Bauden M - Z

(Verfasser: Hella Tegeler)

Die "Mädelstegbaude"  (773 m)

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Die Mädelstegbaude lag, idyllisch im Wald eingeschlossen, am Fuß der Mädellehne, ca. 150 Meter entfernt, wo das Weißwasser in die Elbe fließt. Sie befand sich auf der böhmischen Seite des Riesengebirges.

Um 1860 diente die Baude als Unterkunftshütte für Arbeiter. Der erste Bewohner war ein gewisser Kraus, gebürtig aus Krausebauden, später Forstadjunkt Sedlacek. Diese kleine Baude war zuerst als Blockhaus errichtet worden. Als in späteren Jahren der Touristenverkehr stetig zunahm, wurde aus der ehemaligen Schutzhütte ein Forsthaus. Besitzer des Grund und Bodens war Graf Harrach. Das Gebäude wurde umgebaut und vergrößert zum Gasthaus mit einigen Fremdenzimmern. Von 1895 bis 1925 bewirtschaftete die Familie Erlebach als Pächter das Gasthaus.

Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde das Haus verstaatlicht. Den Pächtern wurde gekündigt und ein tschechischer Pächter übernahm die Baude. In den folgenden Jahren wurde sie etwas vergrößert und erhielt elektrisches Licht. Bis 1938 führten drei tschechische Pächter die Baude. Im Januar 1942 wurde sie durch einen Brand zerstört.

Quelle:

  • Wikipedia

Die Mädelstegbaude

Die Mädelstegbaude

Die "Martinsbaude"  (1.300 m)

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Die Martinsbaude ist eine der ältesten und bekanntesten Bauden. Sie liegt unterhalb der Großen Sturmhaube und wurde von Martin Erlebach noch während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1642 errichtet. Er bot damals vielen Kriegsflüchtlingen Unterkunft und Asyl.

Nachdem die Baude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde, erfolgte 1899 der Abriss und sie wurde neu und schöner aufgebaut. Für Wanderer und Wintersportbegeisterte bot das Haus 50 Zimmer.

Von 1906 bis 1914 trug die Baude den Namen "Graf Harrach`sche Martinsbaude", Pächter war Vincenc Hollmann. Graf Harrach ließ damals auch den berühmten Botanischen Garten etwas unterhalb der Baude anlegen.

Erst nach dem Münchner Abkommen 1938 ging die Baude wieder in deutschen Besitz über. Die letzten Eigentümer vor 1945 waren die Brüder Hollmann.

Die erfolgreiche tschechische Tennis-Spielerin Martina Navratilova wurde ganz in der Nähe geboren und verbrachte in der Baude ihre Kindheit. Ihr Vater war viele Jahre Wirt der Baude.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung (2013)
  • Wikipedia

Die Martinsbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die "Max-Heinzelstein-Baude  (720 m)

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Diese Baude liegt am Wald unterhalb der Brodtbaude. Sie gehörte August Erben aus Hohenelbe, der während des 2. Weltkrieges gefallen ist. Benannt war sie nach dem schlesischen Dialektdichter und Schriftsteller Max Heinzel (28.10.1833 - 01.11.1898).

Zwischen 1920 und 1930 erfolgten Umbauten, u. a. wurde eine Holzveranda angebaut. Der obere Teil des Gebäudes mit der Holzveranda wurde 1956 durch ein Feuer zerstört.

Mitte 1960 erfolgte der Neuaufbau des Gebäudes in der heutigen Form. Es wird seit Ende 1990 privat geführt.

Quelle:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Die Max-Heinzelstein-Baude ca. 1920

Max Heinzel (28.10.1833 - 01.11.1898)

Die Max-Heinzelstein-Baude ca. 1930

Die "Melzergrundbaude"  (1.002 m)

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Der kürzeste Aufstieg zum Gipfel der Schneekoppe führt aus Krummhübel durch das Tal der Kleinen Lomnitz hinauf. Die Schaffgotsche Forstverwaltung ließ diesen Wanderweg im Jahre 1884 erbauen. Der deutsche Riesengebirgsverband wiederum errichtete am Wegesrand zahlreiche Ruhebänke, um den Besuchern den Aufstieg bequemer zu gestalten.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts soll im Melzergrund eine Jagdhütte gestanden haben, die Rast und einen kleinen Imbiss ermöglichte. Im Jahre 1890 baute Michael Melz aus Zillerthal-Erdmannsdorf diese Hütte in eine Herberge um. Gleichzeitig richtete er einen Pfad zum Pass unterhalb der Schneekoppe ein. 1905 wurde die alte Hütte durch das jetzige Gebäude ersetzt.

