Rathausgeschichte
(Verfasser: Hella Tegeler)
Quellen:
- Perschke, Wilhelm: Beschreibung und Geschichte der Stadt Landeshut in Schlesien. Als Beitrag zur Verfassungsgeschichte deutscher Städte, Landeshut 1829
- Schlesischer Gebirgsbote, Heft Nr. 5/1965
- Skoczylas-Stadtnik, Barbara: Ratusz w Kamiennej Górze
Das 1. Rathaus:
Landeshut besaß seit über fünf Jahrhunderten drei verschiedene Rathäuser an jeweils unter-schiedlichen Standorten. Wie in vielen anderen schlesischen Städten stand auch in Landeshut ursprünglich das Rathaus auf dem Ring, dem Marktplatz. Der Überlieferung nach soll bereits im Jahr 1535 an der Stelle des im Jahr 1564 errichteten Rathauses ein Fachwerkbau gestanden haben, der wohl auch als Rathaus genutzt wurde. Der Turm des Rathauses war ca. 43 Meter hoch und damit das höchste Bauwerk der Stadt. Der erste Stock war Sitz der Stadtverwaltung, des Magistrats, des Gerichts und des Rates. Außerdem gab es in diesem Gebäude einen großen Saal für Feste und Hochzeiten. Darüber hinaus eine Schatzkammer, ein Archiv, ein Gefängnis und einen Rathauskeller mit einer Taverne, die die Stadt an Gastwirte vermietete. Vor dem Eingang zum Rathaus befand sich das Gebäude für die Stadtwaage. Das königliche Zoll- und Steueramt wurde im Jahr 1732 in der Nähe des Rathauses errichtet.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt bis zu 27mal geplündert, zwei Brände zerstörten das Eigentum ihrer Bewohner und eine Pestepidemie entvölkerte die Stadt. Das Rathaus wurde am 11. Oktober 1638 mit dem Rathausturm durch einen Brand zerstört. Die Kosten für den Neubau beliefen sich auf 1.400 Taler. Der Apotheker Christoph Vielhauer lieh der Stadtverwaltung für diesen Neubau 320 Taler, die im Jahr 1682 zurückgezahlt wurden. Der neue Rathausturm entstand 1661. Bereits 1720 bedurfte er aber einer Renovierung. Am 7. September 1780 erhielt der Turm eine neue Spitze mit einem neuen vergoldeten Knauf und einer Wetterfahne, die von Herrn Engemann finanziert wurde, dem ältesten Bürger Landeshuts. Er war damals bereits 91 Jahre alt. Diese Turmerneuerung kostete 508 Taler und 20 Silbergroschen. Vergoldet wurde die Spitze von den Brüdern Johann Christian und Christoph Gottfried Schiller aus Landeshut. Eine erneute Reparatur des Turmes im September 1810 erforderlich.
Im 19. Jahrhundert gab es rund um das Rathaus 35 Handelsstände. Im Jahr 1828 wurde für das Aufstellen eines Standes auf dem Marktplatz eine Gebühr von 50 Talern erhoben.
Am 7. September 1831 um 17.25 Uhr stürzte der Rathausturm ein. Da der Einsturz im Inneren des Turmes erfolgte, wurden nur einige Stände beschädigt. Da ein Neuaufbau des Turmes nicht geplant war, wurde im Jahr 1844 auf dem Rathausgebäude ein Glockenturm errichtet, in dem eine kleine Glocke mit der Aufschrift "Omnes spiritus laude dominum Halleluja 1639" installiert wurde.
Das alte Rathaus blieb noch bis zum Jahr 1873 in Betrieb. 1875 wurde es zusammen mit den übrigen Nebengebäuden abgerissen. Heute erinnert eine Platte an den Standort dieses Rathauses.
