Bauden A - L

(Verfasser: Hella Tegeler)

Die "Adolfbaude"  (1.200 m)

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Die Adolfbaude gehörte zu den Spindlerbauden und liegt am Südfuß der Kleinen Sturmhaube, unterhalb der Spindlerpasshöhe. Sie war die zweitgrößte der Spindlerpassbauden. Errichtet wurde sie 1811 von dem Richter Spindler und führte ursprünglich den Namen "Alte Spindlerbaude". Dieser verkaufte sie 1879 an Franz Adolf. Als diese Baude 1905 abbrannte, hatte sie bereits der Hackels-dorfer Gastwirt Adolf erworben. Von ihm kaufte sie Hermann Hollmann und von diesem im Jahre 1910 Vinzenz Adolf.

Vinzenz Adolf errichtete 1911 einen Neubau, die nach ihm benannte "Adolfbaude". Es handelte sich hier um ein Gebirgshotel der besonderen Art. Den Strom bezog man von einem eigenem Kraft-werk. Bereits 1921 war die Baude mit dem Auto erreichbar.

Am 18. Juni 1936 brannte das Hauptgebäude vollständig ab, durch Unachtsamkeit eines Malers bei der Außenrenovierung. Sofort begann die Familie Adolf mit dem Neubau, der bereits am 20. Dezember 1936 eingeweiht werden konnte. 80 Zimmer wurden den Gästen nun angeboten, mit fließendem kalten und warmen Wasser, sowie Zentralheizung. Der Gastraum bot 150 Gästen Platz. Darüber hinaus standen damals bereits 15 Autogaragen zur Verfügung.

Die Familie Adolf betrieb das Hotel bis zu ihrer Vertreibung und siedelte sich 1946 im Allgäu an.

Nach einer umfangreichen Renovierung im Jahre 2004 besitzt die Baude heute 98 Übernachtungs-möglichkeiten in 40 Zimmern.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Die Adolfbaude ca. 1925

Die Adolfbaude im Jahr 1936

Die Adolfbaude - Gaststube

Die "Alte Schlesische Baude"  (1.188 m)

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Ein hohes Alter hat auch die "Alte Schlesische Baude" besessen, die an einem aussichtsreichen Hang unterhalb des Kammes stand. Sie soll bereits während des Dreißigjährigen Krieges, und zwar im Jahr 1632, errichtet worden sein. Sie diente zunächst als Grenzwache, um das Einschleppen von Seuchen (Pest) zu verhindern.

Im Jahre 1770 wurde ein Neubau errichtet. Es handelte sich hierbei aber um ein einfaches Haus. Nach ihrem Erbauer wurde sie ursprünglich als Hollmannbaude bezeichnet. Dieser stammte aus Krausebauden.

Vom 17. bis 18. August 1809 weilte auch der Dichter und Dramatiker Theodor Körner (23.09.1791 - 26.08.1813) in der Baude und verliebte sich in die Tochter des Baudenwirts, Veronika. Es blieb aber bei einer Liaison. Die Schönheit des Riesengebirges hatte ihn gefesselt und er unternahm mehrere Reisen in diese Region. Berühmt wurde er durch seine Dramen für das Wiener Burgtheater und besonders durch seine Lieder in den antinapoleonischen Befreiungskriegen. Er gehörte zum Lütozowschen Freikorps. Während eines Gefechtes ist er am 26.08.1813 gefallen. Zu Ehren des Freiheitskämpfers wurde am 17. August 1934 eine Gedenktafel errichtet, die an seinen Aufenthalt in der Baude erinnerte. Diese wurde aber nach 1945 wieder entfernt.

Im Jahre 1838 wurde die Baude erweitert und ein für Übernachtungszwecke bestimmter zweiter Bau errichtet. Aus den Händen der direkten Nachkommen des Erbauers ging sie im Jahre 1862 in den Besitz von Krauß und Wenzel Erlebach über. Krauß war der Schwiegersohn des letzten Besitzers namens Hollmann, seine Frau als Witwe in zweiter Ehe mit Wenzel Erlebach verheiratet. Seit 1888 war Wenzel Erlebach alleiniger Besitzer der Baude. Ihm folgte sein Pflegesohn Franz Maiwald als Besitzer, ein Neffe der verstorbenen Ehefrau des Wenzel Erlebach.

Nach einem Brand am Weihnachtsabend 1914 wurde eine neue, zunächst provisorische Hütte auf den Fundamenten der alten Baude errichtet. Später wurde sie schrittweise modernisiert und erweitert.

Heute besitzt die Baude 39 Betten und bietet seinen Gästen Vollverpflegung an.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Die "Alte Schlesische Baude" (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die "Alte Schlesische Baude" (Aufnahme: vor dem Krieg)

(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

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Theodor Körner (23.09.1791 - 26.08.1813)

Die "Bradlerbaude"  (1.200 m)

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Die Bradlerbaude liegt in Tschechien, unweit von Spindlermühle.

Ende des 19. Jahrhunderts schuf Vinzenz Hollmann, der bereits das Gasthaus "Zur Großen Sturmhabe" besaß, hier eine Touristenherberge, um dem steigenden Touristenansturm gerecht zu werden. Die Vorbesitzer betrieben bisher überwiegend Viehwirtschaft und Handel mit Butter und Käse, welches man zweimal wöchentlich nach Harrachsdorf brachte. Im Jahre 1912 brannte das Anwesen nieder, wurde aber im selben Jahr wieder aufgebaut. Ab 1914 übernahm Johann Hollmann die Bradlerbaude und zwischen 1938 und 1945 wurde sie von Camilla Hollmann geführt.

Auch heute noch ist die ehemalige Bradlerbaude für Gäste geöffnet.

