Hartmannsdorf (Jaczków)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Hartmannsdorf liegt im nordöstlichen Teil des früheren Kreises Landeshut und gehört heute mit seinen 489 Einwohnern zur Landgemeinde Czarny Bór (Schwarzwaldau).

Gegründet wurde der Ort 1305 unter dem Namen "Hartmannsdorff". Die Namen des bzw. der ersten Besitzer sind nicht bekannt. Erst ab 1575 lassen sie sich nachweisen:

-  1575                         Brandau von Zedlitz
-  1626                         Christoph von Ruprecht
-  1654                         George Kaspar von Warnsdorf
-  seit 1740                  Samuel von Richthofen
-       -                           Herr von Kluge
-       -                           Herr von Stutterheim
-       -                           Oberamtspräsident Freiherr von Seidlitz

Zur Gemeinde Hartmannsdorf gehörten die Kolonien Bahnhof Ruhbank, umfassend die Nrn. 88, 90, 92 und 94, das Stationsgebäude sowie 4 Familienhäuser und Seidlitzau. Mit Ausnahme der Kolonie Bahnhof Ruhbank, die zum größten Teil von Beamten und Bahnarbeitern bewohnt wurde, war es ein reines landwirtschaftlich geprägtes Dorf.

Der Vorgängerbau der Ortskirche wurde zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert errichtet. Die jetzige Kirche entstand um 1586. Im Rahmen der Rekatholisierung wurde sie am 12.02.1654 den katholischen Bewohnern übereignet. Sie wurde später eine Filialkirche des Pfarrbezirkes Giesmannsdorf, Kreis Bolkenhain. Die Kirche besitzt einen sehenswerten Altar, ein Meisterwerk der Holzbildhauerei des 16. Jahrhunderts. Als Stifter sind genannt Fabian von Reichenbach und Anna von Cetritz. In die inneren Wände des Kirchenschiffes eingesetzte Steinplatten mit Inschriften und Wappenschmuck berichten, dass Fabian von Reichenbach 1615 gestorben ist und mit anderen Angehörigen seines Geschlechts hier begraben liegt. Die evangelische Bevölkerung gehörte ab 1709 zur Gnadenkirche in Landeshut.

Das einen Gutsbezirk bildende Dominium Hartmannsdorf gehörte dem Rittergutsbesitzer Joh. Rahm und wurde, wie alle übrigen Gutsbezirke auch, am 1. Oktober 1928 in die Gemeinde Hartmannsdorf eingegliedert. 1925 zählte der Ort 765 Einwohner (davon waren 677 evangelisch), 1939 = 812.

Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
-Pohlendt, Heinz: Die Landeshuter Passlandschaften, Priebatschs Buchhandlung Breslau 1938
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785

Auf dem folgenden Foto ist das Kriegerdenkmal abgebildet.

Haus Nr. 17 - Familie Max Kammler (Aufnahme: 1967)

Haus Nr. 26 - Familie Heinrich Klose (Aufnahme: 1967)

Haus Nr. 18 - Familie Karl Simon (Aufnahme: 1967)

Haus Nr. 18 - Familie Karl Simon (Aufnahme: 1967)

Haus Nr. 61 - Ober-Mühle und Bäckerei Carl Janus

Haus Nr. 79 - Die Elsner-Schmiede 

Das folgende Bild zeigt die frühere Schule (Aufnahme: 2011)
(Bild von Herrn G. Simon)

Anwesen der Familie Otto Kammler (Aufnahme: 2011)

(Bild von Herrn G. Simon)

Anwesen der Familie Otto Kammler (Aufnahme: 2011)

Frühere Scheune mit Kfz.-Werkstatt und Gaststätte 
von der Straßenseite
(Bild von Herrn G. Simon)

Bilder aus dem Alltag:

Auf dem folgenden Foto sind Angehörige der evangelischen Frauenhilfe abgebildet (Aufnahme: 1931). Gegründet wurde die ev. Frauenhilfe in Hartmannsdorf im Winter 1924.

Heuernte auf dem "Ziegenrücken" oberhalb von Hartmannsdorf

(Aufnahme: 1940)

Heuernte auf dem "Ziegenrücken" oberhalb von Hartmannsdorf

(Aufnahme: 1940)

Gerhard und Erwin Kammler bei der Ernte im Jahre 1942