Nach dem Krieg wurde die Baude vom polnischen Verband der Touristik und Landeskunde übernommen.  Übernachtungen sind heute nicht mehr möglich, ein Imbiss wird aber angeboten.

Quelle:

  • Wikipedia

Melzergrundbaude im Jahre 1905 (Besitzer: August Vogt)

Melzergrundbaude

Die "Mohornmühle"  (760 m)

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Die Mohornmühle lag in Nieder-Kleinaupa, und zwar im tschechischen Teil des Riesengebirges.
Das Quellwasser der Kleinen Aupa, welches vom Schmiedeberger Kamm und vom Kolbenkamm herabkommt, sind der Löwenbach (Löwengrundwasser), der Schwarze Bach, auch Fichtigwasser genannt, und das Pladerwasser. Mitten im Dorf Nieder-Kleinaupa an der Brücke, nordwestlich der Mohornmühle, vereinigen sich diese drei Quellbäche zur Kleinen Aupa und bilden das gleichnamige Gebirgstal.

Im Jahre 1771 erscheint ein Augustin Kneifel als erster Eigentümer der Mohornmühle in den Kirchenbüchern. Um 1800 wird dort Hieronymus Kneifel aufgeführt und im Jahre 1848 Augustin Mohorn. Ursprünglich war die Mohornmühe eine Sägemühle, später auch eine Holzschleiferei. In dieser Holzschleiferei wurden Dachschindeln für ganz Kleinaupa hergestellt.

So günstig und schön die Lage der Mohornmühle auch sein mochte, so groß war auch die Gefahr durch Überschwemmungen. Die Schäden des Hochwasser von 1858 ruinierten den damaligen Besitzer Johann Mohorn und zwangen ihn zur Aufgabe. Im Jahre 1879 erfolgte die Zwangs-versteigerung. Erstanden wurde sie von dem Spindlerbaudenwirt Johann Hollmann, der sie durch seinen Bruder bewirtschaften ließ. Nach Hollmanns Tod ging im Jahre 1894 die Mohornmühle durch Erbschaft an dessen Sohn Hermann über. Nachdem der Wert der reichen Erbschaft durch die erneuten Hochwasserfluten von 1897 schwer beeinträchtigt worden war, verkaufte Hermann Hollmann seinen Besitz an Wenzel Adolf.

Wenzel Adolf kam auf den Gedanken, aus der Mühle ein Hotel zu machen. Er ließ einen Teil der Mühle abreißen, nur der älteste Teil blieb bestehen, an dem er ein neues Gebäude anbauen ließ. In diesem alten Teil des Gebäudes soll im Jahre 1779 der spätere Kaiser Joseph II. mit seinem Gefolge und in Begleitung des Generals Laudon übernachtet haben. Diese Tatsache (belegt mit Stiefel-knecht und dem Essbesteck des Kaisers) und auch der historisch wertvolle Kachelofen in der Stube, lockte dann viele Gäste aus dem ganzen Riesengebirge in Adolfs Hotel.

Das Ende der Mohornmühle kam im Jahr 1940. In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1940 geriet das Nachbarhaus in Brand und die Flammen griffen auf die Morhornmühle über. Das Feuer legte den gesamten Komplex in Schutt und Asche.

Quellen:

  • Köstler, Bärbel: Kleinaupa - Das höchstgelegene Dorf Böhmens unter der Schneekoppe, Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2001
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Wikipedia

Die Mohornmühle

Die Mohornmühle

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Die "Neue Schlesische Baude"  (1.195 m)

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Diese Baude, auch Kranichbaude genannt, befindet sich am Westhang des Reifträgers auf einer weiten Wiese unweit der Pferdekopfsteine im Quellgebiete des Zackens.

Erstmalig erwähnt wurde die Baude im Jahr 1786. Damals handelte es sich um eine Schutzhütte für Hirten. Schon bald wurde dort eine Schank- und Vesperstube eingerichtet. Wie bei anderen Bauden auch, wurde die große Stube mit typischem Kachelofen schon bald zur Gaststube und der Heuboden zur Herberge. Als erster Pächter wird im Kirchenbuch der Gemeinde Wenzel Krause aus den Krausebauden genannt. Im Jahr 1790 wurde sie von Johann Paul Adolph übernommen, dessen Nachkommen die Neue Schlesische Baude bis zu ihrer Vertreibung 1945 bewirtschafteten.

Im Jahr 1820 bestand das Anwesen aus einem größeren und einem kleineren Gebäude. 1846 entstand ein weiterer Bau, der ausschließlich als Herberge für Wanderer diente, die Sommerbaude. Die gesamte Anlage trug damals noch den Namen Kranichbaude, wurde später in "Neue Schlesische Baude" umbenannt, um den Unterschied zur "Alten Schlesischen Baude" darzustellen.

