Gaststätten: An der Boberbrücke - Lüderitzstraße:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quellen:

  • Reiseführer: Der Osten des Riesengebirges, hrg. vom Verkehrsverband des Ostens des 

        Riesengebirges

  •  Schlesischer Gebirgsbote

Verordnung des königlichen Landratsamtes zur Führung von Gaststätten in der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 179/1874.

An der Boberbrücke  (Das "Boberhäusel")

Das "Boberhäusel", wie es liebevoll von den Landeshutern genannt wurde, brannte aus nicht geklärter Ursache um 1960 ab.

Das "Boberhäusel" an der Boberbrücke (Besitzer: Kober, später Vogt)

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Vor dem "Boberhäusel"

Vorne das "Boberhäusel", dahinter das Geschäftshaus 
der Firma Brodkorb & Drescher

Das Boberhäuschen

Auf dem Burgberg  (Gaststätte "Zum Burgberg")

Inhaber der Gaststätte "Zum Burgberg" war zunächst Hermann Peschke, später Oskar Pohl. 
Oskar Pohl wurde am 10.04.1881 in Rosenthal, Kreis Schweidnitz, geboren. Nach einer Lehrzeit im väterlichen Betrieb diente er drei Jahre bei den Garde-Ulanen in Potsdam. Danach arbeitete er in verschiedenen Betrieben, bis er im Jahre 1911 die Gaststätte "Zum Burgberg" als Pächter übernahm.
Im Jahre 1926 wurde die Gaststätte geschlossen. Oskar Pohl erwarb das Hotel "Germania" (s. dort).

Gaststätte "Zum Burgberg"

Gaststätte "Zum Burgberg" - Der Saal

Bahnhofstraße Nr. 1  (Das "Boberschlößchen")

Inhaber des Boberschlößchens war Ernst Heinze.

Die Gaststätte "Das Boberschlößchen" (Inh. Ernst Heinze)

Das frühere "Boberschlößchen" heute

Bleichstraße Nr. 5  ("Seewald`s Volksgarten")

Karl Seewald`s Volksgarten war um 1900 ein sehr beliebtes Ausflugslokal. Nach Schließung des Gasthauses - nach 1911 - entstand auf dem Gelände eine Fabrik.

Brauplatz Nr. 8  (Gaststätte "Stadtbrauerei")

Diese Gaststätte wurde um 1900 von M. Fink geführt. Danach kamen noch weitere verschiedene Inhaber: Andreas Sommer, Emma Grimmig und anschließend Wilhelm Franzke.

Gaststätte "Stadtbrauerei" um 1900

Die frühere Gaststätte "Stadtbrauerei" heute

Feldweg Nr. 5  (Gaststätte "Zur Fürstenallee")

Besitzer der Gaststätte "Zur Fürstenallee" war zunächst Valentin Kurstein, später Oswald Jäger.

Gaststätte "Zur Fürstenallee" - Innenansicht

Gaststätte "Zur Fürstenallee" - Gartenanlage

Friedrichstraße Nr. 16  (Weinhandlung Heintzel)

Mindestens seit 1895 betrieb die Familie Heintzel in diesem Haus eine Weinhandlung. Im Jahr 1919 erwarb Richard Bettermann das Haus und errichtete hier das bekannte Carfé Bettermann.

Friedrichstr. Nr. 16 - Weinhandlung Heintzel

(Diese Karte stellte Herr Andrzej Rogas zur Verfügung)

Gasse zwischen Marktplatz und Gartenstraße

Gaststätte "Mohrenschänke"

Diese Gaststätte lag in der Gasse "ohne Namen". Zwischen Marktplatz und Gartenstraße zog sich zwischen den Grundstücken des Schneidermeisters Birke und dem etwas erhöht liegenden Laubengrundstück (Salisch), letzter Besitzer Fleischermeister Rottke, ein ganz schmales Gäßchen zur Gartenstraße hin. Kaum ein Fuhrwerk konnte durch diese schmale Gasse fahren, aber sie hatte ihren besonderen Reiz in der "Mohrenschänke" und in ihrem Wirt.

