Rohnau (Riesengebirge) - (Wiesciszowice)

Die Bewohner:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quellen:

  •  Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
  •  Schwanitz, Jürgen: Rohnau am Scharlachberg, Metten 2003. 2. Aufl.

Haus Nr. 1:

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1911    =    Kluge, Ernestine - Gutsbesitzerin
1925   =    Kluge, Paul - Bauergutsbesitzer
1938   =    Kluge, Paul - Bauer

Diese Landwirtschaft gehörte seit mehreren Generationen der Familie Kluge. Die Gebäude waren 1938 neuwertig, die zugehörigen Ländereien lagen Richtung Neu-Röhrsdorf, geschätzte Größe ca. 10 - 15 ha.
Nach dem Tod seines Vaters Christian Benjamin Kluge (1845 - 1896) übernahm der Sohn Paul die Landwirtschaft. Sein älterer Bruder Wilhelm hatte das Bäckerhandwerk erlernt und im Jahre 1912 eine Bäckerei in Reußendorf erworben (s. dort Haus Nr. 76). Pauls jüngere Schwester Martha Frieda heiratete 1926 den aus Adlersruh (Ortsteil von Rudelstadt) stammenden Alfred Karl Scholz und lebte seit ihrer Hochzeit im Heimatort ihres Ehemannes (s. dort Haus Nr. 47). Paul Kluge war mit Hedwig Kirst aus Jannowitz verheiratet. Das Ehepaar hatte 10 Kinder. Nach der Vertreibung lebten die Eheleute Paul und Hedwig Kluge in Salzgitter.

Die Familie Kluge

(Bild von Herrn Eckhard Scholz)

Söhne der Eheleute Paul Friedrich und Hedwig Kluge.

(Bild von Herrn Eckhard Scholz)

Ehepaar Wilhelm Kluge und Bertha, geb. Pohl.

(s. Reußendorf, Haus Nr. 76)

Ehepaar Alfred Karl Scholz und Martha Frieda, geb. Kluge.

(Aufnahme: 1926) - s. Adlersruh, Haus Nr. 47.

(Bild von Herrn Eckhard Scholz)

Hochzeit von Ernst Kluge, Sohn der Eheleute Paul Kluge und

 Hedwig, geb. Kirst, rechts neben dem Bräutigam.

(Bild von Herrn Eckhard Scholz)

Haus Nr. 2:

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1911    =    im Adressbuch nicht verzeichnet
1925   =    Opitz, Paul - Grubenarbeiter
1938   =    im Adressbuch nicht verzeichnet

Dieses Haus stand später leer, da Paul Opitz nach Neu-Röhrsdorf verzogen war. 

Haus Nr. 4:

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1911    =    Gärtner, Gustav - Bauergutsbesitzer
1925   =    Gärtner, Gustav - Bauergutsbesitzer
1938   =    Gärtner, Gustav - Bauer; Gärtner, Gustav - Jungbauer

Hierbei handelte es sich um einen größeren Bauernhof, der oben auf dem Berg lag. Größe der landwirtschaftlichen Fläche wohl über 20 ha. Die Ländereien lagen Richtung Alt-Röhrsdorf. Gustav Gärtners Ehefrau Elise war eine Tochter von August Klose aus dem Niederdorf.

Haus Nr. 5:

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Es handelte sich um ein unbewohntes Haus, das Gustav Gärtner (Nr. 4) gehörte.

Haus Nr. 7:

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1911    =   Wolf, Friedrich - Hausweber
1925   =   im Adressbuch nicht verzeichnet
1938   =   im Adressbuch nicht verzeichnet

Dieses Haus gehörte früher Herrn Haufe, der ein Hutgeschäft in Hirschberg hatte und deshalb Hut-Haufe genannt wurde. Er verkaufte es später an Familie Schulz aus Berlin. Der Sohn von Familie Schulz heiratete Margarethe, die Tochter des Karl Gärtner (Nr. 13). 

Haus Nr. 8      (Obermühle):

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1911    =    Maiwald, Heinrich - Gutsbesitzer
1925   =    Kolar, Lambert - pens. Revierförster; Tiete, Anna - Witwe
1938   =    Gärtner, Paul - Arbeiter; Kneifel, Hermann - Lehrer i. R.

Die Obermühle war ein mehrstöckiges Gebäude, welches in früheren Jahren als Mühle genutzt wurde, der damalige Besitzer war der Lehrer im Ruhestand Hermann Kneifel. Oberhalb der Mühle lag ein kleiner Teich, der vom Dorfbach gespeist wurde, mit dessen Wasserkraft wurde die Mühle betrieben. 

