Oppau (Opawa)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Oppau liegt im östlichen Riesengebirge am Silberbach. Dieser entspringt oberhalb des Dorfes auf den sogenannten Silberwiesen und mündet unterhalb des Dorfes in den Bober. Es wird über eine Stichstraße von Michelsdorf aus erreicht, die in Kunzendorf endet.

Erstmalig urkundlich erwähnt wird Oppau im Jahre 1374 unter dem Namen "Oppow". Das Gebiet um Oppau gehörte zunächst zu Böhmen und gelangte im 13. Jahrhundert an Herzog Bolko I. Zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz gelangte es 1368 an die Krone Böhmen und gehörte mit Buchwald, Tschöpsdorf und Kunzendorf lehensweise als Witwengut der Marita von Seidlitz, einer Hofmeisterin der Herzogin Agnes. 1378 verkauften Maritas Söhne Hans Schonevogel und Kuncze Hudner Oppau und die anderen genannten Ortschaften mit allen Besitztümern und Rechten dem Zisterzienserkloster Grüssau. Zur Bestreitung der Türkensteuer mussten 1558 Oppau mit Kunzendorf, Tschöpsdorf und Buchwald verpfändet werden. Während der Verpfändungsperiode entwickelte sich in den Dörfern das Luthertum. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Oppau 1742 zusammen mit Schlesien an Preußen. 1810 wurde das Klostergut säkularisert. Nach der Neugliederung Preußens 1815 gehörte Oppau zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Landeshut eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Es bildete eine eigene Landgemeinde und war seit 1874 Sitz des Amtsbezirkes Oppau, zu dem auch die Landgemeinden Kunzendorf und Tschöpsdorf gehörten. 1925 lebten 601 Einwohner in Oppau, davon gehörten nur 18 dem evangelischen Glauben an.

Im Ort befindet sich eine katholische Kirche, die zwischen 1687 - 1692 errichtet wurde. Für die evangelischen Einwohner war die zuständige Kirche in Michelsdorf. Heute gehört Oppau zur Landgemeinde Lubawka (Liebau).

Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
- Lutsch, Hans: Die Kunstdenkmäler des Reg. Bez. Liegntz, Breslau,  1891
- Pohlendt, Heinz: Die Landeshuter Passlandschaften, Priebatschs Buchhandlung Breslau 1938
- Dr. Reuschel, Andreas: Grüße, von fern und doch ganz nah........., hrg. im Auftrag des Arbeitskreises
   Landeshut, April 2013, Roco-Druck GmbH, Wolfenbüttel
- Dr. Reuschel, Andreas: Wie es doaheeme woar............., hrg. im Auftrag des Arbeitskreises
   Landeshut, Februar 2016, Roco-Druck GmbH, Wolfenbüttel
- Schlesischer Gebirgsbote
- Wikipedia, die freie Enzyklopädie
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785              

Oppau ca. 1939
(Aus dem Privatbesitz von Herrn Josef Körner, übermittelt von Frau Roswitha Rueschkamp)

Sommerfrische Oppau
(Karte von Frau Roswitha Rueschkamp)

Sommerfrische Oppau
(Karte von Frau Roswitha Rueschkamp)

Blick auf Oppau in Richtung Osten mit dem Ziegenrücken bei Liebau

Oppau mit Blick auf die katholische Kirche

Oppau mit Blick auf die katholische Kirche

Oppau mit Blick auf die katholische Kirche
(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Blick auf das Oberdorf
(Bild von Herrn Johannes Fichtner)

Oppau mit Blick auf die Kirche

Die katholische Kirchengemeinde:

Die katholische Kirche wurde 1687 - 1692 an der Stelle eines Vorgängerbaus zunächst als Kapelle errichtet und später zur Kirche umgebaut. Am 7. Juni 1905 schlug der Blitz in die Kirche ein und sie brannte bis auf die massiven Mauern nieder. Mit dem Wiederaufbau wurde erst um 1908 begonnen. Für die geschmolzenen Glocken hatte eine Familie aus Kunzendorf eine neue Glocke gespendet. Weihnachten 1910 war die Kirche soweit fertiggestellt, dass sie von Pfarrer Gröbner eingeweiht werden konnte. Die eigentliche Weihe vollzog Kardinal Bertram aus Breslau erst im Mai 1918. 

Die katholische Pfarrkirche (Aufnahme: vor dem Krieg)

Karte von Frau Roswitha Rueschkamp

Bild von Frau Roswitha Rueschkamp

Die ausgebrannte Pfarrkirche im Jahre 1905.

