Rothenbach (Boguszów - Gorce)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Rothenbach liegt im Osten des Waldenburger Berglandes an der Kreisstraße 367, die von Waldenburg nach Landeshut führt. Nachbarorte sind u. a. Liebersdorf, Gaablau und Gottesberg.

Rothenbach wurde erstmals 1550 als Besitz der Adelsfamilie von Hochberg auf Fürstenstein erwähnt. Der ältere Ortsteil wird vom Lässigbach, der neuere Teil vom Rothenbach durchflossen. Den Namen hat der Ort von dem roten Waller des Rotenbaches, welches die Bewohner frühzeitig auf den Eisengehalt des Bodens hinwies. Die Eisengewinnung war auch außer Landbau die erste Beschäftigung der Bewohner. Im Jahre 1791 soll die erste Kohle gefunden worden sein, und von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich der Ort zusehends. Im Jahr 1872 wurde die erste Schule mit 60 Kindern gegründet.

Die meisten Bewohner waren im Bergbau beschäftigt. Rothenbach hatte 2 Kohlengruben, Abendröthe und Gustavgrube mit Koksanstalten und Ammoniakwerken.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Rothenbach zusammen mit Schlesien an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Landeshut eingegliedert. Es bildete eine eigene Landgemeinde und war Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem auch die Landgemeinden Gaablau und Liebersdorf gehörten. Mit einer Verwaltungsreform wurde der Amtsbezirk Rothenbach 1934 dem Landkreis Waldenburg zugeschlagen, mit dem er bis 1945 verbunden blieb. Im Jahr 1973 wurde Rothenbach mit der benachbarten Stadt Gottesberg zur Stadt unter der Doppelbezeichnung Gottesberg-Rothenbach (Boguszów-Gorce) zusammengelegt.

Im Jahr 1911 hatte Rothenbach 4947 Einwohner, davon waren 2802 evangelisch und 2135 katholisch.

Quellen:

  • Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
  • Beilage zum Landeshuter Tageblatt, Nr. 12/1930 in: Schlesischer Gebirgsbote Heft Nr. 13/1968
  • Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien 1845
  • Wikipedia
  • Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band 1785

Blick auf Rothenbach

Blick auf Rothenbach

Blick auf Rothenbach mit der katholischen Pfarrkirche

Die Landeshuter Straße mit der Gustav-Grube

Der Bahnhof:

Durch die Verbindungsstrecke Dittersbach - Altwasser erhielt Rothenbach bereits im Jahr 1868 Anschluss an die schon 1843 in Betrieb genommene zweitälteste Bahnstrecke Schlesiens von Breslau nach Freiburg. Eine Haltestelle wurde jedoch erst am 1. Oktober 1897 geschaffen. Für ihre Errichtung musste die Gemeinde 3.000 Mark und jede der beiden Gruben 2.000 Mark zahlen. Es handelte sich jedoch nur um ein kleines Häuschen als Billetausgabe. Als Wartehalle dienten ausrangierte Güterbahnwagen. Erst im Jahr 1903 wurde das neue Bahnhofsgebäude errichtet. Die Güterabfertigung wurde am 1. Dezember 1911 eingerichtet.

Der Bahnhof

Der Bahnhof

Die Kirchengemeinden:

Created with Sketch.

In Rothenbach gab es sowohl eine evangelische als auch eine katholische Kirche. Beide wurden aber erst nach dem Ersten Weltkrieg gebaut.
Beide Konfessionen gehörten zu den Kirchengemeinden in Gottesberg. Die katholische Gemeinde gehörte später zur Tochtergemeinde Gaablau, sie gingen aber weiter nach Gottesberg. Das bedeutete für die Rothenbacher Bevölkerung einen Weg von jeweils 3 km. Erst im Jahr 1911 erhielt Rothenbach einen Kommunalfriedhof, auf welchem die evangelische Kirchengemeinde Gottesberg ein Gerüst mit zwei Glocken anbringen ließ, die zu allen Beerdigungen läuteten. Wenige Tage vor Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die evangelische Kirchengemeinde Gottesberg erstmals einen Vikar, und zwar den Vikar Ulbrich, für Rothenbach ein, welcher die ersten Gottesdienste auf der Wiese des Gasthofes "Zum Klaraschacht", später in dessen Saal hielt. Dieser diente aber weiterhin auch zu gewerblichen Zwecken. Nachfolger des Vikars waren die Vikare Langer und Schmöckel. Der Wunsch auf ein baldiges eigenes Gotteshaus auf dem schon vorhandenen Bauplatz gegenüber der Schule konnte infolge des Ersten Weltkrieges damals nicht verwirklicht werden.