Das 1. Rathaus um ca. 1870
(Das Bild stellte Herr Bartosz Bebenek zur Verfügung )
Das 1. Rathaus um ca. 1870
(Das Bild stellte Herr Bartosz Bebenek zur Verfügung)
Das 1. Rathaus um ca. 1870
(Das Bild stellte Herr Bartosz Bebenek zur Verfügung)
Das Rathaus von 1660 - 1873
Das alte Rathaus ohne Turm (nach 1831)
Landeshuter Marktplatz um 1822 mit Rathaus und Rathausturm
Anlässlich des 100jährigen Bestehens des 3. Landeshuter Rathauses
wurde am Standort des 1. Rathauses am Markt eine Gedenktafel
in den Fußboden eingelassen.
(Quelle: Privatarchiv der verstorbenen Frau Brigitta Riedel)
Diese Platte erinnert an den Standort des 1. Rathauses
Auch im alten Rathaus gab es bereits eine Rathausschankstätte,
die am 1. Mai 1835 erneut verpachtet werden sollte.
(Anzeige aus der Zeitung "Der Schlesische Gebirgsfreund", Heft Nr. 7/1835)
Der Einsturz des Rathausturmes am 7. September 1831:
Das mitten auf dem Marktplatz stehende Rathaus zierte ein im Jahre 1661 errichteter Turm. Er war 43 Meter hoch und besaß einen zweimal durchbrochenen Helm. Das Mauerwerk des Turmes bedurfte jedoch nach reichlich hundert Jahren wiederholter Instandsetzungen. Anfang 1800 zeigte der Turm beträchtliche Risse, die immer größer wurden und die schlimmsten Befürchtungen verursachten. Über die geeigneten Schritte konnten sich die Verantwortlichen nicht einig werden. So erhöhte sich die Gefahr, dass der Turm einstürzen könne, von Jahr zu Jahr. Schließlich musste der Turm mit mächtigen Stämmen abgestützt ( s. folgendes Bild) und die Umgebung abgesperrt werden. Erst am 5. September 1831 beschloss man den Abbruch. Turmwächter und Stadtmusikus, welche im Turm wohnten, mussten ausziehen. Diese notwendige Maßnahme erhöhte jedoch die Angst der Landeshuter Bevölkerung vor einem stündlich zu erwartenden Einsturz derart, dass sich kein Handwerker zur Abnahme der Turmuhr - eines teuren, wertvollen Werkes - bewegen lassen wollte. Endlich entschloss sich, zum Entsetzen der Bürger, am 6. September 1831 der Landeshuter Uhrmacher Thomas hierzu, der sich auch sehr beeilte, denn unaufhörlich bröckelte das Gestein von den Wänden herab.
Am folgenden Abend, am 7. September 1831, verkündete in der siebenten Stunde ein fürchterliches, donnerähnliches Krachen und eine undurchsichtige, dichte Staubwolke, dass der Turm eingestürzt war. Als Ursache der Baufälligkeit war eine im Grundraum des Turmes unterhaltene Senkgrube für die Abwässer ermittelt worden, welche das untere Mauerwerk morsch gemacht und zerfressen haben sollte. Menschen waren bei der Katastrophe nicht verunglückt.
Der Rathausturm wenige Tage vor seinem Einsturz am 7. September 1831
Das 2. Rathaus:
Die Stadt Landeshut suchte nun dringend ein neues Gebäude. Vorübergehend wurde das alte, aber ebenfalls baufällige alte Steuerhaus am Markt genutzt. Schließlich erwarb die Stadt im Jahr 1873 ein Kaufmannshaus an der Böhmischen Straße (später Langhansstraße)/Ecke Kirchgasse. Dieses barocke Haus war 1789 von Johann Ernst Conrad errichtet worden. In den 1860er Jahren ging es in den Besitz der bekannten Landeshuter Familie Semper über.
Dieses Haus sollte aber nur ein Provisorium sein. Im Laufe der Jahre wurde es zu klein und die Stadt entschloss sich, ein neues Rathaus zu bauen. Heute befindet sich an diesem Hause eine Gedenktafel.
Rechts das alte Steuerhaus am Markt.
In diesem Haus war das Rathaus kurzzeitig nach dem
Abriss des alten Gebäudes untergebracht.
