Bauden R - Z

  • (Verfasser: Hella Tegeler)

Die "Rehornbaude" (1.001 m)

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Das Rehorngebirge ist das südlichste Vorgebirge des Riesengebirges. Es befindet sich im Norden Tschechiens an der Grenze zu Polen. Auf 1.001 m Höhe befindet sich die Rehornbaude. Die alte Rehornbaude wurde im Jahre 1927 durch ein neues Gebäude im modernen Stil ersetzt. Dieses Haus verfügte über 13 Zimmer und ein großes Restaurant. Besitzerin der Baude war Frau B. Hampel.

Die alte Rehornbaude um 1900

(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Die neue Rehornbaude

Die "Reifträgerbaude" (1.365 m)

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Die Reifträgerbaude war und ist das Gasthaus des "Schreiberhauer" Berges, dem Reifträger. Nach dem Verlust der Wosseckerbaude ließ Franz Endler nach den Plänen der Gebrüder Albert in den Jahren 1921/22 auf dem Gipfelgrat des Reifträgers eine Baude errichten, die den Namen "Deutsch-Böhmer-Haus" erhielt, aber im Volksmund Reifträgerbaude genannt wurde. Am 11. Sepember 1921 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Anwesend war u. a. auch Graf Schaffgotsch, der Besitzer des Grund und Bodens. In der Gründungsurkunde, die Oberbürgermeister Hartung aus Hirschberg verlas, wurden u. a. auch Zeitumstände und Ursachen geschildert, durch die die Gründung der Reifträgerbaude als ein Ersatz für die von den tschechischen Behörden geschlossene Wosseckerbaude anzusehen ist. Das Richtfest war bereits wenige Wochen später, am 24. Oktober. Die ersten Gäste bewirtete die Familie Endler in ihrer neuen Baude am 19. Dezember 1922. In der Folgezeit wurden immer wieder Modernisierungen vorgenommen. Eine Stromleitung von Schreiberhau brachte eine erhebliche Erleichterung. Der unzuverlässige Generator wurde überflüssig.

Den großen Aufstieg seiner Baude erlebte Franz Endler aber nicht mehr. Am 29. November 1930 verstarb er. Er hatte die Vertreibung aus der Wosseckerbaude nie überwunden. Seine Familie bewirtschaftete die Baude bis zur Vertreibung. 1946 kam die Familie Endler in den Schwarzwald. In Feldberg errichtete Sohn Kurt Endler wieder ein Hotel, die "Emmendiger Hütte" mit 100 Betten.

Nach 1946 verfiel die Baude immer mehr und wurde schließlich 1966 geschlossen. Anfang der 1970er Jahre sollte die Baude saniert werden. In der ersten Woche des Jahres 1972 begannen die Bauarbeiten, doch am 25. Januar brannte die Reifträgerbaude nieder. Ein schadhafter Schornstein wurde als Brandursache ermittelt. Die aus Schreiberhau kommende Feuerwehr konnte, nachdem der Löschwasservorrat aufgebraucht war, nichts mehr tun, die Feuerwehr aus Hirschberg blieb im Schnee stecken. 1991 begann man mit einem Neubau auf dem Reifträger, die feierliche Eröffnung erfolgte am 19. Dezember 1992, genau 70 Jahre nach der ersten Einweihung.

Quellen:

  • Dr. Baer: Die Grundsteinlegung der Reifträgerbaude in: Der Wanderer im Riesengebirge, Heft 11/1921
  • Schreiberhau im Riesengebirge: Herausgeber Kurverwaltung Schreiberhau 1928

Die Reifträgerbaude

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Reifträgerbaude im Winter 
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Reifträgerbaude - Veranda

         Die Reifträgerbaude im Jahr 2016


(Bild von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim)

Hotel "Emmendiger Hütte" in Feldberg (Schwarzwald). 
Das neue Domizil der Familie Endler nach 1946.

Die "Rennerbaude"  (1.400 m)

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Schauplatz der im Riesengebirge spielenden Oper "Des Adlers Horst" von dem österreichischen Opernkomponist Franz Gläser (19.04.1798 - 29.08.1861), für die der schlesische Schriftsteller Karl von Holtei (24.01.1798 - 12.02.1880) das Textbuch schrieb (uraufgeführt 1832 in Berlin), ist die auf der Weißen Wiese in aussichtsreicher Lage gelegene Rennerbaude. Sie lag rund 25 Minuten von der bekannten Wiesenbaude entfernt.

Errichtet wurde sie 1797 zunächst als Sommerbaude von den Brüdern August und Ignatz Renner, nach denen sie auch benannt wurde. Später ging sie in den Besitz der Familie Buchberger über und zuletzt gehörte sie den Brüdern Bönsch. Bis zum Jahr 1880 wurde sie nur als Sommerbaude genutzt, in welcher etwa 30 Stück Rindvieh ihr Unterkommen fanden. Erst im Sommer 1880 wurde sie, teilweise umgebaut, dem Touristenverkehr zur Verfügung gestellt, dem sie vom Jahre 1886 an durch den Anbau einer Veranda und den Ausbau mehrerer Fremdenzimmer immer besser diente. Die Baude lag im tschechischen Teil des Riesengebirges und gehörte zum Ort Spindelmühle. Im Jahr 1928 verfügte sie über 27 Zimmer mit 60 Betten.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Grenzgebiete der Tschechoslowakei im Oktober 1938 wurde die Rennerbaude vom tschechoslowakischen Militär in Brand gesteckt. Im Gegensatz zur benachbarten Wiesenbaude erfolgte aber kein Wiederaufbau. Der einstige Standort der Rennerbaude ist jedoch noch heute deutlich im Gelände zu erkennen.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Karl von Holtei (24.01.1798 - 12.02.1880)

Die Rennerbaude

Franz Gläser (19.04.1798 - 29.08.1861)

Die "Richterbaude"  (1.206 m)

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Die Richterbauden sind ein Ortsteil der Ortsgemeinde Groß-Aupa III und bestehen aus 7 Häusern. Benannt wurde dieser Ortsteil nach Hans David Richter, der 1785 eine kleine Baude errichten ließ. Es handelte sich um eine sehr bescheidene Hütte, bestehend aus einem Wohnraum, einem Abstellraum und einer Küche. Sie konnte nur im Sommer bewohnt werden.

1830 baute die Familie Bönsch eine wesentlich größere Baude, die von Wilhelm Bönsch, dem Enkel des Erbauers, Jahre später nochmals vergrößert wurde. Nunmehr konnten auch Gäste bewirtet werden, die hier auch übernachten konnten. Die Baude war jetzt ganzjährig geöffnet.

Ein weiterer Umbau erfolgte noch vor dem 1. Weltkrieg. Den Gästen standen jetzt 18 Zimmer mit 50 Betten zur Verfügung. Im Jahr 1938 brannte die Baude bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber noch während des Krieges wieder aufgebaut.

Die Baude ist nach wie vor für Touristen geöffnet. In den vergangenen Jahren ist sie mehrfach umgebaut worden.

Quellen:

  • www.richtrovy-boudy.cz/o-nash.html
  • Wikipedia

Die Richterbaude

(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die Richterbaude - heute

Die "Riesenbaude"  (1.394 m)

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Die Riesenbaude lag auf der böhmischen Seite des Riesengebirgskammes am Fuß des Koppenkegels. Direkt gegenüber liegt das auch heute noch bestehende Schlesierhaus. Zwischen beiden Bauden verlief die Staatsgrenze.

Am 23. April 1847 erhielt der Kaufmann Stefan Mitlehner die Erlaubnis zur Errichtung einer Sommerbaude. Bereits im folgenden Jahr wurde sie feierlich eröffnet. Der Kostenaufwand betrug damals 1.600 Thaler. Sie diente einzig und allein dem Tourismus. Im Laufe der Jahre erfolgten mehrfache Vergrößerungen durch Um-, An- und Aufbauten. Sie wurde dadurch zu einem der größten Einkehrhäuser des Gebirges, welches mehr als 100 Nachtgästen Quartier anbieten konnte.

1854 pachtete Friedrich Sommer für 6 Jahre die Riesenbaude. Am 11. Juni fand die feierliche Einweihung statt.

Nach mehrfachem Besitzwechsel wurde die Baude Anfang des Jahres 1880 von Adolf Heyn aus Warmbrunn erworben, dessen Witwe sie nach dem im Dezember 1898 erfolgten Tode ihres Mannes allein bewirtschaftete.

Im Frühjahr und Sommer 1907 unternahm Karl May in Begleitung seiner Ehefrau Klara eine Kur- und Erholungsreise nach Schlesien und ins Riesengebirge. Am 4. Juli 1907 übernachtete das Paar in der Riesenbaude. Eindrücke dieser Reise verarbeitete Karl May in seiner 1908 erschienenen Reiseerzählung "Abdahn Effendi".