(Dieses Bild stellte Herr Andrzej Rogas zur Verfügung)

Die katholische Pfarrkirche

Pfarrkirche und Pfarrhaus
(Foto von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Die katholische Pfarrkirche heute

Die katholische Pfarrkirche - Blick zum Altar

Der Hauptaltar
(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Der Seitenaltar
(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Die Kanzel
(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Blick in das Kirchenschiff vom Chor aus.

(Bild von Frau Lienert, übermittelt
 von Herrn Johannes Fichtner)

Die Orgel
(Bild von Frau Lienert, übermittelt 
von Herrn Johannes Fichtner)

Der Taufstein
(Bild von Frau Lienert, übermittelt
von Herrn Johannes Fichtner)

Der Beichtstuhl

Am 5. Januar 1942 erfolgte durch den damaligen Bürgermeister August Hoffmann die Glockenabnahme. Sie wurden alsdann zur Einschmelzung abtransportiert.

(Bild von Herrn Johannes Fichtner)

Besucher der Oppauer Kirche

(Bild von Frau Heidrun Beuke, übermittelt von Frau Roswitha Rueschkamp)

Die Mariensäule vor der Oppauer Kirche

Seiteneingang der Kirche.
Es handelt sich hier um eine besonders schöne Tür. Das Blatt solcher Türen war zweischichtig. Die tragende Unterlage bestand aus einer senkrechten Brettlage, welche meist durch zwei Gratleisten gefestigt war. Darauf waren profilierte Bretter mit handgeschmiedeten Nägeln aufgebracht, die hier zum Teil bogenförmig angeordnet sind.
(Quelle: Loewe, Ludwig: Schlesische Holzbauten, Werner-Verlag Düsseldorf - 1969)

An der Außenwand der Kirche befinden sich Epitaphien mit Figuren der Verstorbenen. Es handelt sich um: ein Söhnlein Kaspar Hans Rinkers (+ 1584), eine Frau (+ 1603) und ein Mägdlein (+ 1604)

Epitaph an der Außenwand der Kirche

(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Epitaph an der Außenwand der Kirche

(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Epitaph an der Außenwand der Kirche

(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Der Friedhof:

Die Kirche ist von einer Ringmauer aus Bruchsteinen umgeben. Innerhalb dieses Areals liegt auch der Friedhof. An der Mauer befinden sich noch alte Grabsteine aus deutscher Zeit.

Die folgenden neun Bilder stellte Frau Roswitha Rueschkamp zur Verfügung.

Aufgang zum Friedhof.

Blick auf die Ringmauer.

Grabstein der Anna Bauer (13.12.1881 - 24.11.1903) aus Kunzendorf
 (s. dort Haus Nr. 4). Ihre Schwester Maria wurde Ordensschwester.

Grabstein des Mühlenbesitzers Carl Raschke (Haus Nr. 15)

Grabstein der Pauline Körner aus Kunzendorf
(07.10.1867 - 28.07.1941)

Grabstein der Frau Bertha Flegel, geb. Winkler

Familiengrabstein des Fabrikanten Franz Rose 

aus Kunzendorf
(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Folgende Pfarrer waren für das katholische Kirchspiel Oppau zuständig:

  • Pfarrer Alexander Wippler  16.02.1805 - 13.10.1814
  • Pfarrer Julian Hainsch          ab     1815
  • Pfarrer Joseph Schenk                        bis 28.10.1865 
  • Pfarrer Gaffron                                              bis 1897
  • Pfarrer Arndt                       08.04.1897 -            1903
  • Administrator Sabisch         25.10.1903  -  22.11.1903
  • Pfarrer Gröbner                    05.12.1903  -  28.08.1911
  • Administrator Feige                              bis  18.10.1911 
  • Pfarrer Haase                        22.10.1911   -  21.05.1945
  • Pfarrer Stief                           16.09.1945 -  15.04.1946

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 90/1865.

Taufbescheinigung vom 24. Oktober 1923, ausgestellt 
von Pfarrer  Alfons Haase.


Dieses Dokument stellte Frau Roswitha Rueschkamp zur Verfügung.

Zur Erinnerung an Pfarrer Alfons Haase wurde am 28. Juni 1997 eine Gedenktafel an der Kirchenmauer angebracht. Die feierliche Einweihung fand nach dem Gottesdienst statt. Pfarrer Haase verstarb am 1. September 1945 im Gefängnis der polnischen Miliz in Landeshut an den Folgen körperlicher Misshandlungen.

