Rohnau (Riesengebirge) - (Wiesciszowice)

Ortsgeschichte:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Rohnau liegt an den nordöstlichen Ausläufern des Landeshuter Kammes im Vorland des Riesengebirges. In einem nach Osten offenen Talkessel liegt der Ort unterhalb der beiden Anhöhen Scharlachberg (871 m) und Ochsenkopf (877 m).

Erstmalig erwähnt wird Rohnau im Jahre 1255 unter dem Namen "Ronowe". Grundherr war wohl ein Heinrich von Ronowe (Rohnau). Laut Schwanitz hatte das Rittergeschlecht derer von Rohnau im 14. Jahrhundert seine Hochblüte und ging wohl später im 15. Jahrhundert in anderen dynastischen Zweigen auf oder starb mangels Nachkommen ab. Die Rohnauer Uradligen scheinen jedenfalls bereits im 14. Jahrhundert ihren Sitz im Ort selbst verlassen und eingetauscht zu haben gegen eine klimatisch oder wirtschaftlich günstiger gelegene Wehranlage, wobei sie einen neuen Gebietsnamen zusätzlich annahmen und ihren früheren Grundbesitz an neue Grundherren übereignet haben, die ihr neues Herrschaftszentrum im später so genannten Schloss Kreppelhof einrichteten.

Rohnau bildete eine eigene Landgemeinde und gehörte seit 1874 zum Amtsbezirk Kreppelhof. Am 30.09.1928 erfolgte die Umbenennung in Amtsbezirk Rohnau und zwei Jahre später in Rohnau (Riesengebirge). Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bewohner war evangelisch. Im Jahre 1925 hatte der Ort 586 Einwohner, davon waren 552 evangelisch.

Rohnau hatte zwei Kirchen. Im Jahre 1559 wurde an der Stelle des Vorgängerbaues die "alte katholische Kirche" als kleine evangelische Dorfkirche errichtet. Es handelte sich um eine Steinkirche in spätgotischem Stil. Sie war mit einem Schindeldach und einem Zwiebelturm versehen. Im Rahmen der Rekatholisierung wurde sie den Protestanten am 13.02.1654 weggenommen und blieb bis 1945 katholisches Gotteshaus. Sie war eine Filiale der katholischen Stadtpfarrkirche Landeshut., in der zur Sicherung des Besitzstandes nur noch einmal im Jahr ein katholischer Gottesdienst gehalten wurde. Später wurde die Kirche wegen Baufälligkeit für regelmäßige Gottesdienste geschlossen. Die neue evangelische Kirche, wurde 1859 von dem wohlhabenden Rohnauer Bauern Christian Gottlieb Gärtner gestiftet. Von den drei ursprünglichen Glocken hängt heute nur noch die kleinste Glocke "Hoffnung" im Turm., die beiden größeren Glocken "Glaube" und "Liebe" sind während des zweiten Weltkrieges eingeschmolzen worden.

In Rohnau gab es eine evangelische Volksschule mit zwei Klassenräumen und jeweils zwei Klassenabteilungen. Auch die katholischen Kinder wurden damals, bis auf den Religionsunterricht, dort unterrichtet. Im Ort befand sich auch das zuständige Standesamt. Heute gehört Rohnau zur Landgemeinde Marciszów (Merzdorf).

Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
- Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, Metten 2003. 2. Aufl.
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785

Blick auf Rohnau

Blick auf Rohnau

Blick auf Rohnau  (Quelle: Jürgen Schwanitz)

Der Blaue See bei Rohnau, ein schönes Ausflugsziel:

Die Kirchen:

Im Ort gab es eine evangelische und auch eine kleine katholische Kirche.
Die evangelische Kirche ließ der Bauergutsbesitzer Christian Gottlieb Gärtner auf eigene Kosten 1859 errichten. Sie wurde am 16. Oktober 1859 feierlich eingeweiht.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 30/1857.

König Friedrich Wilhelm IV. verlieh dem Bauergutsbesitzer Christian Gärtner (Stifter der ev. Kirche) das Allgemeinde Ehrenzeichen.


Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 18/1857.

Die evangelische Kirche (erbaut im Jahre 1859)
Sie wurde von dem Bauern Christian Gottlieb Gärtner gestiftet.

Die katholische Kirche (erbaut im Jahre 1559)

Links die frühere ev. Kirche, rechts die frühere alte kath. Kirche.

Die Wetterfahne erinnert an Christian Gärtner, 
Stifter der evangelischen Kirche.

Das Innere der alten (verschlossenen) Kirche mit der früheren Sitzempore oberhalb des Altars auf der linken Seite.

(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Die frühere Sitzempore

(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Bericht aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 95/1859.

Blick zum Altar

Der Altar von der Seite

(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Die Orgel
(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Bei diesem Bild handelt es sich wohl um das frühere Altarbild.
(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Konfirmanden mit Pastor Bild und Kantor Müller im Jahre 1933.

Konfirmanden mit Pastor Bild im Jahre 1936.

Rohnauer Jugend bereitet sich auf das Kirchweihfest vor.
Oben von links nach rechts. Marie Gärtner, Paul Gärtner, Gerda Gärtner, Georg Weiß, Heinz Rasper, Ursel Gärtner, Manfred Gärtner, Else Klinke, Lore Gärtner und Lotte Schmidt.
Zweite Reihe: Karl Gärtner, Hilde Rummler, Siegfried Gärtner.
Dritte Reihe: Anni Kluge, Friedrich Gärtner und Hilde Rummler.

Blick auf den Friedhof (Aufnahme: September 2021)

(Bild von Herrn Holger Dettwiler)


Die evangelische Schule:

Das folgende Bild zeigt die evangelische Schule im Jahre 1992. Es handelte sich um eine Volks-schule mit zwei Klassenräumen und jeweils zwei Klassenabteilungen. Auch die katholischen Kinder wurden damals, mit Ausnahme des Religionsunterrichtes, dort unterrichtet.

Folgende Lehrer waren in Rohnau tätig:

  • 1911        =     Paul Müller, er war zugleich auch Kantor.

                     =     Martha Otto

  • 1925      =     Paul Müller

                     =     Margarete Tiete

  • 1938      =     Edmund Thamm

                     =     Margarete Tiete

Die evangelische Schule

Die evangelische Schule

Schulbild aus dem Jahre 1944/45 des Jahrganges 1937.

Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule.

Die Scholtisei:

Quelle:

  • Schwandt, Ewald - Bericht aus dem Jahr 1942 in der "Landeshuter Zeitung" enthalten in: Gasthäuser (Kretscham) - S. 245 ff. von Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, 

        2. Auflage, 2003

Der im Laufe Jahrhunderte mehrfach erweiterte Kretscham war ein uraltes, oberirdisch fast völlig aus Holz erbautes Gebäude mit Unterkellerung. Das Obergeschoss wurde von mehreren kräftigen Säulen getragen, die frei vor der Hauswand standen. Diese hölzernen Ecksäulen mit ihrer Höhe von beinahe fünf Metern zeigten, dass es sich hier um eine einstmals offene Gerichtslaube gehandelt hat, wie sie in früheren Tagen für Gerichtstage benutzt wurde. Die geräumige Gastraumstube mit ihrer Balkendecke hatte in der Mitte eine dicke bemalte Holzsäule. Im Gastraum selbst wurden alle Amtshandlungen der Gemeinde wie z. B.: Wahlen, Versammlungen, Impfungen, aber auch Tanzveranstaltungen durchgeführt.

Aus der Zeit vor 1768 liegen zur Zeit noch keine Daten vor. Die früher noch vorhandenen Grundbuchakten reichten nur bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurück und belegen, dass das Anwesen früher eine Scholtisei mit sehr umfangreichen Grund war. Ab 1768 lässt sich die Besitzerfolge wie folgt nachweisen:

  • 1768    =    George Friedrich Kuhndt erwirbt das Anwesen von Martin Geher für 2.100 

                          Reichstaler.