Zwischen der Riesenbaude und dem Schlesierhaus bestanden verwandtschaftliche Beziehungen. Hugo Teichmann, Bauherr des Schlesierhauses, war in 1. Ehe mit Gertrud Heyn verheiratet. Sie war eine Tochter der Familie Heyn von der Riesenbaude.

Nach dem 2. Weltkrieg blieb die Riesenbaude noch eine Weile in Betrieb. 1970 wurde sie geschlossen und im Jahr 1982 wegen des sehr schlechten Zustandes abgerissen.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V.
  • Wikipedia

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 44/1854.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 124/1873.

Die Riesenbaude

Blick auf die Schneekoppe

Links das Schlesierhaus, rechts die Riesenbaude

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Die "Scharfbaude"  (1.100 m)

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Diese Baude gehörte viele Jahre der Familie Petzer und wurde im Jahre 1740 auf der Teufelswiese errichtet. Johann Erlebach wurde hier der Bau eines Hauses mit Stallung auf dem Hochwiesen-gelände gestattet. Später gehörte die Baude Vinzenz Hollmann, der sie im Jahre 1910 an die Brüder Bönsch von der Wiesenbaude verkaufte. Diese benutzten das Gebäude zur Unterbringung ihres Viehbestandes. Darüber hinaus richteten sie eine eigene Bäckerei in der Scharfbaude ein.

Der letzte deutsche Besitzer war Wenzel Scharf. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Baude und wurde abgerissen.

Quelle:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)

Die Scharfbaude

Das "Schlesierhaus" (1.400 m)

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Das Schlesierhaus befindet sich auf dem Koppenplan. Dieses Hochplateau zwischen dem Kamm des Brunnberges im Westen und dem Kegel der Schneekoppe im Osten liegt auf einer Höhe von 1.400 - 1.450 m auf dem Hauptkamm des Riesengebirges und ist 7,5 km lang und 3 km breit. Das Schlesierhaus ist auch heute noch die letzte Einkehrmöglichkeit für Wanderer vor dem Aufstieg zur Koppe.

Historiker vermuten, dass an dieser Stelle bereits im 17. Jahrhundert eine Baude stand, die den zur Schneekoppe Wandernden Schutz gewährte.

Bauherr des Schlesierhauses war Hugo Teichmann, der am 22. Juni 1883 in Zillerthal als 7. Kind der Eheleute Emil und Selma Teichmann geboren wurde. Verheiratet war er in 1. Ehe mit einer Tochter aus der gegenüberliegenden Riesenbaude. Seine Familie besaß bereits die Schnurrbartbaude und das weit über die Grenzen von Schlesien hinaus bekannte Berghotel "Teichmannbaude". 1921/22 pachtete er das Grundstück für das Schlesierhaus von Graf Schaffgotsch in Bad Warmbrunn, das er aber 1928 käuflich erwarb und bis zum Melzergrund erweiterte. Die feierliche Einweihung fand im Jahre 1924 statt. Es handelte sich um einen modernen Bau mit allen technischen Neuerungen. Den Gästen standen 40 Ein- und Zweibettzimmer zur Verfügung. Hervorgehoben wird im Grieben-Reiseführer ein behaglicher Speise- und Tanzsaal, Gesellschaftszimmer und Wandersaal für 200 Personen, eigene Konditorei und Eismaschine. Vorhanden waren Bäder, Zentralheizung und Telefon. Als Besonderheit gab es eine Heißluft-Kleidertrockenanlage. Nasse Kleidung wurde beim Betreten der Baude abgegeben und beim Verlassen erhielt man die getrockneten Kleider zurück.

Für Wintertouristen gab es eine eigene Rodelbahn über 8 km, die bis nach Krummhübel führte. Für eine unabhängige Stromversorgung wollte Hugo Teichmann die meist starken Winde am Fuße der Koppe nutzen. Zu diesem Zweck beabsichtigte er, eine Windturbinenanlage bauen zu lassen, mit der einerseits unmittelbar vom laufenden Windrad der im Maschinenhaus erzeugte Strom verwendet, andererseits in einer großen Batterieanlage für windstille Zeiten gespeichert werden konnte. Eine Firma aus der Schweiz erhielt den Auftrag und errichtete die Anlage Mitte 1924 etwa 15 Meter vom Schlesierhaus entfernt. Die Gesamthöhe betrug 23 Meter. die gesamte Anlage funktionierte hervorragend bis zum 23. Dezember 1924. Ein eisiger Nordwestwind in Orkanstärke fegte über den Koppenplan. Die Temperatur sank auf -12 Grad Celsius, so dass die Rollenlager des Windrades in ihrer Führungsschiene vereisten und das Windrad unbeweglich gegen den Sturm stand. Die Zerstörung der Windturbinenanlage war die Folge. Damit war Hugo Teichmanns Traum, das Schlesierhaus mittels Windkraft als Stromselbstversorger auszurichten, zunichte gemacht worden.

Die Vertreibung blieb auch Hugo Teichmann nicht erspart, verkraftet hat er sie nie. Bereits am 17. Februar 1949 verstarb er in Wahle bei Braunschweig.

Das Schlesierhaus wurde im Jahre 1947 wieder für Touristen eröffnet. Ebenso wie früher ist die Baude auch heute wieder ein willkommener Rastplatz vor dem letzten Aufstieg zur Schneekoppe.

Quellen:

  • Drescher, Karl-Heinz: Bergbauden des Riesen- und Isergebirges
  • Griebens-Reiseführer: Schreiberhau und Umgebung, Grieben-Verlag - Albert Goldschmidt (Berlin 1928)
  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung Begegnung e. V. (2013)
  • www.domslaski.pl

Das Schlesierhaus - früher

Das Schlesierhaus - heute

Der Saal des Schlesierhauses.

Die "Schlesische Grenzbaude"  (1.050 m)

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Im Jahre 1922 erbaute Ignaz Tippelt auf deutscher Seite die "Schlesische Grenzbaude". Sie war nur
5 m von der Grenze entfernt. Auf der böhmischen Seite hatte er bereits 1911 die "Neue Grenzbaude" (später Tippeltbaude geannnt) errichten lassen.

Die Gasträume boten 150 Gästen Platz. Außerdem hatte sie acht Fremdenzimmer mit 18 Betten. Ebenso wie die Tippeltbaude war auch diese Baude mit Bädern, also hohen Anforderungen gerecht werdend, ausgestattet. Im Jahre 1935 erhielt sie eine moderne Zentralheizung. Angeschlossen war das Skiheim "Storchennest" der Skiabteilung aus Schmiedeberg.

Diese Baude ist auch heute noch in Betrieb und bietet Übernachtungsmöglichkeiten an.

Quellen:

  • Köstler, Bärbel: Kleinaupa, das höchstgelegene Dorf Böhmens unter der Schneekoppe, Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2001
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)

Die Schlesische Grenzbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die Schlesische Grenzbaude - Gastraum

Die "Schlingelbaude"  (1.067 m)

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Die Schlingelbaude wurde oberhalb von Brückenberg/Krummhübel errichtet. Die auf einer Hochfläche mit Blick auf die steilen Abstürze der Teichwände gelegene älteste und erste Schlingelbaude wurde vermutlich Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und urkundlich 1690 erstmalig erwähnt. Sie stand etwas oberhalb der im Jahre 1722 neu gebauten Schlingelbaude.

Die nach dem Familiennamen ihres Erbauers genannte Baude hat im Laufe der Jahrhunderte sehr viele Besitzerwechsel erfahren. Aus den Händen Schneiders, welcher die Baude von Schlingel, einem Nachkommen des Erbauers erworben hatte, ging dieselbe später in den Besitz der Familie Häring über. Karl Häring, ein Verwandter des gleichnamigen früheren bekannten Besitzers der Wiesenbaude, war, während er in der Schlingelbaude wirtschaftete, gleichzeitig Besitzer der Teichbaude, eine der ältesten Bauden, die früher dem Teichwärter am Kleinen Teich als Wohnung diente. Diese Teichbaude veräußerte er im Jahre 1887 an den Kommerzienrat Richter aus Arnsdorf.

Aus dem Nachlass der Familie Häring wurde die Schlingelbaude mit einem Wiesengelände von 24 Morgen von Heinrich Einert im Jahre 1889 für 21.000 Mark erworben. Einert baute östlich gegenüber der alten Baude im Jahre 1894 ein neues, gut ausgestattetes Logierhaus, welches als Sanatorium mit Badeeinrichtungen dienen sollte. Das neue Haus wurde auf den Namen "Baude am Haideschloß" getauft, nach einem sagenhaften Schloss Rübezahls, welches wohl früher in diesem Gelände gestanden haben soll.