Pfarrer Alfons Haase (06.06.1878 - 01.09.1945)
(Bild von Frau Roswitha Rueschkamp)

Die Gedenktafel

Nach Pfarrer Haases Tod kam Pfarrer Joseph Stief nach Oppau, um die Gemeinde zu betreuen. Zuvor war er als Pfarrer in Grüssau tätig gewesen. Er übernahm die Beisetzung des verstorbenen und sehr beliebten Pfarrers Haase am 6. September 1945 auf dem Oppauer Friedhof. Gemeinsam mit seiner Gemeinde wurde er am 17.05.1946 aus Oppau vertrieben und kam nach Syke in Niedersachsen. Später ging er nach Bassum und gründete hier die katholische St. Ansgar-Gemeinde. Er verstarb im Jahr 1957.

Das Bild stellte Frau Erika Mitschke aus Münster zur Verfügung.

Die Gefallenen des 1. Weltkrieges:

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Das Kriegerdenkmal besteht aus einer großen, steinernen, viereckigen Säule. Durch Witterungseinflüsse ist ein Teil der eingravierten Namen nicht mehr lesbar. Vermutlich waren einmal 26 Namen angegeben. Am oberen Ende des Denkmales wurde eine kleine Tafel in polnischer Sprache angebracht. Darunter ist ein senkrecht mit der Spitze nach unten stehendes Schwert zu sehen.                                                                            Inschriften:
                                                                     1914 - 1918
                                                                Unseren Helden
                                          Gewidmet aus Dankbarkeit von der Gemeinde
                                                                        Oppau

Aus den Verlustlisten (VL) der Gefallenen des 1. Weltkrieges ergeben sich für Oppau folgende Namen:

  • Baudisch           Heinrich       * 13.02.   ?                                        VL vom 14.05.1918   -  Seite 23545
  • Demuth             Josef             * 29.06.1886                                    VL vom 16.08.1919   -  Seite 30784
  • Emmler              Heinrich       * 30.09.  ?                                       VL vom 10.07.1918   -  Seite 24958
  • Emmler              Ignatz                                                                   VL vom 15.04.1915   -  Seite 5902
  • Emmler              Josef             * 12.10.    ?                                        VL vom 29.10.1918   - Seite 27282
  • Gläser                 Adalbert                                                               VL vom 18.03.1915    - Seite 5355
  • Gläser                 Josef                                                                      VL vom 28.10.1915   -  Seite 9676
  • Haering Dr.        Artur                                       + 23.10.1921

                                                                                   laut Denkmal

  • Hoffbauer          Franz                       Auf dem Denkmal vorhanden
  • Kammel             Adolf                                       + 11.04.1915          VL vom 25.05.1915   - Seite 6530
  • Kommel             Reinhold      * 17.10.1889        + 09.02.1919        VL vom 02.07.1919   - Seite 30548

                                                                                 infolge Krankheit  

  • Lahmer              Robert          * 25.03.1898       + 17.10.1918          VL vom 04.02.1919  -  Seite 29029
  • Lorenz                August                                                                  VL vom 16.08.1915   -  Seite 8180
  • Lorenz                Friedrich       * 27.07.   ?                                       VL vom 29.10.1917    -  Seite 21362
  • Pusch                  Johann                                                                  VL vom 07.08.1918  -  Seite 25505
  • Scharf                 Karl               * 25.08.1896                                    VL vom 19.06.1917   -  Seite 19192
  • Schmidt              Raimund                                      tödlich            VL  vom 21.12.1915    -  Seite 10777

                                                                                      verunglückt

  • Taube                 Albert           * 27.12.1895         + 01.10.1918         VL vom 19.12.1918    -  Seite 28350
  • Taube                 Franz                                                                     VL vom 31.08.1915   -  Seite 8460
  • Ullrich                 Heinrich                                                                VL vom 07.09.1915  -  Seite 8600
  • Weiß                   Georg            * 06.05.1880                                   VL vom 20.07.1917  -  Seite 19710


Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.                                                                                                                 

Das Kriegerdenkmal

Das St. Hedwigsstift:

Das St. Hedwigsstift war eine Niederlassung der Grauen Schwestern.
Diese Ordensgemeinschaft wurde 1842 in Neisse (Schlesien) von vier Frauen gegründet. Aufgabe der Gemeinschaft war die ambulante Krankenpflege, später kamen auch die stationäre Pflege in Krankenhäusern und andere sozial-karitative Dienste hinzu. Das Mutterhaus befand sich zunächst in Neisse, wurde aber 1890 nach Breslau verlegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es durch die Vertreibung der deutschen Schwestern nach Reinbek bei Hamburg. 1974 nahm die Generalleitung ihren Sitz in Rom. Die anfangs volkstümliche Bezeichnung "Graue Schwestern", die auf die Farbe der von den ersten Schwestern getragenen Kleidung zurückgeht, war bis 1968 der offizielle Name der Gemeinschaft. Danach wurde der Name geändert in Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth.