Was war nun das Besondere, das Eduard Hesse und seine "Mohrenschänke" auszeichnete? Eduard Hesse war ein echtes Kind seiner Vaterstadt Landeshut. Die "3 Gebrüder Hesse" waren in Landeshut ein Begriff für Frohsinn und frohe Streiche. Söhne eines einfachen Tischlermeisters, die aber alle ihren Weg gegangen sind. Der Älteste, Hermann Hesse, war der erste Rendant der Landeshuter Kreissparkasse. Der Zweitälteste war der in Landeshut bekannte Friseur und Trichinenbeschauer Hugo Hesse, ein guter Mann im "Theaterspiel". 

Eudard Hesse aber war Musiker. Am 3. Mai 1856 in Landeshut geboren, lernte er Musik, diente als Militärmusiker bei dem Sächs. Art.-Rgt. 12 in Dresden, arbeitete dann in verschiedenen Musik-kapellen und kam wieder zurück nach Landeshut. In der Landeshuter Stadtkapelle des Stadtkapellmeisters Joseph Sspitzer, in der Kapelle des Kapellmeisters Wahn, im Kirchenchor der Gnadenkirche unter Kantor Fichtner wirkte er als Musiker und auch als Sänger mit. In seiner Gaststätte "Mohrenschänke" sorgte er für Frohsinn und Behaglichkeit. 8 Tage vor seinem 70. Geburtstag verstarb Eduard Hesse am 23. Mai 1926.

Nach dem Tod von Eduard Hesse wurde das Gasthaus wohl geschlossen.

Eduard Hesse

Die "Mohrenschänke" - Innenansicht

Die frühere "Mohrenschänke" -heute

Der Mohr ist auch heute noch vorhanden

Hirschberger Straße, vormals Leppersdorfer Straße

Hirschberger Str. Nr. 7  (Gaststätte "Zum Lucker)

Die Gaststätte "Zum Lucker" besaß nach mündlicher Überlieferung den größten Theater-, Konzert- und Tanzsaal im Kreis Landeshut. Der frühere "Lucker-Kretscham" war einst die Hauptgaststätte des Ortes Ober-Leppersdorf, der am 01.10.1928 in die Stadt Landeshut eingemeindet wurde.

Wie kam die Gaststätte zu dem Namen "Lucker"?
Das drei Jahre nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges erbaute Gast- und Wirtshaus bot im 18. und 19. Jahrhundert bei dem starken Frachtverkehr mit Pferdefuhrwerken hauptsächlich den Fuhrleuten Gelegenheit zum Ausspannen und zum Übernachten. Am "Lucker" vorbei führte nämlich der uralte Handelsweg von Landeshut über den Landeshuter Kamm nach Schmiedeberg. Aus der in den schlesischen Kriegen gewonnenen Erkenntnis der großen strategischen Bedeutung der beiden Gebirgsstädte Landeshut und Schmiedeberg ließ Friedrich der Große mit erheblichen Kosten diesen Weg in eine breite Fahrstraße umbauen, um möglichst eine gerade Verbindung zwischen den beiden Städten herzustellen. Auf dieser alten "Königsstraße" wickelte sich zur Zeit der Postkutsche der gesamte Reiseverkehr durch das Bergland ab.
Die Fuhrleute kehrten gern im "Lucker-Kretscham" ein und machten die Zugtiere "locker". In der Gebirgsmundart hieß das "lucker", und so hat der Volksmund der Gaststätte aus dem Friede-rizianischen Zeitalter ihren noch bis in die Neuzeit gebräuchlichen Namen geprägt. Die Bewirt-schaftung des "Lucker"-Anwesens, zu dem auch eine größere Landwirtschaft gehörte, befand sich bereits seit vier Generationen in Familienhand.