  • 1780    =     Johann Gottfried Grun ist neuer Besitzer für einen Kaufpreis von 2.630

                           Reichstalern.

  • 1806    =     Am 04.12.1806 erwirbt Christian Samuel Grun die Scholtisei für einen Kaufpreis von

                           8.000 Reichstalern. Der Vertrag war vom Dorfgericht der reichsgräflich Stolberg-
                           Wernigerodeschen Verwaltung unterzeichnet. Der Besitzer hatte gleichzeitig vom
                           Grundherrn das Recht erhalten, das freie Backen, Schlachten, den Mehl- und 
                           Salzhandel und andere Gewerbe alter Gewohnheit nach zu betreiben; daneben 
                           hatte er das freie Branntwein-Urbar im Brennen und Schänken. Ferner war er 
                           berechtigt, auf dem erkauften Auengrund und der darauf erbauten Schmiede das 
                           Schmiedehandwerk ausüben zu lassen wie auch dort einen Schneider und einen 
                           Schuhmacher anzusetzen.

  • 27.05.1826     =     

                            Tod des Christian Samuel Grun und den Besitz erbt seine Witwe Maria

                             Rosina Grun, geborene Rundfleisch. (Anzeige in der Zeitung "Der Bote
                             
 aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 28/1826)
                             Am 09.01.1828 werden in der Pfarrkirche in Haselbach getraut: Herr Ernst,
                             Königl. Polizei-Distrikts-Commissarius und Amtmann zu Pfaffendorf mit der verw.
                              Erbscholtiseibesitzer Grun
zu Rohnau (Anzeige in der Zeitung "Der Bote aus dem
                             Riesengebirge", Heft Nr. 7/1828)

  • 1836 / 1837 / 1840    =

                            Der Weber Carl Gottlieb Schnabel kauft 1836 die Scholtisei für 8.400 Reichstaler.
                            1837 veräußert er die sog. Schmiedenahrung nebst 12 Morgen Anland für 560
                            Reichstaler an den Hufschmied Christian Benjamin Klose. 1840 wird durch ihn das
                            Scholtiseianwesen durch den Verkauf von über 185 Morgen Acker- und Wiesenland
                            sowie Waldparzellen und zwei Scheunen weiter verkleinert.

  • 1841      =     Carl Gottlob Grabs erwirbt das verkleinerte Anwesen für 4.100 Reichstaler.
  • 1843      =     Am 01.08.1843 wird die Scholtisei von Ernst Christoph Zilling, Gustav Ludwig 

                            Gottwald, Johann Carl Heilingsfeld und Johann Gottfried Klose für 6.500
                            Reichstaler erworben. Schon kurz darauf verkaufen sie das Schafstallgebäude, eine
                            Ackerfläche, den sog. Mühlgarten und eine abgegrenzte Waldparzelle für 4.000
                            Reichstaler an den Bauerngutsbesitzer Johann Gottlieb Kuttig; außerdem erzielen
                            sie nochmals 4.000 Reichstaler durch den Verkauf der Restscholtisei an Johann
                             Carl Lorenz
am 25.11.1843.

  • 1845      =     Carl Ehrenfried Wünsch erwirbt das Scholtiseianwesen für 3.600 Reichtaler.
  • 1853 / 1856 / 1857  =

                             Am 03.10.1853 wurde das Anwesen erstmals zwangsversteigert; Benjamin
                              Gottfried Heinzel
erwarb es mit seinem Gebot für 2.505 Reichstaler. Bereits am
                             19.07.1856 erwarb es Johann Klose als nächster Besitzer für 3.043 Reichstaler. 
                             Doch schon im Jahr 1857 unterfiel es der zweiten Zwangsversteigerung, wobei die 
                             Witwe des Vorbesitzers auf ihr Gebot von 2.000 Reichstalern hin den Zuschlag 
                             erhielt.