Das St. Hedwigsstift

Das St. Hedwigsstift - heute

An der Kirche ist eine Gedenktafel angebracht, die an zwei Schwestern erinnern soll, die im St. Hedwigsstift aufopfernd ihren Dienst versahen. Im Hauptbuch der Schwestern von der heiligen Elisabeth (Provinzhaus Berlin) findet sich ein kurzer Lebenslauf:
Sr. M. Hildegundis (Theresia) Puff, geboren am 30.03.1850 in Riemertsheide, Kreis Neisse (Schlesien). Eltern: Josef und Maria waren "Häusler".
Eintritt am 02.01.1871, Einkleidung am 09.03.1872, Erstprofess 14.04.1883, Ewigprofess 30.04.1893
(die langen Zwischenräume haben vermutlich etwas mit dem Kulturkampf zu tun), verstorben am 05.08.1915 in Oppau.

Sr. M. Isidora (Elisabeth) Gerigk, geboren am 07.02.1870 in Benern, Kreis Heilsberg (Ostpreußen).
Eltern: Josef und Magdalena waren "Hausgutbesitzer".
Eintritt am 24.10.1894, Einkleidung am 25.04.1895, Erstprofess 09.08.1897, Ewigprofess 15.08.1906., verstorben am 21.09.1944 in Oppau.

Die Schule:

Das Schulgebäude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Das Schulgebäude (Aufnahme: 1988)

Im Hintergrund das Schulgebäude
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Otto Ullbricht (ca. 1935)

(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Aufnahme der Schülerinnen und Schüler, die zwischen 1905 und 1914 geboren wurden, sowie der Lehrer Kantor Hofbauer und Lehrer Günther.
Obere Reihe: Taube, Hermann, Raschke Joseph, Bienert Hubert, Flegel Wilhelm, Taube Paul, Raschke Gustav, Fichtner Johann, Weiß Joseph, Meiwald ?, Exner Karl, Flegel Albert (Tischler), Exner Reinhold, Fichtner Klemens.
Zweite Reihe: Pusch Paul, Lehrer Günther, Hübner Artur, Lahmer Joseph, Weiß Artur, Pusch Albert, Pusch Robert, Taube Hugo, Scharf Joseph, Langer Alois, Raschke Alois, Emmler Joseph, Emmler August, Emmler Joseph (Schafberg), Flegel Joseph (Sattler), Hofbauer Hans, Flegel Albert (Elektr.).
Dritte Reihe: Hofbauer Hetta, Kleinwächter Frieda, Weiß Martha, Kammel Frieda, Kleinwächter Hedwig, Raschke Annchen, Hartmann Anna, Hübner Hedwig, Langer Marie, Stief Hedwig, Pusch Lene, Fichtner Hedwig, Langer Anna.
Vierte Reihe: Lorenz Hermann, Hübner Hedwig, Emmler Marie, Kleinwächter Marta, Weiß Grete, Kammel Anna, Hübner Martha, Weiß Liese, Lahmer Berta, Lorenz Anna, Raschke Anna, Emmler Martha, Hartmann Frieda, Hofbauer Magda.

Schulausflug im Jahre 1939 nach Bober 

Vor dem Gasthaus Scharm
Von links: Werner Gläser, Alfred Taube, Hermann Winkler, Georg Koch, Alfons Martin, Paul Winkler, Arthur Hübner, Heinz Kammel, Arthur Erbe, Lehrer Ulbrich, Gotthard Taube, Klemens Taube, Johannes Kammel, Gastwirt Scharm, Herbert Kleinwechter, Günter Weiß, Hannelore Rose, Ursula Flegel, Hauswirtin von Lehrer Ulbrich, Gisela Ulbrich, Gerhard Kammel, Martha Kleinwechter, Margaretha Patzak, Hedwig Kleinwechter, Maria Taube, Horst Ulbrich, Hildegard Fichtner, Josef Kleinwechter, Alfred Pfeil, Margot Brückner, Anna Kleinwechter, Heinrich Seak, Ursula Hoffmann, Elisabeth Flegel, Klemens Hübner, Arthur Weiß, Elisabeth Hoffmann, Adelheid Gläser, Anna Ullrich, Elisabeth Bienert, Edeltraud Emmler, Anneliese Reich, Hedwig Raschke, Edeltraut Taube, Johanna Kleinwechter, Anna Fichtner, Helene Fichtner, Rosemarie Weiß, Theresia Raschke, Johanna Flegel, Helene Aust.

