Die katholische Pfarrkirche:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quelle:
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Schlesischer Gebirgsbote

Erstmalig wurde bereits 1343 eine katholische Kirche erwähnt. Ihr Standort ist nicht genau bekannt. Der Grundstein zur heutigen Kirche wurde am 10. August 1670 von dem Grüssauer Abt Bernardus Rosa gelegt. Er liegt noch heute in der Grundmauer des Presbyteriums hinter dem Hochaltar. Die Einweihung erfolgte am 21.11.1676. Die Kirche war aber noch nicht fertiggestellt. Wegen des Grüssauer Klosterbrandes im Jahre 1677 kam der Bau ins Stocken. Erst 1679 wurde er wieder aufgenommen und 1684 beendet. Der Turm wurde 1690/91 erbaut. Die barocke Innenausstattung stammt von Künstlern der Grüssauer Werkstatt.

Die katholische Pfarrkirche - unten die 12 Apostelhäuser

Die katholische Pfarrkirche

Die katholische Pfarrkirche - Blick auf den Hochaltar

Die katholische Pfarrkirche - Der Hochaltar

Die katholische Pfarrkirche heute

Die katholische Pfarrkirche heute  - Blick auf den Hochaltar

Das folgende Bild zeigt die Gedenktafel für die verstorbenen Kolpingsöhne der Stadt Schömberg, die sich auch heute noch an der katholischen Kirche befindet.

Die neuen Glocken der Pfarrkirche:

Im Jahre 1924 wurden bei der Glockenfirma Gerbr. Ulbrig in Apolda/Thüringen vier neue Bronze-glocken in Auftrag gegeben. Am 14.02.1925 waren die neuen Glocken mit der Ziedertalbahn am Schömberger Bahnhof eingetroffen. Sonntagmittag wurden sie auf die zum Abtransport zur Kirche bereitstehenden Wagen verladen, während fleißige Hände dabei waren, Glocken und Wagen mit Kränzen, Girlanden und Blumen zu schmücken. Um 14.00 Uhr erfolgte die feierliche Einholung des neuen Geläuts durch Schulkinder, Jugend, Gesellen und Marienverein, Kirchenvorstand, Musik und Sängerchor sowie dem Pfarrer. Nach beendeter Segensandacht wurden die Glocken in die Kirche transportiert und vor der Kommunionsbank abgestellt.
Die feierliche Weihe der neuen Glocken erfolgte am Sonntag, den 22. Februar 1925. 2 Stunden dauerte der Aufzug der 1. Glocke. Gegen 2 Uhr nachmittags war der Aufzug aller 4 Glocken beendet. Am 8. März 1925 ertönte ihr erstes feierliches Geläut und am 04.02.1942 läuteten sie ein letztes Mal  Am 06.02.1942 wurden sie abgenommen.

Glockenweihe am 22. Februar 1925

Glockenweihe am 22. Februar 1925

Die Michaelisglocke - sie wiegt 20 Zentner - geweiht wurde sie zum Gedächtnis der Gefallenen  der Pfarrgemeinde.

Die St. Josef-Glocke - sie wiegt 11 Zentner - geweiht wurde sie dem Schutzpatron der Pfarrkirche.

Die St. Anna-Glocke - sie wiegt 8 Zentner -

Die Salvator-Glocke - sie wiegt 6 Zentner - geweiht wurde sie dem göttlichen Erlöser.

Das folgende Bild zeigt die Einfahrt in den Pfarrhof:

Das Küsterhaus 
(Bei der Hausfassade fand die Sgraffittotechnik Anwendung)

Das Küsterhaus

Der Kirchweg - Blick vom Markt zur katholischen Kirche

Der Kirchweg - Blick von der katholischen Kirche zum Markt

Die St. Anna Kapelle:

Quelle:
- Wittwer, Arnold: Schlesischer Gebirgsbote Nr. 1/2015

Am Fuße des Strietes, jenes bewaldeten Bergrückens, der den Ostrand des Schömberger Tales bildet, liegt am Waldesrand eine kleine Kapelle, die der hl. Anna geweiht ist. Errichtet wurde sie im Jahre 1703.

Eine Urkunde belegt, dass im Jahr 1699 Jugendliche aus Schömberg an der heutigen Stelle eine einfache Hütte bauten, um nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche eine Andacht abzuhalten. Sie gerieten jedoch in den Verdacht, diese Hütte nur zu allerlei unnützem Spiel erbaut zu haben. Der damalige Bürgermeister ließ sie zu sich kommen und ordnete ein paar Tage Arrest an. Auf Bitten der Eltern erwirkte der Ortspfarrer, nachdem die Umstände geklärt waren, die Freilassung der Kinder. Sowohl die Eltern als auch die Kinder waren darüber so glücklich, dass diese Hütte nun zu einer kleinen Kapelle erweitert wurde. Am 8. Juli des gleichen Jahres fand die erste Prozession statt. Der Kapelle gab man den Namen "Jesus, Maria, Anna".