Quelle:

  • Wikipedia

Die Bradlerbaude

Die Bradlerbaude

Gastzimmer der Bradlerbaude

Die "Brotbaude" (Brodtbaude)  (820 m)

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Zu den ältesten Bauden im Riesengebirge gehört die Brotbaude. Sie hieß ursprünglich "Krebsbaude" und entstand 1668. Später erhielt sie den Namen des damaligen neuen Besitzers Brodt, daraus entstand schließlich die bekannte Bezeichnung "Brotbaude". Die nur 15 Minuten von der berühmten Kirche Wang entfernt liegende Baude gehörte vor 1945 als Ortsteil Brückenberg zur ehemaligen Gemeinde Gebirgsbauden und die wiederum zum Amtsbezirk Seidorf. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich die Brotbaude als Gasthof mit einem großen Saal für 150 Personen und Logierhaus mit einigen Dachbodenzimmern großer Beliebtheit. 1895 wurde der Saal abgerissen und an dieser Stelle ein größeres Objekt gleichen Namens errichtet. Das alte Gasthaus blieb aber erhalten. Im neuen Haus standen den Gästen 18 Zimmer mit insgesamt 40 Betten zur Verfügung. Der letzte deutsche Besitzer der Brotbaude war Julius Schmidt.

In den Jahren zwischen 1872 und 1892 besuchte der Dichter Theodor Fontane sieben Mal die Gegend um Krummhübel. Er war nicht nur der "Wanderer durch die Mark Brandenburg", als den ihn alle kennen. Weniger bekannt ist, dass seine Familie enge Beziehungen zu Schlesien hatte. Schon ein Pierre Fontane, Urgroßvater des Dichters, lebte zeitweise in Schlesien, und zwar in Liegnitz und Schmiedeberg. Fontanes Schwiegermutter Therese, geb. Rouanet, hatte den Oberförster Triepcke geheiratet, der im Kreis Liegnitz tätig war. Im Jahr 1849 besuchte Fontane dort seine damalige Braut Emilie. Eine besonders enge Verbindung bestand für Fontane zu Schmiedeberg. Dort lebte und wirkte Dr. Georg Friedlaender, sein Freund und Briefpartner. Am 15. Juli 1888 kündigte Fontane in einem Brief an Friedlaender seine Ankunft für den nächsten Tag an. Er hoffte auf ein Treffen am Bahnhof und meinte, eigentlich müsste er ja bei Friedlaenders vorfahren, aber er möchte nicht zu spät "an der Welt Ende" ankommen. Gemeint war damit die Brotbaude, in der Tochter Martha zwei Dachstuben gemietet hatte. Über seinen Aufenthalt schreibt Fontane: "Ich habe hier arbeiten wollen, bin aber über ein bisschen Korrekturlesen noch nicht recht hinausgekommen. Zum Teil ist das Wetter schuld, zum Teil die Tageseinteilung. Wenn man bis 10 1/2 Kaffee trinkt und nach einem Schinkenfrühstück um 12 sich um 1 zu Tisch setzt, so hat man nicht viel Arbeitszeit."

Dennoch wurde Fontane inspiriert. Es entstanden der Roman "Quitt" und die in Krummhübel spielende Erzählung "Der letzte Laborant" über Ernst August Zölfel, dem letzten der Krummhübler Laborantenzunft. Krummhübel war der Hauptort der sogenannten Laboranten. Es waren Laienapotheker, die den dortigen Reichtum an Kräutern zur Herstellung von Arzneien nutzten und diese bis nach Polen und Rußland vertrieben. Die Laboranten schlossen sich zu einer Zunft zusammen, die dem Kreisarzt von Hirschberg untergeordnet war. Im Jahr 1796 wurden 27 Meisterlaboranten registriert, davon lebten 18 in Krummhübel. Sie stellten aus den Kräutern etwa 200 Medikamente gegen verschiedene Beschwerden her. Unter preußischer Herrschaft wurde die Tätigkeit der Laboranten insoweit eingeschränkt, als sie nur noch 46 verschiedene Medikamente erzeugen durften. Um 1810 wurde eine weitere Einschränkung eingeführt, nach der die Kräutermittel nicht mehr auf den Messen und Märkten verkauft werden durften. 1843 wurde die Kräuterheilkunde im Riesengebirge per Gesetz abgeschafft. Die Laboranten starben damit aus. Ernst August Zölfel, der letzte Laborant, starb im Jahre 1884. Ihm war Fontanes Erzählung gewidmet. Ein Thema, das ihn als ehemaligen Apotheker und Sohn eines Apothekers mit Sicherheit sehr interessiert hat. Seinen letzten Sommer im Riesengebirge und in der Brotbaude verlebte Fontane im Jahre 1892. Er starb am 20. September 1898 in Berlin.

Die Brotbaude wurde nach dem 2. Weltkrieg von der polnischen Gewerkschaft bewirtschaftet. Heute trägt die stark modernisierte Baude den Namen Stokrotka (Gänseblümchen) und dient wieder als Gaststätte und Pension.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge - Helmut Preußler Verlag, Nürnberg 2006
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude - Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Müller, Edwin: Das Riesengebirge - Verlag von Barthof, Berlin 1888
  • Wörffel, Udo: Theodor Fontane im Riesengebirge - Verlag der Nation 2000
  • www.stokrotka.wkarpaczu.pl

Die Brotbaude - früher

Die Brotbaude - heute

Die "Dachsbaude"  (595 m)

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Die Dachsbaude lag in Nieder-Schreiberhau. Ihren Namen erhielt sie von einem großen Dachsbau, der im Garten eingebaut war, und in dem sich das ganze Jahr ein oder mehrere Dachse befanden, die von den Besuchern der Baude, besonders von Kindern, bestaunt wurden. Die Baude war deshalb ein sehr beliebtes und viel besuchtes Lokal von Sommergästen und auch von Einheimischen. Von hier aus hatte man einen prächtigen Blick auf das Gebirge und das ganze Hirschberger Tal.

Im Sommer wurden jeden Mittwoch bei schönem Wetter Garten-Konzerte abgehalten. Auch die berühmten Schreiberhauer Trachtenfeste fanden dort statt.

Eigentümer der Dachsbaude war die Familie Christoph. Nach seiner Rückkehr aus Amerika übernahm der älteste Sohn Fritz die Bewirtschaftung der Baude. 

Die Dachsbaude ist heute leider nicht mehr vorhanden. Sie wurde wohl wegen Baufälligkeit abgerissen.