Dieser neue Baudenname wurde aber nie wirklich bekannt, so dass die Baude wieder in "Schlingelbaude" umbenannt wurde. Besitzerin der neuen Schlingelbaude war seit 1896 die Gräflich Schaffgotsche Verwaltung, welche sie durch Pächter bewirtschaften ließ.

Nach einem im Jahre 1924 erfolgten Umbau standen in der Schlingelbaude den Gästen 50 Betten zur Verfügung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Baude weiterhin sehr beliebt. Am 11. Dezember 1966 wurde sie jedoch ein Feuer total zerstört.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901 , Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude-, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)


Von rechts nach links: Die alte Schlingelbaude, die neue Schlingelbaude (Haideschloss)

Spinnabend in der Schlingelbaude um 1800

Schlingelbaude - Innenansicht

Die alte und neue Schlingelbaude im Sommer

Die alte und neue Schlingelbaude im Winter

Erholungspause nach einer herrlichen Skiwanderung an der Sonnenseite der Schlingelbaude.

Die "Schneegrubenbaude" (1.490 m)

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Die Schneegrubenbaude befindet sich am Rand der Schneegruben unter dem "Hohen Rad". Die Schneegruben in der Nordflanke des Riesengebirgs-Hauptkamms sind eines der faszinierendsten Wanderziele im Riesengebirge. Neben fantastischer Aussicht und einzigartigen Felsformationen gibt es auch eine überaus reiche Pflanzenwelt zu bewundern. Der Schnee, der sich hier bis weit in den kalendarischen Sommer hinein hält, hat den Schneegruben den Namen gegeben. Ausgangs-punkt der Wanderung zur Schneegrubenbaude ist Schreiberhau.

An die Wanderer dachte der Graf von Schaffgotsch auch, als er im Jahre 1837 ein Haus errichten ließ, welches ihnen Schutz und Rast bieten konnte. Es war ursprünglich ein einfaches, einstöckiges, an die Rübezahlkanzel gelehntes Holzgebäude mit zwei Stuben, einer kleinen Veranda und einem Dachboden. Der Standort dieses Holzhauses erwies sich als sehr attraktiv, so dass 1861 ein neues steinernes Haus mit 21 Quartierplätzen gebaut wurde. Die berühmte Spezialität des Hauses war der sog. "Richterschnaps".

Mehrere Blitzeinschläge in den Jahren 1890 und 1892 machten einen Neubau zwingend erforderlich. Mit einem Kostenaufwand von weit über 100.000 Mark ließ die Reichsgräflich Schaffgotsche Verwaltung von dem Baumeister Daubach 1895/96 ein großes Hotelgebäude errichten, welches 1897 feierlich eröffnet wurde. Richard Greulich, der Pächter der alten Schneegrubenbaude, übernahm nun auch die Regie in dem Neubau. Die einzelnen Stockwerke enthielten 44 Fremdenzimmer, zum Teil mit herrlichster Aussicht. Auch die verglaste Terrasse war bei den Hotelgästen überaus beliebt. 120 Stufen führten zur Höhe des mächtigen siebenstöckigen Steinturmes. Von dort bot sich dem Besucher eine atemberaubende Aussicht, die Wilhelm Patschovsky, Schriftsteller und Lehrer in Dittersbach bei Liebau, in seinem Reiseführer wie folgt schildert:
"Die Aussicht vom Turme des neuen Hotels ist eine der schönsten und umfassendsten des ganzen Gebirges. Über dunkles Waldgebiet der Vorberge blicken wir hinweg auf die lachende Landschaft des Hirschberger Tales. Gegen NNW. sieht man den Hochstein, vor welchem sich Schreiberhau ausbreitet; rechts davon liegt Petersdorf. Links hinter dem Hochstein hebt sich die bewaldete Koppe der Tafelfichte ab und im Hintergrunde kommt die Landeskrone bei Görlitz zum Vorschein. Über Petersdorf hinweg fällt der Blick auf die Bibersteine, hinter welchen am Horizont der Greiffenstein, die Ruine Lehnhaus der Probsthainer Spitzberg und Gröditzberg bemerkbar sind. Im O. tritt der Koppenkegel über den Riesenkamm hervor. Links davon der Landeshuter Kamm mit den Friesensteinen und dem Ochsenkopf sowie die Falkenberge. Über den Landeshuter Kamm erblickt man den Sattelwald, den Hochwald, das Waldenburger Bergland und dahinter den Zobten. Fischbach und Buchwald sind ebenfalls von hier aus zu sehen. Nach S. und SW. schweift der Blick in die 7 Gründe und über den Krkonosch hinweg nach den Bergen von Teplitz, dem Jeschken; nach W. zur Lausche und anderen Bergen des Lausitzer Gebirges und der sächsisch-böhmischen Schweiz."

Die neue Schneegrubenbaude war damals mit modernster Technik ausgestattet, u. a. elektrische Beleuchtung und Zentralheizung. Die starke Holzverschalung, mit welcher der Steinbau umgeben war, diente als Schutz gegen die Witterungseinflüsse in dieser Höhe. Zu den Attraktionen der Baude gehörte ein Schiffsscheinwerfer, der den Wanderern signalisierte, ob noch freie Betten vorhanden waren.

Nach dem Kriege wurde die Baude weiter bewirtschaftet, allerdings gab es nur Notüber-nachtungen. Weil dringend notwendige Renovierungsarbeiten nicht finanziert werden konnten, wurde im Jahre 1960 das Objekt dem Fernsehen übergeben, welches in dem Haus eine Sendestation installierte. Einige Jahre später wurde ein Umbau vorgenommen, bei dem ein Teil des Turms abgetragen und die Form des Daches verändert wurde. Die frühere Schneegrubenbaude dient heute als Fernseh- und Rundfunksender sowie als meteorologische Station. Für die Öffentlichkeit ist sie leider nicht mehr zugänglich.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Patschovsky, Wilhelm: Führer durch das Riesen- u. Isergebirge, Verlag Georg Brieger, Schweidnitz (1908)
  • Staffa, Marek: Das Riesengebirge, Wydawnictwo Dolnoslaskie, Wroclaw 1997

Die Schneegrubenbaude 1837

Die Schneegrubenbaude nach 1861

Die Schneegrubenbaude 1911

Die frühere Schneegrubenbaude - heute

Schneegrubenbaude
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Schneegrubenbaude
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 40/1862.

Die "Schnurrbartbaude" (843 m)

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Sie ist eine der ältesten Bauden des Riesengebirges, ihre Entstehungsgeschichte liegt aber im Dunkeln. Weder Erbauer noch Bauzeit sind genau bekannt. Der Theologe Johann Friedrich Zöllner unternahm im Jahre 1792 eine Koppenbesteigung von Krummhübel aus über die Seiffenlehne. Die erste Raststätte auf seiner Wanderung war "eine einzelne hölzerne Hütte, dergleichen es auf dieser Höhe des Gebirges mehrere gibt". Man erklärte ihm, dass es sich bei dieser Baude um die Johann-Georgen-Baude handele. Man nenne sie auch Schnurrbartbaude. Was Zöllner dann in sein Reisetagebuch aufgenommen hat und 1793 in den bekannt gewordenen "Briefen über Schlesien" veröffentlicht hat, enthält die erste schriftliche Erwähnung der Baude.

Der eigentliche Name lautete Johann-Georgen-Baude. Die Zusatzbezeichnung Schnurrbartbaude ist in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts aufgekommen. Es heißt, einem der Nachkommen des Erbauers sei von den Viehhirten wegen seines stattlichen Vollbartes der Spitzname "Schnurrliebig" verliehen worden, später zu "Schnurrlich" abgewandelt. Um 1800 hatte sich dieser Name fest eingebürgert. Auch Thedor Hoser erwähnt in seinem 1803 veröffentlichten Buch "Das Riesengebirge" die "sogenannte Johann-Georgen- oder Schnurrbartbaude", die "eine halbe Stunde über Krummhübel hinaus einsam liegt".

Bekannt ist, dass die Eigentümerfamilie Liebig die Baude 1832 an Wenzel Pradler verkaufte, der das Anwesen im Jahre 1862 seinem Sohn Karl übergab. Auf Wenzel Pradler oder dessen Sohn Karl wird übrigens die willkürliche Hinzufügung des Namens Rübezahl zur Schnurrbartbaude zurückgeführt. Mit Christoph Häring erfolgte 1884 wiederum ein Eigentümerwechsel.