In den folgenden Jahren wurde die Zahl der Andachtsteilnehmer immer größer. Der damalige Abt in Grüssau, Dominicus Geyer, förderte den Gedanken, und der Pfarrer von Schömberg ernannte den Bäckergesellen David Ettrich zum ersten Vorsteher der Annabruderschaft. Bereits ein Jahr später wurde eine neue, größere Kirche gebaut. Christoph Hainzel schenkte das Grundstück und Holz. Aber auch diese Kirche erwies sich als zu klein, und so wurde am 11. April 1703 der Grundstein zu der noch heute bestehenden Kapelle mit Turm und Glocken gelegt. Bereits am 26. Juli 1703, dem Fest der St. Anna, wurde der erste feierlich Gottesdienst in der neuen Kirche gehalten. In feierlicher Prozession zogen jung und alt zur Waldkapelle. Bis 1944 wurde die Tradition von der deutschen katholischen Bevölkerung beibehalten. Nach der Vertreibung der Schömberger wurde sie von der polnischen Bevölkerung weiter gepflegt.

Der Ablauf der Prozession gestaltete sich früher wie folgt:
Von der Pfarrkirche aus führte der Weg über den Marktplatz und die Landeshuter Straße bis zum Gasthaus Stern. Blasmusik, Baldachin, Monstranz, Kreuz und Kirchenfahnen durften dabei nicht fehlen. An der dortigen Statue der hl. Anna wurde ein Gebet gesprochen, bevor es weiter durch den Hohlweg ansteigend in die Felder ging, bis der Weg rechts abzweigt. Unter zwei großen Laub-bäumen steht die zweite Statue. Auch hier wurde ein Gebet gesprochen. Weiter führte der nun anstrengende Teil des Weges bis zur Anhöhe, auf der ebenfalls eine Statue der hl. Anna steht. Von hier hat man einen Blick über das ganze Ziedertal bis zum Landeshuter Kamm. In westlicher Richtung ist bei klarem Wetter die Schneekoppe zu sehen. Der schwerste Wegabschnitt lag nun hinter dem Prozessionszug. Leicht abfallend führt der Weg zum Waldrand am Fuße des Strietes. Auch hier steht eine Statue, die zwei Frauen mit Heiligenschein und in der Mitte das Jesuskind zeigt. Noch wenige Meter und die St. Anna Kapelle taucht im Wald auf.

Die Prozession endete in der Kirche. Immer mehr Gläubige strömten von den umliegenden Dörfern Tannengrund, Voigtsdorf und Erlendorf zur St. Anna Kapelle, so dass alsbald kein Platz mehr in der Kirche war. Unter freiem Himmel wurde die Heilige Messe gefeiert. Anschließend wurde an den umstehenden Ständen der Metzger und Bäcker mit Getränken und Süßigkeiten für das leibliche Wohl gesorgt. Den Rest des Tages, bevor man den Heimweg antrat, verbrachte man mit Freunden und Bekannten in angeregter Unterhaltung.

Einige der folgenden Bilder hat mir Herr Arnold Wittwer aus Bensheim zur Verfügung gestellt.

Die St. Anna Kapelle

Die St. Anna Kapelle heute

Die St. Anna Kapelle, Blick zum Altar

Das Innere der St. Anna Kapelle heute

Die erste Station des Prozessionszuges an der Landeshuter Straße
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Die zweite Station des Prozessionszuges 
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Die dritte Station des Prozessionszuges am Waldesrand
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Das Altarbild in der St. Anna Kapelle
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Vom Kreuzweg an der St. Anna Kapelle
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Pieta Kapelle neben der St. Anna Kapelle

Die evangelische Kirche:

Die evangelische Kirche wurde am 5. Oktober 1882 eingeweiht. Finanziert wurde sie durch Spenden des Gustav-Adolf-Vereins, der auch bereits die Heilandskirche in Grüssau errichten ließ.
Im Juli 1925 wurde die evangelische Pfarrei in Schömberg selbstständig. Dazu gehörten auch die Orte Albendorf, Berthelsdorf und Grüssau. Der erste zuständige Pfarrer dieser selbständigen Gemeinde war Pfarrer Gustav-Adolf Bild.

Das evangelische Pfarrhaus befand sich in der Landeshuter Straße Nr. 26.

Die evangelische Kirche

Die frühere evangelische Kirche heute

Das folgende Foto zeigt Pfarrer Gustav-Adolf Bild, erster Pfarrer der selbständigen evangelischen Gemeinde Schömberg.

Konfirmation in Schömberg am 26. März 1939 mit Pastor Schramm

Konfirmation in Schömberg am 26.März 1939 mit Pastor Schramm

(im Hintergrund die "7 Brüder")