Vereine:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quellen:
-
Chronik der Stadt Landeshut, Druck und Verlag:  Armin Werners Buchdruckerei Landeshut
-
Schlesischer Gebirgsbote

In Landeshut bestand früher ein sehr reges Vereinsleben. Viele Vereine wurden im Laufe der Jahrzehnte gegründet.
Allein drei Schützenvereine konnte die Kreisstadt aufweisen:

  • "Das Vereinigte Bürger-Schützenkorps"
  • "Der Verein ehemaliger Jäger und Schützen"
  • "Der Karnöffel-Bürger-Unterstützungsverein"


Im Jahre 1802 wurde das alte Schießhaus errichtet und feierlich eingeweiht. 1931 erfolgte die Schließung und Umbau in ein HJ-Heim. An der Waldenburger Straße entstand der Neubau des Schützenhauses.

Dieses Haus wurde im Jahre 1931 geschlossen und später zum HJ-Heim umgebaut.

Das alte Schützenhaus, das 1931 zum HJ-Heim umgebaut wurde.

Der Saal im alten Schützenhaus

Das neue Schützenhaus an der Waldenburger Straße

Vor dem neuen Schützenhaus - Mitglieder der Schützengilde

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"Das Vereinigte Bürger-Schützenkorps"

Neu ins Leben gerufen wurde das Vereinigte Bürger-Schützenkorps im Jahre 1840. Das Schützen-Bataillon Landeshut bestand aus den Gilden Landeshut, Liebau, Schömberg und Rothenbach. Das letzte Bataillons-Schießen fand in Schömberg statt. König wurde Georg Trulley, Kornstraße. Früher war auch einmal der Gastwirt und Getreidekaufmann Josef Niepel aus Schömberg Bataillons-König. Der letzte Hauptmann des Bürger-Schützenkorps war der Juwelier Alfred Wehner sen., Kornstraße.

Der Schützenkönig Josef Kirsch (Wirt des Schützenhauses)

Der Schützenkönig wird in Begleitung des Stadtältesten Josef Brodkorb feierlich aus dem Rathaus geleitet.

Die Ehrengarde des "Vereinigten Bürgerschützenkorbs" ist angetreten

 (links: Hauptmann Juwelier Alfred Wehner sen.)

In Begleitung des Stadtältesten Josef Brodkorb wird der Schützenkönig feierlich durch die Stadt geleitet.

Der Karnöffel-Bürger-Unterstützungsverein

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Am 1. September 1846 wurde der "Karnöffel-Bürger-Unterstützungsverein" gegründet. Jedes Jahr in der ersten Woche des Monats Juli feierten die Landeshuter Einwohner mit dem Karnöffelverein ihr Karnöffelfest. Welche Bedeutung hat nun das Wort "Karnöffel"? Laut Duden ist "Karnöffel" oder auch älter "Karnüffel" ein altes Kartenspiel. Ob die erste Silbe "Karn" etwas mit Fleisch zu tun hat, ist nicht mehr festzustellen. Vielleicht war es einmal ein Spiel der Fleischer oder es diente den Landsknechten zur Ablenkung, vielleicht zur Niederschlagung fleischlicher Gelüste. Nach dem Sprach-Brockhaus war es ein beliebtes Kartenspiel der Lutherzeit und soll ein entstelltes lateinisches Lehnwort sein, nämlich von "Kardinalspiel" kommen. Der genaue Ursprung des Wortes ist aber unbekannt.

Der Karnöffelverein war ein Wohltätigkeitsverein. Die Überschüsse aus den Einnahmen des Festes wurden unter den bedürftigen Bürgern Landeshuts verteilt. Vereinsvorsitzender war der lang-jährige Stadtverordnetenvorsteher Kaufmann Hermann Aberle. Das Fest dauerte zwei Tage, Sonntag und Montag. Zu Beginn des Festes versammelten sich die Vereinsmitglieder im Gasthof "Zum Schwarzen Adler" an der Moltkestraße, um von dort aus durch die festlich geschmückten Straßen zum Festlokal "Zur Stadtbrauerei" am Brauhausplatz zu ziehen. Hier begann der eigentliche Trubel. Wer Karnöffelkönig werden wollte, der begab sich hinaus auf die Rinkelwiese und konnte seine Schießkünste beweisen. Mit der Armbrust wurde auf zwei große, hölzerne Adler geschossen, die auf 15 Meter hohen Stangen aufgestellt waren. Karnöffelkönig konnte nur derjenige werden, der die Krone von einem der beiden Adler abgeschossen hatte oder zumindest das Kreuz über der Krone. Die Proklamation des neuen Königs erfolgte jeweils am Montag. Es war ein feierlicher Augenblick, wenn Kaufmann Aberle dem neuen König die schwere Königskette um den Hals legte. Anschließend wurde er, begleitet von einer jubelnden Menge, durch die festlich geschmückten Straßen geleitet. Der Marsch endete vor dem Hotel "Zum Raben" am Markt. Dort beendete ein großer Festball im "Rabensaal" das traditionelle Landeshuter Karnöffelfest.

