Roon, Karin  (Hamburger, Katharina)

Sängerin
* 11.05.1890 in Berlin                                                  + 17.04.1967 in Ulm
Wirkungsstätte: Landeshut

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Mit dem Namen Karin Roon (Katharina Hamburger) verbindet sich die Erinnerung an die Ehefrau des Mitinhabers der Leinenfabrik Albert Hamburger AG, Dr. Max Hamburger. Als begnadete Sängerin war sie im In- und Ausland bekannt geworden. Geboren wurde sie am 11.05.1890 in Berlin als Katharina Rosenstock, Tochter des Bankiers und Handels-richters Theodor Rosenstock und dessen Ehefrau Paula.

Schon früh zeigte sich ihr musisches Talent, so dass sie nach Abschluss ihrer Schulausbildung Gesangsunterricht in Berlin und Brüssel erhielt. Sie gab Konzerte im In- und Ausland und gehörte zu den wenigen Sänge-rinnen, die von Albert Schweitzer einmal auf der Orgel begleitet wurden. Mit ihrer ungewöhnlich schönen Mezzosopranstimme begeisterte sie ihr Publikum.

Seit ihrer Eheschließung mit Dr. Max Hamburger, dem Sohn des Gründers der bekannten Leinenweberei Albert Hamburger AG, war Landeshut, die Stadt am Bober, ihre neue Heimat geworden. Hier bewohnte sie mit ihrer Familie ein großes Haus auf der Bahnhofstraße und den nach ihr benannten Katharinenhof in Neuen.

In Landeshut und Umgebung wurde sie nicht nur durch ihre Konzerte bekannt. Ähnlich wie Else Hamburger, die Ehefrau des Stadtrates Max Hamburger, engagierte auch sie sich auf sozialem Gebiet. Besonders die Betreuung der Arbeiterinnen der Fa. Hamburger war ihr eine Herzens-angelegenheit. Hier kam ihr die Gesangsausbildung zugute. Mit Hilfe eines besonderen Übungssystems verschaffte sie den Arbeiterinnen neue Lebenskraft im Sinne einer Muskel- und Kräfteregeneration. Dieses System entwickelte sie später konsequent weiter, so dass sie im Jahr 1949 das Lehrbuch "Neue Wege der Lebenserhaltung" herausgab, welches in sieben Sprachen übersetzt wurde. Auch körperlich behinderte Kinder und Schauspieler profitierten davon. Seit Anfang 1950 reiste sie Jahr für Jahr durch Europa, um durch Vorträge im Rundfunk mit Hilfe ihrer Methoden alternden Menschen, überbeschäftigten Managern und körperbehinderten Kranken neuen Lebensmut und damit verbunden auch neue Kräfte zu vermitteln. Im April 1967 sollte in Ulm ein Film gestaltet werden, der den Zweck hatte, den Bewohnern von Alters-heimen durch das Vorführen von Übungen zu zeigen, wie man seinen Körperzustand erhalten und die Beschwerden des Alterns ausgleichen könne. Aus diesem Grund hielt sie sich in Ulm auf und verstarb während dieser Arbeiten völlig unerwartet.

Die politischen Umstände hatten die Familie Hamburger im Jahre 1938 zur Emigration in die Verenigten Staaten von Amerika gezwungen. Katharina Hamburger nannte sich seit dieser Zeit Karin Roon und lebte in New York. Aus ihrer Ehe mit Dr. Max Hamburger stammen drei Töchter, Eleonore, Gabriele und Alberta.

Quellen:

  • Kraus, Hans Christof: Neue Deutsche Biographie 22 (2005)
  • Schlesischer Gebirgsbote

Rosa, Bernardus

Abt des Klosters Grüssau
* 24.06.1624 in Glogau                                                + 01.11.1696 in Grüssau
Wirkungsstätte: Grüssau