Der den Brandtnerschen Erben gehörende Gerichtskretscham, der Anfang 1900 einen Saalanbau erhalten hatte, wurde 1917 an die dem Fürsten von Pleß gehörende Grube Abendröthe verkauft, welche die Gastwirtschaft an Herrn Krebs verpachtete. Der Tanzsaal wurde aber Ende 1918 der evangelischen und katholischen Kirche für ihre Gottesdienste überlassen. Friedlich nebeneinander standen vor der ehemaligen Bühne der ev. und kath. Altar, seitlich Taufsteine und Kanzeln. Nach dem katholischen Gottesdienst fand der evangelische Gottesdienst statt. Danach war Kinder-gottesdienst. Damals betreuten nacheinander die Vikare Wäder, Rose und Klapschke die Rothenbacher, Kantor Beer spielte das Harmonium und leitete den Kirchenchor. Obwohl dieser Saal nur ein Provisorium sein konnte, waren die Rothenbacher sehr dankbar für diese Lösung.

1922 wurde die evangelische Kirchengemeinde Rothenbach - Gaablau gegründet, zu der noch die evangelischen Gläubigen der zu Liebersdorf gehörenden Kolonie Hochwald gehörten. Im Juli 1922 kam für die neue Kirchengemeinde der Vikar Johannes Klapschke als Geistlicher nach Rothenbach. Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr hielt er in der dafür zur Verfügung gestellten katholischen Kirche in Gaablau Gottesdienst.

Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wurde in der Kirchengemeinde von Jahr zu Jahr größer. Durch die Inflation standen aber keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Die Grube Abendröthe bot daher den Gerichtskretscham der evangelischen Kirchengemeinde zum Kauf an. Die Kirchengemeinde verkaufte daher ihren Bauplatz und erwarb den Gerichtskretscham. Sie verpachtete die Gasträume und ging schnell an erste bauliche Veränderungen, unterstützt von dem seit längerer Zeit bestehenden Kirchbauverein. Zur äußeren Gestaltung als Kirche wurden vor dem Haupteingang eine Vorhalle und am Saalbeginn ein Turm errichtet, der die Glocken vom Friedhof aufnahm, die beiden Konfessionen zu allen Gelegenheiten läuteten. Über den Gast-räumen wurde durch Umbauten eine Pfarrerwohnung geschaffen. Vikar Klapschke, in dieser Zeit zum Pfarrer ordiniert und ab 1. Juli 1926 zum Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Rothenbach - Gaablau gewählt, zog jungverheiratet in diese Wohnung ein.

Da auch ein Versammlungsraum erforderlich war, der älteste Gasthof Rothenbachs aber erhalten bleiben sollte, wurden die Gasträume nach Ausbau in die zum Grundstück gehörende ehemalige Kutscherstube mit Pferdestall verlegt, die bisherigen Gasträume im Pfarrhaus aber als Konfirman-densaal und Versammlungsraum umgestaltet. Aus einem Altarfonds wurden nach und nach die Leuchter, Abendmahlsgeräte, Taufbecken und Kanne, 5 Altargedecke und das Altargemälde Christus am Ölberg der Kirche gestiftet.