Quellen:

  • Reiseführer Schreiberhau im Riesengebirge, Kurverwaltung Schreiberhau 1928
  • Schlesische Bergwacht Nr. 19/1962

Die Dachsbaude

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Die Dachsbaude

Die Dachsbaude

Maskenball in der Dachsbaude (Aufnahme: Februar 1930)

Die "Elbfallbaude"  (1.284 m)

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Zu den wenigen Bauden des Riesengebirges, die vom Beginn ihres Bestehens dem Fremden-verkehr dienten, zählt die auf tschechischem Boden gelegene Elbfallbaude. Die Elbe stürzt hier, etwa einen Kilometer entfernt von ihrer Quelle, vom Rand des Elbgrundes 40 Meter in die Tiefe.

Gründerin dieser viel besuchten Baude war eine Frau aus Rochlitz, über deren Namen und Herkunft nichts anderes bekannt ist, als dass sie den Spitznamen "Die Blasse" hatte. Sie unterhielt bereits im Jahre 1824 eine aus Steinen und Reisig hergestellte und mit Baumrinde gedeckte Restaurationshütte. Die Verpflegung, die sie ihren Gästen anbot, war denkbar einfach. Sie bestand hauptsächlich aus billigem Wein, Butterbrot und Kaffee mit und ohne Ziegenmilch. Sie nahm dafür auch keine festen Preise, sondern der Gast zahlte "nach Belieben".

Die Elbhütte der "Blassen" stand etwas tiefer als die später erbaute Elbfallbaude, und zwar gleich oberhalb des Wasserfalles. Nach einigen Jahren wurde sich von einer Landsmännin der Erbauerin, einer Frau Dewald, übernommen, welche allgemein "die Dewaldin" genannt wurde. Diese scheint die Hütte erneuert oder vergrößert zu haben, denn der Prager Dichter Karl Herloßsohn, der im Jahre 1840 das Riesengebirge bereiste, beschreibt die Hütte in seinem Buch "Wanderungen durch das Riesengebirge und die Grafschaft Glatz (1841) wie folgt: "Oben an der Spannung des Elbfalles ist eine Hütte des Wächters. Es ist ein aus Steinen gefügtes Haus, das in der Entfernung wie ein Kalkofen aussieht und an das Gebäude von Black dwarf von Walter Scott erinnert. Darin fanden wir ein prasselndes Feuer, Kaffeekannen, zwei Bänke, einen Stuhl und zwei böhmische Harfen-mädchen. Die eine dieser vergilbten Jungfrauen litt an Zahnschmerzen und hatte ihr Kinn mit einem blauen Tuch umwunden, sang aber trotzdem bei unserer Ankunft: Mei Schatz ist a Reiter, a Reiter muß`s sein".

Dem steigenden Touristenverkehr entsprechend wurde einige Jahre später ein mit allem Komfort der Neuzeit ausgestatteter Neubau errichtet. Die "Dewaldin" wählte dafür den Platz, auf welchem auch heute noch die Elbfallbaude steht. Bei diesem "Neubau" handelte es sich um eine mit Schindeln gedeckte größere Bretterhütte, in welcher aber schon ein Kachelofen auf einer Steinplatte vorhanden war, der es gestattete, den Gästen nun auch warme Getränke und Speisen anzubieten.

Nach 1850 erwarb der Gastwirt Josef Schier aus Oberrochlitz diese Hütte. Er baute sie weiter aus und sorgte durch die Einrichtung einiger Dachkammern, die ziemlich wohnlich hergestellt waren, für einfaches Nachtquartier. Der neue Wirt richtete auch am Elbfall und am Pantschefall die Stauvorrichtungen her, welche die Fälle auch im Sommer bei geringerem Wasserreichtum kräftiger zu Tale stürzen ließen.

Graf Harrach, welchem als Besitzer der Herrschaft Starkenbach der Grund und Boden im Gebiet des Elbursprunges gehörte, kaufte Ende des Jahres 1877 dem Enkelsohn des inzwischen verstor-benen Josef Schier die alte Elbfallbaude ab und verpachtete sie im Mai 1878 an den Gastwirt Lambert Erlebach. Noch in demselben Jahr erbaute der neue Besitzer ein neues Haus mit ebenerdigem Schank- und Gastzimmer und zehn Fremdenzimmern im Obergeschoss. Ein weiterer Neubau erfolgte im Jahre 1889. Durch diesen erhielt die Baude im Obergeschoss 17 Fremden-zimmer, zu welchen im Jahr 1899 durch weiteren Ausbau des Dachraumes noch sechs Kammern kamen. Die Baude konnte dadurch bereits 1900 einer größeren Anzahl von Touristen Nacht-quartier gewähren und den Wintertouristen auch einige heizbare Zimmer zur Verfügung stellen.

Ein erneuter Umbau der Baude erfolgte im Jahre 1904. Nach dem Ersten Weltkrieg aber wurden neue Besitzverhältnisse im böhmischen Teil des Riesengebirges geschaffen. Mehrere dem Grafen Harrach gehörende Bauden, darunter die Elbfallbaude, wurden vom tschechischen Staat beschlagnahmt, der sie verstaatlichte und tschechische Gastwirte als neue Pächter einsetzte. 1921 besaß die zur "Post Krausebauden" gehörende Baude 42 Zimmer mit 98 Betten. Bis zum Jahre 1930 wurde die Bettenzahl auf 110 erhöht und die Baude mit Zentralheizung ausgestattet. Letzter deutscher Inhaber der Baude während des Zweiten Weltkrieges war Wolfgang Hahn.

Am 6. November 1965 ist die Elbfallbaude als einige der wenigen Kammbauden, die auch nach 1945 dem Touristenverkehr zugänglich blieben, durch unsachgemäßem Umgang mit offener Flamme völlig abgebrannt. Eine Entscheidung, wie es weitergehen sollte, dauerte vier Jahre.

Am 12. Juni 1969 wurde mit dem Neuaufbau begonnen. Nach sechsjähriger Bauzeit entstand ein supermodernes Berghotel, das jedoch nicht so recht in die Riesengebirgslandschaft passt.

Quellen:

  • Herloßsohn, H.: Wanderungen durch das Riesengebirge und die Grafschaft Glatz, Georg Wigand`s Verlag, Leipzig (1849)
  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag, Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer, Breslau (1901)
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 56/1864.

