Gaablau (Jablów)
(Verfasser: Hella Tegeler)
Gaablau liegt im Nordwesten des Waldenburger Berglandes. Nachbarorte sind Liebersdorf, Rothenbach und Wittgendorf.
Gegründet wurde dieser Ort vermutlich um 1290. Im Breslauer bischöflichen Zinsregister wird er erstmals im Jahr 1305 als "Gablow, district circa Landeshuttam" erwähnt. Gaablau gehörte zum Herzogtum Schweidnitz und war 1369 im Besitz des Hans von Czettritz auf Schwarzwaldau. Zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz fiel es nach dem Tod des Herzogs Bolko Ii. 1368 erbrechtlich an die Krone Böhmen. Während der Hussitenkriege wurde der Ort vermutlich zwischen 1425 - 1427 zerstört und danach wieder aufgebaut. 1492 war er im Besitz der Familie von Czettritz. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Gaablau zusammen mit dem größten Teil Schlesiens 1742 an Preußen.
Nach der Neugliederung Preußens gelangte Gaablau 1815 an die Provinz Schlesien und gehörte ab 1816 zum Landkreis Bolkenhain. Im Jahr 1845 verkaufte die Familie von Czettritz den Besitz an den Baron Otto von Zedlitz. Seit 1874 gehörte die Landgemeinde Gaablau zum Amtsbezirk Liebersdorf im Landkreis Landeshut. 1910 erfolgte die Umbenennung des Amtsbezirkes Liebersdorf in Amtsbezirk Rothenbach in Schlesien. Dieser wurde zum 1. April 1934 mit den Landgemeinden Gaablau, Liebersdorf und Rothenbach in den Landkreis Waldenburg eingegliedert.
Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein evangelisches Gotteshaus errichtet, das am 12. Februar 1654 der katholischen Bevölkerung übereignet wurde. Danach war die Kirche zunächst eine Filialkirche von Friedland und gehörte ab 1922 zur Pfarrei Gottesberg. Die für die evangelische Bevölkerung zuständige Pfarrkirche war in Konradswaldau. Das zuständige Standesamt befand sich in Rothenbach.
Die Bevölkerung von Gaablau setzte sich überwiegend aus Bauern, Kleinlandwirten, Bergarbeitern und Industriearbeitern zusammen. Im Jahre 1911 hatte der Ort 847 Einwohner, davon waren 150 katholisch.
Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Pohlendt, Heinz: Die Landeshuter Passlandschaften, Priebatschs Buchhandlung Breslau 1938
- Wikipedia
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band 1785
Gaablau mit Blick auf die Schule (Bildmitte)
Die katholische Pfarrkirche:
Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein evangelisches Gotteshaus errichtet, das am 12. Februar 1654 der katholischen Bevölkerung übereignet wurde. Danach war die Kirche zunächst eine Filialkirche von Friedland und gehörte ab 1922 zur Pfarrei Gottesberg.
In der katholischen Pfarrkirche konnten die evangelischen Einwohner jährlich 12 Gottesdienste abhalten.
Die katholische Kirche (Aufnahme: vor dem Krieg)
Die katholische Kirche (Aufnahme: vor dem Krieg)
Die katholische Kirche (Aufnahme: vor dem Krieg)
Die katholische Kirche - heute
Epitaph an der Außenwand der Kirche.
Folgende evangelische Pastoren waren bis 1654 tätig:
Quellen:
- Grünewald: Aus der Predigergeschichte des Kirchenkreises Landeshut in: Schlesischer Gebirgsbote, Heft Nr. 16/1981
- Neß, Dietmar: Schlesisches Pfarrerbuch, 7. Band, Regierungsbezirk Liegnitz, Teil II, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig - 2016
1556 - 1604 George Ulmann
Um 1590 Jeremias Ulmann
1604 - 1616 Jeremias Ulmann
Bis 1616 Jacob Kühn
Bis 1625 Jeremias Ulmann
1629 - 1652 George Sartorius
1652 - 1654 Johann Neisser
Die Schule:
Zimmermann erwähnt in seinem 5. Band der Beyträge zur Beschreibung von Schlesien im Jahr 1785 bereits ein Schulgebäude.
Nach den Adressbüchern der Jahre 1911 und 1925 waren in diesen Zeiträumen an der evangelischen Schule folgende Lehrer tätig:
- 1911 = Hauptlehrer Hermann Müller
Ernst Halangk
Erwin Trodler
- 1925 = Hauptlehrer Hermann Müller
Ernst Halangk
Fritz Schulze
Edmund Leuschner
Hauptlehrer Hermann Müller
Er verstarb im Jahr 1949 in Sülbeck, Kreis Northeim
Die evangelische Schule mit Blick auf den Sattelwald
Die evangelische Schule (Aufnahme: vor dem Krieg)
Die frühere evangelische Schule - heute
Die Scholtisei:
Auch in Gaablau gab es früher eine Scholtisei. Scholtiseibesitzer war im Jahr 1858 G. Schneider.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 77/1858.
Die Gastronomie:
Soweit bekannt, gab es in Gaablau folgende Gasthäuser:
- 1911 = Haus Nr. 1 - Gasthof "Zum Gerichtskretscham" (August Krause)
Haus Nr. 60 - Gastwirt August Eisler
Haus Nr. 70 - Gastwirt Gustav Schubert
- 1925 = Haus Nr. 1 - Gasthof "Zum Gerichtskretscham" (August und Gustav Krause)
Haus Nr. 1 - Gasthof "Zum Gerichtskretscham"
(Besitzer: August Krause - Aufnahme: vor dem Krieg)
Der frühere Gerichtskretscham - heute
Haus Nr. 60 - Gasthof August Eisler
Haus Nr. 60 - Gasthof August Eisler
Haus Nr. 70 - Gasthof "Zur Friedenseiche"
(Besitzer: Gustav Schubert)
Haus Nr. 70 - Gasthof "Zur Friedenseiche"
(Besitzer: Gustav Schubert)
Haus Nr. 6 - Familie Reinhold Krause
Haus Nr. 14 - Familie Reinhold Seiffert
(Bild von Frau Marita Diemke)
Von rechts: Haus und Scheune der Familie Heinrich Keil - Nr. 74,
links daneben die Schule.
(Bild von Frau Marita Diemke)
Haus Nr. 74 - Familie Heinrich Keil
(Bild von Frau Marita Diemke)
Links: Haus Nr. 74 - Familie Heinrich Keil
(Bild von Frau Marita Diemke)
Dieses Bild stellte Herr Dierk Wördemann zur Verfügung.
Oben links: Martha Bergmann, geb. Grachel und ihr Ehemann Alex Bergmann (Aufnahme: ca. 1920).
Martha Bergmann, geb. Grachel, stammte aus Gaablau.
Laut Adressbuch des Jahres 1911 gab es folgende Familien Grachel:
Haus Nr. 1 - Wilhelm Grachel (Berginvalide)
Haus Nr. 43 - August Grachel (Berginvalide)
Haus Nr. 71 - August Grachel (Berghauer)
Lauf Adressbuch des Jahres 1925 lebte nur noch die Familie des August Grachel (Hauer) aus dem Hause Nr. 71 in Gaablau.
Haus Nr. 40 - Kaufhaus Ulber
Kaufhaus August Hänsel
Gewerbetreibende in Gaablau
Auszug aus dem Amtlichen Adressbuch für Industrie, Handel und Gewerbe des Jahres 1927.
Blick auf die Windmühle in Gaablau.