Haus Nr. 8 - Die frühere Obermühle

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 9:

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1911    =    Bettermann, August - Bergmann
1925   =    Bettermann, August - Grubenarbeiter
1938   =    Bettermann, Henriette - Witwe

Dieses Haus lag am früheren alten Dorfweg von Rohnau nach Röhrsdorf. Zuletzt lebte dort die Witwe des Landwirtes und Grubenarbeiters August Bettermann. Sie war die Mutter von Frau Pittermann (verheiratet mit dem Waldarbeiter Robert Pittermann). Beide bewirtschafteten die Kreuzschänke.

Haus Nr. 10:

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1911    =    Bettermann, Wilhelm - landw. Arbeiter
1925   =    Bettermann, Wilhelm - Waldarbeiter
1938   =    Bettermann, Wilhelm - Invalide; Blümel, Fritz - Maurer

Haus Nr. 11:

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1911    =    Heinzel, Robert - Aufbereitungsarbeiter
1925   =    Binner, Fritz - Stellenbesitzer
1938   =    Kuhnt, Gustav - Landwirt

Die Ländereien zu dieser Landwirtschaft lagen am Pfarrweg in Richtung Röhrsdorf.

Haus Nr. 12:

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1911    =    Gärtner, Karl - Bauergutsbesitzer
1925   =    Gärtner, Gottfried - Bauergutsbesitzer; Gärtner, Karl - Auszügler
1938   =    Gärtner, Gottfried - Bauer

Zu diesem Hof gehörten große Ländereien mit viel Waldbesitz. In den 1930er Jahren übertrug Gottfried Gärtner seinen Hof seinem Neffen Gerhard Gärtner. Da sich die landwirtschaftlichen Gebäude in einem schlechten Zustand befanden, errichtete Gerhard Gärtner kurz vor dem Krieg ein neues Wohnhaus.

Haus Nr. 12

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 13:

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1911    =    im Adressbuch nicht verzeichnet
1925   =    Gärtner, Karl - Bergmann
1938   =    Gärtner, Karl - Arbeiter

Haus Nr. 14:

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1911    =    Gärtner, Anna - Gartenbesitzerin
1925   =    Gärtner, Anna - Hausbesitzerin
1938   =    im Adressbuch nicht verzeichnet

Haus Nr. 15:

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1911    =    Letzner, August - Gutsbesitzer
1925   =    Rummler, Richard - Wirtschaftsgehilfe
1938   =    Rummler, Gustav - Bauer

Gustav Rummler wurde früher in Rohnau auch als "kleiner König" bezeichnet, weil er in Rohnau den Kirchwald verwaltete. 

Haus Nr. 16:

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1911    =    Weist, Wilhelm - Werkarbeiter
1925   =    Liebig, Hermann - Hüttenarbeiter
1938   =    Liebig, Hermann - Invalide

Haus Nr. 17:

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1911    =    Schwarzer, Wilhelm - Bauergutsbesitzer
1925   =    Hübner, Hermann - Wirtschaftsgehilfe; Schwarzer, Wilhelm - Bauergutsbesitzer
1925   =    Hübner, Hermann - Bauer

Wilhelm Schwarzer war nebenberuflich der örtliche Trichinenbeschauer. Mit seiner Ehefrau Selma hatte er vier Töchter. Die jüngste Tochter Frieda heiratete den Bauernsohn Hermann Hübner aus Rudelstadt. Das Anwesen war ein Hof mit überwiegend Waldbesitz. Nachdem Hermann Hübner den Hof übernommen hatte, gliederte er ihm ein Fuhrunternehmen für Langholztransporte an. Bis zur Vertreibung fuhr er die Milch vom Dorf zur Milchsammelstelle. Mit seinem Landauer (mit abgeklapptem Verdeck im Sommer) und mit seinem Sechserschlitten im Winter fuhr er zu den Hochzeiten, um dann das Brautpaar zu fahren. Die Pferde hatten für diese Fahrten Silbergeschirr mit Elfenbeinringen angelegt.

Haus Nr. 18:

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1911    =    Thiemt, Ernestine - Hausbesitzerin
1925   =    im Adressbuch nicht verzeichnet
1925   =    im Adressbuch nicht verzeichnet

Dieses Haus war unbewohnt. Es gehörte ebenfalls der Familie Hübner (Nr. 17). Früher wohnte die Familie Thiemt in dem alten Haus. Später wurde es neu gebaut und das Erdgeschoss als Maschinenraum genutzt. Das Obergeschoss diente als Heuboden und für die Lagerung von Flachs.