Die Elbfallbaude um 1900

Die Elbfallbaude

Elbfall mit Elbfallbaude

Die heutige Elbfallbaude

"Forstbauden" (900 m)

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Der kleine Baudenort Forstlangwasser oder auch "Forstbauden" genannt, liegt am Nordabhang des Forstkammes an den Quellbächen des Langwassers. Der bekannte Schrifsteller Fedor Sommer bezeichnete diese kleine Ansiedlung einmal die "Perle des östlichen Riesengebirges".

Kirchlich gehörte Forstlangwasser zu Schmiedeberg. Im Jahre 1845 zählte der Ort 58 evangelische und 19 katholische Bewohner, die sich von Viehzucht und Waldarbeit ernährten und nebenbei auch Sommerfrischler beherbergten. Um 1900 lebten nur noch 40 Bewohner in dieser Abgeschieden-heit, danach verringerte sich die Einwohnerzahl immer mehr, so dass zum Zeitpunkt der Vertreibung nur noch zwei deutsche Familie dort wohnten, die des Forstwarts Robert Liebig und Brunnecker-Klapper.

Bemerkenswert ist, dass die Sonne hier oft wochenlang nicht aufgeht. Die tiefstgelegenen Forstbauden entbehren vom 26. Oktober bis zum 15. Februar, also volle 113 Tage die unmittelbare Sonnenbestrahlung. Auch andere, etwas günstiger gelegene Häuser, sehen die Sonne ein Vierteljahr hindurch nur während einer kurzen Stunde um die Mittagszeit.

Zu dieser Ansiedlung gehörten auch das 1889 eröffnete Gasthaus "Zur Forstbaude" mit 16 Betten und die "Tannenbaude", die zugleich auch Försterei war. In der "Tannenbaude" lebte der Hegemeister Karl Kröhnke.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter - Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender, Breslau 1901
  • Wikipedia

Die Forstbaude

Die Tannenbaude

Die "Fuchsbergbaude"  (1.233 m)

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Im Jahr 1862 wurde auf der Fuchswiese zur Tierhaltung eine Sommerbaude errichtet. Etwa 1900 baute Karl Zinnecker diese Baude zum Gasthof um. Wanderer konnten diese Baude auf ihrem Weg zum Fuchsberg von Johannisbad aus über die Schwarzschlag- und Töpferbauden erreichen.

Mit dem Erwerb des Hauses im Jahre 1908 durch Johann Fischer entstand durch ständige Erweiterungen und Anbauten eine der größten Bauden auf den Kämmen des Riesengebirges. Den Besuchern konnten 1928 rund 50 Betten in 25 Zimmern angeboten werden. Bis Kriegsbeginn wurde die Zahl der Gästezimmer auf 86 erhöht. Die Baude verfügte über Zentralheizung, Bäder, Telefon und fließend Wasser.

Aufgrund des am Fuchsberg befindlichen vorzüglichen Skigeländes für Anfänger und Geübte herrschte hier alljährlich starker Wintersportverkehr und zahlreiche Skifahrer benutzen die Fuchsbergbaude als Stützpunkt für ihre Touren durch das Hochgebirge.

1945 ging die Baude in tschechischen Besitz über. Der erste tschechische Verwalter wurde 1948 Jan Duben. Sie brachte ihm aber kein Glück. Am 13. April 1948 wurde die Baude durch ein Feuer vernichtet. Als Verantwortlicher kam Jan Duben für drei Jahre ins Gefängnis.

Heute steht auf der Fuchswiese wieder eine Skibaude.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag, Nürnberg (2006)
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)


Die Fuchsbergbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die "Geiergucken-Baude  (1.363 m)

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Diese Baude liegt auf der tschechischen Seite des Riesengebirges, oberhalb von Petzer (Pec pod Snezkou).

Früher hielten hier kaiserliche Zollbeamte nach Schmugglern Ausschau, die Tabak, Saccharin, Petroleum und Branntwein aus Schlesien nach Böhmen schmuggelten. Die Zöllner, so wird erzählt, hätten sich hier oben "wie die Geier" auf die Schmuggler gestürzt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch der Name.

Nach 1880 erlebte der Riesengebirgstourismus einen starken Boom und so errichtete die Familie Steiner bei der Geiergucke eine provisorische Hütte. Anfang war sie nur stoffverkleidet, später wurde daraus eine Holzhütte. Sie erhielt den ironischen Namen "Hotel zur Geiergucke". Die auf gewöhnlichen Bänken unter freiem Himmel sitzenden Gäste wurden von den Steiners mit Käsebroten, Bier, Obstsäften und Schnaps bewirtet und auch Souvenirs waren erhältlich. Marie Steiner hatte von den kaiserlichen Behörden den Gewerbeschein zum Branntweinhandel und zum Verkauf von "Zierwaren" erhalten, wie man damals Ansichtskarten, Souvenirs und gedruckte Reiseführer nannte. Das "Hotel zur Geiergucke" wurde von Frauen geführt, nach Marie bewirtschaftete viele Jahre ihre Tochter Anna Steiner, verheiratete Bönsch, die Baude.

Severin Steiner, Sohn der Marie Steiner, errichtete im Jahr 1902 eine Hütte, die später Steinerhäuschen genannt wurde. Dessen Sohn Johann erbaute 1930 mithilfe von den in der Geiergucke erwirtschafteten Mitteln anstelle des Häuschens einen Neubau. In 10 Zimmern mit 25 Betten gab es schon damals moderne Zentralheizung und fließend Wasser in allen Zimmern. Das gut florierende Geschäft brach aber in den Jahren 1933 bis 1935 völlig ein und der beginnende Zweite Weltkrieg brachte es völlig zum Erliegen.

Nach 1945 wurde das Hotel verstaatlicht. Erst ca. 1995 kam es wieder in private Hände und wurde im Sommer 2005 komplett umgebaut und modernisiert.