Die Stadt Landeshut erwarb am 13.11.1868 von dem Steuer-Fiskus das auf dem Marktplatz stehende ehemalige Steueramtsgebäude zum Preis von 2.555 Thaler. Die Übergabe erfolgte aber erst am 1. April 1869.
Der Abbruch dieses Hauses begann am 22. März 1875. Ebenfalls abgebrochen wurden die Buden, die um das alte Rathaus und das Steuerhaus standen.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 29/1860.
Hier war das Rathaus von 1873 bis 1905 untergebracht.
Rathaus von 1873 - 1905
Gedenktafel
Das 3. Rathaus:
Am Obertor, wo früher eines der Haupttore der alten Stadt stand, sollte der Neubau entstehen. Am 12. August 1902 beschloss die Stadtverordneten-Versammlung den Ankauf dieses Bauplatzes und am 29. Januar 1903 wurde der Beschluss zur Errichtung des Neubaus getroffen. Die Kosten sollten 246.500 Mark betragen. Am 23. Juni 1904 erfolgte die Grundsteinlegung und bereits am 30. November wurde das neue Rathaus feierlich eingeweiht.
Wohlhabende Bürger der Stadt Landeshut sorgten durch großzügige Spenden für eine komfortable Innenausstattung des Rathauses.
1. Für den Stadtverordnetensaal stifteten:
- der Stadtverordneten-Vorsteher, Geheimer Kommerzienrat Methner, die bunten Glasfenster;
- der Stadtverordnete Fabrikbesitzer Prerauer den Prunkkamin;
- der Bürgermeister Burkhardt die broncene Kaiserbüste;
- der Stadtverordnete Klahr die silberne Präsidentenglocke.
2. Für das Magistratssitzungszimmer stifteten:
- der Stadtrat, Geheimer Kommerzienrat Frahne, die in Öl gemalten Porträts des Kaiserpaares und einen echten Teppich;
- der Stadtrat Fabrikbesitzer Hamburger die Möbel;
- die übrigen Magistratsmitglieder, Beigeordneter Geh. Medizinalrat Dr. Koehler, die Stadträte Honigbaum, Neumann, Schütz und Dr. Elstner eine prachtvolle Standuhr;
- der bereits verstorbene Arzt Dr. Neetzke ein Prunkschreibzeug;
- an der Standuhr brachte Herr Stadtverordneter Kallinich ein kunstvoll in Holz geschnitztes Stadtwappen an.
3. Das schöne Treppenhausfenster ist eine Schenkung des Stadtverordneten Kaufmanns
Hiersemenzel,
4. Der Photograph Böttcher brachte eine Darstellung des Empfangs Sr. Majestät des Kaisers in
Landeshut am 11. Januar 1904 dar.
5. Für die Außenfronten stifteten:
- der Kommenrzienrat Rinkel das Hussitenfries;
- der Stadtverordnete Kaufmann Wiener die Laterne vor dem Haupteingang.
6. Die Festschrift ist eine Schenkung der Werner`schen Druckerei.
Die 100-Jahrfeier zur Einweihung des Rathauses wurde im Jahre 2005 in Kamienna Góra (Landeshut) ebenso feierlich begangen. Eine Gedenktafel am Rathaus erinnert an diese Veranstaltung.
Das Obertor Anfang des 19. Jahrhunderts
Obertor vor dem Neubau des Rathauses im Jahre 1904.
Das Gebäude rechts im Bild wurde für den Neubau des Rathauses abgerissen, dahinter das katholische Pfarrhaus.