Postkarte vom Karnöffelfest

Eine Urkunde des Landeshuter Karnöffelvereins

Der Landeshuter Karnöffelverein in der Kirchstraße auf dem Weg zur Gnadenkirche (Aufnahme: 1909)

(Bild von Herrn Karl-Heinz Wehner)

Alfred Wehner sen. (1869 - 1947) als Schützenkönig 1939

(Bild von Herrn Karl-Heinz Wehner)

Der "Verein ehemaliger Jäger und Schützen"

Am 25. Juni 1905 fand die Fahnenweihe des "Vereins ehemaliger Jäger und Schützen" statt (siehe folgendes Bild).

Der Marineverein "Vineta"

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Mitglieder dieses Vereins waren ehemalige Angehörige der Marine und Kolonialtruppen. U. a. gehörten diesem Verein folgende Personen an: Konrad Rummler (Installateur) - Vorsitzender; Kurt Spieske (Ziederstraße); Regierungsrat Eckert - Kapitän zur See; Dr. Jung - Marine-Stabsarzt; Fleischermeister Krause - Schiffskoch; Kinobesitzer Böhle; Karl Pfitzner; Kaufmann Gläser; Willi Scholz (Kraftfahrer); Albrecht Berger (Finanzamt).

Das Marine-Ehrenmal auf dem Kirchberg wurde von dem Verein gepflegt. Jährlich fand Ende Mai eine Kranzniederlegung mit kleiner Feier zum Gedenken an die Skagerrakschlacht im Ersten Weltkrieg statt. Die Herren marschierten geschlossen in dunkelblauen Anzügen mit Marine-Mützen zum Kirchberg.

Auch die Ehefrauen der Mitglieder hatten sich zusammengeschlossen und hielten ihr "Kränzel" einmal im Monat im Hotel "Zum Raben" am Markt ab.

Das Marine-Denkmal

Mitglieder des Marinevereins im Jahre 1931

Ausflug des Marinevereins im Jahre 1936

Das "Kränzel" der Ehefrauen der Vereinsmitglieder

Der Landeshuter Spar- und Bauverein:

Dieser Verein wurde im Mai 1905 gegründet und feierte 1925 sein zwanzigjähriges Bestehen. Dem Vorstand und Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an: Heinzel, Wiedlarsch, Buchberger, Hofmann, Reuß, Schreiber, Opitz, Winkler, Mühlisch, Becker, Eckert, Kramer, Hollmann, Rummler, Klemm, Bettermann und Krause.

Der "Vorschußverein"

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Der Vorschußverein wurde am 9. Februar 1862 in Landeshut nach dem System von Franz Hermann Schulze-Delitzsch gegründet. Der Vorsitzende war Realschuldirektor a. D. Dr. Kayser, Rendant Buchhändler Rudolph und Kontrolleur Realschullehrer Nocht.

Der Jurist und Sozialpolitiker Franz-Hermann Schulze-Delitzsch wurde am 29. August 1808 in Delitzsch geboren und starb am 29. April 1883 in Potsdam. Schulze-Delitzsch war Richter und Abgeordneter der preußischen Nationalversammlung. So wie Raiffeisen im ländlich-argrarischen Bereich, gründete Hermann Schulze-Delitzsch im gewerblichen Sektor Genossenschaften, wobei er sich von der Einsicht leiten ließ, dass die Industrialisierung in Deutschland erhebliche Gefahren für die kleineren Gewerbetreibenden heraufbeschwor. Den Handwerkern und gewerblichen Klein- bis Mittelbetrieben fehlten die finanziellen Mittel, um im Konkurrenzkampf mit der aufkommenden Großindustrie mithalten zu können. Die Bildung von Genossenschaften erschien hier als Ausweg aus der bedrohlichen Situation..