Quelle:

  • Wikipedia - Hotelgeschichte

"Hotel zur Geiergucke"

Die Geiergucken-Baude - Neubau aus dem Jahr 1930

Die "Goderbaude"  (1.050 m)

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Die Goderbaude gehört zu den böhmischen Grenzbauden im östlichen Teil des Riesengebirges in der Gemeinde Klein Aupa (Mála Úpa).
Errichtet wurde sie bereits Ende des 17. Jahrhunderts. Im Jahre 1705 wurde in dieser Baude der erste urkundlich belegte Christian Hübner geboren. 1799 heiratete Berta Hübner Anton Kirchschlager. Er stammte aus dem Geschlecht des Johann Kirchschlager vom Nickelsberg. Dieser Anton eröffnete hier seinen Gasthof mit Herberge, der an gleicher Stelle ununterbrochen bis heute in Betrieb ist. Der einzige Sohn Anton vermählte sich 1827 mit Johanna Schier aus Rochlitz und errichtete schon bald auf Großvaters Wiese einen eigenen Gasthof. Dieses Haus wurde im Jahre 1949 abgerissen.

Im Jahre 1841 erwarb Friedrich August Blaschke die Baude. Dieser wurde im April 1821 in der Familie eines Forstbeamten aus Hirschberg geboren. 1848 ehelichte er Agnes Schmid aus Schmiedeberg. 1860 wurde die Baude durch einen Brand vernichtet. Sohn Hermann errichtete an gleicher Stelle 1868 eine neue Baude, hatte aber in geschäftlichen Dingen keine glückliche Hand. Bereits 1870 musste er die Baude veräußern und Friedrich Sommer wurde der neue Wirt.

Von Sommer ging die Baude an die Familie Goder. Auch Johann Goder, ab 1875 neuer Besitzer, wurde nicht in der Baude geboren. Danach wechselte die Baude noch dreimal ihre Besitzer, bis im November 1898 Hollmann`s Schwiegersohn Stefan Hofer aus Großaupa die Baude erwarb. Seine Familie blieb hier bis zum August 1946.

Das Gebäude wurde nach Kriegsende vom tschechischen Staat verwaltet und als Hotel weiter betrieben. Im Jahre 1989 wurde das Hotel privatisiert.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V.
  • Vesely Vylet: Malá Úpa - Pomezni Bouda - Wie eh und je
  • Wikipedia

Die Grenzbauden mit der Goderbaude

Die Goderbaude im Winter

Die Goderbaude im Sommer

Silvester 1869 in der Goderbaude

Die "Hampelbaude" (1.258 m)

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Die zweitälteste Winterbaude befindet sich auf der schlesischen Seite des Riesengebirgskammes. Mit Winterbauden bezeichnete man diejenigen Wohnstätten des Riesengebirges, die von einer Familie das ganze Jahr über bewohnt wurden. Von Krummhübel aus erreicht der Wanderer die Hampelbaude in ca. zwei Stunden. Der Aufstieg lohnt sich, da das Panorama hier oben überwältigend ist, unten erstreckt sich das Hirschberger Tal und oben erhebt sich die Schneekoppe. Nur zehn Minuten entfernt liegt der herrliche Bergsee Kleiner Teich, dessen zerklüftete Granitwände den alpinen Charakter des Riesengebirges offenbaren.

Im Jahre 1654 errichtete der Gebirgler Breiter eine ganz einfache hölzerne Hütte als Wohnstätte. Wo diese erste Baude stand, ließ sich nicht mehr feststellen. Die Historiker glauben aber, dass diese in unmittelbarer Nähe der jetzigen Hampelbaude gestanden hat. Der Name der Baude wechselte sehr häufig. Zunächst erhielt sie den Namen des Erbauers Breiter, später wurde sie nach dessen Söhnen genannt: Tanla- (Kosename von Christian), Daniel- und Samuel-Baude. Sie war auch unter den Namen "Letzte Baude" und Koppenbaude" bekannt, da sie die letzte Einkehrstätte und Herberge auf der schlesischen Seite des Gebirges vor der Koppe war. Ihren jetzigen Namen erhielt sie nach den Gebrüdern Hempel (mundartlich Hampel), die sie 1750 von den Nachkommen Breiters erwarben.

Der jeweilige Baudenwirt war zugleich der Kirchvater der Koppenkapelle, da der Schlüssel zu dieser in der Baude verwahrt wurde. In der Hampelbaude befanden sich auch die Koppenbücher, in denen sich die Besucher eintragen konnten. Noch heute existieren Gästebücher aus den Jahren 1696 bis 1824. Johann Wolfgang von Goethe ist darin im September 1790 als Gast der Hampelbaude verzeichnet und als Bewunderer der Sonnenaufgänge beschrieben. Auch ein Eintrag des Malers Caspar David Friedrich vom 12. Juli 1810 findet sich im Koppenbuch. Die berühmtesten Gäste waren aber wohl das preußische Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise. Großen Komfort konnten die damaligen Gäste allerdings nicht erwarten. Die Baude bestand aus einem Flur, einer großen Stube, einer Kammer, einer Küche, einem Kuhstall und einem Heuboden. Als Schlafgelegenheit diente ein Lager auf Heu. Von dem gastronomischen Angebot zeugt eine gereimte Speisekarte, die in einem Koppenbuch enthalten ist:
                                        "Die kalte Küche wird ein jeder mittebringen,
                                        weil ich den Garkoch nicht kann auf die Baude zwingen,
                                        doch wart ich Jedem auf vor Geld bei solcher Noth
                                        mit Butter, Käse, Milch und Branntwein, Bie
r und Brot".

Bis zum Jahre 1836 befand sich die Hampelbaude im Besitz der direkten Nachkommen ihres Namensgebers. Die drei letzten Nachkommen aus dieser Familie - drei Schwestern Hempel - verkauften die Baude nach dem Tode des Vaters zum Zwecke der Erbteilung an Johann Adolph, dessen Familie sie bis 1866 bewirtschaftete. Dann übernahm sie als neuer Käufer Franz Krauß, der sie 1883 seinem gleichnamigen Sohn überließ. Der letzte deutsche Besitzer vor der Vertreibung war Otto Krauß.

Im Jahre 1896 wurde anstelle der bisherigen Holzhütte ein neues, großes Gebäude errichtet, welches aber bereits am 1. April 1906 durch einen Brand vernichtet wurde. Bei der großen Entfernung zum Tal kam die Hilfe der herbeieilenden Feuerwehren zu spät. Bereits am 8. September des gleichen Jahres begann der Wiederaufbau und 1912 konnte die Einweihung des für die damalige Zeit äußerst modernen Hauses gefeiert werden. Die Baude verfügte über 50 Fremdenzimmer mit 90 Betten, Restaurant und Café. Elektrische Beleuchtung, beheizbare Zimmer mit fließendem Wasser und Bad verwöhnten die Gäste im Sommer und Winter.