Erster Eigentümer der 1766 erbauten Gaststätte war Gottlieb Reichstein. Ihm folgte 1796 Johann Gottlieb Langer. Weitere Eigentümer waren in den folgenden Jahren bis 1861 Johann Gottfried Scharf, Traugott Reuschel und Helene Neumann, geb. Ulber. Anschließend wurde Friedrich Berger Eigentümer, der im Jahre 1870 die Gastwirtschaft seinem Sohn Adolf Friedrich Albert Berger übergab. Dessen Tochter heiratete Fritz Zahn (geb. in Altschönau, Kreis Goldberg), der seit 1910 die Gast- und Landwirtschaft führte. Am 1. April 1942 übergab er den Betrieb an seine älteste Tochter Hildegard.

Friedrich Zahn ließ den großen "Luckersaal" im Jahre 1926 bauen. Er war laut mündlicher Überlieferung der größte Saal im Kreis Landeshut. Allein die Tanzfläche hatte eine Größe von 700 qm und die Bühne war 100 qm groß.

Fritz Zahn mit seiner Mutter und seinen Brüdern.

Von rechts nach links: Fritz Zahn, Mutter Christine Zahn, Bruder Oswald.

Obere Reihe: von links: die Brüder Emil, Hermann, Hugo und Otto.
Zu diesem Zeitpunkt lebte der Vater nicht mehr.

Fritz Zahn (12.09.1879 - 01.02.1975)

Gaststätte "Zum Lucker" um 1900

Gaststätte "Zum Lucker" 

 Theater-, Konzert-, Vereins- und Gesellschaftssaal

Hirschberger Str. Nr. 41  ('Gasthof "Zum Goldenen Anker")

Die Gaststätte "Zum Goldenen Anker" (früher in Leppersdorf) wechselte mehrfach den Besitzer und auch den Namen. Bereits 1845 gab es dieses Gasthaus mit dem Namen "Zum Goldenen Anker". Um 1900 nannte sich der Gasthof "Fiebig`s Gasthaus", später gehörte er Wilhelm Baumgart, danach Richard Baumgart.

Im Jahre 1845 war die verwitwete Frau Weiser Besitzerin des Gasthauses. Mit der nebenstehenden Anzeige in der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 30/1845, bot sie das Gasthaus zum Verkauf an.

Gasthof "Zum Goldenen Anker"

Gasthof "Zum goldenen Anker" - Biergarten

Johnsdorfer Straße Nr. 3  (Gasthof "Drei Rosen"), vormals Ober-Leppersdorf

Auch dieser Gasthof hat mehrere Besitzerwechsel erfahren. Es waren Robert Kinner, Max Taube und Waldemar Baranowski. Zwischen 1925 und 1938 hieß der Besitzer Paul Schubert.

Gasthof "Drei Rosen"

Gasthof "Drei Rosen"

Kirchstraße 

Kirchstraße Nr. 1  (Restaurant "Zur Ecke")

Dieses Restaurant befand sich an der Kirchstr. Nr. 1/Ecke Wallstr. Besitzer war zunächst Franz Bürgel, später Albert Pohl. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Hedwig das Gasthaus.

Restaurant "Zur Ecke"

Restaurant "Zur Ecke"

Kirchstraße Nr. 9  (Gasthof "Zum weißen Schwan")

Besitzer dieses Gasthofes war im Jahre 1869 Herr Kadelbach, später die Familie Raupach, danach gehörte es Felix Huzarski.

Gasthof "Zum weißen Schwan"

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 7/1869.

Ganz rechts: "Gasthof "Zum weißen Schwan"

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Gasthaus "Zum weißen Schwan" - Innenansicht

Gasthaus "Zum weißen Schwan" - Innenansicht

Kornstraße Nr. 1  (Gasthof "Zur Schneekoppe")

Besitzer des Gasthofes "Zur Schneekoppe" war zunächst Oswald Wenzel, später Heinrich Klose.