Im Jahre 1849 begann Schulze-Delitzsch mit der Gründung der Schuhmachergenossenschaft in Delitzsch, 1850 folgte dann der Eilenburger Vorschußverein. Die Idee der Vorschuß- und Kreditvereine bestand darin, dass alle Mitglieder, sowohl reich als auch arm, gemeinsam in die Genossenschaft einzahlen und damit einen Kapitalgrundstock schaffen. Für Kredite haften alle Mitglieder. Alle Mitglieder gemeinsam bestimmen die Genossenschaftspolitik. Durch seine Gründungen und Tätigkeiten gilt Hermann Schulze-Delitzsch als Vater der Volksbanken.

Der "Kutscher- und Haushälterverein":

Das folgende Bild zeigt den Festzug des Vereins durch die Bolkenhainer Straße im Jahre 1935. Vereinslokal war das "Deutsche Haus" in der Schömberger Straße.

Die Musikvereine und Gesangvereine:

Die Landeshuter Stadtkapelle

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Leiter der Stadtkapelle war der Stadtkapellmeister Josef Spitzer, sein jüngerer Bruder Fritz war sein Stellvertreter. Die Stadtkapelle bestand im Durchschnitt aus 25 Mitgliedern. Bis zum Jahre 1909 wohnte Josef Spitzer  im "Schwarzwälderhaus" und anschließend in der Villa Liepe in der Obergasse. In seinen Privaträumen fanden die regelmäßigen Unterrichtsstunden und Proben statt.

Die Tätigkeit der Stadtkapelle war äußerst vielseitig. Musikaufträge aller Art, wie Kirchenmessen, Konzerte, Platz- und Turmmusik, Beerdigungs-musik, Vereinsfestlichkeiten und Tanzmusik wurden von ihr bestritten. Gartenkonzerte gab es auf dem Burgberg, im Brauereigarten und im Garten des Hotels "Kaiserhof". Anziehungspunkt war auch die Göbel-baude, wo er mit seiner Kapelle am Himmelfahrtstag schon morgens um 6 Uhr aufspielte. Monatlich gab es ein Platzkonzert auf dem Marktplatz. Im Raaben-, Kaiser- und Luckersaal fanden unter seiner Leitung Konzerte statt, die zum Teil der klassischen Musik gewidmet waren.
Auch bei Gastspielen auswärtiger Operettenbühnen wirkten die Musiker mit. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Firma F. V. Grünfeld schrieb der diesem Betrieb angehörige Max Fink ein Volksstück mit Gesang und Tanz. Die Musik hierzu komponierte Stadtkapellmeister Josef Spitzer.

Der Höhepunkt der sommerlichen Vergnügungen war das Bürger-schützen- und Karnöffelfest. Durch die Straßen Landeshuts erklang Marschmusik, gespielt u. a. von der Stadtkapelle.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges begann das Ende der Stadtkapelle.  Sie war nicht mehr spielfähig, da die meisten Mitglieder einberufen wurden. Josef Spitzer starb zwischen 1914 - 1918.

Der Landeshuter Männerchor

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Im November 1914 wurde der Landeshuter Männerchor gegründet. Der Vorsitzende und Gründer war Konrektor Hugo Lamprecht. Zum 2. Vorsitzenden wurde Heinrich Lindner gewählt, der als Buchhalter bei der Fa. Rinkel beschäftigt war. Der Kantor der Gnadenkirche, Friedrich Fichtner, wurde erster Dirigent. Nach dem Tod des 2. Vorsitzenden trat an dessen Stelle der Baumeister Grabsch. Als völlig überraschend auf dem Wege zur Gesangsstunde Kantor Fichtner starb, war diese Stelle lange Zeit unbesetzt. Nachfolger wurde dann der Musiklehrer des Gymnasiums, Herr Dr. Friedrich Paesler.

Der Männerchor war im Laufe der Jahrzehnte für die Stadt, den Kreis, aber auch über den Kreis hinaus ein Begriff. Er war aus dem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken. Er nahm an allen Kreis- und Deutschen Sängerfesten teil. Im Zuge der Gleichschaltung im Jahre 1933 wurde der Frauenchor dem Männerchor angegliedert und erhielt nun den Namen Landeshuter Männer- und Frauenchor. Als Konrektor Lamprecht aus Landeshut wegzog, wurde Baumeister Grabsch Vorsitzender und an Stelle von Herrn Dr. Paesler trat Herr Studienrat Krusch.

