Katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt

(Verfasser: Hella Tegeler)

Die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde Ende des 15. Jahrhunderts an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet und zwischen 1609 - 1615 umgebaut. 1735 - 1736 erfolgte eine erneute Umgestaltung im Stile des Barocks durch den Grüssauer Stiftsbaumeister Joseph Anton Jentsch. Auch für die Innenausstattung waren Künstler der Grüssauer Werkstatt verantwortlich. Josef Anton Lachel schuf den Hauptaltar und Felix Anton Scheffler mehrere Ölgemälde. Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert, das Taufbecken und zahlreiche Figurengruppen sowie die Skulptur der heiligen Barbara stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das zweigeschossige Pfarrhaus wurde um 1735 errichtet und im 19. Jahrhundert umgebaut.

Diese Karte stellte Herr Roman Grochalski aus Jelcz-Laskowice / Jeltsch-Laskowitz zur Verfügung.

Die kath. Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt und das Pfarrhaus

Kath. Pfarrkirche - Blick zum Hochaltar

Das Taufbecken

Die Weihnachtskrippe

Erstkommunion der Pfarrgemeinde Liebau der Schuljahrgänge 1921 und 1922 mit Pfarrer Hahn und der Lehrerin Fräulein Jungnitsch.

Die Glocken:

Im Auftrag des Abtes Ildefons von Grüssau wurden im Jahre 1801 drei Glocken für die katholische Pfarrkirche in der schlesischen Glockengießerei Seiffert in Hirschberg angefertigt. Die kleinere Glocke (6,60 Zentner) wurde der Hl Hedwig gewidmet, die zweite Glocke (14 Ztr.) der Gottesmutter und dem Hl. Johannes dem Täufer trägt die Inschrift: "Sacrar Mariae gratirsae virgini, Dei genitrici atque beatis Patronis Josepho, Joanni Batistae ignis VI anni hilata et ex integro restaurata". Die größte Glocke ist 25 Zentner schwer und wurde der Allerheiligsten Dreinigkeit geweiht. Sie trägt folgende Inschrift: "Novembris XVII. exorto longo incendio ab insigni sonitu assari Joseph Gundernatzki, Scholze in Dittersbach, Joseph Rabe, Feldmüller bei Liebau, fusa sum Christiano Friederico Seifert, Hirschberg Anno 1801".

Im Jahre 1942 wurden sie, wie so viele andere Glocken auch, zum Einschmelzen vom Liebauer Turm geholt. Glücklicherweise wurden sie nicht eingeschmolzen und wurden in einem Hamburger Glockenlager entdeckt. Sie wurden dem katholischen Flüchtlingswerk zur Verfügung gestellt und dann der im Krieg zerstörten Propsteikirche St. Clemens (jetzt Basilika) in Hannover zugeteilt. 
Eine Woche vor dem Weißen Sonntag 1952 trafen die Liebauer Glocken in Hannover ein, freudig begrüßt von den Liebauern, die mit 60 Familien in Hannover wohnten. Zwei Liebauer freuten sich besonders; Herr Weist, der im hohen Alter nach Hannover kam, erzählte, dass er als Meßjunge zuletzt 1891 die Glocken geläutet hatte. Und Paul Paatsch berichtete, dass die Glocken am 18. Dezember 1941 zum Gedächtnis für Gefallene, unter denen sich auch sein Sohn befand, geläutet wurden.

Beim Aufhängen der Glocken ist die kleinste Glocke leider gesprungen und steht jetzt auf dem Kirchboden. Die anderen beiden Glocken ergänzen das Geläut mit zwei Glocken, die in Hannover gegossen worden sind..

Basilika St. Clemens in Hannover

Die kleinste Glocke, die beim Aufhängen gesprungen ist.

Ankunft der Glocken im Jahre 1952 mit dem Ehepaar Paatsch und Herrn Weist.

Die evangelische Kirche

Die evangelische Kirche in der Trautenauer Straße wurde am 30. August 1849 eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Der Bau dieser Kirche war der Gemeinde mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes ermöglicht worden. Zur Pfarrei gehörten 6.748 Einwohner, davon entfielen auf Liebau 1.446 Personen, Dittersbach grüss. 163, Ullersdorf 39, Buchwald 60, Ober Blasdorf 57 und Tschöpsdorf 22.
Besetzt war die Pfarrei mit einem Pfarrer.

In der Zeit vom 01.04.1897 war Pastor Hermann Neugebauer für die evangelische Gemeinde zuständig. Während dieser Zeit gehörten auch die Filialen Schömberg und Grüssau zu seiner Gemeinde. Geboren wurde er am 01.04.1865 als Sohn eines Pfarrers in Breslau. Fast 32 Jahre bis zu seinem Tod am 12.03.1929 übte er seine seelsorgerische Tätigkeit in Liebau aus. Seiner Initiative war es auch zu verdanken, dass 1913 die kleine evangelische Heilandskirche in Grüssau gebaut und geweiht werden konnte.

Der letzte deutsche Pfarrer war Pastor Friedrich-Wilhelm Modrow, der am 1. Juli 1929 in sein Amt eingeführt worden war. Er trat die Nachfolge  des überaus beliebten Pastors Neugebauer an. Die Amtseinführung erfolgte durch Superintendent Kretschmar, im Beisein von Pastor Modrow sen. und Pastor Bild aus Schömberg.

(Karte von Herrn Roman Grochalski aus Jelcz-Laskowice / Jeltsch-Laskowitz)

(Karte von Herrn Roman Grochalski aus Jelcz-Laskowice / Jeltsch-Laskowitz)

Amtseinführung von Pastor Modrow am 1. Juli 1929.
Sie erfolgte durch Superintendent Kretschmar, im Beisein von Pastor Modrow sen. 
und Pastor Bild aus Schömberg.

Die evangelische Kirche

Die evangelische Kirche - Innenansicht

Das evangelische Pfarrhaus vor dem Umbau.
Im Jahre 1910 wurde es umgebaut und um eine Etage aufgestockt.

Die evangelische Kirche mit dem Pfarrhaus nach dem Umbau.

Vor dem evangelischen Pfarrhaus

Pastor Hermann Neugebauer (01.04.1865 - 12.03.1929)