Durch die Gründung der Hampelbauden-Skizunft spielte die Baude auch im Winter sportlich und gesellschaftlich eine bedeutende Rolle. Sowohl die bekannten Schriftsteller Paul Keller und Wilhelm Bölsche als auch der Kronprinzensohn Prinz Hubertus gehörten dieser Zunft an. Durch eine Skipiste war die Baude direkt mit Krummhübel verbunden. Die 6 1/2 km lange doppelgleisige Rodelbahn nach Krummhübel wurde im Jahre 1925 vollständig umgebaut, so dass sie eine der interessantesten Bahnen des Riesengebirges war.

Otto Krauß, seine Ehefrau Gretel und der Sohn Heinz konnten nach 1945 noch einige Zeit in ihrer wunderschönen Baude verbringen. Der in Polen sehr bekannte Skiläufer Masuracz übernahm die Bewirtschaftung der Hampelbaude und wollte von dem Ehepaar Krauß die Führung eines so großen Baudenhotels erlernen. Er war früher oft Gast der Eheleute gewesen. Aber auch dem Ehepaar Krauß blieb die Vertreibung nicht erspart. Ihren Lebensabend verbrachten sie in Bischofswiesen bei Berchtesgaden.

Die Hampelbaude wurde weiter als Hotel genutzt, u. a. von Studenten des Krakauer akademischen Sportverbandes. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Name Strzecha Akademicka.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Die Hampelbaude und ihre Geschichte
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e.V. (2013)
  • Nentwig, Prof. Dr.: Zur Namensgebung der Hampelbaude und der Schlingelbaude in: Der Wanderer im Riesengebirge Nr. 10/1911
  • Richter Gustav: 300 Jahre Hampelbaude in Schlesische Bergwacht 7/1954
  • Staffa, Marek: Das Riesengebirge, Wydawnictwo Dolnoslaskie, Wroclaw 1997
  • Werbeprospekt Hampelbaude
  • www.strzecha-akademicka.com

Die Hampelbaude um 1800

Die Hampelbaude vor dem Brand

Hampelbaude - Neubau

Hampelbaude - Innenansicht

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Die Hampelbaude - heute

Die "Hofbaude"  (1.140 m)

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Die zu Rochlitz an der Iser (Tschechien) gehörende Hofbaude oder auch "Zur großen Baude" steht in einer herrlichen Lage am Wolfskamm. Sie soll als einfache Almhütte 1707/08 von der Familie Schier erbaut worden sein. Bis zum Jahre 1883 gehörte die Baude Ignaz Gebert. Nach dessen Tode ging sie aus den Händen seiner Witwe im Jahr 1886 in der Besitz des Schwiegersohnes Franz Gottstein aus Schüsselbauden über. Dieser betrieb die Baude bis zum März 1893.

In der Nacht vom 29. zum 30. März 1893 (Gründonnerstag) brannte die Baude aus. Zahlreiche Tiere und ein Menschenleben wurden ein Opfer der Flammen. Die Brandruine wurde von dem Besitzer der Herrschaft Rochlitz, dem Grafen Harrach, erworben und von diesem der neue im Herbst 1896 eröffnete Gasthof errichtet. Dieses größere Haus bot nun auch Übernachtungsmöglichkeiten an, 3 Fremdenzimmer mit 9 Betten standen zur Verfügung.

Bekannt wurde die Hofbaude durch die Austragung der siebten Böhmischen Skilauf-meisterschaften im Februar 1902.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Niedergang der Habsburger Monarchie trat eine Bodenreform in Kraft und die Baude ging in die Hände des neu gegründeten tschechischen Staates. Nach einer längeren Pachtzeit kaufte die tschechische Familie Pühonnlý die Hofbaude und baute sie grundlegend um.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Die Hofbaude

Die Hofbaude - Gaststube

"Hübner`s Grenzbaude"  (1.050 m)

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Die Anfänge des Reiseverkehrs auf der böhmischen Seite befinden sich in der Gemeinde Klein
Aupa. Nach der Klein Aupaer Chronik wurde der Ort Grenzbauden von österreichischen, mit Verbannung bestraften Adligen gegründet. Einer von ihnen soll Hübner geheißen und im Jahre 1663 die Tochter eines Köhlers aus dem Ort geheiratet haben. Es mag sein, dass Stefan Hübner, der 1815 eine kleine Baude in ein Berghotel umbaute, einer seiner Nachfahren war.

Bereits damals importierte Stefan Hübner ungarischen Fasswein aus Weinkellern in Wien. Hauptgäste waren Deutsche aus dem benachbarten Schlesien, aber auch aus Preußen und Niedersachsen. Ab 1815 wurden hier lustige Hörnerschlittenfahrten für die Gäste durchgeführt.
Zur Hübnerbaude kam man mit dem Pferdeschlitten herauf und nach dem Vergnügen ging es auf von ortskundigen Personen gelenkten Hörnerschlitten zurück nach Krummhübel.

Im Jahre 1821 erweiterte Stefan Hübner das Hotel um einen Tanzsaal mit Orchesterplatz für eine eigene Kapelle. Im damals besten Hotel des Riesengebirges, der Hübnerbaude, hielten sich manchmal auch namhafte Persönlichkeiten auf, so zum Beispiel im Jahre 1866 nach dem Sieg im preußisch-österreichischen Krieg, auch der Kronprinz und spätere Preußenkaiser Friedrich III.