Der letzte Abschnitt in der Geschichte der Schnurrbartbaude beginnt mit Emil und Selma Teichmann. Sie erwarben die Baude im Frühjahr 1888. Emil Teichmann war ein Sohn des Krummhübler Laboranten Carl Benjamin Teichmann und Selma Teichmann eine tochter der Damastweberfamilie Reimann aus Seidorf. Bald nach dem Kauf wurde die Baude aufgestockt. Es entstanden 12 Fremdenzimmer und eine große Gaststube. Die erste Werbung nach dem Umbau lautete:
                                                "RÜBEZAHLS  SCHNURRBARTBAUDE
                                            Gast- und Logierhaus, Sommerwohnungen mit
                                            und ohne Pension, jederzeit frische Milch sowie
                                            täglich frische hausbackene Waren.
                                            Die Preise: eine Übernachtung 1 Mark, das
                                            Frühstück 75 Pfennige, Pensionspreis 3 - 4 Mark
                                            täglich."

Nach dem Tode Emil Teichmanns am 17. Juni 1902 führte seine Witwe Selma den Betrieb noch über zwei Jahrzehnte in gewohnter Weise weiter, obwohl diese alte Baude seit den Jahren 1912/13 im Schatten der Teichmannbaude stand, wenngleich sie durch den Plan des bekannten Breslauer Architekten Hans Eras sehr gut in das Allgemeinbild eingeordnet worden war.

Selma Teichmann hat das Ende ihrer Baude nicht mehr miterlebt. Sie starb am 5. März 1922 in Seidorf. In der Nacht vom 15. auf den 16. August 1923 brach ein Feuer aus und innerhalb kurzer Zeit brannte die Baude bis auf die Grundmauern nieder. Zwei Jahre später wurde anstelle des alten ein neues Gebäude errichtet. Doch hatte es kaum mehr Ähnlichkeit mit dem Vorgängerbau, weder im Baustil noch in der Innenausstattung.

Angemerkt sei hier noch, dass Hugo Teichmann, ein Sohn der Eheleute Emil und Selma Teichmann, Eigentümer des bekannten Schlesierhauses war.

Quellen:

  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Reitzig, Hans: Vom Gebirgsbauernhaus zum Gebirgsgasthaus in: Heemteglöckla 108/1966

Die Schnurrbartbaude

Gaststube der Schnurrbartbaude

Teichmannbaude mit der alten Schnurrbartbaude

Teichmannbaude mit der neuen Schnurrbartbaude

Die "Schwarzschlagbaude"  (1.300 m)

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Ziemlich genau 10 Kilometer südlich der Schneekoppe, von ihr getrennt durch das tief eingeschnittene Tal der Großen Aupa, erhebt sich als weit nach Süden vorgeschobener Ausläufer des Riesengebirgs-Hauptkammes der Schwarzenberg. Durch den Hauptkamm des Riesengebirges, dessen Baumgrenze bei 1.200 Meter liegt, vor den rauhen Nordstürmen geschützt, ist der Schwarzenberg bis zu seinem Gipfel dicht bewaldet. Gerade dieser Umstand hat wahrscheinlich schon in der Frühzeit Holzfäller und Waldarbeiter angelockt, die den Wald rodeten, Wiesen anlegten, kleine Hütten oder Bauden errichteten, in welchen sie wohnten und die auch ihren kleinen Bestand an Vieh beherbergten. So entstanden am Schwarzenberg fünf Gruppen von Siedlungen: am Nordhang die Schwarzschlagbauden, am Osthang die Zinneckerbauden und Kühnelbauden, am Südhang die Ochsenbauden und in tieferer Lage die Spiegelbauden.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch der Schwarzenberg ein von vielen Touristen bevorzugtes Ausflugsgebiet. Es lag daher nahe, auch hier eine der vorhandenen Bauden zur Beherbergung und Verpflegung von Wanderern einzurichten. Dies hatte Robert Bönsch, der damals in Groß-Aupa eine Gastwirtschaft mit Fleischerei betrieb und ein Bruder des Gründers der Wiesenbaude, Vinzenz Bönsch war, bald erkannt. Es gelang ihm im Jahre 1888 das Haus Nr. 47 auf den Schwarzschlagbauden, das damals als Hegerhaus verwendet wurde, von seinem Besitzer Sagasser zu erwerben. Er richtete hier eine Gastwirtschaft mit Fremdenzimmern ein und nannte dieses Haus von nun ab "Schwarzschlagbaude". Zunächst war sie nur in den Sommermonaten geöffnet. Die vorhandenen Räumlichkeiten erwiesen sich aber bald als zu klein und so wurde im Jahre 1900 von der Baude getrennt und östlich von ihr eine besonderer Speisesaal errichtet. Ein kleiner Aussichtsraum, den man anfügte und welcher mit Fernrohr und Landschaftsspiegel ausgestattet wurde, erlaubte einen besseren Rundblick über den Riesengebirgskamm. Um mehr Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde 1901 westlich von der Baude und ebenfalls von ihr getrennt, ein nur mit Fremdenzimmern ausgestatteter Bau errichtet und mit dem Namen "Wanderers Ruh" versehen. Die Baude verfügte nun über 14 Fremdenzimmer mit 35 Betten und 15 Schlafplätzen im Massenlager. Im Jahre 1905 erhielt sie als eine der ersten Telefonanschluss an das Postamt Johannisbad.

Im Laufe der Jahre wurde auch im Riesengebirge der Rodel- und Skisport immer beliebter, so dass man sich im Jahre 1908 entschloss, die Baude auch im Winter geöffnet zu halten. Es wurden zwei je vier Kilometer lange Rodelbahnen angelegt. Die eine führte auf dem Glockenwege nach Johannis-bad, die andere durch den Urlasgrund nach Groß-Aupa. 1927/28 wurde die erste Darahtseil-Schwebebahn des Riesengebirges von Johannisbad auf den Schwarzenberg eröffnet.

Die alte Schwarzschlagbaude wurde nunmehr dem verwöhnten Sportpublikum nicht mehr gerecht, so dass man sich entschloss sie durch einen Neubau zu ersetzen. Dieser begann bereits im Frühjahr 1928. Auf einer Grundfläche von 470 qm erstreckte sich dieser über vier Geschosse: Kellergeschoss, Erdgeschoss mit Küche und Restaurationsräumen, zwei Obergeschosse mit Fremdenzimmern, und selbst der geräumige Dachraum musste noch zwei Zimmer aufnehmen. Ausgestattet mit elektrischer Beleuchtung, Zentralheizung, fließendem Warm- und Kaltwasser in allen Fremdenzimmern sowie Bad, entsprach die Baude allen Anforderungen der damaligen Zeit. Sie bot in den Gasträumen Platz für 200 Personen. In den beiden Obergeschossen befanden sich 30 Fremdenzimmer mit 60 Betten, im Dachraum 2 Fremdenzimmer mit 15 Betten.

Die feierliche Eröffnung erfolgte Weihnachten 1928, leider ohne ihren Erbauer und Begründer. Robert Bönsch verstarb kurz vor Inbetriebnahme des Neubaues. In den nächsten Jahren erfolgten noch einige Veränderungen. Von der "Alten Baude" wurden der Speisesaal und "Wanderers Ruh" 1930 abgebrochen und aus dem gewonnenen Material eine Liegehalle sowie Holzschuppen und Eiskeller errichtet. Die eigentliche "Alte Baude" wurde weiterhin als Abstellraum und die vorhandenen 5 Fremdenzimmer als Notquartier bei Überfüllung der "Neuen Baude" verwendet.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges musste auch die Familie Bönsch das hart erarbeitete Lebenswerk zurücklassen.

Quelle:

  • Heimatblatt für den ehemaligen Kreis Hohenelbe, Jahrgang 1951

Die alte Schwarzschlagbaude vor 1928

Der Neubau der Schwarzschlagbaude

Die "Spindlerbaude"  (1.208 m)

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Die Spindlerbaude liegt am Spindlerpass, direkt an der Grenze zu Polen auf der tschechischen Seite des Riesengebirges.

Das erste Gebäude an dieser Stelle wurde wahrscheinlich bereits von einem Ignatz Hollmann im Jahre 1784 errichtet. Der heutige Name stammt vom Ortsrichter Franz Spindler aus Friedrichsthal, der sie 1824 neu aufbaute. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus zweimal, 1826 und 1885, durch einen Brand zerstört, aber jedes Mal wieder aufgebaut und in späteren Jahren nochmals erneuert.

1914 begann man auf der tschechischen Seite mit dem Bau der Spindlerpass-Straße, die im Herbst 1923 bis zur Passhöhe fertiggestellt wurde.

Nach einem erneuten Brand im Jahr 2005 entschied sich der damalige Hotelbesitzer zu einer Komplettrenovierung des Hauses. Am 16.12.2005 konnte das neue Hotel feierlich eröffnet werden.