Vorsitzender und Gründer des Männerchores,

 Konrektor Hugo Lamprecht

Dirigent Kantor Friedrich Fichtner

Landeshuter Männerchor - I. Tenor
Hintere Reihe, von links: 1. Landa; 3. Tschirdewan; 4. Gärtner; 
5. Gärtner; 6. Hep(t)ner.
Vordere Reihe, von links: 2. Wehner; 4. Schulz; 5. Lange (Bierverleger).

Landeshuter Männerchor - II. Tenor
Hintere Reihe, von links: 1. Beier; 3. Eckert; 4. Prause; 5. Beier; 6. Büttner; 7. Putzki; 8. Hampshire.
Vordere Reihe, sitzend, von links: 1. Krause (Fleischer); 2. Kirsch; 
3. Lamp(b)recht; 4. Lindner,

Landeshuter Männerchor - I. Bass
Hintere Reihe, von links: 7. Hübner.
Mittlere Reihe, von links: 1. Münch; 2. Muschner; 3. Zahn; 4. Kühn;
 5. Gerber; 6. Kretschmer.
Untere Reihe, von links: 1. Beier; 2. Bergs; 3. Meisel; 4. Güttler; 5. Gerber; 6. Opitz (Gärtner).

Landeshuter Männerchor - II. Bass
Hintere Reihe, von links: 5. Gruner.
Untere Reihe, von links: 2. Riedel; 3. Hesse; 4. Grabsch.

Der Katholische Gesangverein 

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Gegründet wurde dieser Verein in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Er nannte sich zunächst Gesangsabteilung der katholischen Vereine, wurde später aber ein selbstständiger Verein. Vorsitzender war Heinrich Heptner, Chorleiter Christian Georg Matzker (Sohn des Kantors Matzker). Im Jahre 1928 wurde Franz Pfeiffer Chorleiter, und etwa zur selben Zeit Georg Paul Vorsitzender. Während des Dritten Reiches musste der Verein im Zuge der "Gleichschaltungen" seinen Namen ändern und nannte sich "Grenzland-Männerchor". Im Laufe der folgenden Jahre mussten sich alle Landeshuter Gesangvereine zu einem Chor zusammenschließen. Die Folge davon war, dass immer mehr Sänger das Interesse am Chorgesang verloren.

Das folgende Bild zeigt die Mitglieder des Katholischen Gesangvereins:
Erste Reihe von links nach rechts: Franz Pfeiffer, Hermann Elsner, Heinrich Heptner, Georg Paul und Richard Bartsch.
Zweite Reihe von links nach rechts: Oskar Görnt, Josef Bernhard, Adolf Borupka, Erich Weyrauch, Paul Niepsch, Josef Kirsch (Schützenhaus-Wirt), Georg Matzker, Hans Riedel und Georg Hauff.
Hintere Reihe von links nach rechts: Felix Spitzer, Gerhard Jäckel, unbekannt, Reinhold Anft, Adolf Jung, Unbekannt.

Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges fand in Landeshut ein großes Sängerfest statt.

Der Mandolinen- und Lautenchor:

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Mitte 1920 wurde unter der Leitung des in Landeshut sehr bekannten Musikers und Chorleiters Herrn Franz Krause der Landeshuter Mandolinen- und Lautenchor gegründet. Er erfreute sich sehr schnell großer Beliebtheit. Wann auch immer dieser Chor im "Kaisersaal" aufspielte, es war immer ein großer Erfolg.

Auf dem unteren Foto ist Franz Krause mit seinen Söhnen Georg und Gerhard abgebildet.

Der Mandolinen- und Lautenchor mit Chorleiter Franz Krause

Chorleiter Franz Krause

Der evangelische Männer- und Jünglingsverein

Am 18. Januar 1885 wurde der evangelische Männer- und Jünglingsverein gegründet. Zum 
1. Vorsitzenden wurde Pastor prim. Förster gewählt.

Das folgende Bild zeigt Mitglieder des Vereins vor dem Hauptportal der Gnadenkirche im Jahr 1926.
1. Reihe sitzend, 4. - 6. von links: Superintendent Kretschmer, Pastor Krebs und Lehrer Stein.