Haus Nr. 19:

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1911    =    im Adressbuch nicht verzeichnet
1925   =    Gärtner, August - Landwirt
1925   =    Gärtner, Emma - Landwirtin

Es handelte sich um ein landwirtschaftliches Anwesen mit großem Landbesitz, aber überwiegend Waldland und abgetriebene Waldflächen, die nicht wieder angepflanzt wurden. Am Haus ging der Fahrweg zur Kreuzschänke vorbei, der danach steil anstieg. Die Ackerflächen lagen hinter dem Berg und reichten bis an die Kreuzschänke.
Die Eheleute August (verst. 1938) und Emma Gärtner hatten 3 Kinder: Tochter Marie und die Söhne Friedrich und Ehrenfried. 

Haus Nr. 19

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 20    (Gasthaus: "Zur Kreuzschänke") 

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1911    =     Meixner, Franz - Gastwirt "Zur Kreuzschänke"
1925   =     Pittermann, Robert - Waldarbeiter
1938   =     Pittermann, Robert - Gastwirt "Zur Kreuzschänke"

Anna, die Ehefrau vom Gastwirt Robert Pittermann, war die tochter von August und Henriette Bettermann (Nr. 9).

Haus Nr. 20 - Gasthaus "Zur Kreuzschänke"

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 22:

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1911    =    Rummler, Friedrich - Bauergutsbesitzer
1925   =    Jäckel, Wilhelm - Zimmermann; Rummler, Friedrich - Bauergutsbesitzer
1938   =    Rummler, Friedrich - Bauer und Bürgermeister; Rummler, Gustav - Jungbauer

Es handelte scich um einen landwirtschaftlichen Hof mit 60 ha Grundfläche, davon zum großen Teil Wald. Der Grundbesitz reichte bis an den Scharlachberg. Zum Hof gehörte auch ein kleineres Auszugshaus, in welchem bis zur Vertreibung Frau Gärtner mit ihrem Sohn Paul wohnte. 
Sohn Gustav Rummler heiratete mit einer großen Bauernhochzeit eine Bauerntochter aus Würgsdorf. Er ist während des Krieges gefallen.

Haus Nr. 22

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 24:

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1911    =    Gärtner, Ehrenfried - Stellenbesitzer; Gärtner, Karl - Werkarbeiter
1925   =    Gärtner, Christiane - Stellenbesitzerin; Gärtner, Karl - Hüttenarbeiter
1938   =    Gärtner, Klara - Landwirtin

Es handelte sich um ein kleines Anwesen am Tschirnitzbach.

Haus Nr. 25:

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1911    =    Rummler, Gustav - Bauergutsbesitzer
1925   =    Rummler, Gustav - Bauergutsbesitzer
1938   =    Rummler, Gustav - Bauergutsbesitzer

Hierbei handelte es sich um den Bauernhof mit dem größten Landbesitz in Rohnau (über 70 ha). Die Ländereien begannen hinter der Dorfstraße und reichten bis an die Waltersdorfer Grenze, ein Teil davon war Waldbestand. Rummler ließ sein Gut als "Majorat" eintragen, d.h., die Erbfolge hatte der älteste Sohn und das Land durfte durch keine Erbansprüche zerstückelt werden. Das Ehepaar hatte einen Sohn und eine Tochter. Der Bauer Richard Rummler fiel im 2. Weltkrieg. Die Betriebsgebäude wurden nach dem Krieg abgerissen. Die Felder hinter dem Hof bildeten eine Zeitlang einen Steinbruch, der heute stillgelegt ist.

Haus Nr. 26:

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1911    =    Wittig, Otto - Stellenbesitzer
1925   =    Wittig, Otto -Landwirt
1938   =    Wittig, Otto - Landwirt

Es handelte sich hier um einen mittleren landwirtschaftlichen Betrieb schräg gegenüber dem Gärtner-Anwesen (Nr. 27).- Die Ländereien lagen Richtung Ochsenkopf und teilweise am Weg nach Waltersdorf. Otto Wittig war ein guter Imker mit vielen Bienenstöcken im Garten.

Haus Nr. 27:

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1911    =    Gärtner, Karl - Gutsbesitzer
1925   =    Gärtner, Karl - Bauergutsbesitzer
1938   =    Gärtner, Klara - Bäuerin

Es handelte sich um einen Bauernhof mit Ländereien, die in einem Streifen bis an die Waltersdorfer Grenze reichten, ein Teil davon war Waldbestand.