Schulausflug im Jahre 1939 nach Schatzlar

Die Gastronomie:

In Oppau gab es früher 2 Gasthöfe:
1.  Haus Nr. 110                                      Gerichtskretscham (dieses Haus wurde im Jahre 1558 errichtet)
2.  Haus Nr. 124                                     Gasthaus von Emil Weiß

Von rechts: Gerichtskretscham und Warenhaus Taube


(Karte von Frau Roswitha Rueschkamp)

Bildmitte: Haus Nr. 110 - der Gerichtskretscham

 (Besitzer: Alfred Fichtner, später Alfred Kleinwechter) 
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Haus Nr. 124 - Gasthof von Emil Weiß
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Die Geschichte des Gerichtskretschams:

Der Gerichtskretscham wurde im Jahre 1558 von Ignaz Rabe erbaut. Dieses bewies ein Wappen über dem Eingang des Gebäudes. Der Kretscham war Mittelpunkt des Dominial-Vorwerkes des Klosters Grüssau. Mehrere Häuser gehörten zu diesem Vorwerk: 1 Schmiede, Fleischerei, Bäckerei, Malzdörre, Schnapsbrennerei, eine Mangel und eine Öhlmühle. Im Jahre 1810, der Säkularisation, wurden die Ländereien verkauft. Die Gebäude mit den restlichen Feldern wurden 1815 meistbietend versteigert. Klemens Eimann aus Buchwald erwarb den Kretscham. Nachfolger wurde im Jahre 1820 der Oppauer Florian Müller. Dieser veräußerte ihn 1836 an Franz Flegel. 1856 heiratete der aus Reichhennersdorf stammende Franz Fichtner in den Kretscham ein. Aus dieser Ehe gingen 5 Söhne hervor, von denen der eine das Brauhandwerk erlernte (Friedrich Fichtner). 1880 wurde an den Kretscham eine Brauerei angebaut. Fichtner stellte ein erstklassiges Bier her, besonders das Bockbier war weit über die Grenzen Oppaus hinaus bekannt. Aus Krankheitsgründen wurde der Brauereibetrieb jedoch 1910 eingestellt und die Brauereieinrichtung nach seinem Tod im Jahre 1914 verkauft.

1939 erwarb ein Schwiegersohn der Frau Fichtner, der ehemaliger Oppauer Bürgermeister August Hoffmann, die Brauereigebäude für die Gemeinde und ließ diese als Kindergarten ausbauen.

Steinmetzzeichen

(Quelle: Zeitschrift für Geschichte und Alterthum Schlesiens, 
Fünfter Band, Erstes Heft, 1863)

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 13/1837

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 73/1857

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 23/1858

Wappen mit der Jahreszahl über dem Eingang 

(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Über der inneren Tür steht neben dem Steinmetzzeichen 
MDLVIII (1558)

(Bild von Herrn Tilman Taube - Aufnahme: 2005)

Der frühere Gerichtskretscham (Aufnahme: 2006)

Ruine des früheren Gerichtskretschams.

(Aufnahme: 2019)

Ruine des früheren Gerichtskretschams.

(Aufnahme: 2019)

Das Vorwerk:

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Die Besitzerfolge stellt sich wie folgt dar:
I.   Generation:      Merten Kleinwechter,  * grob 1490, Vorwerksbesitzer vor 1555
II.  Generation:      Matthias Kleinwechter,  * grob 1520, Vorwerksbesitzer ab 1555
III. Generation:      Kaspar Kleinwechter,      * grob 1565, kurzzeitig nach 1595 Bauer in Oppau,
                                                                               Vorwerksbesitzer 1602
IV. Generation:      (Lücke um 1625/40)
                                  1645 wurde das Oppauer Vorwerk von der bei Liebau liegenden
                                  Torstensonischen Armee "ganz abgebrannt". Es wird daher bis zum
                                  Wiederaufbau einige Jahre wüst gelegen haben.
V.  Generation:       Valentin Weiss                  err. 1620, Vorwerksbesitzer ab (oder eher vor) 1654
                                                                               + 21.05.1699 in Oppau (79 Jahre alt)
VI. Generation:       Tobias Weiss                      * ca. 1659, erwirbt das väterliche Vorwerk am
                                                                                08.05.1691
                                   Kind: Tobias Weiss    oo 17.10.1745 Maria Neumann aus Michelsdorf
                                                                         Vorwerksbesitzer Oppau (Erbe)

