abgebildet. Es handelt sich um Jubilarinnen, die 25 Jahre Mitglieder des St. Marienvereins (Marianische Kongregation) waren. Der Verein zählte durchschnittlich 80 Mitglieder. Die zum 25-jährigen Jubiläum Ausgezeichneten waren durchweg Gründungsmitglieder. Schwester Vita im Vordergrund trägt schon die 1925 eingeführte Schwesterntracht der Elisabethinerinnen. Folgende Personen sind abgebildet:
Obere Reihe: von links nach rechts: Agnes Weist aus Schömberg, die zweite Dame ist unbekannt, Berta Niepel aus Voigtsdorf, Hedwig Heinrich aus Schömberg, Anna Winkler aus Tannengrund (damals noch Blasdorf), Franzel Förster aus Schömberg.
Zweite Reihe: Martha Ulrich aus Schömberg (links außen), zweite Frau im weißen Kleid unbekannt, Frl. Hoffmann, Berta Hirt, Frl. Aust, alle aus Schömberg.
Untere Reihe: Gertrud Schmidt mit zwei ihrer Schwestern, Schwester Vita, die langjährige Kindergartenbetreuerin, Anna Wittwer aus Voigtsdorf und Maria Mai, über dem Kopf von Schwester Vita Frl. Schmidt, Haushälterin bei Frl. Bischof.
Sportvereine:
Der Männerturnverein (Aufnahme: um 1930)
Der Vorsitzende war der Uhrmachermeister Karl Thyrolf
Obere Reihe: von links: Hans Rösner, Liesel Krüger (Tochter von Lehrer Krüger), Edita Kleinwächter (kleiner Kaiser), Luzie Schmidt (Landeshuter Str.), Rudi Wiltschek, Anni Niepel (Schwarzes Roß), Lotte Frähsdorff ?, Heinz Charwat, Gerhard Gwocz.
Mittlere Reihe: Bernhard Jenke, Gregor Weiß, Paul Rösner,
Oskar Herda, Karl Tyrolf, Willi Kleinert, Karl Herda, Max Schulz.
Untere Reihe: ...Krüger (Sohn von Lehrer Krüger), Paul Schmidt (Bruder von Luzie), Rudi Rösner, Erwin Klose ?, ....Gonschorek, Albrecht Lerch.
Der Sportverein
Turnerinnen auf dem Schömberger Marktplatz
(Bild von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)
Die Turner nehmen an einem Festumzug teil.
Am Jahn-Denkmal des Männertrunvereins im Schießhauspark.
Der Fußball-Club
Mitglieder des Fußball-Clubs
Der Ski-Club
Mitglieder des Ski-Clubs
Mitglieder des Ski-Clubs beim Faschingsfest
Mitglieder des Ski-Clubs während eines Ausfluges zur Quitenmühle.
B) Innungen:
Quelle:
- Schlesischer Gebirgsbote Nr. 11/1955
Wann in Schömberg die ersten Innungen entstanden sind, lässt sich nicht genau feststellen. Bekannt ist lediglich, dass 1550 bereits die Innungen der Fleischer, Bäcker und Schuhmacher bestanden, zu denen die Vereinigung der kleineren Handwerke in der "Großen Zunft" kam.
Folgende Innungen gab es Mitte 1920 in Schömberg:
- Bäckerinnung
- Feuerhandwerkerinnung für Schmiede, Schlosser, Klempner und Gelbgießer
- Fleischerinnung
- Schneiderinnung
- Schuhmacherinnung
- Tischlerinnung
Die Fleischerinnung:
Adolf Wiener, geb. am 23.07.1828 in Schömberg,
Obermeister der Fleischerinnung.
(Bild von Herrn Alois Wiener)
Albert Thamm (31.08.1878 - 12.07.1957)
Obermeister der Fleischerinnung.
Innungslade der Fleischerinnung
Auszug aus dem Führer der Bergstadt Schömberg
(zur Verfügung gestellt von Herrn Erich Engler)