Haus Nr. 27

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 29:

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1911    =    Buchheim Ernestine - landw. Arbeiterin; Kügler, Gustav - Gutsbesitzer;
                 Liebig, Hermann - Werkarbeiter; Schubert, Christian - Arbeiterinvalide
1925   =    Buchheim, Ernestine - Invalidin; Kügler, Gustav - Bauergutsbesitzer;
                 Schubert, Christian - Invalide; wolf, Hermann - Fabrikweber
1938   =    Kügler, Gerhard - Landwirt; Kügler, Gustav - Bauer; Weist, Bernhard - Arbeiter

Gustav Kügler wurde "Freibauer" genannt. Er war Amtsvorsteher für die Gemeinden Rohnau und Reußendorf. Die Stallungen waren vom zweigeschossigen Wohnhaus getrennt. Es war der flächenmäßig größte Hof im Ort. Zu diesem gehörten große Flächen in der Nähe des Hofes, dazu der ganze Berg und die dahinter liegenden Ländereien bis an den Scharlachberg.
Gustav Kügler hatte vier Söhne aus erster Ehe (Willi, Alfred, Gerhard und Paul). Der jüngste Sohn Helmut (im Krieg gefallen) war aus der zweiten Ehe mit Ehefrau Hedwig, geb. Schwarzer (Tochter von Wilhelm Schwarzer - Nr. 17). Die Söhne bewirtschafteten den großen Betrieb.

Haus Nr. 29a    (Der Kindergarten):

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1911    =    im Adressbuch nicht verzeichnet
1925   =    Buchheim, Heinrich - Bergmann; Köthig, Paul - Bergmann;
                 Vielhauer, Bernhard - Bergmann; Weist, Bernhard - Bergmann
1938   =    Buchheim, Heinrich - Invalide

Dieses kleine Haus gehörte ebenfalls zum Kügler-Hof. In diesen Räumen wurde später der Kindergarten untergebracht und bis 1945 betrieben.

Die Kinder feiern im Kindergarten Karneval

(Aufnahme: ca. 1939)

Haus Nr. 30:

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1911    =    Schubert, Gustav - Berghauer
1925   =    Adolph, Hermann - blinder Korbmacher
1938   =    im Adressbuch nicht verzeichnet

Hermann Adolph war während eines Arbeitsunfalls in der Grube erblindet. Zur Aufbesserung seiner Rente übte er die Tätigkeit als Korbmacher aus.

Haus Nr. 30

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 32:

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1911    =    Friebe, Heinrich - Werkarbeiter
1925   =    Friebe, Heinrich - Arbeiter; Opitz, Wilhelm - Aufbereitungsarbeiter
1938   =    Opitz, Wilhelm - Arbeiter

Dieses Haus lag direkt am Dorfweg. Der Arbeiter Wilhelm Opitz war von Beruf Fleischer, übte diesen Beruf allerdings nur als Hausschlachter aus. Während des Straßenbaues 1933/34 war er Küchenchef in der Gemeinschaftsküche.

Haus Nr. 32

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 33:

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1911    =     Hampel, Karl - Glöckner

Haus Nr. 34:

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1911    =    Klose, August - Auszügler; Klose, Hermann - Stellenbesitzer
1925   =    Bettermann, Wilhelm - Bergmann; Klose, Hermann - Stellenbesitzer;
                 Launer, Anna - Wirtschafterin
1938   =    Klose, Gustav - Landwirt; Rummler, Gottfried - Arbeiter

Es handelte sich um einen mittleren landwirtschaftlichen Betrieb, dessen Grundbesitz sich direkt rund um das Haus befand. Es war das letzte noch vorhandene Gebäude des Dominiums, ein uraltes zweistöckiges Steingebäude mit dicken Mauern und hohen Räumen sowie einem Strohdach. E stand in der Mitte des Dorfes oberhalb der Kirche und brannte 1946 nach einem Blitzschlag ab. Dieser Hof wurde der "Klose-Hof" genannt, um ihn vom Hof des Gustav Klose (Nr. 48) zu unterscheiden.