Der Name eines Originals wird immer im Zusammenhang mit der Spindlerbaude stehen: Franz Schröer. Bekannt wurde er unter der Bezeichnung "Der Schwarze von der Spindlerbaude". Über ihn hatte Willi Matzke in der Zeitschrift: Schlesische Bergwacht, Heft Nr. 31/1962 eindrucksvoll berichtet. Nachfolgend ein Auszug dieses Berichtes:
"Den Schwarzen von der Spindlerbaude, Schröer Franzel, dürften noch gar viele von den älteren Heimatvertriebenen persönlich gesehen oder gar gekannt haben. Mit allen Menschen stand er per Du. Sein ganzes Leben lang war er ein "Pascher", d. h. Schmuggler und kannte alle Schleichwege des ganzen Riesengebirges wie kaum ein zweiter. Aber stets war er nur ein Alleingänger. Er paschte Waren aus dem "Biehmscha" und umgekehrt wieder nach da. Was aber das Eigentümliche bei der ganzen Sache war, trotz seines zerzausten Aussehens hatte niemand Angst vor ihm, sogar die Kinder nicht.

Wer war aber eigentlich der "Schwarze" von der Spindlerbaude, der wohl außer in seiner Kindheit nie ein Bett gekannt hatte; ein Findelkind, dessen eigentlichen Namen wohl nur eine einzige Person, seine Mutter, die niemand gekannt hat, wusste.

August Hollmann war es, der auf dem Wege von seiner in St. Peter gelegenen Wohnung nach Bad Warmbrunn an einem schönen Frühsommertag direkt am Wegrand ein sechs bis acht Wochen altes Kind, eingehüllt in ein damaliges "Eibindetüchla", fand, welches wohl vor Hunger mächtig schrie. Da weit und breit kein Mensch zu sehen war, nahm Hollmann dieses Findelkind mit in die unweit gelegene Spindlerbaude, die fortan seine Heimstatt wurde.


Kein Mensch wusste den Geburtstag und seinen Namen, weil aber der Knabe mächtig schrie, so bekam er den Namen "Schreier" und als Vornamen Franz. Aus dem Namen Schreier wurde später der Name Schröer, also Schröer Franzel.


Der Junge wuchs prächtig heran und wurde zum Hüten der Ziegen, die damals in Massen in allen Bauden vorhanden waren, verwendet. Er verrichtete später alle Arbeiten in solchem Bauden-betrieb, um sich dann als "Pascher" selbständig zu machen. So kam es, dass er geschäftlich bald in dieser oder jener Ortschaft auftauchte. Vom Waschen und von sonstiger Körperpflege hielt er nicht viel. Wasser kannte sein Körper nur, wenn er durch Regen bis auf die Haut durchnässt war. Tag und Nacht nur im Freien, war seine Haut abgehärtet und glich einem gegerbten Stück Leder. Somit schwarz geworden, brachte ihm dieses den Beinamen "Der Schwarze von der Spindler-baude" ein. Mittellos war er aber nie, und stets trug er sein Vermögen in Goldstücken, eingenäht in seine Kleidung, bei sich.


Schon viel von ihm gehört, traf ihn einmal ein Berliner Bürgermeister bei einer Hochgebirgs-wanderung. Nachdem er sich eingehend mit ihm unterhalten hatte, lud er ihn sogar ein, einmal nach Berlin zu kommen und ihn zu besuchen. Franzel nahm seine Einladung an und hielt auch Wort. Eines schönen Tages fuhr er vierter Klasse nach Berlin, ganz in seiner alltäglichen Aufmachung. Bis Berlin ging alles gut, aber jetzt begannen die Schwierigkeiten wegen seiner Kleidung und ganzen Aufmachung. Keine Straßenbahn wollte ihn mitnehmen, und auch die Droschkenkutscher lehnten jegliche Beförderung ab. Franzel war aber keineswegs beunruhigt; wie in der Heimat, zog er also zu Fuß los. Hin und wieder wurde er sogar von Berlinern, die ihn vom Riesengebirge her kannten, freundlichst begrüßt und des Weges gewiesen. Als er in ein Geschäft ging, um Essbares zu erstehen, und der Inhaber seinen Beutel voller Goldstücke sah, rief er sofort die Polizei an, in der Annahme, einen Dieb vor sich zu haben. Die Polizei war recht schnell zur Stelle und nahm ihn mit aufs Revier. Hier berief sich Franzel auf seine Einladung vom Bürgermeister und gab nicht eher Ruhe, bis dieser benachrichtigt wurde und auch schnellstens erschien. Jetzt gab es verblüffte Polizisten, denn was keiner erwartet hatte, der Bürgermeister erschien, eilte auf ihn zu, um ihm recht kräftig die Hand zu schütteln und zu sagen: "Ja, Franzel, so einen Empfang hast du in
Berlin nicht verdient". Schnell war alles aufgeklärt und sogar die Polizei entschuldigte sich, ganz abgesehen von dem Geschäftsmann. Recht gut wollte ihn der Bürgermeister unterbringen, zuvor ihm aber ein gutes Bad verschaffen, aber Franzel lehnte ab. Er wollte nur ein Strohlager, welches man ihm auch sofort beschaffte. Volle drei Tage blieb Franzel in Berlin, dann trat er wieder seine Heimreise ins Riesengebirge an, um seinem alten Gewerbe, ohne Gewerbeschein, als Pascher zu huldigen."
Der Schröer Franzel verstarb im Jahre 1909.

Quellen:

  • Matzke, Willi: Schlesische Bergwacht, Heft Nr. 31/1962
  • Wikipedia

Die Spindlerbaude um 1915

Die Spindlerbaude (1930)

Die Spindlerbaude

(Karte von Frau Roswitha Rüschkamp)

Der "Schwarze von der Spindlerbaude"

Die "Tannenbaude"  (650 m)

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Die Tannenbaude gehörte zur Kolonie Bronsdorf, Post Brückenberg, und lag dicht bei den Baberhäusern.
Bis zur Vertreibung lag die Führung dieser Baude in den Händen von Frau Margarete Titze. Geboren wurde sie am 28. September 1886 in Alt Weißbach als Tochter des dortigen Lehrers Gustav Titze. Sie verstarb am 7. August 1969.

Die Daten stellte Herr Ulrich Titze zur Verfügung.

Die Tannenbaude
(Bild von Herrn Ulrich Titze)

Die Tannenbaude

Margarete Titze (28.09.1886 - 07.08.1969),
 Gastwirtin der "Tannenbaude"

(Bild von Herrn Ulrich Titze)

Die "Teichmannbaude" (843 m)

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Clara Fuhrmann, geb. Teichmann, ältestes Kind der Eheleute Emil und Selma Teichmann (Eigentümer der Schnurrbartbaude) ließ in den Jahren 1912/13 das weit über die Grenzen von Schlesien hinaus bekannte Berghotel "Teichmannbaude" errichten. An finanziellen Mitteln fehlte es nicht und das Suchen eines geeigneten Bauplatzes blieb ihr erspart. Zum Grundbesitz der elterlichen Schnurrbartbaude gehörten einige Morgen Land, auf denen das neue Haus errichtet werden konnte.

Der erste Spatenstich erfolge Ostern 1912 und die Grundsteinlegung am 18. Oktober 1912. Mit einem großen Baudenfest und zahlreichen Gästen wurde das Hotel am 11. Oktober 1913 feierlich eingeweiht. Es handelte sich um einen modernen Bau mit allen technischen Neuerungen. In dem Hotelprospekt ist u. a. zu lesen:
"Das Haus hat 48 vermietbare Zimmer mit Kalt- und Warmwasserversorgung, Wohnung mit Privatbad, Badeeinrichtung in allen Stockwerken, Warmwasserheizung und elektrisches Licht. Auch können, da die meisten Zimmer mit geschützten Balkons versehen sind, auf bequemen Liegestühlen die beliebten Liegekuren in frischer Luft gemacht werden. In dieser ruhigen Zeit kann auch auf die Diät besondere Rücksicht genommen werden. Medizinische Bäder, Luft- und Brausebäder sind vorhanden, auch Massage von geschulten Kräften ist im Hause zu haben".

Mit der Geschäftsführung des Hotels beauftrage Clara Fuhrmann ihre Brüder Alfred und Richard Teichmann. Nach Kriegsausbruch übernahm sie wieder die volle Verantwortung für das Hotel, da sowohl Alfred als auch Richard Teichmann eingezogen wurden.

Im Jahre 1924 wurde die Teichmannbaude an den Hotelier Orsiglowsky vom Grand-Hotel in Spindlermühle verkauft. In späteren Jahren ging das Hotel in das Eigentum des Niederlausitzer Bergwerksbesitzers Ewald Kleffel über.

Auch heute noch ist die ehemalige Teichmannbaude für Gäste geöffnet, der jetzige Name lautet: "Hotel Orlinek".