  • 1864      =      Der nächste Besitzer, Tischlermeister Heinrich Ludwig, hatte im Jahr 1864 beim

                              Erwerb 3.000 Reichstaler als Kaufpreis zu bezahlen, obwohl bereits am 14.07.1861
                              wiederum vom Grundbesitz 60 Morgen Ackerland und Waldparzellen abgetrennt
                              worden waren. Der nächste kurzzeitige Besitzer war der Kaufmann Hermann
                               Petterka
.

  • 1865       =      In diesem Jahr erwarb Christian Friedrich Grätner das verbliebene Anwesen und 

                               blieb dessen Besitzer die nächsten 34 Jahre.

  • 1899 / 1901  =  1899 wurde das Grundstück - nunmehr zum dritten Mal - zwangsversteigert. Am

                                 09.08.1901 erwarb die Bäckermeistersfrau Anna Jung, geborene Breiter, die
                                 Restscholtisei und den Gerichtskretscham; sie starb 1938. Ab dem 19.08.1938 war
                                 ihr Sohn Walter Jung als Eigentümer des Anwesens in den Grundbuchakten
                                 eingetragen.

Das Gebäude ist nach dem Krieg eingestürzt, es stehen heute nur noch wenige Mauerreste des Fundaments.

Haus Nr. 45 - Der Gerichtskretscham

Haus Nr. 45 - Gerichtskretscham

Haus Nr. 45 - Gerichtskretscham

Die Gastronomie:

In Rohnau gab es früher 5 Gastwirtschaften:
1. Haus Nr. 20                                                     Gasthaus "Zur Kreuzschänke"
2.  Haus Nr. 41                                                     Gaststätte "Zum Kirchgang"
3.  Haus Nr. 45                                                    Der "Gerichtskretscham"
4.  Haus Nr. 99                                                    Gasthof Hermann Opitz
5. Haus Nr. 4a                                                     Gasthof Burghardt im Ortsteil Schönbach

Haus Nr. 20 - Gasthaus "Zur Kreuzschänke"

(Besitzer: Robert Pittermann)

Haus Nr. 41 - Gaststätte "Zum Kirchgang" 
(Besitzer: Familie Klinke).

Sie wurde im Volksmund auch "Kirchkretscham" genannt.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 144/1869.

Haus Nr. 99 - Gasthof Hermann Opitz

Das Kirchenfest wird im Jahre 1919 im Gasthof Opitz gefeiert.

Der Rohnauer Knappenverein anlässlich der Beerdigung des Direktors Klambt vom Morgensternwerk

Gewerbetreibende in Rohnau

Auszug aus dem Amtlichen Adressbuch für Industrie, Handel und Gewerbe des Jahres 1927.

Die folgenden Bilder zeigen das Erntefest Mitte der 1930er Jahre.
(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Das Kriegerdenkmal:

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Der Text auf der ersten Platte lautete:
"Zum Andenken an ihre im Weltkrieg 1914 - 18 gebliebenen Helden.
Die dankbare Gemeinde
Rohnau".
Auf der zweiten Platte darunter standen folgende 27 Namen mit Todesdatum:
Albert Knobloch            01.09.14                         Gustav Wolf              02.02.15 verm.
Hermann Metzner         12.07.16                          Gustav Reimann      25.03.18
Willy Reisewitz               10.09.14                         Paul Rummler          26.02.15
Richard Emrich              25.07.16                         Gustav Seliger          30.03.18
Kurt Wandscher            11.09.14 verm.                Willy Gärtner            21.03.15
Willy Seidel                     30.08.16                        Gustav Heinzel         03.05.18
Alfred Gärtner                30.09.14                        Otto Höfig                 05.05.15 verm.
Gustav Lohde                 31.08.17                         Gustav Opitz             28.05.18
Richard Gärtner              20.10.14                        Gustav Opitz             07.05.15
Richard Rummler           26.09.17                        Alfred Gärtner           11.10.19
Friedrich Kirst                 28.12.14                         Adolf Seidel                31.07.15
Gustav Opitz                   16.10.17                         Georg Rodox              21.05.21
Richard Pietryga             30.12.14 verm.             Paul Wolf                    16.03.16
Gustav Kluge                   20.02.18

Der Schmied Heinrich Rummler (Haus Nr. 97) und Alfred Weiß (Haus Nr. 101) haben im Jahr 1921 das Kreuz und die Umfassung handgeschmiedet.