Haus Nr. 35:

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1911    =    Schöbel, Bruno m- Grubentischler
1925   =    Müller, Robert - Hüttenarbeiter
1938   =    im Adressbuch nicht verzeichnet

Haus Nr. 36:

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1911    =    Bruchmann, Wilhelm - Gutsbesitzer; Opitz, Berta - Hebamme
1925   =    Hoffmann, Alfred - Landwirt; Opitz, Berta - Hebamme
1938   =    Hoffmann, Alfred - Bauer; Opitz, Berta - Hebamme

Dieser Hof gehörte dem früheren Dorfschulzen Wilhelm Bruchmann, der ihn an seine Enkeltochter, Frau Hoffmann, und deren Ehemann Alfred Hoffmann abgegeben hatte. Zum Hof gehörten ca. 40 - 50 ha große Ländereien, die in einem breiten Streifen bis an den Scharlach heranreichten.
Nach Abgabe des Hofes zog Wilhelm Bruchmann in das Haus Nr. 102.
Auf dem Hof lebte auch die Mutter von Frau Hoffmann, die Hebamme Berta Opitz.

Haus Nr. 37:

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1911    =    Lehder, Heinrich - Stellenbesitzer
1925   =    Lehder, Heinrich - Stellenbesitzer
1938   =    Lehder, Heinrich - Bauer; Lehder, Hermann - Landwirt; Opitz, Gerhard - Tischler

Heinrich Lehder war Bauer und besaß einen Bauernhof mit ca. 25 - 30 ha Land. Ein Großteil der Ländereien lag am Weg nach Waltersdorf, ein anderer an der Grenze zur Gemarkung Prittwitzdorf. Verheiratet war er mit Marie Bettermann, einer Bauerntochter aus Waltersdorf.

Haus Nr. 37

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 38:

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1911    =    Brückner, Alfred - Werkarbeiter; Opitz, Marie - Hausweberin
1925   =    Brückner, Alfred - Hüttenarbeiter
1938   =    Brückner, Alfred - Invalide; Minnich, Günter - Schmied; Müller, Richard - Böttcher

Zum Haus gehörte auch etwas Land, welches in Richtung Kreuzwiese lag.

Haus Nr. 38

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 39:

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1911    =    Kuhn, Wilhelm - Zimmermann
1925   =    Kuhn, Wilhelm - Stellenbesitzer
1938   =    Kuhn, Ewald - Landwirt

Die Ländereien dieses landwirtschaftlichen Betriebes lagen am Weg nach Reußendorf und am Weg zur Kreuzwiese.

Haus Nr. 40:

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1911    =    Opitz, Heinrich - Landwirt
1925   =    Opitz, Heinrich - Stellenbesitzer
1938   =    Opitz, Hermann - Landwirt

Zu diesem Haus gehörte Grundbesitz am Wege nach Reußendorf. Weitere Ländereien, die der Landwirt Hermann Opitz von der Wiedemuth hinzugepachtet hatte, lagen am Wege zur Kreuzwiese. Das Haus wurde in den 1930er Jahren neu gebaut und besaß auch Stallungen.

Haus Nr. 40

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 41    (Gasthaus Zum Kirchgang")

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1911    =    Klinke, Oswald - Gastwirt; Rummler, Richard - Fleischer
1925   =    Klinke, Kurt - Fleischer; Klinkes Erben - Gastwirtschaft
1938   =    Klinke, Emilie - Gastwirtschaft; Klinke, Kurt - Fleischermeister

Die Gaststätte "Zum Kirchgang" wurde im Volksmund "Kirchkretscham" genannt. Eigentümerin war die Witwe Emilie Klinke. Zur Gastwirtschaft gehörte das Gelände hinter dem Haus und der gesamte Berg. Außerdem besaß die Familie noch Ländereien am Wege nach Waltersdorf. Frau Klinke hatte drei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn Kurt Klinke betrieb als Fleischermeister auf dem elterlichen Hof eine Fleischerei mit Laden. Nach dem Tod der Mutter übernahm der jüngste Sohn Richard den Gasthof und die Landwirtschaft.

Haus Nr. 41 - Gasthaus "Zum Kirchgang",

im Volksmund "Kirchkretscham" genannt.


(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 42:

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1938    =    Kandale, Hedwig - Warenhandlung

Die Witwe Hedwig Kandale betrieb die Rohnauer Warenhandlung mit Lebensmitteln, Süßigkeiten, Haushaltswaren, Lackbildern usw. Ihr Ehemann war in den 1920er Jahren verstorben. Das neue Haus mit geräumigen Laden und Wohnungen war von ihr und den Töchtern errichtet worden. Die Eheleute Kandale hatten drei Töchter und zwei Söhne. Gemeinsam mit den Töchtern Hedwig und Eleonore führte sie das Geschäft. Der frühere Laden der Kandales war im Haus Nr. 54 untergebracht gewesen, aus dem später Wohnungen entstanden.