Quelle:

  • Taube, Tilman: Die bäuerliche Führungsschicht im Grüssauer Klosterland, ca. 1550 bis 1750, Selbstverlag 2003


Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 34/1872

Die Geschichte der Raschke-Mühle

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Nach den Erzählungen des Neffen des letzten Eigentümers war der Standort der ersten Oppauer Mühle das sog. "Folzagut", eine Wiese am Wald, wo der Bober einen kleinen Bogen macht. Dieser Platz hieß im Volksmund bis zuletzt "Mühlheedla". Dort gingen früher die Kunzendorfer Bewohner hinter dem Bober hinunter zur Mühle.

Nachdem Oppau Eigentum des Zisterzienserklosters Grüssau geworden war, wurde die Mühle abgerissen und im Dorf eine neue Anlage errichtet. Es war aber nur ein kleines Haus mit ein paar Mahlsteinen. Die Patres legten einen Teich an und den neuen Mühlgraben bis nach Kunzendorf. Hierbei handelte es sich um einen künstlichen Kanal, der am Haus von Robert Winkler (Nr. 60) vorbei in einem Bogen auf den Bober zufließt. Von dort kam das Wasser für die Oppauer Mühle. Weil es aber über das Grundstück des Bauern lief und die Mühle von diesem Wasser abhängig war, wurden ihm dreißig Morgen Land zugesprochen. Dafür musste sich der jeweilige Besitzer für alle Zeiten verpflichten, den Graben sauber zu halten und das Wasser ungehindert über sein Grundstück laufen zu lassen, das sog. vertraglich festgelegte Wasserrecht.

In Kunzendorf gab es damals auch bereits eine Mühle, an der das Wasser auch vorbeilief. Dem dortigen Müller war das Recht zugesprochen worden, ein Wehr zu bauen und das Wasser zu nutzen. Er musste es aber wieder in den Graben einleiten. Der Mühlgraben war insgesamt etwa fünf bis sechs Kilometer lang und wurde auch noch von anderen kleinen Bächen gespeist.

Die Oppauer Mühle gehörte einst dem Müllermeister Johann Claar. Nach dem Konkurs wurde sie an Emanuel Emmler verkauft, der jedoch bereist im Alter von 34 Jahren am 6. Dezember 1855 verstarb. Seine junge Witwe Josepha stand nun mit ihren vier Kindern allein. Sie heiratete am 9. Februar 1857 den Müllermeister Carl Raschke aus Semmelwitz.

Carl Raschke (15.09.1822 - 21.07.1893) baute die veraltete Mühle um und modernisierte sie umfang-reich. Es kamen ein dreißig Meter hoher Schornstein und eine Dampfmaschine dazu. Nunmehr war es eine Dampfmühle, weil das Wasser für das Wasserrad auf Dauer nicht mehr ausreichte. Im Sommer, bei großer Trockenheit, war der Teich oft leer.

Ein erneuter Umbau der Mühle erfolgte durch den Sohn Karl Raschke (18.12.1865 - 15.12.1934). Dieser war seit dem 11. Mai 1891 mit Auguste Neumann aus Michelsdorf verheiratet. Karl Raschke installierte Walzenstühle in die Mühle ein und verlegte sich vorwiegend auf die Herstellung von Weizenmehl. Der Kutscher seines Bruders August und andere Bauern fuhren täglich nach Landeshut und brachten immer 16 Sack zu je 170 Pfund Weizen über das "Ausgespann", Hermsdorf und Michelsdorf zur Oppauer Mühle. Das Weizenmehl wurde in kleinen Säckchen mit Aufdruck "Dampfmühle K. Raschke Oppau" zu je 10 Kilogramm im Umkreis und bis an die Grenze bei Liebau verkauft. Die Leute aus dem Nachbarland kamen an die Grenze und jeder durfte ein Säckchen Mehl und zwei Brote zollfrei kaufen. Vater Carl Raschke fuhr mit seinem Planwagen, beladen bis oben hin mit Brot und Mehl, nach Kunzendorf bis an die Grenze. Dort kamen auch die Leute von der böhmischen Seite. In zwei bis zweieinhalb Stunden war der gesamte Wagen leer gekauft. Sie kamen scharenweise von Schatzlar und Schwarzwasser. Es gab damals bereits Ausweise für den kleinen Grenzverkehr.