Grundsteinlegung am 23. Juni 1904
Grundsteinlegung am 23. Juni 1904
Während der Bauphase
Feierliche Einweihung am 30.11.1905
Blick auf das neue Rathaus,
im Hintergrund
die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Das neue Rathaus
Das Rathaus wurde im Stil der Neorenaissance nach den Plänen der Architekten Richard Gaze & Alfred Böttcher errichtet. Ein erster Entwurf des Landeshuter Stadtbaumeisters W. Fisch aus dem Jahr 1903 wurde nicht realisiert. Das Gebäude besteht aus drei Stockwerken. West- und Südfassade haben acht Achsen. Der Sockel des Rathauses, die Fensterrahmen, der Dreiecksgiebel, Turmecke und Portale sind aus grauem und gelbem Sandstein. Die Sandsteinmaurerarbeiten wurden an die Firma Zeidler & Wimmel aus Bunzlau vergeben. Für die Durchführung der Bildhauerarbeiten war der Breslauer Bildhauer Richard Schipke (1874 - 1932) zuständig. Er entwarf die Ornamente, Flachreliefs und Skulpturen, die die Fassaden und Innenräume des Rathauses schmücken.
Der Maurer- und Tischlermeister Weiner errichtete mit seiner Firma das Rathaus und führte auch die Zimmererarbeiten aus. Das Rathausdach wurde mit Keramikziegeln der Firma Sturm aus Freiwaldau gedeckt. Die Kupferplatte der Turmspitze stammte von der Firma Lehmann aus Breslau.
Stadtbaumeister Wilhelm August Adolf Ludwig Fisch, geb. 25.01.1861.
Er gehörte seit dem 24.06.1891 als Mitglied der Johannis-Loge "Zum Innigen Verein am Riesengebirge im Orient von Landeshut in Schlesien" an. Dort übte er die Funktion eines Zeremonienmeisters aus.
Der nicht realisierte Entwurf des Landeshuter
Stadtbaumeisters W. Fisch aus dem Jahr 1903.
(Quelle: Staatsarchiv Breslau, Zweigstelle Hirschberg,
zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Deckblatt des Mitgliederverzeichnisses.
Ausschnitt aus dem Mitgliederverzeichnis.
Der realisierte Entwurf der Architekten Richard Gaze
und Alfred Böttcher aus dem Jahr 1904.
(Quelle: Staatsarchiv Breslau, Zweigstelle Hirschberg,
zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Hauptportal des Rathauses mit Treppe, Entwurf der Architekten
Richard Gaze und Alfred Böttcher aus dem Jahr 1904.
(Quelle: Staatsarchiv Breslau, Zweigstelle Hirschberg,
zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Entwurf des Rathausturmes der Architekten
Richard Gaze und Alfred Böttcher aus dem Jahr 1904.
(Quelle: Staatsarchiv Breslau, Zweigstelle Hirschberg,
zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Möbelentwurf für das Stadtverordnetensitzungszimmer des Rathauses von Heinrich Hauswalt aus Breslau.
(Quelle: Staatsarchiv Breslau, Zweigstelle Hirschberg,
zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Die Südfassade des Rathauses:
Quelle:
- Skoczylas-Stadnik, Barbara: Ratusz w Kamienny Górze
Die Südfassade des Rathauses wurde prachtvoll und wunderschön gestaltet. In der südwestlichen Ecke, auf der Höhe des ersten und zweiten Stockwerkes, befindet sich ein dreiseitiger Erker. Am Fries dieses Erkers befinden sich Tafeln mit geschnitzten Emblemen der am Bau des Rathauses beteiligten Zünfte: Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker und Klempner.
Die Südfassade hat acht Achsen und wurde mit einem dekorativen Giebel verziert, der von Obelisken flankiert wird. Über dem zweiten Stockwerk befindet sich ein in Sandstein gemeißelter Fries, der die Verteidigung der Stadt während des Hussiteneinfalls am 21. Juli 1426 darstellt. Dieser Fries wurde vom Geheimen Kommerzienrat Hermann Rinkel gestiftet. Er ist ein Werk des Breslauer Bildhauers Richard Schipke. Auf der linken Seite des "Hussitenfrieses" befinden sich die Wappen von Breslau und Liegnitz und auf der rechten Seite die Wappen der Städte Liebau und Schömberg, die zum Kreis Landeshut gehörten.