Die vor dem 2. Weltkrieg umgebaute, aber nicht mehr völlig fertig gestellte Hübnerbaude fand nach 1945 keinen neuen Besitzer mehr und verfiel langsam. Im Jahre 1961 musste sie wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Quelle:

  • Chronik Malá Úpa (Klein Aupa)
  • Wikipedia

Hübner´s Grenzbaude

Hübner´s Grenzbaude 

Abfahrt mit den Hörnerschlitten

Hübner´s Grenzbaude

Werbung 

(Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge" - Nr. 3/1871)

Das "Jugendkammhaus Rübezahl"  (1.250 m)

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Mitte 1920 reifte im Kopf des damaligen Regierungspräsidenten des Regierungsbezirkes Liegnitz, Herrn Dr. Hans Poeschel, die Idee, im Riesengebirge ein Jugendfreizeitheim entstehen zu lassen. Er richtete dabei sein Augenmerk besonders auf Jungen und Mädchen aus der nach dem Ersten Weltkrieg Not leidenden Arbeiterschaft in den Industriegebieten der östlichen Teile Deutschlands. Das Haus sollte das ganze Jahr über Gelegenheit für Besuche und Ferienaufenthalte bieten. Die Idee stieß auf große Anerkennung und breite Unterstützung. Es gelang sehr schnell, die zum Bau erforderlichen Mittel zu erhalten.

Der Großgrundbesitzer Reichsgraf Friedrich von Schaffgotsch stiftete den Baugrund in unmittelbarer Nähe zur Grenze zwischen dem damaligen Preußen und der Tschechoslowakischen Republik. Die Schenkung, nordöstlich der Spindlerbaude trug dazu bei, dass erhebliche Kosten eingespart werden konnten.

Am 10. Mai 1928 wurde der Wettbewerb für den Bauentwurf ausgeschrieben, den Herbert Eras aus Breslau gewann. Der siegreiche Entwurf bestach durch seine kompakte Grundgeometrie und der Konstruktion des Daches in Form einer Pyramide. Die Gesamtkosten des Neubaus beliefen sich damals auf rund 20.000 Reichsmark. 300 Betten standen für die Übernachtung bereit. Der erste Herbergsvater war Rudolf Dobras.

Diese neue Jugendherberge wurde im Laufe der Jahre immer beliebter. Im Jahr 1932 verzeichnete das Haus 27.334 Übernachtungen. Die Jugendlichen mussten von Ober-Giersdorf/Hain, dem Endpunkt der Hirschberger Talbahn, zum Jugendkammhaus mit ihrem Gepäck wandern. Der Weg dauerte ca. 2 Stunden.

Nach dem Krieg wurde das teilweise zerstörte Gebäude von der Polnischen Gesellschaft für Tourismus und Heimatkunde übernommen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Haus mehrfach renoviert und heute in ein modernes Berghotel mit Platz für ungefähr 100 Gäste umgebaut.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Das Jugendkammhaus Rübezahl

Das Jugendkammhaus Rübezahl - Inneneinrichtung 

(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die "Kaffeebaude Nr. 100"  (730 m)

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Die Kaffeebaude war in Ober-Krummhübel unter der Nummer 100 zu finden.
Im Jahre 1783 erwarb Gottlob Benjamin Linke dieses Haus von einem Johann Gottlieb Exner. Danach folgten bis 1919 weitere vier Besitzer mit Namen Linke. Vermutlich wurde das Haus in Erbfolge vom Vater an den Sohn weitergegeben.

1919 ist ein Förster Eggert der Besitzer, aber noch im gleichen Jahr wurde das Anwesen von dem Kunsthandwerker und Altertumsmaler Carl Hampel erworben. Er machte aus diesem ehemaligen Linke-Haus mit seinem feinen Gespür für Kunst und altertümliche Gegenstände ein Kleinod. Bei der Inneneinrichtung legte er Wert auf den typisch schlesischen Baudenstil. Im Jahre 1926 wurde sie als neu und liebevoll eingerichtetes Ausflugslokal ohne äußerlich jedwede Veränderung eröffnet. Der Hausspruch lautete: "Nach dem Sturme erst erkennt man die Wohltat der Ruhe".

Lassen Sie sich nun anhand des Hausprospektes durch diese gemütliche Baude führen:

Durch einen Vorplatz (Terrasse) mit 200 Sitzplätzen wurde ein idyllischer Ausflugsort geschaffen wie er im Gebirge, man darf sagen in ganz Schlesien, durch die heimatliche Einrichtung nicht mehr zu finden ist. Jedem Gebirgsbesucher wird eine Einkehr gerade in dieser Gaststätte aufs Wärmste empfohlen, dort ist noch ein Stück Alt-Krummhübel festgehalten mit interessantem Hausrat.

Tritt man in das hübsche alte Gebirgshäusel ein, so begrüßt den Gast der behagliche Flur mit seinen wertvollen Schränken, Pastellbildern, Stahl- und Kupferstichen, in der Nähe des Kamins steht die einfach gepolsterte Ruhebank von König Friedrich Wilhelm IV. aus Schloss Erdmannsdorf.
Rechts vom Flur ist das Musikzimmer, wo für Unterhaltung verschiedene Instrumente vorhanden sind. Die Wände zieren alte bunt kolorierte Gebirgsbilder und hübsche alte Silhouetten.

Links kommt man in die Gaststube mit schlesischer Einrichtung. Dieselbe zeigt einen gemütlichen Charakter und so kundet jedes Stück von unermüdlicher Arbeit zur Erhaltung unseres schlesischen väterlichen Erbes. Gleich anschließend das Stübel mit seinen Kostbarkeiten aus Großmutters Zeiten. Im Glasschrank stehen Gläser und Porzellane von seltener Schönheit und altem Wert, darunter die Wasserflasche mit 2 Gläsern von König Friedrich Wilhelm IV. aus gesponnenem blau-weißen Glas, seltenste Kunstarbeit aus damaliger Zeit.

Drum Wanderer nimm die Zeit, besuche die Stätte der Heimatkunst, du nimmst eine Erinnerung fürs Leben mit auf deine Wanderung.

Die Kaffeebaude Nr. 100 bietet nur 4 Stuben als Unterkunft für Sommer- und Wintergäste, aber gemütlich und behaglich.

Warmwasserheizung, Bad, Elektrisch Licht, Küche und Keller bekannt gut. Eigene Landwirtschaft.

