Pfaffendorf (Szarocin)  

Die Bewohner, Häuser Nrn. 100 - Gutsbezirk

Haus Nr. 100:

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1911           =        Herbst, August - Inwohner; Klose, Gustav - Inwohner
1925          =        Güttler, Paul - Koksarbeiter; Klose, Gustav - Forstarbeiter;
                            Mende, Emma - Rentenempfängerin
1938          =        Güttler, Paul - Forstarbeiter; Klose, Gustav - Forstarbeiter;
                            Krause, Ernestine - Rentnerin

Es handelte sich um ein Mietshaus, das zum Dominium gehörte.
Mieter waren u. a.

  1. Familie Klose: Gustav Klose und seine Ehefrau Hedwig, geb. Kriegel, hatten 3 Söhne:

       1.1  Herbert Klose ist im 2. Weltkrieg gefallen.
       1.2 Paul Klose
           
 Er war 2-mal verheiratet
             1. Ehefrau:  Alice Utzt aus Haselbach (s. dort Haus Nr. 102), Tochter des Schmiedemeisters
                     Josef Utzt. Diese Ehe wurde aber nach kurzer Zeit geschieden.
             2. Ehefrau:  Elisabeth Grallert aus Schreibendorf.
                     Ihre Schwester Emma war in Haselbach mit Richard Drescher verheiratet (s. dort Haus
                     Nr. 47).
        1.3 Willi Klose
              
Willi erlernte den Weberberuf, wurde Webmeister und zog nach Schömberg. Nach 1946
              lebte er mit seiner Familie in Zorn über Bad Schwalbach.
Nach dem Kauf des Hauses Nr. 101 zog die Familie Klose in die eigenen vier Wände um.

1911 wohnte auch August Herbst aus Schreibendorf in diesem Haus. Er war mit Emma Selma Fischer verheiratet.

Haus Nr. 101:

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1911           =         Pfeiffer, Heinrich - Kleingärtner
1925          =         Goebel, Paul - Hausbesitzer
1938          =         Klose, Paul - Schlosser

Dieses Haus wechselte im Laufe der Jahre mehrfach den Besitzer. Zuletzt gehörte es Gustav Klose (s. Haus Nr. 100). In Pfaffendorf wurde er auch der Klose-Fischer genannt, weil er die Fischerei im Schweinlich gepachtet hatte.

Die Familie Klose erlitt ein schweres Schicksal. Sie war die letzt in Pfaffendorf verbliebene deutsche Familie. Sohn Paul musste in der Porzellanfabrik in Haselbach arbeiten. Seine Eltern und seine Ehefrau blieben bei ihm und teilten mit ihm das harte Leben.

Im Oktober 1949 war es Gustav Klose und seiner Ehefrau Hedwig, geb. Kriegel, vergönnt, das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern. Zu diesem Fest waren alle Deutschen aus den Nachbardörfern eingeladen. In Haselbach, Dittersbach städt. und Schreibendorf lebten auch noch einige deutsche Familien. Gustav Klose starb 1958 in Pfaffendorf und seine Ehefrau Hedwig 1959.

Am 06.12.1966, nach 21 Jahren, durfte Paul Klose endlich zu seinem Bruder, Webmeister Willi Klose, nach Zorn über Bad Schwalbach ausreisen. Seine Ehefrau Elisabeth, geb. Grallert, war am 18.03.1965 in Pfaffendorf verstorben. Am 22.03.1970 heiratete Paul Klose in 2. Ehe seine Cousine Else, geb. Sladkowski. Das Glück war aber nur von sehr kurzer Dauer, da er bereits am 11.04.1970 in Zorn verstarb.

Haus Nr. 102:

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1911           =        Emmrich, Wilhelm (sen.) - Schmiedemeister;
                            Emmrich, Wilhelm (jun.) - Schmiedemeister
1925          =        Emmrich, Hermann - Landwirt
1938          =        Emmrich, Hermann - Landwirt; Emmrich, Fritz - Tischler

Dieses Haus gehörte Hermann Emmrich, verheiratet mit Emma Neuherz. Die Eheleute hatten 2 Kinder:

  1. Fritz Emmrich                     (1911 - 1996 in Freudenberg)

       Er heiratete Elfriede Pohl, Tochter des Bahnarbeiters Gustav Pohl (s. Haus Nr. 72).
    2. Margarete Emmrich, verh. Seidel  (verst. 2001 in Kreuztal/Siegerland)

Hermann und Emma Emmrich fanden nach 1946 in Bindow über Königswusterhausen eine neue Heimat. Emma Emmrich starb 1963, ihr Ehemann folgte ihr im Jahr 1965.