Die Südfassade des Rathauses
Hussitenfries
Wappen der Städte Breslau (links) und Liegnitz (rechts)
Wappen der Städte Schömberg (links) und Liebau (rechts)
Gedenktafel im Treppenhaus:
Zur Erinnerung an die Architekten und des Bauleiters des neuen Rathauses wurde im Treppenhaus eine Gedenktafel angebracht. Die Inschrift lautet:
"Dieses Rathaus wurde unter der Regierung Kaiser Wilhelm II, Königs von Preußen, in den Jahren 1904 und 1905 erbaut, als Richard Burghardt Bürgermeister und Paul Methner Stadtverordneten-vorsteher war. Der Bau wurde nach den Plänen und unter Oberleitung der Baumeister Richard Gaze und Alfred Böttcher aus Breslau ausgeführt und von dem Stadtbaumeister Wilhelm Fisch geleitet. Zur Ausschmückung des Hauses trugen zahlreichen Bürger durch Schenkungen bei."
Rathaus - Treppenaufgang
Glasfenster im Treppenhaus mit dem Spruch:
"Geht Dir der Rat aus - Gehe zum Rathaus"
(Aufnahme: 2013)
Rathaus - Treppenaufgang
Rathaus - Treppenaufgang
Rathaus - Treppenhaus
Rathaus - Treppenhaus
Sitzungssaal der Stadtverordneten (Aufnahme: 2013)
Glasfenster im Sitzungssaal der Stadtverordneten (Aufnahme: 2013)
Arbeitszimmer des Bürgermeisters (aus der Festschrift zur Einweihung des neuen Rathauses zu Landeshut in Schlesien am 30.11.1905)
Sitzungszimmer des Magistrats (aus der Festschrift zur Einweihung des neuen Rathauses zu Landeshut in Schlesien am 30.11.1905)
100-Jahrfeier zur Erinnerung an die Einweihung des Rathauses
im Jahre 2005 in Kamienna Góra (Landeshut)
Gedenktafel zur Erinnerung an die 100-Jahrfeier am Rathaus
Versammlung vor dem Rathaus
(Aufnahme: vor dem Krieg)
Die Buntglasfenster im Ratssaal:
An der westlichen Wand des Ratssaales befinden sich drei große Buntglasfenster, die im Jahre 1905 von dem Atelier Seiler in Breslau angefertigt worden sind. Sie stellen drei wichtige Fakten aus der Stadtgeschichte dar.
Quelle:
Skoczylas-Stadnik, Barbara: Ratusz w Kamiennej Górze
Das 1. Fenster: Rückeroberung der Stadt durch Bolko II:
In Heukarren versteckte Soldaten Bolkos II. erobern die Stadt zurück. Rechts das Porträt des Herzogs Bolko I., links das Porträt des Herzogs Bolko II. Im oberen Teil des Fensters befindet sich ein Medaillon mit folgender Inschrift: "Rückeroberung der Stadt durch Herzog Bolko II."
Das 2. Fenster: Die Blüte des Leinwandhandels in Landeshut im 18. Jahrhundert.
Im oberen Teil des Fensters befindet sich ein Medaillon mit folgender Inschrift: "Blüte des Leinwandhandels im 18. Jahrhundert." Rechts und links befinden sich die Porträts der Eigentümer der Firma Methner & Frahne.
Das 3. Fenster: Die Schlacht bei Landeshut am 23. Juni 1760.
Ernst Heinrich August de La Motte Fouqué (1698 - 1774) wurde in der Schlacht bei Landeshut am
23. Juni 1760 gefangen genommen. Im oberen Teil des Fensters befindet sich ein Medaillon mit
folgender Inschrift: "Gefangennahme Fouqués und Schlacht bei Landeshut 23. Juni 1760". Links
daneben ein Porträt des Generals Fouqué, rechts ein Porträt des Königs Friedrich II.
