Liebersdorf (Lubomin)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Liebersdorf liegt an der Ostgrenze des Kreises Landeshut im Tal zwischen Hochwald und Sattelwald, etwa 4 Kilometer westlich von Bad Salzbrunn. Wegen seiner äußerst geschützten Lage führte der Ort früher die Bezeichnung "Obstkammer des Kreises Landeshut".

Erstmalig erwähnt wird Liebersdorf 1285 unter dem Namen "Lybrichsdorf" und gehörte zum Rittergut Adelsbach. Die ersten Bewohner waren Bergleute aus Sachsen, die sich im oberen Teil des Dorfes, dem sog. Kiepenloch, ansiedelten und am Sattelwald nach Gold gruben. Anstatt einen Querschlag zu treiben, gingen sie in die Tiefe und mussten infolge von Druckwasser den Betrieb einstellen. Im Jahre 1377 gehörte der Ort den Brüdern Ulrich Schoff und Heinz Seydlitz. Zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz fiel er 1368 an die Krone Böhmen. 1453 verkaufte der Schweid-nitzer Landeshauptmann Hans von Kolditz im Auftrag des Königs von Böhmen Liebersdorf und weitere Ortschaften in der Umgebung dem Hermann von Czettritz auf Fürstenstein, bei dessen Nachkommen er bis 1728 verblieb. 

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Liebersdorf zusammen mit Schlesien 1742 an Preußen. 1765 gehörte der Ort der Familie von Kluge. Nach der Neugliederung Preußens gelangte er 1815 an die Provinz Schlesien und gehörte ab 1816 zum Landkreis Landeshut.  Seit 1874 war die Landgemeinde Liebersdorf Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem auch die Landgemeinden Gaablau und Rothenbach gehörten. 1910 wurde der Amtsbezirk Liebersdorf in Amtsbezirk Rothenbach in Schlesien umbenannt. Dieser wurde zum 1. April 1934 mit den Landgemeinden Gaablau, Liebersdorf und Rothenbach in den Landkreis Waldenburg eingegliedert.
Zu Liebersdorf gehören auch die Kolonien Hochwald und Neuliebersdorf. In der Kolonie Hochwald wurde im Jahr 1823 eine Glashütte eröffnet, deren Schließung erfolgte jedoch 1890. 

Im Jahr 1911 hatte Liebersdorf 1.107 Einwohner, davon waren 798 evangelisch.


Quellen:

  • Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
  • Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
  • Wikipedia
  • Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band 1785

Blick auf Liebersdorf

Blick auf Liebersdorf

Blick auf Liebersdorf

Die katholische Pfarrkirche:

Im Jahr 1535 wurde in Liebersdorf eine Kirche errichtet, die am 12. Februar 1654 den katholischen Einwohnern übereignet wurde. Die für die evangelischen Bewohner des Ortes zuständige Kirche befand sich in Alt-Reichenau..

Die katholische Pfarrkirche (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die katholische Pfarrkirche - heute

Die Schule:

Liebersdorf verfügte bereits seit dem Jahr 1769 über eine evangelische Schule.
Das größte Schulgebäude befand sich in Altliebersdorf. Daneben gab es in den Kolonien Neuliebersdorf und Hochwald jeweils ein evangelisches und ein katholisches Schulgebäude.
Nach den Adressbüchern der Jahre 1911 und 1925 waren in Liebersdorf folgende Lehrer tätig:

  • 1911      in Altliebersdorf      =   Georg Gaßau

                                                               Max Sander

                     in Neuliebersdorf und Kolonie Hochwald       =    Walter Theurich

                     in Kolonie Hochwald  (kath.)                                =     Walter Rothe

  • 1925      in Altliebersdorf      =   Georg Goßau

                                                               Erich Merker

                     in Neuliebersdorf und Kolonie Hochwald        =     Ernst Schwarzer

                    in Kolonie Hochwald  (kath.)                                 =     Paul Blodau

Die evangelische Schule in Altliebersdorf

Die Gastronomie:

Nach den Adressbüchern der Jahre 1911 und 1925 gab es In Liebersdorf folgende Gasthäuser:

Altliebersdorf:
1911
              Haus Nr. 1      =   Scholtisei und Gerichtskretscham Karoline Elsner
                     Haus Nr. 11    =    Gasthof und Fleischermeister Wilhelm Grämmel
                     Haus Nr. 23   =    Gasthof August Tralls
                     Haus Nr. 44  =     Gasthof Heinrich Ermlich

1925              Haus Nr. 1     =     Gerichtskretscham Paul Klien
                      Haus Nr. 11   =     Gasthof Berta Grämmel
                      Haus Nr. 44 =      Gasthof Albert Teichert

Neuliebersdorf
1911
               Haus Nr. 74  =     Gasthof Hermann Peuser

1925               Haus Nr. 74  =     Gasthof Max Gohl

Hochwald
1911                Haus Nr. 87   
=     Gasthof und Kolonialwarenhandlung Robert Hilgert

1925               Haus Nr. 87   =     Gasthof Wilhelm Schneider

Haus Nr. 1 - Der Gerichtskretscham

(Besitzer: Karoline Elsner, später Paul Kliem)

Haus Nr. 1 - Der Gerichtskretscham

(Besitzer: Karoline Elsner, später Paul Kliem)

Haus Nr. 11 - Gasthofbesitzer und Fleischermeister Wilhelm Grämmel

Haus Nr. 44 - Gasthof Heinrich Ermlich, später Albert Teichert

Haus Nr. 8:

In diesem Haus betrieb Paul Steiner eine Bäckerei und Gemischtwarenhandlung.