Die Dampfmaschine stellte sich in späteren Jahren als unwirtschaftlich heraus. Karl Raschkes Stiefbruder Joseph Emmler war als Heizer angestellt. Für den Betrieb der Dampfmaschine musste wöchentlich ein Fuder Kohle gekauft werden, was natürlich sehr teuer war. Karl Raschke ließ daher eine Turbine einbauen, die wieder mit Wasser betrieben wurde, aber viel wirtschaftlicher war, als das alte Mühlrad. Darüber hinaus stellte er seine Produktion um. Er stellte mehr Roggenmehl und Schrot her für die Bauern, aber auch Weizengries.

Nach Karl Raschkes Tod übernahm dessen Sohn Gustav Raschke die Mühle und führte sie bis zum bitteren Ende weiter. Die Raschke-Mühle existiert heute nicht mehr. Dort, wo sie einmal stand, ist nur eine grüne Wiese und ein Hügel.

Quelle:

  • Raschke, Rudolf: Die Geschichte der Oppauer Mühle - Schlesischer Gebirgsbote Hefte 

       Nrn. 3 und 4/2014

Haus Nr. 15 - Die Mühle (Besitzer: Carl Raschke)

Haus Nr. 15 - Die Mühle (Besitzer: Carl Raschke)

Familie Raschke vor der Mühle

Haus Nr. 36 - Familie Wilhelm Raschke 

(Aufnahme: 1938)


Wilhelm Raschke war ein Sohn des Mühlenbesitzers Carl Raschke.

Vor dem Haus Nr. 26 im Jahr 1944
(Bild von Herrn Dr.  Andreas Dr. Reuschel)

Haus Nr. 29 - Kolonialwarengeschäft und Fremdenpension Paul Tiltsch

Vor dem Haus Nr. 73 - Familie Johann Fichtner
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Von rechts: Haus Nr. 79 - Bäckerei Hermann Taube,

 Haus Nr. 110 - Gerichtskretscham

 (Besitzer: Alfred Fichtner, später Alfred Kleinwechter)
(Bild von Herrn Dr.  Andreas Reuschel)

Frieda Krause im Geschäft ihres Vaters, des Fleischermeisters

 Alfred Krause.


(Bild von Frau Heidrun Beuke, übermittelt von
 Frau Roswitha Rueschkamp.)

Handweber in Oppau:

Auch in Oppau gab es früher Handweber. Im Oberdorf befanden sich die Weberhäuser. In der Stube dieser Häuser stand der Webstuhl mit Griffen, Hebeln, Rollen, Tretpedalen und dem Schiffchen. Am Spulrad mussten die Fäden auf Spulen gewickelt werden, damit gewebt werden konnte. Viel Geschick, Aufwand und Mühe waren erforderlich, um die Handweberei zu betreiben. Nach vier Wochen erfolgte die Lieferung. Ein Pferdewagen brachte die fertigen Leinenballen nach Schömberg. Auf dem Rückweg wurde wieder neue Ware mitgebracht.


Die Weberhäuser im Oberdorf
(Bild von Herrn Erich Tiltsch)

Im Weberhaus
(Bild von Herrn Erich Tiltsch)

Oppauer Gewerbetreibende

Auszug aus dem Amtlichen Adressbuch für Industrie, Handel und Gewerbe des Jahres 1927.

Bilder aus dem Alltagsleben:

Das folgende Bild zeigt die Freiwillige Feuerwehr am 7. August 1927. Gegründet wurde sie am
1. August 1886.

Mit dem Ochsengespann auf dem Weg zur Frühjahrsbestellung 
im Jahr 1942.

In Oppau im Jahre 1944

In Oppau im Jahre 1944

Oppau, am Vorwerk auf dem Weg nach Tschöpsdorf
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Oppau, unterhalb der Wiegensteine auf dem Weg zur Kapelle
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Oppau, auf dem Festplatz vor dem Kretscham.

