Ruhbank (Sedzislaw)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Ruhbank liegt 6 km nördlich von Landeshut. Erstmalig urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1349. Er führte damals die Ortsbezeichnung "Ort am Walde", später "Guttenthal". Der heutige Ortsname ist erst im 16. Jahrhundert entstanden, weil die von Grüssau nach Freiburg und Schweidnitz pilgernden Mönche dort immer eine Ruhepause einlegten. Nach der Chronik heißt ein Weg im staatlichen Wald bei Ruhbank "der Pfaffenweg". Bis 1810 (Säkularisation) war Ruhbank im Besitz des Klosters Grüssau.

1874 bildete Ruhbank u. a. mit Merzdorf den Amtsbezirk Wernersdorf Nr. 3. Am 24.11.1931 erfolgte die Umbenennung des Amtsbezirkes Wernersdorf in Amtsbezirk Merzdorf. Nach der Kreisreform vom 01.10.1932 wurde der Amtsbezirk Merzdorf im Kreis Bolkenhain in den Kreis Landeshut eingegliedert. Da sich diese Neugestaltung jedoch als unzweckmäßig erwies, wurde der Amtsbezirk Merzdorf am 01.10.1933 aus dem Kreis Landeshut in den Kreis Jauer eingegliedert. Am 01.04.1936 wurde Ruhbank gemeinsam mit den Orten Merzdorf (Riesengebirge) und Rudelstadt wieder in den Kreis Landeshut integriert, dem sie bis 1945 angehörten. In den Jahren 1927 - 1943 hatte Ruhbank auch ein eigenes Standesamt. Danach befand sich das zuständige Standesamt in Hartmannsdorf. Ruhbank war ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Von der Hauptstrecke Breslau-Hirschberg zweigte man hier zu den Strecken Landeshut-Schmiedeberg, Landeshut-Liebau und über Landeshut zur Ziedertalbahn. 1939 wurden 575 Einwohner gezählt. Heute gehört Ruhbank zur Landgemeinde Marciszów (Merzdorf).

Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
- Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, Metten 2003, 2. Aufl.
- Wikipediy, die freie Enzyklopädie
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785

Blick auf Ruhbank

Blick auf Ruhbank

Blick auf Ruhbank:

Der Bahnhof:

Der Bahnhof war ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Von der Hauptstrecke Breslau-Hirschberg zweigte man hier zu den Strecken Landeshut-Schmiedeberg, Landeshut-Liebau und über Landeshut zur Ziedertalbahn.

Das Bahnhofsgebäude

Das Bahnhofsgebäude heute

Fahrplan der Deutschen Reichsbahn von 1943:

Das folgende Bild zeigt Mitarbeiter vor dem Bahnhofsgebäude.

Das Bahnstromunterwerk:

In dem Gebäude des früheren Bahnstromunterwerkes befindet sich heute ein Sägewerk.

Das Bahnstromunterwerk

Das frühere Bahnstromunterwerk heute

Die Scholtisei:

Quelle:

  • Taube, Tilmann: Die bäuerliche Führungsschicht im Grüssauer Klosterland, Selbstverlag 2003


In Ruhbank wurde bereits 1645 ein Scholze genannt mit Namen Merten Köhler.

Die Gastronomie:

In Ruhbank gab es früher 3 Gasthöfe:
1.   Haus Nr. 8                                   Der "Gerichtskretscham"
2.  Haus Nr. 14                                  Gasthof "Zum Kronprinz"
3.  Haus Nr. 17                                  Gasthof "Deutsche Eiche"

Haus Nr. 8 - Der "Gerichtskretscham" (Besitzer August Franz, 

später August Kirschner)


Im September 1901 brannte der Gerichtskretscham vollständig nieder. Besitzer war der Bauer und Gastwirt August Franz. Der Wiederaufbau erfolgte zweistöckig. An das Gasthaus wurde zudem ein großer Saal angebaut. Im Jahre 1914 wurde der gesamte Besitz verkauft. Äcker und Wiesen kauften parzellenweise einige Landwirte, das Gasthaus mit allen Gebäuden erwarb der Gastwirt August Kirschner.

Haus Nr. 14 - Gasthaus "Zum Kronprinz" und Post:

Das Gasthaus "Zum Kronprinz" wurde von Heinrich Wiemer ca. 1870 errichtet. Anschließend baute er für sich und seine Familie neben dem Gasthaus eine stattliche Villa. Das Gasthaus "Zum Kronprinz" wurde später von seinem Schwiegersohn, dem Fleischermeister Wilhelm Hoffmann übernommen. Im Jahre 1899 errichtete dieser auf seinem Grundstück ein zweistöckiges Wohnhaus, das von der Reichspost gemietet wurde. 1925 ging dieses Haus in den Besitz der Reichspost über.
Gastwirt Wilhelm Hoffmann verstarb im Jahre 1899. Das Gasthaus "Zum Kronprinz" erwarb der Gastwirt Hellwig.

Von links nach rechts: Villa Wiemer, Gasthof "Zum Kronprinz" , 

das Schulhaus