Nachdem um 1930 die katholische Kirche ihr eigenes Gotteshaus baute, löste sie bei der späteren Einweihung dieser Heiligen-Geist-Kirche das Mietverhältnis, und danach begannen die Pläne für die Ausgestaltung des Saales zu einem würdigen Gotteshaus. Nach langen Verhandlungen über Umbau, Finanzierung usw. begann im März 1934 der Umbau durch Baumeister Walter Zerbe aus Gottesberg. Der Saal erhielt an der Ostseite eine Apsis, eine Sakristei, innen eine Empore, eine gewölbte Decke, Kirchenfenster und alle sonst notwendigen Änderungen.

Am 19. August 1934 erfolgte die feierliche Einweihung. In einem langen Zug vom Klaraschachtsaal (während der Bauzeit Notkirche) bewegten sich viele Körperschaften und eingeladene Gäste mit den Gemeindegliedern zum Gotteshaus, wo Baumeister Zerbe die Schlüssel in feierlicher Zeremo-nie übergab. Nach Öffnung der Kirchentüren vernahm die Festgemeinde zum ersten Male die Klänge der neuen Orgel. Bischof D. Zänker weihte das neue Gotteshaus zur Lutherkirche.

Quelle:

  • Reuschel, Gustav: Schlesischer Gebirgsbote Heft Nr. 74/1985



Die evangelische Kirche

Die evangelische Kirche

Die evangelische Lutherkirche - Blick zum Altar

Die katholische Heilig-Geist-Kirche

Innenraum der katholischen Pfarrkirche

Innenraum der katholischen Pfarrkirche

Innenraum der katholischen Pfarrkirche

Die Schulen:

Created with Sketch.

Im Jahre 1750 wurde erstmals in Rothenbach Schulunterricht erteilt. Der Lehrer kam täglich nachmittags um die Kinder zu unterrichten. Zur Verfügung standen damals lediglich oft recht dunkle Wohnstuben. Ein festes Schulzimmer gab es damals noch nicht. Trotz des heftigen Widerstandes der Gemeinde löste die Regierung in Liegnitz zum 1. August 1862 die Filialschule auf und ab 22. Juni 1863 wurden die Rothenbacher Kinder in Lässig eingeschult. Rothenbach trug nun ein Drittel der dortigen Schullasten.

Dieser Umstand veranlasste die Gemeinde zum Bau eines eigenen Schulgebäudes, das am 1. Juli 1872 bezogen werden konnte. Mit einem Lehrer und 62 Kindern wurde der Unterricht begonnen. Aber bereits nach 5 Jahren musste im Beamtenhaus der Gustavgrube ein Klassenzimmer vorüber-gehend gemietet und ein zweiter Lehrer angestellt werden. Im Jahre 1880 wurde das Schulgebäude um einen Anbau erweitert. 1895 bezog die katholische Schule mit 2 Lehrern das spätere Gemeindebüro.

Die Schülerzahlen wuchsen verhältnismäßig schnell. Die evangelische Schule konnte am 7. April 1904 ihr neues Schulhaus mit 8 Klassenzimmern und Lehrerwohnungen einweihen. Der starke Zuzug katholischer Einwohner nahm bald solche Formen an, dass auch für sie weitere Unterrichtsräume benötigt wurden. Die Schulkinderzahl umfasste 1908 479 evangelische und 378 katholische Kinder. An das große Gebäude der evangelischen Schule baute man nach Westen einen 6 Klassenzimmer großen Flügel an. Im obersten Stockwerk standen auch noch Wohnräume zur Verfügung. Ab 1. Mai 1910 wurde dieser Teil nun genutzt.

Nach der Inflationszeit ermöglichte die Finanzlage der Gemeinde den Neubau einer Kochschule. Er wurde wiederum im Westen an den neuen Flügel der Volksschule angesetzt. Im Kellergeschoss befanden sich die Waschräume, im Hochparterre die Küche und darüber ein Klassenzimmer.  Wöchentlich wurden die Mädchen des letzten Schuljahres 3 Stunden von einer Haushaltungs-lehrerin unterrichtet.