Die Johannis-Loge zum innigen Verein am Riesengebirge

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Die Freimaurerloge "Zum innigen Verein am Riesengebirge" - Orient Landeshut - wurde nach der Stiftungsurkunde am 19. April 1820 gegründet. Die Versammlungsräume befanden sich zunächst im Hause Markt Nr. 19 im 1. Stockwerk. Das Haus war damals im Besitz der Kaufmannsfamilie Dorn, später erwarb der Kaufmann Paul Tschirner dieses Haus. Gegen Ende des 1. Weltkrieges kaufte die Freimauererloge das Patrizierhaus Markt Nr. 24. Unterhalb des Giebels befindet sich noch heute das Logen-Embleme "Winkelmaß und Zirkel".

Was bedeutet Freimaurer? Er ist bemüht, durch ernste Arbeit an sich selbst mit Hilfe und im Kreise gleichgesinnter Brüder den eigenen Menschen zu vervollkommnen und ihn zu einem brauchbaren Glied der Gesellschaft zu formen. Die Aufnahme in eine Loge stand allen unbescholtenen Männern nach Anhörung von beizubringenden Bürgern in geheimer Abstimmung offen.

Folgende Personen waren Gründungsmitglieder:

  • Dorn                                                                        verstorben  1825
  • Fiedler                                                                            "             1848
  • Flandorffer                                                                     "            1851
  • Ganser                                                                            "            1824
  • Gärtner                                                                           "            1830
  • Geyer                                                                              "            1840
  • von Happe                                                                     "            1828
  • Heller                                                                              "            1842
  • Herrmann                                                                      "             1851
  • Loge                                                                               "             1846
  • Meyer                                                                             "             1826
  • Pohl                                                                                "             1856
  • Freiherr von Schöning                                                  "             1826
  • Semper                                                                           "             1837
  • Welz                                                                                "             1823
  • Weyrauch                                                                       "             1826


Den Vorsitz führten die jeweiligen "Stuhlmeister"

  • Freiherr von Schöning                                                 1821 - 1822
  • Loge                                                                               1822 - 1842
  • Freiherr von Brandenstein                                          1842 -1852
  • Meister                                                                           1852 - 1862
  • Ottow                                                                             1862 - 1866
  • Meister                                                                           1866 - 1868
  • Ottow                                                                             1868 - 1875
  • Kayser                                                                            1875 - 1876
  • Reymann                                                                       1876 - 1879
  • Koehler, Dr., Geh. Sanitätsrat                                      1879 - 1917
  • Pohl, Rektor                                                                   1917 - 1923
  • Arndt, Fedor, Veterinärrat                                            1923 - 1926
  • Fisch, Stadtbaumeister                                                 1926 - 1929
  • seit 1929 Lehrer Willy Ludwig      


Der Geh. Sanitätsrat Dr. Reinhard Koehler (Stuhlmeister von 1879 - 1917) übte neben seiner großen Stadt- und Landarztpraxis auch noch die Tätigkeit des leitenden Arztes im Kreiskrankenhaus "Mariannenstift" aus. Während des 1. Weltkrieges war er Chefarzt des Landeshuter Reserve-lazaretts.   
Der Veterinärrat Fedor Arndt (Stuhlmeister von 1923 - 1926) war der Vater des bekannten Mediziners und Zoologen Prof. Dr. Dr. Walther Arndt.

Das Mitgliederverzeichnis enthält viele bekannte Namen aus Kreisen der Wirtschaft und der Akademiker - vor allem Ärzte und Apotheker -, von Kaufleuten, Lehrern, Beamten und Angestellten. Stellvertretend für viele aus dieser Liste sollen hier die Namen des Geh. Kommerzienrates Hermann Rinkel und des langjährigen Stadtverordnetenvorstehers Kaufmann Hermann Aberle genannt werden. Auch der Möbelfabrikant Walter Fuchs war Mitglied der Loge. 

Obwohl viele bedeutende Deutsche, Dichter und Denker, Fürsten und Staatsmänner Freimaurer waren und die Logen eine umfassende humanitäre Tätigkeit ausübten, wurden sie von der NSDAP bekämpft. Nach der Machtübernahme mussten sie sich dem Druck beugen und sich auflösen, so auch die Landeshuter Loge. Das Logengebäude wurde der Stadt übereignet und in die schönen Räumlichkeiten im 1. Stockwerk zog das Heimatmuseum ein. 

Heute befindet sich in diesem Haus das Niederschlesische Webereimuseum.       

Das Deckblatt des Mitgliederverzeichnisses

Markt Nr. 19 - Im 1. Stock dieses Hauses waren bis ca. 1918 die Versammlungsräume der Loge.

