Die katholische Pfarrkirche:

(Verfasser: Hella Tegeler)

Quelle:
Schlesischer Gebirgsbote

Erstmalig wurde bereits 1343 eine katholische Kirche erwähnt. Ihr Standort ist nicht genau bekannt. Der Grundstein zur heutigen Kirche wurde am 10. August 1670 von dem Grüssauer Abt Bernardus Rosa gelegt. Er liegt noch heute in der Grundmauer des Presbyteriums hinter dem Hochaltar. Unter der Bauleitung der Architekten Hans Bräuer und Martin Urban wuchs dieser Bau, der mit dem Aufwand von 18.000 Taler, einer für die damalige Zeit recht erheblichen Summe, errichtet wurde.

Die Einweihung erfolgte am 21. November 1676, dem Feste Mariä Opferung. Mit großem Gefolge traf Abt Bernardus Rosa an diesem Tag in Schömberg ein. Die Stadt war reichlich geschmückt. An der Landeshuter Straße war eine große Ehrenpforte errichtet worden. Hier begrüßten Stadtpfarrer Andreas Geisler und Bürgermeister Georg Wittwer den Abt und seine Begleitung. In seiner sechs-spännigen Staatskarosse passierte der Abt das Spalier, welches von der Schützengilde und allen Gläubigen der Gemeinde bis zur Kirche gebildet wurde. Große Abordnungen unter Mitführung von Kreuzen und Fahnen hatten die Nachbarstädte und Dörfer Liebau, Albendorf, Berthelsdorf und Trautliebersdorf gesandt. Abt Rosa nahm persönlich den Weiheakt in feierlichster Form vor. In der noch stehenden alten Pfarrkirche, die dem Hl. Johannes geweiht war, zelebrierte er anschließend ein feierliches Pontifikalamt, bei welchem Stiftsprior P. Paulus Krebs die Festpredigt hielt. Die Festgesellschaft begab sich nach der Messe in den Rathaussaal, wo Bürgermeister Wittwer zum Festessen geladen hatte, an dem auch sämtliche Stadträte von Liebau und Schömberg sowie alle Pfarrer der Nachbargemeinden teilnahmen.

Die Kirche war aber noch nicht fertiggestellt. Wegen des Grüssauer Klosterbrandes im Jahre 1677 kam der Bau ins Stocken. Erst 1679 wurde er wieder aufgenommen und 1684 beendet. Der Turm wurde 1690/91 erbaut. Die barocke Innenausstattung stammt von Künstlern der Grüssauer Werkstatt.

Der Hauptaltar stammt aus der Werkstatt von Christoph Königer. Er wurde 1712/1713 geschaffen. Das Gemälde der Hl Familie stammt wahrscheinlich von Felix A. Scheffler. 

Die Kirchen von Schömberg

Bildmitte: die katholische Pfarrkirche und rechts die evangelische Kirche,

links die Statue der Hl. Anna.

(Karte von Herrn Hubert Jahn)

Bildmitte: die katholische Pfarrkirche und rechts die evangelische Kirche.

(Karte von Herrn Roman Grochalski aus Jelcz-Laskowice / Jeltsch-Laskowitz)

Die katholische Pfarrkirche - unten die 12 Apostelhäuser
(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die katholische Pfarrkirche
(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die katholische Pfarrkirche - Blick auf den Hochaltar
(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die katholische Pfarrkirche - Der Hochaltar
(Aufnahme: vor dem Krieg)

Die katholische Pfarrkirche
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Die katholische Pfarrkirche, links das Küsterhaus
(Bild von Herrn Jürgen Paul, Puchheim - Aufnahme: September 2019)

Die Kirchturmspitze mit Turmknopf
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Der Turmknopf
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Die katholische Pfarrkirche heute - Blick auf den Hochaltar

Die katholische Pfarrkirche  - Der Hochaltar
  (Bild von Herrn Jürgen Paul - Aufnahme: September 2019)

Die katholische Pfarrkirche  - Der Hochaltar
  (Bild von Herrn Jürgen Paul - Aufnahme: September 2019)

Die katholische Pfarrkirche  - Der Hochaltar
  (Bild von Herrn Jürgen Paul - Aufnahme: September 2019)

Die katholische Pfarrkirche  - Teil des Hochaltars
Die Heilige Familie (wahrscheinlich von Felix A. Scheffler)
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Teil des Hochaltars
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Teil des Hochaltars
Die Heilige Hedwig
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Teil des Hochaltars
Der St. Michael
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Teil des Hochaltars
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  -Teil des Hochaltars
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Der Hochaltar
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die katholische Pfarrkirche  - Der Hochaltar
  (Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2012)

Die Seitenaltäre:
(Bilder von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Zahlreiche Kostbarkeiten und barocke Gemälde zieren die Wände der Kirche, u. a. von Felix A. Scheffler und Georg W. Neunhertz.
(Bilder von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahmen: 2016)

Die Kanzel:
Sie wurde im Jahre 1686 von Georg Schrötter geschaffen.
(Bilder von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahmen: 2016).