 Kettenkarussel von Prox aus Buchwald bei Liebau.
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Oppau, vor der alten Schule Haus Nr. 88 (Aufnahme: um 1941)

(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Die Oppauer Jugend auf Skiern
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Hochzeit in Oppau, vor der Kirche (Aufnahme: 18.09.1943)
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Hochzeit in Oppau (Aufnahme: 15.07.1929)
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Hochzeit in Oppau (Aufnahme: 09.07.1938)
(Bild von Herrn Dr. Andreas Reuschel)

Besuch des Generalfeldmarschalls Graf Helmuth von Moltke 

im September 1875 in Oppau

Quelle: 

  • Zeitschrift "Der Wanderer im Riesengebirge, Heft Nr. 6/1911


Während seiner Generalstabsreise in der Zeit vom 2. - 5. September 1875 nach Landeshut kam der Generalfeldmarschall Graf Helmuth von Moltke auf der Durchreise auch nach Oppau. Hier ereignete sich folgender heiterer Zwischenfall, an den sich ältere Bewohner immer wieder gerne erinnerten. Graf von Moltke und ein Teil seiner Begleiter war abgesessen und die Herren gingen zu Fuß den Dorfweg entlang. Sie erkundigten sich nach dem Weg zur böhmischen Grenze. Einer der Adjutanten fragte einen Mann, der in Hemdsärmeln vor der Haustür stand. Es war der Bäcker-schuster, welcher so genannt wurde zum Unterschied von dem Schulschuster. Der Bäckerschuster trat bereitwillig heran, indem er sagte: "Iech will mir  `ne Jacke oziehn, iech gie mite, iech war`s Ihn zeiga". Unterwegs entwickelte sich zwischen dem Adjutanten und dem Schuster u. a. folgendes Gespräch: Sch. "War iis denn da ale Herr vorne?" "Das ist Excellenz Moltke", erwiderte der Adjutant. Sch. "Noo? wu dos woar is, do ho iech  `ne siehr gruße Freede!" Darauf bemühte sich der Schuster an die Seite Seiner Excellenz zu kommen, erfasste seine Hand, sah ihm ins Gesicht und sagte: "Herr Excellenz nam` se miers ock ne übel, de Hand muß iech Ihn gan, asu free iech miech über Sie". Excellenz Moltke amüsierte sich über diese echt schlesische Treuherzigkeit, die ihm von früherem Verkehr mit den Landleuten bekannt war und sagte kurz, aber wohlwollend "Na, na - wer sind Sie denn?" Sch. "Nu iech bien halt der Bäckerschuster!" Excellenz "Also Schuhmacher hier?" Sch. "Joo, aber a gemeener Schuhmacher bin iech nee, wie`s viele hot, iech bin ju au ei der Türkei gewast." Exe. "Wie so denn?" Sch. "Iech ho ju ei Wien gelant, on wor ei a Dreißiger Juhr`n über Belgrad uf Konstantinopel gekumma, iech weeß je Sie sein au durte gewast." Exc. "Ja ich war damals in der Türkei". Sch. "Herr Excellenz ei insem Durfe, wos meine Kunda sein, die sein au goar gescheite Leute. Se kennàs gleba, olle hon se gruße Freede, doß Se gekumma sein, au zwe Offziere sein aus Oppe aus dam Hause durte." Dabei zeigte er auf das Heinzelsche Haus. Exc. "Das ist interessant." Sch. "Nu Herr Excellenz, Se warn se wull kenna, dar eene des woar der versturbene Hauptmann Heinzel, der andre da ies noch Leutnant, da is letzt vo Rendsburg nach Wesel versetzt." Jetzt brach Excellenz das Gespräch ab. Der Schuster begleitete die Offiziere noch bis auf die Höhe an den nach Johannisbad führenden Weg. Bei der Verabschiedung ließ Excellenz dem Schuster einen Taler reichen.

Generalfeldmarschall Graf Helmuth von Moltke

(26.10.1800 - 24.04.1891)

Gedenkstein im Oberdorf:

Dieser Stein wurde im Jahr 1850 errichtet.
Die Bilder stellte Herr Tilman Taube zur Verfügung (Aufnahme: 2005)

Erdbeben vom 31. Januar 1883:

Am 31. Januar 1883 ereignete sich ein Erdbeben, welches Trautenau mit seiner Umgebung und Braunau erschütterte. Insgesamt waren 117 Orte betroffen, davon lagen 81 im böhmischen Teil Schlesiens und 25 im preußischen Teil. Die Erdstöße waren auch in Oppau zu spüren (s. folgender Zeitungsbericht).

Diesen Zeitungsbericht stellte Frau Roswitha Rueschkamp

 zur Verfügung.