Quellen:

  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Reitzig, Hans: Vom Gebirgsbauernhaus zum Gebirgsgasthaus in: Heemteglöckla 108/1966

Die Teichmannbaude

Teichmannbaude - Verkehrshalle

Teichmannbaude - Wanderersaal

Einbettzimmer in der Teichmannbaude

Die "Tippeltbaude"  (1.050m)

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Im April 1911 errichtete Ignaz Tippelt in Groß-Aupa eine neue Baude, die "Kaiser Franz Joseph-Baude". 1911 wurde das erste Stockwerk fertig, das zweite im Jahre 1912. Das Haus verfügte über 25 Fremdenzimmer mit insgesamt 50 Betten und im Erdgeschoss befand sich ein großer Saal. Die Baude wurde mit einer Zentralheizung und einer Gasanlage versehen. Seit 1919 sorgte eine eigene Lichtanlage (Wasserkraft, Gefälle von 28 m) für elektrisches Licht.

Die Baude wurde nach dem 1. Weltkrieg in "Neue Grenzbaude" umbenannt. Ab 1927 erhielt sie den Namen ihres Erbauers, die "Tippeltbaude". In diesem Jahr erweiterte Ignaz Tippelt sein Anwesen um ein Nebengebäude auf der Rückseite der Baude. Auch in diesem Gebäude war eine elektrische Lichtzentrale untergebracht, die außer seinen Bauden auch die Goderbaude und das preußische Zollamt mit Licht versorgte. 1928 ließ er für die Summe von 200.000 Kronen vom Forstkamm her eine Wasserleitung für seine Baude verlegen. Dieser Wasserleitung war ein Hydrant für die Feuerwehr angeschlossen. Drei Jahre später erfolgte eine erneute Erweiterung der Tippeltbaude. Der Kostenaufwand belief sich auf 1.600.000 Kronen. Die Bettenzahl war auf 140 gestiegen. Die Aufenthaltsräume fassten insgesamt 350 Personen.

Nach der Vertreibung kam Ignaz Tippelt zunächst nach Bretten bei Pforzheim und später nach Stuttgart-Degerloch. Hier starb er bei seinem Sohn Walter am 8. Oktober 1961.

Die Tippeltbaude wurde auch nach Ende des 2. Weltkrieges als Hotel weitergeführt. Heute trägt sie den Namen "Pension Druzba".

Quelle:

  • Köstler, Bärbel: Kleinaupa - Das höchstgelegene Dorf Böhmens unter der Schneekoppe

Die Tippeltbaude

(Karte von Frau Roswitha Rueschkamp)

Die Tippeltbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die frühere Tippeltbaude - heute Pension "Druzba"

Die "Weißwassergrundbaude"  (990 m)

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Diese Baude liegt am Ende des Weißwassergrundes und ist die östlichste der Spindlerbauden. Errichtet wurde sie im Jahre 1835, d. h. sie wurde an diese Stelle verlegt.  Dr. Hofer berichtet in seinem Buch "Das Riesengebirge" von einer Krämerbaude, die früher im Weißwassergrund in lawinengefährdeter Lage stand. Aus diesem Grund wurde die Baude an die sie gegen Schneestürze schützende Stelle verlegt und in der Gruppe der Spindlerbauden aufgebaut.

Besitzer dieser Baude war Wenzel Hollmann. Er baute die einfache Hütte zu einer Imbissstelle mit dem Namen "Restauration Weißwassergrundbaude" um. Später wurde die Baude noch einmal in "Baude an der Weißen Elbe" unbenannt.

Heute bietet die Baude Unterkunft für 32 Gäste in Zwei-, Drei- und Vierbettzimmern an.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. v. (2013)
  • Wikipedia

Weißwassergrundbaude um 1910

Weißwassergrundbaude nach dem Umbau

Die Weißwassergrundbaude - heute

Die "Wiesenbaude"  (1.410 m)

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Die Wiesenbaude ist die älteste Baude des ganzen Riesengebirges. Den Namen trägt sie deshalb, weil sie inmitten einer ausgedehnten Hochebene liegt, der sogenannten Weißen Wiese.

Errichtet wurde die Baude wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Die ersten Überlieferungen reichen bis in die Jahre des Dreißigjährigen Krieges zurück. So soll ein wegen ihres evangelischen Glaubens verfolgtes Liebespaar aus Böhmen in die entlegene Welt des Riesengebirges geflüchtet sein und eine ganz aus Holz bestehende Hütte errichtet haben. Hier wurde das Paar heimlich von einem Pastor getraut.

Der ursprüngliche Holzbau, ein einfaches Blockhaus, brannte ab und wurde schon im Jahre 1625 durch einen Bau auf einem steinernem Fundament ersetzt. Lauf Lessenthin sollen während des Baues der Schneekoppen-Kapelle - Laurentius-Kapelle - (1668 - 1681) die bis dahin "in aller Verborgenheit ihr Dasein fristenden Bewohner der Wiesenbaude von den Bauarbeitern entdeckt und in den geselligen Verkehr gezogen worden sein". Da sich die Baude damals bereits im Besitz der Familie Renner befand, ist anzunehmen, dass diese Familie zu jener Zeit schon zum katholischen Glauben übergetreten war. Wahrscheinlich hat diese Familie auch den Bau im Jahre 1625 ausgeführt.

Das Schöppenbuch weist Christof Erben als Käufer der Weißen Wiese mit allen darauf befindlichen Gebäuden am 12. Dezember 1707 aus. Später bewirtschaftete wieder die Familie Renner die Wiesenbaude. Durch Kaufvertrag vom 12. Oktober 1778 erwarb Augustin Renner die Baude von seinem Vater, dem Hohenelber Gebirgsrichter Johann Heinrich Renner. Die Kaufsumme betrug 200 Gulden. In der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich der damalige Baudenwirt Renner die Kraft des Weißwassers zunutze, das als Bächlein an der Baude vorbeifließt, indem er das Buttergewerke errichtete, welches in alten Chroniken lobend erwähnt wird. Die Baude wurde dadurch auch immer bekannter und lockte viele Besucher an. Manch einer erfreute sich daran, wie die findigen Wirtsleute sogar die Wiege durch das Weißwasser treiben ließen.

Die Wiesenbaude war nicht nur ein Ziel für Pilger und Wanderer, sondern auch Künstler, Schriftsteller, Maler und Naturforscher kehrten hier ein. Der berühmte Botaniker und Forschungsreisende Thaddäus Haenke, der zusammen mit Johann Jirasek im Auftrag der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag das Riesengebirge bereiste, wurde im August 1790 - infolge heftiger Schneestürme - zu einem mehrtägigen unfreiwilligen Aufenthalt in der Wiesenbaude veranlasst. Am 21. September 1809 war der Dichter Theodor Körner Gast in der Baude. Auch der schlesische Dichter Carl von Holtei übernachtete am 24. August 1818 hier. Weitere berühmte Gäste waren: Kronprinz Ferdinand (1819), Erzherzog Stefan (1809) und Kaiser Josef II. (1779). Zu der Angabe des Kaiserbesuches schreibt Lessenthin in seinem Buch: "Ob die Angabe, dass der Kaiser Josef II. am 11. September 1779 die Wiesenbaude besuchte, als einwandfrei zu betrachten ist, erscheint zweifelhaft. Geschichtlich verbürgt ist nur sein Aufenthalt in Groß- und Klein-Aupa, sowie in Hohenelbe".

Im Jahre 1833 errichtete Augustin Renner das allein stehende sogenannte Sommerhaus. Auf der Giebelseite ließ er folgende Inschrift anbringen: "Erbaut in diesem Jahr, da die wahrheit noch Teuer wahr. Dieses Haus Stehet in Gottes Hand beim Augustin Renner wird es genannt. Anno 1833".
Nach Augustin Renners Tod übernahm sein Sohn Jakob die Baude. Dieser führte sie mit sehr großem Erfolg weiter. Sie galt damals als die größte und neben der Spindlerbaude die einzig massiv gebaute Baude des Riesengebirges. 50 bis 60 Wanderer konnte die Wiesenbaude bereits beherbergen.  Das Leben in dieser Baude beschreibt Julius Krebs in seinem "Sudetenführer" aus dem Jahr 1839 wie folgt: "Fleisch war früher auch hier ein Luxusartikel, jetzt erhält man Schinken und Rindfleisch, daneben blaue Forellen und Eierkuchen, denen als Dessert Butterbrot und Koppenkäse folgen. Abends kommen auch Musikanten und Dirnen aus den nahe gelegenen Bauden und es wird dann in der engen Stube äußerst lebendig bei Bier, Wein und Tanz."