Am 1. Oktober 1921 wurde die gewerbliche Berufsschule mit 12 Wochenstunden eröffnet. In diesem System waren aber die im Bergbau beschäftigten Jugendlichen nicht erfasst. Daher richteten 1925 die Grubenverwaltungen eine bergmännische Berufsschule in den Räumen der evangelischen Schule ein. In ihr waren ein Lehrer und ein Fachmann tätig. Die nach dem Ersten Weltkrieg noch immer wachsende Zahl der Schuleintritte zwang die Gemeinde zu neuen Maßnahmen. Die finanzielle Lage gestattete keinen Schulhausneubau, und der in Aussicht genommene Ankauf von Häusern zerschlug sich. So erwarb sie für die evangelische Schule zwei Döcker-Baracken, die 1921 aufgestellt wurden. Ihre leichte Bauart machte jedoch fast jährlich Reparaturen erforderlich. 1928 besuchten 484 Kinder die evangelische und 287 die katholische Volksschule.

Quelle:

  • Beilage zum Landeshuter Tageblatt Nr. 12/1930 in: Schlesischer Gebirgsbote Heft Nr. 13/1968.



Das Schulgebäude

Die Diakonissenanstalt:

Created with Sketch.

Am 1. Oktober 1895 wurde das der Grube Abendröthe gehörende Haus Nr. 72 von der Gemeinde als Diakonissenstation gemietet. Bis 1914 versahen 2 Schwestern den Krankendienst und eine verwaltete die Spielschule, die durchschnittlich von etwa 50 Kindern besucht wurde. Als eine Schwester zum Kriegsdienst einberufen wurde, übernahm Schwester Elisabeth die gesamte Pflege viele Jahre allein. Während des Ersten Weltkrieges ruhte der Betrieb fast 3 Jahre.

Im Jahre 1919 wurde die zweite Schwesterstelle wieder besetzt. Die Spielschulschwester erhielt als neue Aufgabe die Säuglingspflege. Zusätzlich erfolgte die Einführung der Lungenfürsorge, deren Sprechstunden in der Abendröthe-Baracke auf der Wiese des Gasthofs zum Klaraschacht stattfand. 1928 wurde das bei der Stilllegung der Grube Abendröthe frei gewordene Laboratoriumsgebäude und das anliegende Land von der Gemeinde käuflich erworben und darin im Obergeschoss zwei Wohnungen und im Parterre die Zahnklinik der Niederschlesischen Knappschaft eingerichtet. Der übrige Teil konnte am 24. November 1928 der Tuberkulosefürsorge übergeben werden.

Die in diesem Haus tätigen Schwestern stammten aus der Missionsschule Bibelhaus-Malche in Freienwalde a. der Oder. Nachdem in Rothenbach ein Vaterländischer Frauenverein 1925 ins Leben gerufen worden war, übernahm dieser die Diakonissenstation am 1. Januar 1926.

Quelle:

  • Beilage zum Landeshuter Tageblatt Nr. 12/1930 in Schlesischer Gebirgsbote Heft Nr. 13/1968

Die Diakonissenanstalt

Die Spielschule, Geb.-Jahrgänge 1923 - 1924 mit Spielschulschwester Luise

Das Kriegerdenkmal

Das Amtshaus
Amtsvorsteher war Louis Bullrich und Gemeindevorsteher Maximilian Schober.

Die Apotheke und das Postgebäude

Haus Nr. 46 - Kaufhaus August Meier

Im Haus Nr. 64 befand sich das Fotoatelier des Gustav Fuhrmann.

Die Gastronomie:

Nach dem Adressbuch des Jahres 1925 verfügte Rothenbach zu diesem Zeitpunkt über 2 Hotels und mehrere Gasthäuser:

Haus Nr.  75       =      Hotel und Gasthof "Zum Klaraschacht"    (Kurt von Fragstein)
Haus Nr.  80       =      Hotel und Gasthof "Glückauf"                    (Anton Gillar)