Die Orgel im Ratssaal:
Landeshut war die erste Stadt in Schlesien, die eine Orgel für das Rathaus finanzierte. Sie wurde erst im Jahre 1944 aufgestellt. Das Instrument wurde 1943 von der NSDAP-Führung für den Ratssaal bestellt. Angefertigt wurde das Werk vom Orgelbauer Josef Kloss aus Jägerndorf (Sudentengau) in Tschechien. Die Kosten für das Instrument betrugen 9.790 Mark. Dieser Betrag wurde in drei Raten aufgeteilt: 3.917 Mark, 2.937 Mark und noch einmal 2.937 Mark. Die Baukosten des Instrumentes stiegen jedoch insgesamt auf 12.940 Mark. Aufgrund des in Preußen geltenden Gesetzes über die Verwendung von Metallen durften damals nur Metalle geringerer Qualität ver-wendet werden. Josef Kloss baute die Orgel in der Zeit von 1943 - 1944.
Das Instrument hatte drei Register und zwei Manuale sowie 18 Stimmen und 104 Pfeifen, die höchste davon war 3.20 m hoch und 24 cm breit, der Orgelprospekt bestand aus dunkelbraunem Holz. Die Orgel gab dem Ratssaal einen würdevollen und monumentalen Charakter. Bei der feierlichen Einweihung am 25. Mai 1944 gab Rudolf Finke aus Frankfurt ein Konzert. Den Vorsitz bei der Einweihung führte der damalige Bürgermeister Sendler. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Rathaus Sitz der polnischen Stadtverwaltung. Die Orgel wurde zerlegt und aus dem Rathaus entfernt. Ihr Verbleib konnte bis heute nicht ermittelt werden.
Quelle:
Skoczylas-Stadnik, Barbara: Ratusz w Kamiennej Górze
Die Orgel im Ratssaal
(Das Bild stellte Herr Bartosz Bebenek zur Verfügung)
Die Landeshuter Bürgermeister:
Aufgrund fehlender Aufzeichnungen, insbesondere in der frühesten Zeit, ist die Liste der Bürgermeister unvollständig.
Quellen:
- Skoczylas-Stadnik, Barbara: Ratusz w Kamiennej Górze
- Moritz, Hella (jetzt: Tegeler, Hella): Kurzbiografien von 100 bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Kreis Landeshut, Roco-Druck GmbH, Wolfenbüttel, 2011
- Schlesischer Gebirgsbote Heft Nr. 5/1984
- Zimmermann, Otto: Chronik der Stadt Landeshut
- Martin Scholze 1546
- Hans Raspener 1537
- Christoph Krause
- Hans Rasper 1616 - 1617
- Hans Röhricht 1617
Georg Fischer - 1626
Ferdinand Friedrich Reuschel ? - 1635
Hanns Peltz
Caspar Hübner
Kammler 1699
Winkler 1708 - 1709
Hans Christoph Peltz
Christoph Springer
Theodor Speer
Johann Philipp Thimm
Georg Karl Friedrich Pätsch 1774 - 1776
Hogold 1794 - ?
Fischer
Johann Wilhelm Gottlieb Otto Benda
Wilhelm Karl Adolph Perschke (1782 - 1840)
Stadtrichter Perschke aus Mittelwalde wird im November 1816
neuer Bürgermeister in Landeshut.
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter Bd. 64, 11. Stück, Nov. 1816, S. 453)
Bürgermeister Perschke wird erneut als Bürgermeister gewählt
und in seinem Amt bestätigt.
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter Bd. 86, 8. Stück, Aug. 1827, S. 183)
Wilhelm Karl Adolph Perschke
Nachruf für Wilhelm Karl Adolph Perschke - Teil I
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 111, 3. Stück, März 1840, S. 294)
Nachruf für Wilhelm Karl Adolph Perschke - Teil II
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 111, 3. Stück, März 1840, S. 295)
Nachruf für den Sohn Friedrich Wilhelm Perschke
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 117, 2. Stück, Febr. 1843, S. 231)
Gustav Uhden (1820 - 1865)
Bürgermeister Uhden aus Trebnitz wird im August 1840 neuer Bürgermeister in Landeshut.
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 112, 8. Stück, Aug. 1840. S. 163)
Am 18.01.1842 heiratete Bürgermeister T. Sophie Heinze, Tochter des
verst. Kämmerers Heinze.
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 115, 2. Stück, Febr. 1842, S. 193)
Bürgermeister Buchwald
Neuer Bürgermeister von Landeshut ist Herr Buchwald.