Quelle:

  • Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, 2. Auflage, 2003

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges

(Bild von Herrn Jürgen Schwanitz - Aufnahme: 2010)

Kriegerdenkmal (Aufnahme:: September 2021)

(Bild von Herrn Holger Dettwiler)

Die Platte mit den Namen der Gefallenen. Sie ist heute nicht mehr vorhanden.
(Quelle: Krzysiek)

Die Mühlen:

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In Rohnau gab es früher 3 Mühlen, die Obermühle, die Mittelmühle und die Niedermühle. Es handelte sich nicht um Wind-, sondern um Wassermühlen.

Die Obermühle  (Haus Nr. 8):
Die Obermühle am oberen Dorfanfang war ein mehrstöckiges Gebäude, welches in früheren Zeiten als Mühle genutzt wurde, im 20. Jahrhundert dagegen nicht mehr. Bewohnt wurde das Haus von der Familie Kneifel. Oberhalb der Mühle lag ein kleiner Teich, der vom Dorfbach gespeist wurde und mit dessen Wasserkraft die Mühle früher betrieben wurde. Diese Mühle zählte wohl zu den ältesten Bauten des Ortes und zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Rohnauer Kirchenbuch nachgewiesen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt werden mehrere Personen als Obermüller bzw. Müller in Oberrohnau bezeichnet. Es handelt sich um folgende Personen.

  • Johann Gottfried Richter  (Müller in Oberrohnau, 1715)
  • Hanß Grundmann  (Obermüller, 1715)
  • Johann Friedrich Worbß  (Obermüller, 1723)
  • Gottfried Kluge  (Obermüllermeister, 1724 - 1727)
  • Johann Christoph Schön  (Müllermeister in Oberrohnau, 1731)  


Die Mittelmühle:
Die Mittelmühle besaß noch bis zum Zweiten Weltkrieg einen Mahlgang. Auch sie weist eine jahrhundertelange Vergangenheit auf. Das Rohnauer Kirchenbuch erwähnt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Reihe von Personen, die als Müller bzw. Müllermeister bezeichnet werden und als Besitzer bzw. Betreiber der Mühle in Frage kommen. Einer könnte George Liebig gewesen sein, der 1725/26 als Müllermeister beim Scholzen Martin Springer namentlich aufgeführt wird. Der Mühle war in den 1930er Jahren ein Sägewerk angegliedert worden. Es war dies das Haus Nr. 46, die Brettschneide, die von der Familie Paul Thäsler mit den Söhnen Willy, Karl und Walter betrieben wurde. Es war ein für die damalige Zeit recht moderner Betrieb mit Turbinenantrieb. Das Wasser hierfür kam unterirdisch aus dem Dorfteich, der vom Tschirnitzbach gespeist wurde.

Die Niedermühle:
Die Niedermühle war bis zur Vertreibung in Betrieb. In den Jahren 1712 - 1716 wird im Rohnauer Kirchenbuch ein Gottfried Bruchmann als Niedermüller in Rohnau bezeichnet. Der letzte Besitzer Rudolf Maiwald betrieb zusätzlich eine Bäckerei und einen Holzhandel. Auch diese Mühle wurde über ein Wasserwerk angetrieben, welches bis zuletzt noch in Betrieb war. Die Anlage wurde ebenfalls vom Gebirgsbach gespeist.

Quelle:
Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, 2. Auflage, 2003

Die Feuerwehr:

Das Spritzenhaus steht unterhalb der beiden Kirchen an der Straße. Die letzten Feuerwehr-kommandanten vor 1945 waren Paul Neumann (Haus Nr. 85) und der Schuster Bernhard Fiedler (Haus Nr. 54).