Markt Nr. 24 - Das Logenhaus

Heute befindet sich hier das Niederschlesische Webereimuseum

Unter dem Giebel befindet sich auch heute noch das Logen-Embleme "Winkelmaß und Zirkel".

Logenraum - Diele

Logenraum - Speisesaal

Das folgende Bild zeigt den früheren Speisesaal der Loge, der heute Teil des Museums ist.

Die Sportvereine:

Der Männerturnverein:

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Im Geiste des "Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn" wurde der Männerturnverein am 30. September 1861 gegründet. Gründungsvater war Konrektor Hoeger, der bereits seit dem Jahre 1842 an der Oberrealschule regelmäßigen Turnunterricht erteilte. Seine treuen Berater waren Rechtsanwalt Klenz, Direktor Dr. Kayser, Lehrer Feuerstein, die Gebrüder Methner, der Seifensiedermeister Heinzel und Assessor Lücke. Aus dem MTV gingen ausgezeichnete Geräteturner hervor, die auch bei auswärtigen Festen viele Preise in Form schlichter Eichenkränze erzielten.
Die Seele des Vereins war der Buchdruckereibesitzer Rudolf Werner. Ihm standen in Prokurist Alfred Knittel und Kaufmann Max Hoheit, wie den Turnwarten Walter Exner, Pelz, Springer und Rudolph äußerst tüchtige Mitarbeiter zur Verfügung. Neben der Männerabteilung hatte sich im Laufe der Jahre auch eine Frauenabteilung gebildet. Im Jahre wurde Max Hoheit der neue Vorsitzende des Männerturnvereins.

Der Landeshuter Turnvater Rudolf Werner im Vordergrund mit Max Hoheit und anderen Vorstandsmitgliedern bei einem Ausflug zur Wiesenmühle

Männerturnverein (Aufnahme: 1913)

Obere Reihe, von links nach rechts: Tschirner, Rüffer, Klug, Schirdewahn, Pfitzner, Henke.
2. Reihe: Jüptner, Geisler, P. Menzel, Aloe Braun, Jäkel, B. Menzel, Müssig.
3. Reihe: Witteck, Krista, Jenke, Pohl, Blasius, Weichenhein, Kolbe, Otto.
Vordere Reihe: Karger, Szaffranietz (Zeugwart), Brückner (1. Turnwart), Vogler (2. Turnwart).

Die Geräteturner

Ausflug des Männerturnvereins

 Männerturnverein

Damenturnriege beim Wettturnen am 1. August 1920 in Bethlehem

Turnerinnen im Schlesier-Tanzkleid vor dem Denkmal des Turnvaters Jahn in Landeshut

DJK - "Deutsche Jugendkraft" (Verband für Leibesübungen in katholischen Vereinen)

CVJM - (Sport im Christlichen Verein junger Männer auf evangelischer Seite)

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Die "Deutsche Jugendkraft" (DJK), der Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Ver-einen, nahm vom Jahre 1922 an von Landeshut aus seine Organisationstätigkeit auf. Nachdem bereits vorher in den Katholischen Gesellenvereinen, insbesondere in Schömberg und Wittgendorf, Kolpingsturnabteilungen vorhanden waren, bildeten sich nun an allen Orten mit einem starken katholischen Vereinsleben die Abteilungen der DJK, die in Arthur Hirschberg ihren ersten Bezirksleiter im Landeshuter Bezirk hatten. Nach einigen vorbereitenden Tagungen in Schweidnitz traten dann Edelhard Rock, Alfons Grallert aus Rothenbach und Fritz Meichsner aus Landeshut aktiv in der Organisation der DJK hervor. Landeshut wurde Sitz des Riesengebirgsbezirkes der DJK und Edelhard Rock war der Leiter dieses Bezirkes, der die Deutsche Jugendkraft von Freiburg in Schlesien bis nach Finsterwalde in der Lausitz betreute. Die Tätigkeit der DJK wurde durch Verbot der NSDAP im Kreise Landeshut abgebrochen. Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme von Sportgeräten war das Ende einer jahrelangen Arbeit im Dienste der Jugend.

Der "Sport im Christlichen Verein junger Männer" (CVJM) fand auf evangelischer Seite die gleiche Pflegestätte. Jahrelang stand die Turnabteilung des CVJM und eine sehr erfolgreiche Handballabteilung im Vordergrund der sportlichen Betätigung.