Im Jahre 1853 verkaufte Jakob Renner die Wiesenbaude zum Preis von 1.200 Gulden an seinen Schwiegersohn Wenzel Hollmann. Renner zog sich auf das Altenteil zurück und fand 1868 den Tod während eines Schneesturmes. Zwischenzeitlich hatte Sohn Johann Hollmann die Baude von seinem Vater übernommen und ließ 1875 die Gasträume durch einen Aufbau erweitern. Bereits ein Jahr später veräußerte er die Wiesenbaude an Christoph Häring aus St. Peter, um in Spindlermühle das "Wiesenhaus" zu eröffnen.

Nach nur zehnjährigem Besitz verkaufte Häring die Wiesenbaude an Ignaz Bönsch und dessen Söhne Vinzenz und Wilhelm für 300 österreichische Gulden. Die Baude verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über 7 Zimmer. Die Söhne führten sie nach dem Ausscheiden ihres Vaters sehr erfolgreich gemeinsam weiter. Mit einem ersten Anbau 1894 verdoppelten sie die Zimmerzahl, 1896 abermals auf nunmehr 30 Zimmer und 1898 auf 45. Im Jahre 1906 musste die Baude infolge des gesteigerten Besucherstromes um ein Dutzend Zimmer erweitert werden, 1909 nochmals um 20. Im Jahre 1914 verfügte die Baude über insgesamt 120 Zimmer. Durch weitere Neubauten in den folgenden Jahren wurde die Wiesenbaude zu einem der größten Touristenhotels im Riesengebirge mit 200 Betten und zahlreichen Matratzenlagern für Schulen und Vereine.

Ignaz Bönsch starb im Alter von 89 Jahren am 1. Oktober 1912. Sein Sohn Vinzenz, ebenfalls hochbetagt, im 86. Lebensjahr am 7. August 1932. Er hatte 6 Söhne und 5 Töchter hinterlassen. Nach seinem Tod bildeten die Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Enkelkinder eine Familiengemeinschaft und arbeiteten zusammen. Die Seele dieser Gemeinschaft und der Leiter der Wiesenbaude sowie der durch Erbschaft, Heirat oder Kauf hinzugekommenen Renner-, Richter-, Keil- und Geiergucken-Bauden wurde als neuer Senior Emil Bönsch. Unterstützt wurde er von seinem jüngeren Bruder Eugen, einem Kampfflieger im ersten Weltkrieg und später bekannten Segelflieger.

Im Jahre 1936 trennten sich die Wege der beiden Brüder Emil und Eugen. Während Eugen weiterhin die Wiesenbaude bewirtschaftete, zog es Emil Bönsch in die Steiermark. Er hatte im Jahre 1921 bei St. Johann ein Gut von 286 Hektar erworben. Es bestand aus Landwirtschaft mit Viehhaltung und einer Jagd. Dieses Gut verkaufte er nach Kriegsende wieder und erwarb in Ehrwald (Tirol) das Hotel "Maria Regina".

Eugen Bönsch führte die elterliche Wiesenbaude mit großem Erfolg weiter. Dieser große Hotelbetrieb ließ ihm wenig Zeit für seine große Leidenschaft, die Fliegerei. In der Gaststube hing ein großer Holzpropeller, daneben Fotografien und Erinnerungsstücke seines Fliegerlebens. Erst mit dem Eintritt seiner Neffen Hans Fuchs und Herbert Beutel in die Geschäftsleitung hatte er wieder mehr Zeit und konnte sich seiner alten Leidenschaft hingeben.

Als im September 1938 die Mobilmachung angeordnet wurde, besetzte tschechisches Militär die Wiesenbaude. Die Famlien Bönsch, Beutel und Fuchs mussten die Baude verlassen. Erst nach dem Zustandekommen des Münchner Abkommens und nach Abzug der tschechischen Truppen durften die Familien in ihre Baude zurück. Sie fanden allerdings nur Trümmer vor.

Aus Hass auf alles Deutsche hatten tschechische Freischärler die Wiesenbaude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Eigentümer verzagten nicht und begannen sofort mit dem Wiederaufbau. Die Pläne für diesen Wiederaufbau waren bis zum Frühjahr 1939 durch den Berliner Architekten Ludwig Stiegler erstellt worden. Die Bauleitung übernahm der Neffe Dipl. Ing. Hans Fuchs. Der vordere, eingeschossige Teil sollte die Stallungen für Pferde und Rinder sowie die Metzgerei enthalten, während im zweiten und dritten Trakt große Aufenthalts- und Gasträume geplant waren. In den oberen Stockwerken waren die Gästezimmer untergebracht. Die drei vorderen Gebäudeteile wurden 1939 begonnen und 1940 fertig gestellt. Der linke Teil des Gebäudekomplexes sollte kleine Fremdenzimmer beherbergen und nach Beendigung des Krieges gebaut werden. Die Baude sollte in ihrem Endzustand 150 Zimmer mit 250 Betten, sowie 150 Gemeinschaftslager beinhalten.

Das ursprüngliche Konzept zum Bau der Wiesenbaude konnte mit Beginn des Krieges nicht mehr umgesetzt werden. Mangelndes Baumaterial, fehlende Arbeitskräfte und nicht zuletzt die Einberufung des Chefs, Eugen Bönsch, setzten den ehrgeizigen Plänen ein Ende. Bis zur Einstellung der Bauarbeiten im Jahr 1940 entstand aber ein hochmoderner und auf den touristischen Massenbetrieb zugeschnittener Gebäudekomplex mit Lesesaal, Spielzimmer, Ski-Service, Wäsche- und Trockenraum. Was noch fehlte, war das geplante und als Massenquartier konzipierte große Bettenhaus. Ostern 1940 wurde die Einweihung der neu entstandenen Wiesenbaude feierlich begangen.

Ende März 1946 mussten jedoch auch die Familien Bönsch, Fuchs und Beutel die Heimat verlassen. Eugen Bönsch kam mit seiner Familie zu seinem Bruder Emil nach Ehrwald. Hier starb er am 24. Juni 1951 und wurde auf dem Friedhof in Ehrwald bestattet. Über viele Umwege gelangte sein Neffe Hans Fuchs mit seiner Familie nach Bayern und errichtete im Allgäu auf der Kahlrückenalpe die neue Wiesenbaude.

Auch heute noch besteht die Wiesenbaude im Riesengebirge. Das Erscheinungsbild der Baude ist im Wesentlichen das Ergebnis des bis 1940 fertiggestellten Wiederaufbaus nach dem Brand von 1938.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer Breslau (1901)
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude - Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Schlesischer Gebirgsbote Nrn. 17, 18, 34/1962 und 20/1968

(Dieses Bild stellte Frau Roswitha Rueschkamp zur Verfügung)

Die Wiesenbaude um 1900

Die Wiesenbaude um 1910

Die Wiesenbaude um 1914

Der Eingang zur Wiesenbaude am 15. Mai 1902

Ein Weg zur Baude wird frei geschaufelt (15. Mai 1902)

Die Wiesenbaude im Schnee (15. Mai 1902)

Die Wiesenbaude um 1930

Die Wiesenbaude um 1930

Die Wiesenbaude um 1930

Wiesenbaude - Innenansicht

Tanz in der Wiesenbaude

Wiesenbaude - Innenansicht

Das Ehepaar Bönsch

Das Personal der Wiesenbaude mit seiner Chefin

Die durch Brand zerstörte Wiesenbaude im Jahr 1938.

Die Wiesenbaude nach dem Wiederaufbau (Aufnahme: 1943)

Hotel "Maria Regina" in Ehrwald (Tirol)
(Besitzer: Emil Bönsch)

Karolina und Emil Bönsch im Jahre 1968 in Ehrwald

Die Wiesenbaude auf der Kahlrückenalpe im Allgäu

(Besitzer: Hans Fuchs, Neffe von Eugen und Emil Bönsch)

Die Wiesenbaude im Allgäu - Innenansicht

Die "Wosseckerbaude" (1.260 m)

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Im Quellgebiet der Elbe, unterhalb des Reifträgers gelegen, ist die Baude von Harrachsdorf (Tschechien) in rund 2 Stunden und 30 Minuten zu erreichen.

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts war die spätere Wosseckerbaude eine Almhütte des Witkowitzer Gutsbesitzers Preißler und ging im Jahre 1701 an die Herrschaft Starkenbach über. Der spätere Besitzer Wenzel Krause erhielt im Jahre 1790 die Genehmigung zum Bau einer Sommerbaude, die den Namen "Neue Böhmische Baude" erhielt. Da sich dort längere Zeit ein Franziskanermönch aufgehalten haben soll, wurde sie auch "Franziskanerbaude" genannt. Ihren späteren Namen verdankt die Baude ihrer Lage an einer früher überaus sumpfigen und wässerigen Gegend, welche allgemein die Wasserecke genannt wurde. Aus der an dieser Wasserecke gelegenen Baude wurde dann die Wasserecken- oder kürzer Wosseckerbaude.