Haus Nr. 42 - Warenhandlung Kandale

Haus Nr. 43:

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1911    =    Teichmann, Emil - Stellmacher
1925   =    Opitz, Friederike - Invalidin; Teichmann, Emil - Wagner
1938   =    Teichmann, Emil - Stellmacher; Teichmann, Richard - Tischler

Dieses Haus gehörte der Familie Teichmann. Emil Teichmann war lange Zeit Feuerwehr-kommandant und Stellmacher. Die Werkstatt befand sich im Erdgeschoss des Hauses. Neben Wagenrädern baute er auch Rodelschlitten und Skier.
Das Ehepaar Teichmann hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn Richard erlernte das Tischlerhandwerk und machte sich im Elternhaus selbstständig.

Haus Nr. 43 

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 44:

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1911    =    Seidel, Hermann - Tischlermeister
1925   =    Seidel, Gustav - Bergmann; Seidel, Hermann - Stellenbesitzer
1938   =    Seidel, Gustav - Landwirt

Der Landwirt Gustav Seidel hatte nach dem Tod seines Vaters die Landwirtschaft übernommen. Das große alte Haus ließ er in den 1930er Jahren abreißen und errichtete an derselben Stelle ein zweigeschossiges Gebäude.

Haus Nr. 45   (Der "Gerichtskretscham")

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1911    =    Jung, Anna - Gastwirtin
1925   =    Jung, Anna - Gastwirtin; Rasper, Paul - Bergmann
1938   =    Jung, Anna - Gastwirtschaft; Jung, Willi - Arbeiter

Es handelte sich um ein sehr großes Gebäude mit großem Hof. Die dazugehörenden Ländereien lagen am Weg nach Waltersdorf und in Richtung Kreuzwiese. Nach dem Tod von Frau Anna Jung wurden die Felder verpachtet. Frau Anna Jung war mit dem Bäckermeister Reinhold Jung verheiratet, der 1908 im Alter von nur 36 Jahren an einem Gehirnschlag verstorben war. Das Ehepaar hatte drei Söhne und drei Töchter. Walter Jung übernahm nach dem Tod seiner Mutter mit seiner Frau Gertrud (aus Waltersdorf) das Anwesen.
Die Wohn- und Schlafräume befanden sich im angebauten Seitentrakt des Hauptgebäudes. Im dortigen Untergeschoss wurde ein Raum als kleine zusätzliche Gaststube genutzt.

Haus Nr. 45 - Der "Gerichtskretscham"

Haus Nr. 45 - Der "Gerichtskretscham"

Haus Nr. 46:

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1911    =    Thäsler, Paul - Brettschneider
1925   =    Thäsler, Paul - Sägewerksbesitzer
1938   =    Thäsler, Paul - Sägewerk und Holzhandlung

Paul Thäsler betrieb hier eine Holzhandlung und ein Sägewerk mit den damals modernsten Maschinen, wie Kreissäge, Hobelmaschine, Schindelmaschine usw. Er fertigte nicht nur Lohnschnitte, sondern belieferte auch Baugesellschaften, lt. eigener Ausschreibung sogar mit ganzen Dachstühlen. In den 1920er Jahren war das Wasserrad bereits durch eine Turbine ersetzt worden. Paul Thäsler war gelernter Brettschneider; in seinem Betrieb arbeiteten auch seine Söhne Karl, Willi und Walter.

Haus Nr. 46

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 47:

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1911    =    Menzel, Theodor - Hausweber
1925   =    Menzel, Theodor - Hausweber
1938   =    Schöckel, Bruno - Arbeiter

Dieses Haus gehörte Theodor Menzel. Es war wohl das letzte Haus in Rohnau, in dem noch ein Webstuhl stand und an dem noch gearbeitet wurde. Frau Menzel bediente das Spinnrad. Das Ehepaar hatte eine Tochter, die mit dem Arbeiter Bruno Schöckel verheiratet war.

Haus Nr. 48:

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1911    =    Klose, August - Restgutsbesitzer; Simon, Friedrich - Bergmann
1925   =    Klose, August - Restgutsbesitzer; Simon, Friedrich - Berginvalide
1938   =    Klose, August - Bauer; Klose, Gustav - Landwirt;
                 Spar- und Darlehnskasse

Es handelte sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb mit ca. 20 ha Grund. In diesem Haus war auch die Spar- und Darlehnskasse untergebracht.
Die Eheleute Klose hatten 3 Söhne und 1 Tochter. Der älteste Sohn war der Landwirt Gustav Klose, der zugleich auch Raiffeisenrechner war. 