Haus Nr. 103:

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1911           =        Lösche, Karl - Kleingärtner
1925          =        Lösche, Gustav - Hausbesitzer
1938          =        Lösche, Berta- Hausbesitzerin

Nach dem Tod seines Vaters Karl übernahm Gustav Lösche dieses Haus. Verheiratet war er mit Berta Casper. Während der Ehe wurden drei Kinder geboren:

  1. Gerhard Lösche ist während des 2. Weltkrieges gefallen.
  2. Herbert Lösche ist während des 2. Weltkrieges im Antonienwald tödlich verunglückt.
  3. Erna Lösche           (1923 - 2004 in Siegen)

       Sie heiratete Rudolf Künzel aus Haselbach (s. dort Haus Nr. 3), Sohn des Felix Künzel und 
       dessen 1. Ehefrau Martha, geb. Liebsch (s. auch Pfaffendorf Haus Nr. 78).

Gustav Lösche starb bereits 1931 in Pfaffendorf. Seine Ehefrau lebte nach 1946 bei ihrer verheirateten Tochter Erna Künzel in Hüttental-Geisweid (Siegerland). Dort starb sie am 06.11.1967.

Haus Nr. 104:

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1911           =       Mende, Geschwister - Web.; Wähner, August - Großgärtner
1925          =       Wähner, August - Hausbesitzer; Pfitzner, Richard - Arbeiter
1938          =       Wähner, August - Hausbesitzer; Pfitzner, Richard - Arbeiter

Ursprünglich beherbergte dieses Haus eine kleine Weberei, die im Besitz der Familie Mende war. Diese Familie war mit dem folgenden Besitzer des Hauses, August Wähner, verwandt. Er heiratete Karoline Bürgel aus Schreibendorf. Während der Ehe wurde Tochter Klara geboren, die sich mit Richard Pfitzner aus Breslau vermählte. Aus dieser Verbindung stammen 3 Kinder:

  1. Irmgard Pfitzner, verh. Balle
  2. Gerhard Pfitzner                    (1925 - 1982)
  3. Wilhelm Pfitzner starb im Alter von 10 Jahren nach der Vertreibung.


Richard Pfitzner ist während des 2. Weltkrieges gefallen. Seine Familie wohnt seit 1946 in Halle an der Saale.

Haus Nr. 105:

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1911           =        Anders, Adolf - Böttchermeister
1925          =        Anders, Adolf - Böttchermeister
1938          =        Anders, Adolf - Böttcher

In diesem Haus lebte und arbeitete der Böttchermeister Adolf Anders. Er war verheiratet mit Agnes Mecke aus Giessmannsdorf. Aus dieser Verbindung stammen 9 Kinder:

  1. Grete Anders, verh. Schmidt
  2. Gertrud Anders                        (1921 - 2004 in Jena)
  3. Marta Anders, verh. Köhler
  4. Martin Anders ist während des 2. Weltkrieges gefallen.
  5. Oswald Anders ist ebenfalls während des 2. Weltkrieges gefallen.
  6. Alfred Anders wird seit dem 2. Weltkrieg vermisst.
  7. Else Anders, verh. Schwedler
  8. Richard Anders                       (1925 - 1970 in Rheinhausen) 
  9. Helmut Anders                       (1922 - 1976 in Kamp-Lintfort)  


Adolf Böttcher verstarb während des Krieges in Pfaffendorf. Nach dem Tod ihres Ehemannes heiratete Agnes Anders einen Herrn Sawatzki. Sie starb am 04.01.1958 in Kamp-Lintfort, Kreis Moers. 

Haus Nr. 107:

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1911           =       Friebe, verw. - Postagent
1925          =       Pfeiffer, Heinrich - Landwirt
1938          =       Pfeiffer, Heinrich - Landwirt; Pfeiffer, Wilhelm

Diese Landwirtschaft gehörte Heinrich Pfeiffer. Er übte in Pfaffendorf bis zur Vertreibung das Amt des Gemeinderechners aus.
Mit seiner Ehefrau hatte er zwei Kinder:

  1. Wilhelm Pfeiffer

       Er heiratete Frieda Schäl, Tochter des Landwirtes Schäl (s. Haus Nr. 114). Aus dieser
       Verbindung stammen die drei Söhne Alfred, Werner und Walter.
    2. Anna Pfeiffer
        
Sie vermählte sich mit dem Schmiedemeister Kurt Emmrich (s. Haus Nr. 83).

Nach 1946 lebte die Familie Pfeiffer im Siegerland. Heinrich Pfeiffer starb am 05.03.1963 in Lindenberg. Frieda Pfeiffer, geb. Schäl, verstarb am 06.05.1986 in Kreuztal-Eichen, ihr Ehemann Wilhelm am 07.01.1989.

Haus Nr. 107 - Familie Pfeiffer

Haus Nr. 109:

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1911            =        Elsner, Wilhelm - Bahnarbeiter; Wähner, Gustav - Chausseewärter
1925           =        Friebe, Wilhelm - Arbeiter; Müller, Adolf - Arbeiter; Sommer, Max - Arbeiter
1938           =        Liebig, Albert - Packer; Sommer, Max - Fabrikarbeiter

Dieses Haus gehörte dem Bäckereibesitzer Gustav Drescher (s. Haus Nr. 81).
Mieter waren u. a.