Die Orgel:
Die folgenden Bilder wurden von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim, zur Verfügung gestellt (Aufnahmen: 2016).

Das Taufbecken

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Der Beichtstuhl

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Zu den Kostbarkeiten des Kirchenschatzes in der Pfarrkirche von Schömberg gehört die kunstvolle Silber-Monstranz, die bei den Hochfesten der Kirche zur Aussetzung des Allerheiligsten dient und bei den Prozessionen in Schömberg benutzt wurde.

Die Emporen:
Die folgenden Bilder wurden von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim, zur Verfügung gestellt
(Aufnahme: 2016).

Das Kirchenschiff mit Emporen und Blick zur Orgel

Blick auf die Emporen und die Orgel

Das Kirchenschiff mit Emporen und 
Blick zum Hochaltar

Die Deckenfresken:
Im Jahre 2009 wurden die wunderbaren Deckenfresken frei gelegt und einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Heute erstrahlen sie wieder in ihrem ursprünglichen Glanz.
Die beiden folgenden Bilder wurden von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim zur Verfügung gestellt.

Relikte aus deutscher Vergangenheit, die sich auch heute noch an den Kirchenbänken der Emporen befinden.
Die folgenden Bilder wurden von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim, zur Verfügung gestellt (Aufnahmen: 2016).

Namensschild an der Kirchenbank des Fabrikbesitzers und Gastwirtes Aloys Wiener aus Schömberg.
(Bild von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim)

Die Schömberger Weihnachtskrippe
(Bild: Johannes Bischof, Pfarrer i. R., Geistlicher Rat)

Nebeneingang der Pfarrkirche (der sog. Kerker):

Der Nebeneingang (sog. Kerker)

Jesus im Kerker

Christusstatue im sog. Kerker

(Bild von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim)

Das folgende Bild zeigt die Gedenktafel für die verstorbenen Kolpingsöhne der Stadt Schömberg, die sich auch heute noch an der katholischen Kirche befindet.
(Bild von Herrn Jürgen Paul - Aufnahme: September 2019).

Die neuen Glocken der Pfarrkirche:

Im Jahre 1924 wurden bei der Glockenfirma Gebr. Ulbrig in Apolda/Thüringen vier neue Bronzeglocken in Auftrag gegeben. Am 14. Februar 1925 waren die neuen Glocken mit der Ziedertalbahn am Schömberger Bahnhof eingetroffen. Sonntagmittag wurden sie auf die zum Abtransport zur Kirche bereitstehenden Wagen verladen, während fleißige Hände dabei waren, Glocken und Wagen mit Kränzen, Girlanden und Blumen zu schmücken. Um 14.00 Uhr erfolgte die feierliche Einholung des neuen Geläuts durch Schulkinder, Jugend, Gesellen und Marienverein, Kirchenvorstand, Musik und Sängerchor sowie dem Pfarrer. Nach beendeter Segensandacht wurden die Glocken in die Kirche transportiert und vor der Kommunionsbank abgestellt.
Die feierliche Weihe der neuen Glocken erfolgte am Sonntag, den 22. Februar 1925. 2 Stunden dauerte der Aufzug der 1. Glocke. Gegen 2 Uhr nachmittags war der Aufzug aller 4 Glocken beendet. Am 8. März 1925 ertönte ihr erstes feierliches Geläut und am 04.02.1942 läuteten sie ein letztes Mal. Am 06.02.1942 wurden sie abgenommen.

Glockenweihe am 22. Februar 1925

Glockenweihe am 22. Februar 1925

Die Michaelisglocke - sie wiegt 20 Zentner - geweiht wurde sie zum Gedächtnis der Gefallenen der Pfarrgemeinde.

Die St. Josef-Glocke - sie wiegt 11 Zentner - geweiht wurde sie dem Schutzpatron der Pfarrkirche.

Die St. Anna-Glocke - sie wiegt 8 Zentner - 

Die St. Salvador-Glocke - sie wiegt 6 Zentner - geweiht wurde sie dem göttlichen Erlöser.

Der Pfarrhof von Schömberg im Winter.

Das ehemalige "Verwaltungshaus" der Pfarrgemeinde, 
zuletzt im Besitz von Elektor-Jüptner, im Winter.

