Der Kirchberg

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quellen:

  • Heimatbuch des Kreises Landeshut, hrg. E. Kunick- Verlag: Grenzland-Druckerei Rock & Co., Groß-Denkte/Wolfenbüttel 1954
  • Schlesischer Gebirgsbote


Der Landeshuter Kirchberg war und ist ein ganz besonderer Ort des Gedenkens. Hier befinden sich mehrere Ehrenmäler, die an die Gefallenen und Verstorbenen der Kriege der letzten zwei Jahrhunderte erinnern.

Darüber hinaus bietet der Kirchberg eine herrliche Aussicht auf Landeshut und seine Umgebung.

Schöner Blick vom Kirchberg auf die Gnadenkirche.

(Aufnahme: 2011)

Auf dem Weg hinauf gelangt man zuerst zu dem Heldenfriedhof für die während des preußisch-österreichischen Krieges von 1866 Verstorbenen. Dieser Krieg von 1866 war die kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund unter Führung Österreichs einerseits und Preußen sowie dessen Verbündeten andererseits. Zu diesen Verbündeten Preußens gehörte außer kleineren deutschen Staaten auch Italien. Der Krieg endete mit dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten. In Landeshuter Lazaretten starben in dieser Zeit 42 preußische und 57 österreichische Soldaten.
Ein 1867 von Stadt und Kreis gestiftetes großes Denkmal und eine Namenstafel aus Bronze ehrt alle. Daneben gibt es noch kleinere Gedenksteine. Eine Gedenktafel erinnert an einen jungen Österreicher: "Wand`rer steh` still, hier ruht ein Österreicher, ein junger Held, der, seinen Hauptmann zu retten, ging ein in eine bessere Welt! Und schmücke die Stätte mit Blumen, die im Leben so sehr er geliebt, wofür sein greiser Vater des Dankes schönsten dir gibt. Denn er lebt in weiter Ferne, kann nicht seinen Liebling erfreu`n, kann nicht die Flora des Herbstes durch Blumen des Frühlings erneun!"

Rechts im Bild der Heldenfriedhof mit den kleinen Gedenksteinen.

Das 1867 errichtete Kriegerdenkmal für die während des Krieges von 1866 gefallenen preußischen und österreichischen Soldaten.

Das restaurierte Kriegerdenkmal von 1866.

An die Schlacht bei Landeshut am 23. Juni 1760 erinnerte ein Gedenkstein mit der Inschrift" "Preußens Thermopylen, 23. Juni 1760". Außer der Sockelplatte ist dieser Gedenkstein heute nicht mehr vorhanden

Dieser Gedenkstein erinnerte an die Schlacht bei Landeshut 

am 23. Juni 1760.

Inmitten eines Haines junger Fichten lag das Marine-Denkmal. Der Marineverein "Vineta" ließ es im Jahr 1921 errichten. Erbaut wurde es von dem Landeshuter Bildhauermeister Gottfried Beier. Er starb kurz vor der Einweihung. Dieses Denkmal stellte einen zersplitterten Mastbaum dar. An seinem Fuße lag ein schwerer eiserner Anker. Jährlich fand Ende Mai eine Kranzniederlegung mit kleiner Feier zum Gedenken an die Skagerrakschlacht im Ersten Weltkrieg statt. Nach dem Krieg wurde das Denkmal zerstört.

Das Marinedenkmal

Im Jahre 1872 wurde auf dem Kirchberg für die Gefallenen des Krieges 1870/71 ein Denkmal errichtet. Die feierliche Einweihung fand am 1. September 1872 im Beisein vieler Ehrengäste statt. Gefertigt wurde dieses aus Sandstein bestehende Denkmal von dem Landeshuter Steinmetz-meister Pätzold. Das gesamte Denkmal erreichte eine Höhe von insgesamt 28 Fuß. Der auf der Spitze des Denkmals befestigte Adler stammte aus der Kunstzinkgießerei Leopold in Berlin. An allen vier Seiten befanden sich Marmortafeln, auf welchen die Namen derer verzeichnet waren, die früher in dem örtlichen Militärvereins-Bezirk wohnten und den Heldentod oder infolge von Verwundungen starben. Zu diesem Bezirk gehörten folgende Ortschaften: Landeshut, Krausendorf, Leppersdorf, Reichhennersdorf, Vogelsdorf, Nieder-Zieder und Ober-Zieder.
An der vorderen Tafel befand sich folgende Widmung: "Den 1870 und 71 für König und Vaterland gestorbenen in ferner Erde ruhenden Kriegern".
Auch dieses Denkmal besteht heute nicht mehr.

Blick auf das Kriegerdenkmal auf dem höchsten Punkt des Kirchberges.

Bericht aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 104/1873.

Um der Gefallenen des 1. Weltkrieges zu gedenken, wurde im Juli 1934 ein weiteres Kriegerdenkmal auf dem Kirchberg errichtet. Es bestand aus Rothenzechauer Marmor und am unteren Teil waren an fünf etwas hervorstehenden Steinen die Jahreszahlen 1914 - 1918 eingemeißelt. Für die Ausführung der Arbeiten zuständig war der Landeshuter Steinmetzmeister Ferdinand Großer. Dieses Denkmal ist heute noch vorhanden.

Steinmetzmeister Ferdinand Großer mit seinen Mitarbeitern

(Bild von Herrn Bernd Reißmann)

Das fast fertige Kriegerdenkmal
(Bild von Herrn Bernd Reißmann)

Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.