(Schlesische Provinzialblätter, Bd. 126, 11. Stück, Nov. 1847, S. 449)
Am 12.02.1848 heiratete in Breslau Bürgermeister Buchwald
Mar. Theres. Frieder. Müller.
(Quelle: Schlesische Provinzialblätter, Bd. 127, 2. St. Febr. 1848, S. 186)
Bürgermeister Seeliger
Hermann Marzahn (1834 - 1915)
Bericht über die Verabschiedung des Bürgermeisters Marzahn in der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 8/1875.
August Pfuhl (1833 - 1900)
Bericht über die Einführung des neuen Bürgermeisters Pfuhl in der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 30/1875.
Richard Burkhardt
Gustav Proll
Beisetzung von Gustav Proll im Jahr 1922
Die Grabstätte von Gustav Proll
Otto Fechner
Bürgermeister Otto Fechner überreicht den
siegreichen Turnern den Sportpokal.
Bürgermeister a. D. Otto Fechner bei einem Demonstrationsvortrag
auf der Reichstagung schwedischer Ärzte in Stockholm.
Kurt Feige (1883 - 1954)
Städt. Notgeld (Vorderseite)
Städt. Notgeld (Rückseite)
Diesen Gutschein im Wert von 100 Mark gab die Stadthauptkasse Landeshut am 16. September 1922 heraus. Er trägt u. a. die Unterschrift des damaligen Bürgermeisters Feige. Auf der Rückseite befindet sich der Spruch: "Geht Dir der Rat aus, gehe zum Rathaus". Dieser Spruch ist auch in einem Glasfenster des Treppenhauses enthalten.
Notgeldschein 500 Mark
(zur Verfügung gestellt von Herrn Bartosz Bebenek)
Dieses Notgeld im Wert von 1 Million Mark gab die Stadthauptkasse Landeshut während der Inflationszeit am 14. August 1923 heraus. Auch dieser Notgeldschein trägt u. a. die Unterschrift des damaligen Bürgermeisters Feige.
Günther Ries 1900 - 1981)
Günther Ries
Otto Sendler
Der Bürgermeisterstuhl:
Dieser Stuhl befindet sich heute im Niederschlesischen Webereimuseum in Landeshut.
Ein stimmungsvolles Bild des Rathauses
Ein stimmungsvolles Bild des Rathauses
Hermann Ruppin und Erna, geb. Peritz, auf der Rathaustreppe nach der standesamtlichen Trauung (Aufnahme: 29.07.1928)
(Bild von Frau Gerda Dykmans, geb. Wolf, Gent in Belgien)
Hochzeitsgesellschaft vor dem Rathaus nach der standesamtlichen Trauung.
Das Luftschiff "Graf Zeppelin" überquerte am 24.06.1930 Landeshut und das Rathaus.
(Bild von Herrn Bartosz Bebenek)
Die Landeshuter Polizeiwache:
Im Neuen Rathaus war auch die Polizeiwache untergebracht, die sich im Kellergeschoss befand. Der Eingang war am Ende des Rathauses links. Der zuständige Leiter war Polizeiinspektor Engler. Sein Nachfolger wurde Polizei-Leutnant Ewald Wahn.
Als eines Tages die alte Polizei-Wache im Rathaus zu klein wurde und die Post in das neue Gebäude an der Bahnhofstraße umzog, verlegte man die Polizeistation in das alte Postgebäude an der Wallstraße.
Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",
Heft Nr. 22/1864.
Polizeibeamte im Jahr 1905
Von links nach rechts: Riemer, Brückner, Förster, Hübner, Raupach und Kümmel.
Der Landeshuter Ratskeller:
Der Eingang zum Ratskeller.
Gambrinus mit dem Bierkrug über dem Eingang, der Erfinder des Bieres.
Das Landeshuter Ratskeller
Der Landeshuter Ratskeller
Das folgende Foto zeigt Mitglieder eines Stammtisches im Ratskeller
(Aufnahme: Weihnachten 1941)