Haus Nr. 49:

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1911    =    Friebe, Berta - Krämerin
1925   =    Preuß, Gustav - Schuhmacher; Wittig, Heinrich - Hüttenarbeiter
1938   =    Heinzel, Max - Arbeiter; Kühn, Gustav - Hausbesitzer

Haus Nr. 50:

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1911    =    Krebs, Gustav - Restgutsbesitzer
1925   =    Gärtner            - Restgutsbesitzer
1938   =    Gärtner, Gustav - Bauer

Zum Anwesen gehörten der gesamte Eichberg und große Ländereien auf dem Weg nach Reußendorf. Von diesem Anwesen stammt auch Christian Gottlieb Gärtner, der Stifter der evangelischen Kirche von 1859. Der Bauer Gustav Gärtner, genannt Krebsgärnter, war zeitweise Bürgermeister.

König Friedrich Wilhelm IV. verlieh dem Bauergutsbesitzer Christian Gärtner das Allgemeine Ehrenzeichen.


Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", 

Heft Nr. 18/1857.

Haus Nr. 51:

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1911    =    Friebe, August - Gewebeausgeber; Nickig, Ernst - Handelsmann;
                 Pausch, Moritz - Bergmann; Preuß, Gustav - Schuhmacher
1925   =    Bieder, Alfred - Hüttenarbeiter; Haulitschek, Josef - Hüttenarbeiter;
                 Letzner, Hermann - Stellmacher; Pausch, Moritz - Aufseher
1938   =    Bieder, Alfred - Arbeiter; Einspänner, Fritz - Arbeiter; Haulitscheck, Josef - Arbeiter;
                 Letzner, Hermann - Stellmacher

Es handelte sich um ein Wohnhaus mit mehreren Mietparteien. Hauseigentümer war Josef Haulitschek.
Hier lebte u. a. auch die Familie des Stellmachers Carl "Hermann" Letzner (03.07.1885 - 1937). Er war der Sohn der Eheleute Christian Samuel Letzner (13.12.1842 - 10.06.1917) und dessen Ehefrau Marie Emilie, geb. Hoffmann, die am 06.10.1845 in Reußendorf geboren wurde. Verheiratet war Hermann Letzner seit dem 21.07.1918 mit der Nachbartochter Klara Martha, geb. Hartmann. Sie erblickte am 23.10.1891 in Rohnau als Tochter der Eheleute Ernst Gustav "Adolf" Hartmann und der Pauline Auguste, geb. Wittig, das Licht der Welt. (s. Haus Nr. 52). Das Ehepaar Hermann und Klara Martha Letzner hatte 2 Kinder, einen Sohn und eine Tochter. 

Die Daten der Familie Letzner stellte Herr Günther Lunkwitz zur Verfügung.

Haus Nr. 51  (Quelle: Jürgen Schwanitz)

Marie Emilie Letzner, geb. Hoffmann

(06.10.1845 - 21.05.1930)

(Bild von Herrn Günther Lunkwitz)

Carl "Hermann" Letzner  (03.07.1885 - 1937)

(Bild von Herrn Günther Lunkwitz)

Klara Martha Letzner, geb. Hartmann

(23.10.1891 - 1956)

(Bild von Herrn Günther Lunkwitz)

Haus Nr. 52:

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1911    =    Hartmann, Adolf - Ziergärtner
1925   =    Hartmann, Adolf - Ziergärtner
1938   =    Hartmann, Adolf - Stellenbesitzer; Hartmann, Richard - Maurer

Der Stellenbesitzer Ernst Gustav "Adolf" Hartmann war früher in der Grubenverwaltung tätig. Nebenbei betrieb er eine kleine Landwirtschaft. Die Ländereien lagen Richtung Prittwitzdorf.
Geboren wurde Adolf Hartmann am 07.02.1866 in Prittwitzdorf. Verheiratet war er mit der am 13.07.1867 in Neu-Röhrsdorf geborenen Pauline Auguste Hartmann, geb. Wittig. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Klara Martha, die am 21.07.1918 den Nachbarsohn Carl "Hermann" Letzner geheiratet hatte (s. Haus Nr. 51).
Klara Martha brachte die Tochter Erna Hartmann mit in die Ehe, die später Gustav Nier heiratete.

Die Daten stellte Herr Günther Lunkwitz zur Verfügung.