Mitglieder des Christlichen Vereins junger Männer (CVJM) und der Deutschen Jugendkraft (DJK) vor dem Jahn-Denkmal in Landeshut

Sportabteilung des Christlichen Vereins junger Männer im Jahre 1924

Der Fußballclub:

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Auch in Landeshut gab es einen Fußballclub. Ein großer Teil der Landeshuter Fußballspieler war in der Sportabteilung des MTV (Männerturnverein) zusammengeschlossen. Da die erste Knaben-mannschaft nicht genügend Unterstützung durch den Verein erhielt, trat sie später geschlossen aus dem Verein aus und machte sich selbstständig. Zu Wettkämpfen fuhren sie nach Liebau, Schömberg und sogar bis nach Waldenburg. Dabei erzielten sie große Erfolge. In weiteren Verhandlungen sagte ihnen der Verein nun bessere Trainingsmöglichkeiten zu, so dass sie sich wieder dem MTV anschlossen.

Der Landeshuter Fußballverein

Landeshuter Fußballmannschaft 1925/26
Obere Reihe: K. Schreiber, W. Hübner, E. Anders, F. Tschentscher,
 H. Fichtner
Kniend: R. Gräbel, R. Wiltscheck, R. Jungfer
Untere Reihe: H. Spieske, K. Hentschel, F. Winkler

Fußballmannschaft des MTV Landeshut 1934
Von links nach rechts: Schröter, Hübner, Worbs, Vogt, Stibbe, Grosser, Klennert, Swetek, Nievert, Rudolph, Kliem und Fricke

Fußballmannschaft des MTV Landeshut 1934
Von links nach rechts: Raetsch, Schiedsrichter, Nievarth, Rudolph, Lösche, Vogt, Tock, Klennert, Großer, Jungfer, Schröter, Dreßler
 und Gräbel

Der Radfahrer-Klub

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Der Landeshuter Radfahrer-Klub bildete sich, als das Radfahren volkstümlich wurde. Den Antrieb dazu gaben wohl Uhrmachermeister Peter Bednarek als früherer Straßenrennfahrer, die Gebrüder Ofensetzmeister Schulz und Lederhändler Krinke. Der Verein hat den Radsport im Gebirge, wo er langsamer Eingang fand, als im Flachland, ungemein verbreitet. Die Mitglieder fuhren werbend durch die Landschaft, gründeten gleichgerichtete Vereine in anderen Gemeinden des Kreises, veranstalteten Wettrennen, Saalfeste mit Kunstreigen und Korsofahrten. Im schmucken einheitlichen Dress verschönte der Verein auch Umzüge, andere Feste und führte Radball und Radpolo ein.

Der Initiator und Mitbegründer des Radfahrer-Klubs Peter Bednarek mit seiner Ehefrau vor seinem früheren Uhrmachergeschäft in Landeshut,  Haus Nr. 29 (Aufnahme: 1967)

Haus Nr. 29 - Links Uhrmachergeschäft des Peter Bednarek
im Schlums-Haus

Auf dem folgenden Bild sind Mitglieder des Radfahrer-Clubs vor einer Baude im Riesengebirge abgebildet, u. a. Uhrmachermeister Peter Bednarek, Paul, Walter und Erich Reiß und Lederhändler Krinke (Aufnahme: ca. 1920).

Der Ski-Klub:

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Wintersportvereine gab es auf der Nordseite des Riesengebirges in sehr vielen Orten, so in Landeshut den Ski-Klub Landeshut, der im Jahre 1905 gegründet wurde. Gründungsväter waren Otto Matzner, Rudolf Werner, Bernhardt und Peisker. Zusammengeschlossen waren die örtlichen Wintersportvereine im "Bund der Wintersportvereine" im Riesen- und Isergebirge (Schreiberhau) bzw. im "Schlesischen Skibund e. V.", Bezirk 3 Niederschlesien (Geschäftsstelle Hirschberg). Die meisten Ortsgruppen dieser Verbände veranstalteten Skikurse und Tourenführungen für Anfänger, erteilten Auskünfte usw. Auf den Sportprogrammen der Vereine standen Winterkampfspiele, Meisterschaftswettkämpfe und Wintersportfeste. Zu den wichtigsten Veranstaltungen der Skiverbände zählten die jährlichen Verbandswettläufe um die Austragung der Meisterschaften.
Der Ski-Klub Landeshut hatte fast 1.000 Mitglieder und war damals der stärkste Verein in Stadt und Kreis Landeshut. Skivater war Otto Matzner.
Zum 25-jährigen Bestehen des Ski-Klubs Landeshut erschien Regierungspräsident Dr. Poeschel und feierte die Verdienste des Vereins und seines "Skivaters" Otto Matzner um den Wintersport.