Langhansstraße , vormals Böhmische Straße:

Langhansstraße Nr. 1 / Ecke Markt 

(Pilsener Bierstube)

Besitzer dieser Bierstube war um 1905 A. Buchaly. Nach dem Adressbuch des Jahres 1911 wurde sie zu diesem Zeitpunkt von Frau Marie Schubert geführt. Später wurde sie wohl geschlossen, da sie in den Adressbüchern der späteren Jahre nicht mehr aufgeführt ist.

Langhansstraße Nr. 16, vormals Böhmische Str.  (Gasthaus "Traube")

Dieser herrliche Barockbau wurde im Jahre 1695 errichtet.
Julius Ulber betrieb hier früher eine Weinhandlung, die von Ernst Gebauer übernommen wurde. Später wurde es das Gasthaus "Traube" und war im Besitz der Familie Siking.
Die Familie Siking kam 1924 aus Schmiedeberg nach Landeshut, um als Pächter das Hotel "Kaiserhof" zu übernehmen. Im Jahre 1931 wurde in Liegnitz das Hotel "Rautenkranz" gekauft und 1936 das Weinhaus "Zur Traube" käuflich erworben. Dieses Gasthaus bewirtschaftete Frau Martha Siking mit Hilfe ihrer Tochter bis zur Vertreibung. Nach der Vertreibung baute sich die Familie in Dinkelsbühl mit dem Hotel "Fränkischer Hof" eine neue Existenz auf. 



Weinhandlung Ulber

Weinhandlung Ernst Gebauer später Gasthaus "Traube"
(Aufnahme: ca. 1930)

Das frühere Gasthaus "Traube" heute

Die "Traubenwirtin" Martha Siking

Auch im Gasthaus "Traube" fanden Tanzstunden statt. Das folgende Bild zeigt Tanzschüler im Jahre 1936:

Das Hotel "Fränkischer Hof" in Dinkelsbühl,

die neue Existenz der Familie Siking nach 1949.

Liebauer Straße Nr. 4/5  (Gasthof "Zum Schwarzen Bär")

Besitzer dieses Gasthofes war zunächst Rudolf Arglebe, später Josef Lorenz.

Gasthof "Zum Schwarzen Bär" um 1911

Gasthof "Zum Schwarzen Bär" um 1935

Gasthof "Zum Schwarzen Bär" - Innenansicht

Gasthof "Zum Schwarzen Bär" - Innenansicht

Liebauer Straße Nr. 20  (Gasthof "Schwert")

Im November 1869 übernahm der Müllermeister Traugott Kluge diesen Gasthof. Wer dessen Nachfolger wurde, ist bisher nicht bekannt. Aus den Adressbüchern der Jahre 1911, 1925 und 1938 ergeben sich folgende Besitzer: Karl Exner, Oswald Epoinder, Wilhelm Engemann.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 131/1869.

Lüderitzstraße (früher Schießhausstraße):

Das folgende Bild zeigt den Gasthof "Zum Stern", Haus Nr. 24
Alfred Tschage übernahm den Gasthof von seinem Vater Paul Tschage, der diesen im Jahre 1915 zunächst pachtete und im Jahre 1919 käuflich erwarb. 1930 verpachtete Paul Tschage das Gasthaus zunächst für 3 1/2 Jahre an den Gastwirt Epbinder. Am 1. Juli 1933 übernahm dann sein Sohn Alfred gemeinsam mit seiner Ehefrau den Gasthof und führte diesen bis zur Vertreibung.

Alfred Tschage und Ehefrau Liesbeth, geb. Wahlert,

Eigentümer des Gasthofes "Zum Stern".

Lüderitzstr. Nr. 24 - Gasthof "Zum Stern"

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Lüderitzstraße
Von rechts: Haus Nr. 28 - Gasthof "Zum grauen Hecht -
(Besitzer: Heinrich Schildbach)
Haus Nr. 29/30 - Kaufhaus Bruno George
(Aufnahme: (1978)

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