  1. Adolf Müller, verheiratet mit Bertha Rasper (sie starb im März 1957 in Silberhausen/Thüringen. Aus dieser Verbindung stammen zwei Töchter:

       1.1  Frieda Müller, sie heiratete Alfred Friebe (s. Haus Nr. 67).
       1.2  Erna Müller, sie heiratete Wilhelm Friebe (s. Haus Nr. 60).
       Zwischen Alfred und Wilhelm Friebe bestand keine Verwandtschaft.
    2. Wilhelm Friebe verheiratet mit Erna Müller (s. o. 1.2). Das Ehepaar erwarb nach 1925 das
        Haus Nr. 60.
    3.  Albert Liebig ist während des 2. Weltkrieges gefallen.

Haus Nr. 110  (Hotel "Graf Moltke"):

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1911            =        Klose, Gustav - Hotelbesitzer
1925           =        Beck, August - Gastwirt; Krause, August - Arbeiter
1938           =        Beck, Ida - Gasthofbesitzerin; Blau, Gerhard - Webmeister;
                             Hüner, Emil - Arbeiter; Schmidt, Gustav - Elektroinstallateur

Ursprünglich gehörte das Hotel Gustav Klose. Der folgende Besitzer war zunächst August Beck. Dieser war 2-mal verheiratet. Aus der 1. Ehe stammen 4 Kinder, u. a. Tochter Adele Beck, die sich mit dem späteren Mühlenbesitzer Karl Peisert vermählte (s. Haus Nr. 56).
In 2. Ehe heiratete August Beck die verwitwete Ida Wagner aus Brieg, die das Hotel nach dem Tod ihres Ehemannes (Ende 1920) weiterführte. Nach 1938 übernahm ihr Sohn Richard Wagner aus ihrer 1. Ehe mit seiner Ehefrau Elli Ehrling das Hotel. Aus dieser Verbindung stammen zwei Töchter:

  1. Waltraud Wagner, verh. Rath
  2. Brigitte Wagner, verh. Giesler


Nach 1946 wohnte die Familie Wagner in Buschhütten-Langenau im Siegerland. Dort starben Richard Wagner am 01.11.1986 und seine Ehefrau Elli am 01.08.1991.

Mieter im Hotel "Graf Moltke" waren:

  1. Webmeister Gerhard Blau
  2. Elektorinstallateur Gustav Schmidt
  3. Emil Hüner, er starb 1955 in Kitzen, südwestlich von Leipzig.

Hotel "Graf Moltke" (Aufnahme: vor dem Krieg)

Rechts: Hotel "Graf Moltke", Bildmitte: Haus Nr. 63 mit Nebengebäude

Haus Nr. 111:

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1925          =       Feifar, Hugo - Tischlermeister
1938          =       Feifar, Hugo - Tischlermeister

Dieses Haus gehörte dem Tischlermeister Hugo Feifar. Nach 1911 wurde es erst errichtet. Hugo Feifar war 2-mal verheiratet:

1. Ehefrau:  Lina Hoffmann; sie übte in Pfaffendorf über 30 Jahre das Amt der
       Gemeindesektretärin aus. Nach 1938 wohnte sie im Haus Nr. 124. Aus der Verbindung mit Lina,
       geb. Hoffmann, stammen 2 Söhne:
       1.  Walter Feifar
           
Er war mit Rosina Knittel verheiratet. Während des 2. Weltkrieges ist er gefallen. Sohn Edgar
           hat ebenso wie sein Vater das Tischlerhandwerk erlernt.
           Rosina Feifar lebte mit der Familie ihres Sohnes nach 1946 in Braunlage. Dort starb sie am
           02.04.1986.
        2. Helmut Feifar
           
Er heiratete Frieda Ulber aus Reußendorf (s. dort Haus Nr. 93). Aus dieser Verbindung
            stammen 2 Kinder, Sohn Joachim und Tochter Bärbel. Helmut Feifar ist ebenfalls während
            des 2. Weltkrieges gefallen. Seine Ehefrau starb 1950 in Ströhen im Alter von nur 35 Jahren.

2. Ehefrau:  Else, geb. Kühn, Tochter aus dem Kolonialwarengeschäft Kühn in Pfaffendorf 
          (s. Haus Nr. 70).

Hugo Feifar war etwa ab 1925 zwanzig Jahre Vorsitzender des gemischten Chores "Rautendelein" aus Pfaffendorf. Chorleiter war der Lehrer Helmut Stark.

Nach 1946 lebte Hugo Feifar mit seiner Ehefrau in Ennepetal. Dort verstarb er 1965. Seine Ehefrau Else starb am 17.02.1983.

Die folgenden genannten Häuser gehören zum Ortsteil Eventhal:

 (in Klammern = Hausnummern ab 1943)

Haus Nr. 1  (Nr. 113):

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