Hochzeit von Erna Hartmann und Gustav Nier im Jahr 1931.

(Bild von Herrn Günther Lunkwitz)

Goldene Hochzeit der Eheleute Ernst Gustav "Adolph" Hartmann 
und Pauline Auguste, geb. Wittig (ca. 1939).

(Bild von Herrn Günther Lunkwitz)

Haus Nr. 53     (Niedermühle):

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1911    =    Maiwald, Emil - Müllermeister
1925   =    Maiwald, Emil - Mühlenbesitzer
1938   =    Maiwald, Rudolf - Mühlenbesitzer und Bäckerei

Besitzer der Niedermühle war Emil Maiwald. Er betrieb zudem einen Holzhandel, wobei er außer Grubenholz auch Langholz kaufte und verkaufte. Zur Mühle gehörte auch eine kleine Land-wirtschaft, deren Ländereien Richtung Prittwitzdorf lagen. Nach dem Tod des Ehepaares Maiwald übernahm der jüngere Sohn Rudolf die Mühle, gab aber den Holzhandel auf, dafür modernisierte er die Bäckerei.

Haus Nr. 53

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 54:

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1911    =    Emmrich, Gustav - Fabriklaborant; Jäkel, Wilhelm - Privatier;
                 Kandale, Wilhelm - Warenhaus; Kulisch, Richard - Grubensteiger;
                 Menzel, August - Bauhandlanger; Schneider, Robert - Arbeiterinvalide;
                 Schramm, Hermann - Maschinist
1925    =   Kandale, Hedwig - Warenhaus; Reisewitz, Fritz - Betriebsmeister;
                 Seidel, Emma Witfrau; Wittig, Wilhelm - Bergmann
1938    =   Fiedler, Bernhard - Schuhmacher; Ludwig, Richard - Arbeiter;
                 Schimming, Karl Polizeiinspektor i. R.; Scholze, Luis - Rentner;
                 Wittig, Wilhelm - Maurer; Zähler, Ida Witwe

Dieses Haus gehörte dem Bauern Gustav Klose (Nr. 48). Errichtet worden war es im Jahr 1885. Um 1900 befand sich in diesem Haus einmal ein Gasthaus, später wurde in diesen Räumen der Laden der Familie Kandale eingerichtet. Nach dem Auszug Kandales entstanden Wohnungen.

Haus Nr. 54

(Quelle: Jürgen Schwanitz)

Haus Nr. 55:

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1911    =    Birke, Beate - verw. Kantor; Renner, Josef - Fabrikböttcher;
                 Wagner, Julius - Kesselheizer; Weinert, Paul - Grubenschmied
1925   =    Bürgel, Alfred - Hüttenarbeiter; Metzner, Hildegard - Arbeiterin;
                 Opitz, Heinrich - Aufbereitungsarbeiter; Pietryga, Anna - Witwe;
                 Weinert, Paul - Grubenschmied
1938    =   Fröhlich, Karl - Schlosser; Nisle, Charlotte - Kindergärtnerin;
                 Opitz, Heinrich - Arbeiter; Rasper, Heinrich - Schachtmeister;
                 Reiß, Hermann - Invalide; Weinert, Paul - Schmied

Dieses Haus gehörte dem Fleischermeister Gustav Opitz, später erbte es seine Tochter Else Opitz, die mit dem Schachtmeister Heinrich Rasper verheiratet war. Es handelte sich um ein Mehrfamilienhaus. U. a. lebte hier auch die Familie des Schmiedes Paul Weinert.

Haus Nr. 55  (Quelle: Jürgen Schwanitz)


Paul Weinert, er war einige Zeit Bürgermeister von Rohnau.
(Bild von Herrn Holger Dettwiler)

Paul Weinert mit Ehefrau Maria.
(Bild von Herrn Holger Dettwiler)

Eheleute Weinert mit ihrem jüngsten Sohn Heinrich

 und dessen Adoptivsohn.

(Bild von Herrn Holger Dettwiler)

Von rechts nach links: Schmiede Weinert, Haus Nr. 55 und Haus Nr. 53

(Bild von Herrn Holger Dettwiler - Aufnahme: September 2021)

Holger Dettmiler mit seiner Mutter Christa (Enkeltochter des Schmiedes Paul Weinert) vor dem großelterlichen Haus Nr. 55 (Bildmitte).

(Bild von Herrn Holger Dettwiler - Aufnahme: September 2021)

Haus Nr. 55

(Bild von Herrn Holger Dettwiler - Aufnahme: September 2021)