Schömberg (Chelmsko Slaskie)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Schömberg liegt im Quellgebiet der Flüsse Bober und Zieder. Nachbarorte sind Erlendorf und Klein Hennersdorf im Norden, Kindelsdorf und Trautliebersdorf im Nordosten, Rosenau und Friedland im Osten, Berthelsdorf und Albendorf im Süden, Tannengrund im Westen und Ullersdorf im Nord-westen. Südöstlich verläuft die Grenze zu Tschechien. Das frühere Städtchen liegt 14 Kilometer südlich von Landeshut und 6 Kilometer südöstlich von Liebau.

Schömberg gehörte in ältester Zeit zu Böhmen und wurde vermutlich um 1275 unter dem Namen "Shonenberch" von dem mährischen Adligen Egidius von Aupa und Schwabenitz gegründet, der auch das benachbarte Gebiet von Trautenau kolonisiert hatte. Zusammen mit den Dörfern Kindelsdorf, Trautliebersdorf, Michelsdorf und Königshan (heute Tschechien) schenkte der böhmische König Wenzel II. "Shonenberch" 1289 dem Herzog Bolko I von Löwenberg-Jauer. Spätere Besitzer verkauften 1343 Schömberg mit allen Rechten und Nutzungen sowie dem Patronatsrecht über die Kirche für 280 Prager Groschen dem Kloster Grüssau und dem Conrad Juvenis von Czirna. Vertragsgemäß sollte dessen Güteranteil nach seinem Tod ebenfalls dem Kloster Grüssau zufallen. Der Kauf wurde von Bolko II. am 20. Oktober 1343 bestätigt. Nach Chirnas Tod war das Kloster somit alleiniger Besitzer von Schömberg. Kirchlich gehörte es bis etwa 1500 zum Erzbistum Prag und wurde danach dem Erzbistum Breslau zugeschlagen.

1426 wurde die nicht befestigte Stadt von den Hussiten zerstört. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich die Leinen- und Tuchweberei. Nachdem es offenbar die Stadtrechte verloren hatte, wurden diese 1580 vom böhmischen König erneuert. Gleichzeitig bestätigte er die Privilegien für einen Wochen- sowie einen Jahrmarkt. Nachdem der Grüssauer Abt Martin Chavaei 1620 wegen der damals herrschenden Relegionswirren in Schömberg ermordet worden war, verlor es in den Jahren 1621 bis 1629 wiederum die Stadtrechte. Im Zuge der Rekatholisierung nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden unter Abt Bernardus Rosa in Schömberg mehrere Barockbauten errichtet.

Durch den einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung entwickelte sich die Leinenweberei, so dass ab 1798 Leinenmärkte abgehalten wurden. In dieser Zeit entstand die Webersiedlung mit den Holzlaubenhäusern der "Zwölf Apostel" und der "Sieben Brüder".

Zusammen mit Schlesien kam Schömberg nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 an Preußen. Durch die eingetretene Grenzlage musste der Leinwandhandel , der überwiegend in die habsburgischen Länder exportierte, starke Einbußen hinnehmen. Vermutlich deshalb kam es 1793 auch in Schömberg zu Weberunruhen. 1810 wurde das Klostergut säkularisert. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Schömberg seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1816 - 1945 dem Landkreis Landeshut eingegliedert. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstanden in Schömberg drei Textilfabriken. Trotzdem sind für 1913 noch 149 Hausweber nachgewiesen. 1899 erhielt Schömberg Eisenbahnanschluss an die Ziedertalbahn.

Nach 1945 verlor Schömberg den Status einer Stadt und wurde in den Nachkriegsjahren stark vernachlässigt. Ab 1957 bis 1972 verfügte es über den Status einer stadtartigen Siedlung und wurde 1972 zum Dorf herabgestuft. 1975 - 1998 gehörte es zur Woiwodschaft Jelenia Góra. Heute gehört Schömberg (Chelmsko Slaskie) zur Landgemeinde Lubawka (Liebau) und hat jetzt ca. 2.000 Einwohner wie in früheren Zeiten auch.

Im Rahmen einer Verwaltungsreform wurde am 1. April 1931 der Ort Voigtsdorf (Wójtowa) in die Stadt Schömberg eingemeindet. Erstmalig erwähnt wird Voigtsdorf 1343 unter dem Ortsnamen "Voytsdorf". Benannt wurde der Ort damals nach dem Vogt von Schömberg, der das Dorf auf seinen ursprünglich zur Stadtausstattung gehörenden Freihufen anlegte. Auch Voigtsdorf gehörte bis zur Säkularisation zum Klosterbesitz. Im Jahre 1925 zählte der Ort 282 Einwohner, davon waren 26 evangelisch.

Quellen:
-
Heimatbuch des Kreises Landeshut i. Schl., hrg. von E. Kunick, Landeshut 1929
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
- Wikipedia, die freie Enzyklopädie
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785

Blick auf Schömberg

Blick auf Voigtsdorf

Die "Zwölf Apostel"

Die "Sieben Brüder"