Skilanglauf-Wettbewerb unterhalb der Grenzbauden im Jahre 1923
Teilnehmer: 1) Harry Adler, 2) Herbert Schmidt, 3) Artur Friedrich, 15) Beier ?, 4) ?, 16) Walter Krebs, 5) Gerhard Herrmann, 7) Krause, 6) Kurt Matzner (Sohn des Skiklubvorsitzenden Otto Matzner - hinter Nr. 5), 
18) Walter Theuser, 7) Fritz Malisius, 9) und 16) Gebrüder Jungfer (Ski-Hersteller), 10) Prerauer (Schuhfabrik), 10) links daneben Raedle, 
11) Winkler, 22) Walder Adler, rechts neben 22) Rektor, 24) Hans Kulawik, 13) Peisker, 8) Rudi Hamburger (Sohn des Fabrikbesitzers Hamburger), 26) ?, rechts außen Stanietz.

Mitglieder des Ski-Klubs während einer Skiwanderung im Riesengebirge

Landeshuter Tennisvereinigung

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Auch der sogenannte "weiße Sport" wurde in Landeshut gepflegt. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1927. Zu den besten Tennisspielern bei den Männern gehörten Rudolf Riese, Hauptmann Philipp, Dr. Bell und Viktor Gebeck. Bei den Damen teilten sich die Meisterehren Frau Hansing, Frau Jacob und Frau Riese. Da Tennis schon damals ein teurer Sport war, konnte er in Landeshut nicht volkstümlich werden.  

Landeshuter Wassersportverein

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Der Landeshuter Wassersportverein wurde im Jahre 1926 gegründet. Zu den Gründungsvätern gehörten Ludwig Jaehn und Rechtsanwalt Woitschützke. Diese Gründung wurde erst möglich, als der Bau eines sportgemäßen Schwimmbades genehmigt worden war. Dieses herrliche Frei-schwimmbad am Bober wurde 10. November 1927 im Beisein vieler Ehrengäste feierlich eröffnet.
Einen besonderen Höhepunkt erlebte der noch junge Verein während des drei Tage und Nächte währenden großen Wassersportfestes im Jahre 1932.

Eröffnung des Schwimmbades am 10.11.1927

Links (oben): Stadtverordneter Abeler, Stadtverordneter Hübner, Stadtverordneter Schiller, Stadtrat Kreutzer, Stadtverordneter Burkert, Stadtrat Brodkorb, Stadtverordneter Klippel, 
Medizinalrat Dr. Brieger, unbekannt.

Links (Mitte): Regierungspräsident Dr. Poeschel (Liegnitz), unbekannt, Minister Hirtsiefer, 1. Bürgermeister Feige, unbekannt, 
2. Bürgermeister Fechner, Wasserwerksdirektor Henning.

Links (vorne): Stadtbaurat Wagner, Oberregierungs- und Baurat Hertzog (Liegnitz) mit Lederkappe, dahinter Stadtrat Hornig.

Das Stadtbad

Sonstiges:

Kostümfest des Jungmädchenbundes im Februar 1918
Untere Reihe von links nach rechts: Grete Lindner, Meta von Enen, Irma Wagner, Lotte Leyser, Frieda Steingräber und Marlene Krebs.
Mittlere Reihe: Grete Mosler, Trude Hubrich, Lehrerinnen Frau Kuckuck und Frl. Honsberg, Käte Fichtner und Magda Bürgel.
Obere Reihe: Lene Sambale, Hilde Elsner, Hanne Thiemann, 
Marianne Lämmel, Lehrerin Frl. Heidrich, Erna Pohl, Elly Hiltmann, 
Anna Elsner und Herta von Enen.

Die letzte Aufnahme des Luisen-Bundes, der sich im Jahre 1934 auflöste.

Singer-Nähkursus im Juni 1926

Singer-Nähkursus im Mai 1927 im Schützenhaus

Faschingsfeier eines Landeshuter Freundeskreises (Aufnahme: 1929)

Landeshuter "Kränzelschwestern" (Aufnahme: 1930)

Die Landeshuter Verbrauchergenossenschaft feiert Erntedankfest.