Haus Nr.  11         =      Gasthof von Richard Scholz
Haus Nr.  40       =       Gasthof von Karl Bathel
Haus Nr.  51        =       Gasthof von Max Emler
Haus Nr.  73        =       Gasthof von Max Kühn
Haus Nr. 110       =       Gasthof von Gustav Krebs
Haus Nr. 117        =       Restaurant "Bergmannsruh"                     (Berta Tschirner)
Haus Nr. 136       =       Gasthof "Im Krug zum grünen Kranze"                  (Georg Hirschel)

Haus Nr. 136 - Gasthof "Im Krug zum grünen Kranze"
(Besitzer: um 1900 Heinrich Vogt, später Georg Hirschel)

Haus Nr. 136 - Gasthof "Im Krug zum grünen Kranze"

Gasthof "Im Krug zum grünen Kranze" - Der Saal

Die Badeanstalt:

Am 17. Juni 1927 wurde in Rothenbach eine Badeanstalt eröffnet. Im Jahre 1929 wurde auch noch zusätzlich ein Planschbecken für Kinder geschaffen.

Die Badeanstalt

Bergbau in Rothenbach:

Created with Sketch.

Bereits im Jahre 1742 bestand in Rothenbach eine Grube. In den Jahren 1787 und 1791 wurde in Schwarzwaldau die "Gustav-Grube" mit dem "Alliance-Stollen" gemutet. Dieser Stollen begann im Lässigtal, und zwar in der Nähe des Schwarzwaldauer Schlosses. Er sollte bis in die Umgebung von Rothenbach führen, um dort die Kohle abzubauen. Aber dieses Unternehmen scheiterte an den zu hohen Kosten.

Die erste Dampfmaschine im niederschlesischen Kohlenbergbau, eine sog. Feuermaschine, wurde 1816 auf dem Tiefbau der "Abendröthe-Grube" installiert. Diese Zeche lag ursprünglich bei Kohlau und verlegte ihren Betrieb an Rothenbach heran. Genau siedelte später die bereits genannte "Gustav-Grube" nach Rothenbach über. Beiden Zechen verdankte Rothenbach sein rasches Wachstum an Bevölkerung. Im Jahre 1873 übernahm der 1869/70 abgeteufte "Klaraschacht" die Hauptförderung.

Besitzer der "Abendröthe-Grube" war die Herrschaft Fürstenstein und die "Gustav-Grube" gehörte dem Kommerzienrat Treutler.

Nach dem Ersten Weltkrieg gerieten die Rothenbacher Gruben in die roten Zahlen. Die verarmte deutsche Bevölkerung musste auch in der Kohlenfrage sparen, die Tschechoslowakei hatte selbst eine starke Kohlenindustrie aufgebaut und fiel somit als Abnehmer aus. Um dieses Problem zu beheben, kam es zu einer Konzentrierung in der Mitte des Kohlenreviers, so dass die nur noch unrentabel arbeitenden Randzechen stillgelegt werden mussten. Das Ende der Gruben in Rothenbach war damit gegeben. Die "Abendröthe-Grube" und die "Gustav-Grube" wurden 1928/29 geschlossen.

Quelle:

  • Heimatbuch des Kreises Landeshut, Zweiter Band, 1929: Aus der Geschichte des Rothenbacher Steinkohlenbergbaus

Die Abendröthe-Grube

Notgeld der Abendröthe-Grube

Landeshuter Straße mit der Gustav-Grube

Blick auf den Klaraschacht

Klaraschacht

Die Feuerwehr:

Die "Freiwillige Feuerwehr" wurde in Rothenbach am 14. September 1902 gegründet. Aber bereits vorher waren Geräte und eine Spritze vorhanden und mit den Gruben ein Abkommen wegen Feueralarms durch Grubensirenen getroffen worden. Im Jahre 1905 erfolgte die Errichtung des Steigerturms am alten Spritzenhaus. Eine wesentliche Arbeitserleichterung brachte die Waldenburger Wasserleitung durch Aufstellen der ersten Hydranten im Jahre 1907. Im Laufe der Jahre wurde das alte Spritzenhaus aber zu klein. Am 9. September 1928 wurde das neue Feuerwehrhaus feierlich übergeben.