Einfahrt in den Pfarrhof

(Aufnahme: vor dem Krieg)

Einfahrt in den Pfarrhof (Aufnahme: vor dem Krieg)
(Bild von Herrn Hubert Jahn)

Einfahrt in den Pfarrhof - heute

(Bild von Herrn Jürgen Paul, 

Aufnahme: September 2019)

Das Pfarrhaus

Das Pfarrhaus - Treppenhaus
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Im Pfarrhaus - Sichten der Kirchenbücher

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Im Pfarrhaus - Sichten der Kirchenbücher

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Im Pfarrhaus - Sichten der Kirchenbücher 

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Das Küsterhaus

(Bei der Hausfassade fand die Sgraffittotechnik Anwendung)

Das Küsterhaus

Das Küsterhaus - Aufnahme: 2016
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim)

Das Küsterhaus - Aufnahme: 2019

Der Kirchweg - Blick vom Markt zur katholischen Kirche

Der Kirchweg - Blick von der katholischen Kirche zum Markt

Der alte Friedhof:

Auf dem alten Friedhof befinden sich noch sehr viele Grabsteine früherer deutscher Bewohner.

Eingang zum alten Friedhof.
Vor dem Eingang links befindet sich das Familiengrab der Familie Bischof, Landeshuter Str. Nr. 5.
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Das Familiengrab der Familie Bischof

Der alte Friedhof mit erhalten gebliebenen alten Grabsteinen

(Bild von Herrn Jürgen Paul, Puchheim - Aufnahme: September 2019)

Ein alter Grabstein an der Außenwand der Kirche

(Bild von Herrn Jürgen Paul, Puchheim - Aufnahme: September 2019)

Erhalten gebliebene deutsche Grabsteine
(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein des Apothekers Dr. Siegbert Reymann. Von 1884 - 1891 war er Eigentümer der Adler-Apotheke am Markt Nr. 2.

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein des Joseph Heinzel 

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein des Joseph Heinzel

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein Eheleute Fiedler

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein Eheleute Fiedler

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein Eheleute Kühn

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein Eheleute Kühn

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein Eheleute Stöckel

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Grabstein der Frau Amalie Bürgel

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Friedhof - neuer Teil:

Der neue Teil der Friedhofsanlage

(Bild von Herrn Arnold Wittwer , Bensheim - Aufnahme: 2016)

Auf diesem Teil befindet sich ein Obelisk, der an die gefallenen Soldaten der Kriege von 1866 und 1870/71 erinnert.

(Bild von Herrn Arnold Wittwer, Bensheim - Aufnahme: 2016)

Inschrift am Sockel: Aus der Kirchengemeinde fanden ihre Gräber fern der Heimat 3 Krieger von 1866. 
Die Einweihung dieses Denkmals erfolgte am 26. September 1871

Inschrift am Sockel: Aus der Kirchengemeinde ruhen in fremder Erde 

4 Krieger von 1870/71. 
Die Einweihung dieses Denkmals erfolgte am 26. September 1871.

In Schömberg leitete im Jahr 1915 Pfarrer Ziron die
katholische Gemeinde.

Das nebenstehende Bild zeigt ihn mit seinem evangelischen Amtskollegen Pastor Neugebauer (rechts) aus Liebau.

Pfarrer Erwin Otte, der letzte Stadtpfarrer von Schömberg

Pfarrer Erwin Otte war der letzte amtierende Stadtpfarrer in Schömberg vor der Vertreibung. Geboren wurde er am 9. Februar 1908 in Gostal (Oberschlesien). Kardinal Adolf Bertram weihte ihn am 31. Januar 1932 zum Priester. Als Kaplan wirkte er in Baizen, Ziegenhalz und in Hermsdorf bei Waldenburg. Später kam er als Pfarrer nach Berthelsdorf bei Lauban und anschließend nach Schömberg. Sein Wirken in Schömberg fiel in die Jahre des Zweiten Weltkrieges und des Zusammenbruchs und der Vertreibung. Mit einem ihm von Natur gegebenen Organisationstalent wurde Pfarrer Otte zum "Bettelmann der Armen", der durch seine Sammlungen dazu beigetragen hat, dass in der schweren Zeit die Armen wenigstens einigermaßen mit Nahrung versorgt werden konnten. 1946 kam er zunächst in den Raum von Steyerberg, mit ihm ein großer Teil seiner Pfarrgemeinde, später nach Brake/Lippe. Er versuchte stets, den Zusammenhalt seiner früheren Pfarrgemeinde zu bewahren. Schwer waren die Jahre, in denen er das weite Gebiete als Vertriebenen-Seelsorger mit dem Fahrrad zu bearbeiten hatte, unterstützt von Frau Tschöke und seiner Schwester, die ihm bei der schwierigen Arbeit halfen. Am 23. Dezember 1957 wurde ihm die Pfarrei Herz-Jesu in Ennepetal-Milspe übertragen. Hier verstarb er am 23. Januar 1964. Am 27. Januar 1964 wurde Pfarrer Otte auf dem Milsper Friedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Pfarrer Erwin Otte als Vertriebenen-Seelsorger. Mit dem Fahrrad fuhr er von Dorf zu Dorf, im Rucksack die erforderlichen kirchlichen Gegenstände.

(Das Bild stellte Herr Erich Engler zur Verfügung.)