Um 1890 war die Wosseckerbaude so baufällig geworden, dass sie einzustürzen drohte. Ludmilla Hollmann, die inzwischen Eigentümerin geworden war, entschloss sich zu einem Neubau. Die feierliche Eröffnung der neuen Gastbaude fand am 20. September 1896 statt. Obwohl es sich um einen Neubau handelte, ging die alte Baudengemütlichkeit wohl nicht verloren, wie Berthold Lessenthin es wie folgt beschreibt:
"Trotz des Neubaues ist die Wosseckerbaude im besten Sinne die "alte" geblieben. Wer noch im Riesengebirge bei allem Comfort die echte Baudengemütlichkeit sucht, der findet sie in der Wosseckerbaude. In der geräumigen, in altem Baudenstil aus Holz gebauten Gaststube ist zwar kein elektrisches Licht, aber eine Petroleum-Blitzlampe neuester Construction erhellt den anheimelnden Raum auf`s Beste. Anstatt einer Centralheizung strahlt der altdeutsche Kachelofen eine Wärme aus, bei der auch an einem kalten Wintertage die Gebirgsbewohner bei 24 Grad Wärme in Hemdsärmeln vergnügt am Tische sitzen. Die Wände sind mit einfachen Bildern geschmückt, deren eines die alte Baude in ihrer ursprünglichen Gestalt darstellt. Die im Sommer reichhaltige Speisekarte ist im Winter einfach, aber die Speisen, Eier, Schinken, Butter, Brot, sind vorzüglich, die Weine vortrefflich."

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung wurde die Baude zwangsversteigert und ging in den Besitz der Herrschaft Starkenbach über. Ludmilla Hollmann hatte zwischenzeitlich den aus einer alten nordböhmischen Tuchmacherfamilie stammenden Franz Endler geheiratet.

Von diesem Zeitpunkt an ist die Geschichte der Wosseckerbaude und später der Reifträgerbaude eng mit dem Namen Franz Endler verbunden. Er bewirtschaftete die Wosseckerbaude nun als Pächter und ließ sie 1900 wesentlich erweitern. Das äußere Bild ging dadurch aber nicht verloren.

25 Jahre bewirtschaftete Franz Endler die Wossecckerbaude bis zu ihrer Verstaatlichung im Jahre 1921. Danach musste er einem tschechischen Pächter weichen. Er ging mit seiner Familie in den schlesischen Teil des Riesengebirges und ließ dort die Reifträgerbaude errichten. Für die Vertreibung von Endler waren politische Gründe maßgebend. Mit dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie bildete sich die Tschechoslowakische Republik. Eine ihrer ersten Entscheidungen war die Durchführung einer Bodenreform, die vor allem den Großgrundbesitz im Grenzgebiet betraf. Da Franz Endler Pächter war und keinen Kaufvertrag hatte, wurde von staatlicher Seite alles unternommen, um ihn letztendlich zu vertreiben und einen Tschechen als Pächter einzusetzen. Es ging vorrangig um die Tschechisierung in dem vorwiegend von Deutschen bewohnten Gebiet.

Die Wosseckerbaude gehört zu den wenigen Bauden des Riesengebirges, die nie von einem Brand betroffen war. Noch heute ist sie nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die notwendige Energie wird durch ein Dieselmotoraggregat erzeugt.

Quellen:

  • Finke, Franz. Die Wosseckerbaude und ihr Wirt Franz Endler - Rochlitzer Heimatbuch 1991
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Novak/Malerek: Riesengebirge - Böhmischer Teil, Laumann-Verlag, Dülmen (1995)

Die Wosseckerbaude kurz vor dem Abbruch

Die neue Wosseckerbaude

Die neue Wosseckerbaude

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Die "Zackelfallbaude"  (850 m)

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Die Zackelfallbaude liegt im polnischen Teil des Riesengebirges. In unmittelbarer Nähe liegt der Zackelfall, nach dem die Baude auch benannt wurde.

Ausschlaggebend für den Bau der ersten Baude war die Beliebtheit des Wasserfalls und der darunter liegenden Schlucht Zackelklamm als eines der bevorzugten Reiseziele für Besucher im Gebiet um Schreiberhau (Szklarska Poreba). Der Zacklefall ist der höchste Wasserfall im polnischen Riesengebirge. Von einer Höhe von 846 m fällt der Wildbach in drei Kaskaden 27 m tief in einen kleinen See.

Dieser Wasserfall war bereits im 18. Jahrhundert als beliebtes Reiseziel bekannt. Im Reisebericht "Letters on Silesia" (Briefe über Schlesien) vom 1. August 1800 bemerkte John Quincy Adams (11.07.1767 - 23.02.1848), der spätere Präsident der Vereinigten Staaten: "Um ein leichtes Tagewerk zu haben, entschlossen wir uns es für heute bei der Besichtigung des Zackenfalls bewenden zu lassen. Die Lage dieses Wasserfalles ist eben so wild und romantisch als der, welchen die Kochel bildet, und wenigstens dreimal so hoch; welches beinahe hundert und fünfzig Fuß beträgt. Wie an verschiedenen andern Stellen dieser Gegend, scheint auch hier irgend eine gewaltsame Naturbegebenheit die Felsen gespalten, und diese beträchtlichen Klüfte hervorgebracht zu haben, die den Wanderer von so vielen hochliegenden Gegenden herab angähnen. Hier steht man an einer Seite der Kluft, und sieht das Wasser von der andern auf eine Fläche herabstürzen, die dem Standpunkte worauf man sich befindet, gleich ist. Zwischen dem Zuschauer und dem Strome ist ein steiler Abgrund, der um so tiefer zu seyn scheint, weil er so enge ist, und dessen Tiefe wohl an hundert Yards betragen mag. Mit Hülfe einer Leiter stieg ich zu dem Grunde hinab, und kroch theils über Felsenstücke, theils über Scheitholz welches in dem Bette des Stromes liegt, bis zu dem Orte hin, wo das Wasser herabfällt."  Adams war vom 04.03.1825 - 04.3.1829 der sechste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerka.

Errichtet wurde die erste Baude im Jahr 1872. Die feierliche Einweihung fand am 23. Juni 1872 statt. In den Jahren 1888 - 1890 wurde ein bequemer Zugang aus Schreiberhau kommend zur Schlucht angelegt und zu der kleinen Baude weitergeführt. Der damalige Besitzer Franz Adolph ließ in den Jahren 1923 - 1924 große Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an der Zackelfallbaude durchführen, so dass 1928 bereits 31 Betten in 16 Zimmern angeboten werden konnten.

So war eine große Bergbaude entstanden, die zum Mittelpunkt des Wintersports in Schreiberhau wurde. Direkt bei der Baude entstanden eine moderne Bobbahn mit einer Gesamtlänge von 1.250 Meter und eine doppelte Rodelbahn von 5.000 Metern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Baude zunächst vom polnischen Grenzschutz genutzt. Danach stand sie viele Jahre leer und wurde nach einer umfassenden Renovierung 1984 durch ein Feuer komplett zerstört. Im Jahr 1995 entstand an dieser Stelle das neue Gasthaus.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia



Einweihung der Zackelfallbaude am 23. Juni 1872


Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 72/1872.

Zackelfallbaude um 1900

Der Zackelfall

John Quincy Adams (11.07.1767 - 23.02.1848)

6. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vom 04.03.1825 - 04.03.1829

Die Zackelfallbaude

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Die Zackelfallbaude

Die Zackelfallbaude

Die Zackelfallbaude - Innenansicht

Die Zackelfallbaude - Innenansicht

Aufstieg zur Zackelfallbaude

Die Zackelfallbaude mit Bobbahn

Im Jahre 1984 wurde die Zackelfallbaude durch ein Feuer zerstört. 1995 entstand aber an dieser Stelle wieder ein neues Gasthaus.


(Das Bild stellte Frau Ursula Paul aus Puchheim zur Verfügung)

Die "Zehgrundbaude"  (950 m)

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Der Zehgrund ist ein Ortsteil der Ortsgemeinde Groß-Aupa III. Dieser Grund wurde nach einem Mann namens Zeh benannt, vielleicht nach einem Nachkommen des Mannes Zeh, den das Kirchenbuch zu Marschendorff  1642 erwähnt. Im Jahre 1785 führte aber kein einziger Besitzer der ehemaligen sechs Zehgrundbauden den Namen Zeh.
Im Ortsverzeichnis der Gemeinde Groß-Aupa wird als Besitzer der Zehgrundbaude Hermann Kraus genannt.

Quelle:

  • https://grossaupa.riesengebirgler.de