Carl Hampel starb am 31. Juli 1942 im Alter von 75 Jahren. Mit ihm starb eine der originellsten Persönlichkeiten des Riesengebirges. Seine Maxime lautete:
                                                                   "Erhalten muss das Alte werden,
                                                                     nachahmen soll man alte Kunst,
                                                                     dann kann Gemütlichkeit auf Erden,
                                                                     zerrinnen nicht in Weltalls Dunst.
                                                                     Drum`s Altertum bewahr es fest,
                                                                     in der Familie Zweigen,
                                                                     dann wird auch in dem kleinsten Nest,
                                                                     der Sinn zur Kunst sich zeigen.

Im Jahre 1945 wurde sein Haus geplündert, die Einrichtung in alle Winde zerstreut. Als Ferienheim eines sozialistischen Betriebes hat das Haus die folgenden Jahrzehnte relativ gut überstanden. Im Jahre 2005 wurde das Haus privatisiert. Ein polnisches Ehepaar hat das Haus erworben und bietet heute Zimmer mit Verpflegung an.

Quellen:

  • Drescher, Karl-Heinz: Krummhübel einst und jetzt
  • Hausprospekt: Kaffeebaude Nr. 100
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude-, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)

Hausprospekt

Hausprospekt - Eingang

Hausprospekt - Flur

Hausprospekt - Musikzimmer

Hausprospekt - Laborantenstübel

Hausprospekt - Gaststube

Hausprospekt - Gästezimmer

Die Kaffeebaude - heute

Die "Kleine Teichbaude"  (1.195 m)

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Inmitten einer einzigartigen Landschaft liegt die Kleine Teichbaude, 90 Minuten Fußweg von Krummhübel entfernt. Der Felsenkessel des Kleinen Teiches ist eine der schönsten Gegenden des Riesengebirges. Über 200 m hohe Granitwände bilden die Seitenränder des Kleinen Teiches. Er ist 241 m lang und 160 m breit. Direkt am Kleinen Teich liegt die Kleine Teichbaude, die wegen ihrer Lage von vielen Besuchern als Perle der schlesischen Bauden bezeichnet wird. Viele Maler haben den Zauber dieser wunderbaren Bergkulisse in ihren Bildern festgehalten, u. a. der bekannte Landeshuter Friedrich Iwan und auch der bedeutende Maler der deutschen Romantik und des Biedermeiers, Ludwig Richter (1803 - 1884), dessen Bild der Kleinen Teichbaude Platz in der Berliner Nationalgalerie gefunden hat.

Die Kleine Teichbaude ist eine der ältesten Bauden des Riesengebirges. Lange stritt man sich über ihre Anfänge. Die Historiker vermuten anhand von alten Gemälden, dass die erste Baude auch nicht an der heutigen Stelle stand, sondern bedeutend höher, nördlicher und weiter entfernt vom Teichrand. Wahrscheinlich entstand sie als Sitz eines Teichwächters der Gräflich Schaffgotschen Güter, vermutlich um 1630. Er sollte wohl den Forellenreichtum des Teiches bewachen und im Winter für Luftlöcher im Eis sorgen. Erstmalig erwähnt wird sie in den Reisebeschreibungen des Christian Gryphius, dessen Koppenbesteigung am 7. September 1670 erfolgte. Er war der älteste Sohn des berühmten schlesischen Dramatikers Andreas Gryphius. Gryphius schildert in seinem Buch die Begegnung mit einem 65jährigen Mann, der in der Baude am Kleinen Teich lebte.

Die ersten Besitzer der Baude stammten wohl aus der Familie Schuder. Dies ergibt sich aus den Kirchenbüchern der katholischen Kirche in Warmbrunn. Dieser Name wird sowohl im Trauregister von 1710 als auch im Sterberegister des Jahres 1712 erwähnt, wie ein Geheimrat Sendel herausfand. Der nächste namentlich bekannte Eigentümer war Karl Häring, der 1827 in Spindelmühl geboren wurde. Dieser ließ die alte Baude im Jahre 1872 abreißen, weil das alte Holz total verfault war. Die neue, also jetzige Baude, wurde etwas weiter südlich und näher am Teich errichtet. Als Karl Häring immer mehr verarmte, veräußerte er die Baude für 4.000 Taler an den Kommerzienrat Heinrich Richter aus Arnsdorf, der sie 1889 umbauen ließ. Aus jener Zeit stammt auch das Symbol der Kleinen Teichbaude, ein Türmchen mit einer in Hirschberg gegossenen Glocke. Nach 1900 pachtete die Baude für mehrere Jahre Joseph Bönsch. Später verkaufte Heinrich Richter sie an den Eigentümer der benachbarten Hampelbaude, Otto Kraus, der das Gebäude weiter modernisierte. Am 1. Mai 1927 wurde die Bewirtschaftung der Baude Paul Haase übertragen. Letzter deutscher Besitzer war Franz Hövel. Heute wird die Kleine Teichbaude von Frau Siemaszko geleitet.

Die Kleine Teichbaude war und ist ein beliebter Anziehungspunkt für Riesengebirgswanderer und wird es auch hoffentlich noch lange bleiben.

Quellen:

  • Dr. Baer: Zur Geschichte der Teichbaude in: Der Wanderer im Riesengebirge, Hefte 9/1918

       und 1/1919

  • Drescher, Karl-Heinz: Bergbauden des Riesen- und Isergebirges
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • http://samotnia.com.pl

Die "Kleine Teichbaude" (Lithographie)

Wegweiser zu den Bauden u. a. zur "Kleinen Teichbaude"

Die "Kleine Teichbaude" im Sommer

Die "Kleine Teichbaude" im Winter

Die "Kleine Teichbaude" - Innenansicht

Die "Kleine Teichbaude" Innenansicht

Der kleine Teich mit der Baude

(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Die "Kochelfallbaude"  (510 m)

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Im unteren Teil von Schreiberhau (Szklarska Poreba) befindet sich in einer malerischen, von Felsen umgebenen Schlucht der 13 m hohe Kochelfall. Er ist der zweithöchste Wasserfall im polnischen Teil des Riesengebirges. 

Neben dem Kochelfall lädt die Kochelfallbaude nach wie vor zum Verweilen ein. Sie wurde im Jahre 1863 als schlichtes Gebäude mit Gasthof und einigen Gästezimmern errichtet.

Die Kochelfallbaude mit Kochelfall

Die Kochelfallbaude

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 51/1863.

Der Kochelfall


   (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2019)