Das Spritzenhaus

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Das Spritzenhaus

Eine Feuerwehrübung am Spritzenhaus um 1930
(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Die Schwefelkiesgrube:

Der ältesten Rohnauer Schwefelkiesgrube wurde im Jahre 1785 der Name "Hoffnung" verliehen. Im Jahre 1832 war sie im Besitz des Herrn von Prittwitz, der sie in diesem Jahr veräußerte.
In Betrieb war sie bis 1925.

Auf dem folgenden Foto sind Betriebsangehörige der Schwefelkiesgrube abgebildet.
Obere Reihe von rechts nach links: Richard Rummler, Ernst Ludwig, Heinrich Opitz, Heinrich Springer, Wilhelm Opitz, Hermann Klose, Heinrich Trollst und Lehmer aus Rudelstadt.
2. Reihe von rechts nach links: Heinrich Hoppe, August Buchheim, Krause, Opitz-Schmied, Krause, Robert Heinzel, Heinrich Leder aus Röhrsdorf, Richard Opitz aus Waltersdorf, Heinrich Leder aus Rohnau, August Gärtner, Hermann Ende aus Röhrsdorf und Bruno Schöbel.
3. Reihe von rechts nach links: Julius Wagner, Döring, Paul Reisewitz, Alfred Schröer und Heinrich Sachmann.
Vordere Reihe von links nach rechts: Richard Vielhauer aus Röhrsdorf, Heinrich Kuhnl, Richard Gärtner aus Röhrsdorf und Gustav Gärtner.

Die Schwefelkiesgrube

Die Schwefelkiesgrube

Verkauf der Schwefelkiesgrube.


Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 37/1832.

Aus dem Alltag:

Hubertusjagd im Jahre 1934 in Rohnau 

Treffpunkt: Gasthaus Hermann Opitz

Folgende Personen nahmen teil: 

Aus Rudelstadt: Revierförster August Schwartz, Bauer Heinrich Oefler, Fleischermeister Julius Oefler und der Direktor der Rudelstädter Dampfziegelei Karl Ries.
Aus Merzdorf: Sägewerksbesitzer und Hegeringsleiter Ewald Berndt, Revierförster Hugo Wedlich und der Vorsteher des Postamtes Merzdorf Richard Leuchtenberger.
Aus Landeshut: der Bruder des Kreisjägermeisters, Alfred Layser.
Aus Nimmersath: der Revierförster Räther.
Aus Rohrlach: der Revierförster Meier.
Aus Hirschberg: Herr Scholz.

Die Kinder feiern im Kindergarten Karneval (Aufnahme: 1936/37)

Ausflug der Rohnauer Jugend nach Trautenau im Jahr 1939.

Von links nach rechts: Buchheim, Gerhard, Simon Dora, Gärtner Gerda,
 der Fahrer des Autobusses, Kirst Frieda, Frau Klein, Gärtner Grete, Müller Ewald, Opitz Walter, Klein Gerhard, ??? Richard, Haulitzeck Marthel, Maiwald Helmut, Unbekannt, Elger Gerhard, Opitz Ewald, Lohde Martel, Burghard Kurt, Jung Erich, Kirst Alfred, Schmidt Lotte.

Kolonie Schönbach:

Im Jahre 1938 erfolgte die Eingemeindung der bisher zu Rudelstadt gehörenden Kolonie Schönbach in die Gemeinde Rohnau. Hierzu gehörte auch das Morgensternwerk.
1825 wurde in Schönbach eine neue Ansiedlung geschaffen, in welcher Fabrikanlagen für die Verarbeitung von Pyriten, aus denen Schwefel und Eisen gewonnen werden konnten, erbaut wurden; aus ihr ging das sog. Morgensternwerk hervor. 1872 gingen das Morgensternwerk und die Rohnauer Gruben in den Besitz der Silesia (Verein chemischer Fabriken in Saarau) über, die das Werk erheblich vergrößerte. Nach 1924 wurden die Betriebe außerhalb Saaraus in Saarau vereinigt und 1925 der Filialbetrieb in Schönbach stillgelegt.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 30/1833.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 24/1839.

Bericht aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 56/1867

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 43 a/1871 (13.04.1871)