Im Jahr 1895 errichtete Gustav Adolph ein neues Gebäude nach dem Vorbild der Peterbaude. Es war ein großes Gebäude in Holzbauweise mit einem Satteldach und verfügte über 22 Zimmer. 1909 wurde ein zweistöckiger Backsteinbau mit Veranda hinzugefügt, der von dem Architektenbüro Albert aus Hirschberg entworfen worden war.

Nach dem Hotelprospekt erfolgte in den Jahren 1920 bis 1923 ein kompletter Um- und Ausbau des Hauses. Der Küchen- und Hausbetrieb wurde mit allen neuzeitlichen Einrichtungen ausgestattet (elektrisches Licht, WC, Bad, fließendes kaltes und warmes Wasser, geräuschlose Klingelanlage etc.).

Im Jahre 1939 wurden die bestehenden Gebäude mit einer Galerie untereinander verbunden. Vor dem Zweiten Weltkrieg besaß das Hotel den Standard eines Luxus-Berghotels und verfügte über mehr als 130 Betten.

Im August des Jahre 1975 brach im Mitteltrakt des Hauses ein Feuer aus und zerstörte die obere Etage und den Dachstuhl. 1976 wurde das Gebäude neu errichtet, allerdings mit Änderungen. Seitdem besitzt die Baude ein Stockwerk weniger. In dieser Form besteht sie auch heute noch.

Quellen:

  • Hausprospekt "Neue Schlesische Baude"
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. v. (2013)
  • Wikipedia

Die "Neue Schlesische Baude" (ca. 1900)

Die "Neue Schlesische Baude" (Aufnahme: 1930)

Die "Neue Schlesische Baude"

Skifahrer vor der "Neuen Schlesische Baude"

Briefkopf

Neue Schlesische Baude - Einbettzimmer

Neue Schlesische Baude - Gaststube

Neue Schlesische Baude - Saal

Die "Peterbaude" (1.288 m)

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Die Peterbaude lag auf der böhmischen Seite des Riesengebirges. Sie befand sich fünf Kilometer nördlich von Spindlermühle in der Mitte des Riesengebirgshauptkammes am Südosthang der Mädelsteine. Wer als Wanderer die Peterbaude erreicht hatte, wurde mit einem wunderbaren und weit reichenden Ausblick belohnt: im Norden über das Hirschberger Tal hinweg bis zum Zobten bei Breslau und im Süden über die von Ziegenrücken und Goldhöhe flankierten Sieben Gründe, dann die Elbe entlang bis in die böhmische Tiefebene.

Ursprünglich stand an dieser Stelle seit 1790 eine Sennerhütte, die der Familie Pittermann gehörte. Nach diesen "Pieterleuten" wurde sie "Pieterbaud" genannt. Im Jahre 1811 ließ Johann Pittermann diese alte Hütte abreißen und an ihrer Stelle eine ganzjährig bewohnbare Bergbaude errichten. In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens war die Peterbaude allerdings bei den Gästen nicht sehr beliebt. In seinem "Wegweiser durch das Sudetengebirge" vom Jahre 1828 schreibt Johann Christian Gottlieb Berndt von der Peterbaude: "Eine enge Nebenkammer dient zum Gastzimmer, in ihr wird auch das Heulager gemacht. Kaffee und was die Kuh gibt, ist zu haben, man eilt aber gern aus dieser Wildnis zur gastlichen Wiesenbaude, die man in zwei Stunden erreichen kann." Auch Karl von Holtei kehrte auf seiner Riesengebirgsreise am 25. August 1818 in der Peterbaude ein und bemerkt über diesen Besuch: "Ich hungere noch, wenn ich an das Mittagessen daselbst gedenke."

Nach Johann Pittermanns Tod bewirtschaftete dessen Sohn Ignaz die Baude. Dieser verkaufte sie am 30. Oktober 1844 für 400 Gulden an seinen Neffen Johann Zinecker. Gleichzeitig erhielt er ein lebenslängliches und unentgeltliches Wohnrecht. Von Agnetendorf heimkehrend, wurde Ignaz Pittermann im Jahre 1849 von einem Schneesturm überrascht und am nächsten Morgen erfroren aufgefunden.

Mit Johann Zinecker begann für die Peterbaude eine neue Zeit. Unter seiner geschickten Wirtschaftsführung wurde sie zu einer der beliebtesten Einkehrhäuser im Riesengebirge. Um den ständigen Klagen über die dürftige Schlafgelegenheit abzuhelfen, wurden 1866 die ersten Fremdenzimmer gebaut. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr eine Telegraphenagentur auf der Baude eingerichtet. Jahr um Jahr gab es Verbesserungen. Immer zahlreicher kamen die Gäste aus nah und fern, um einen gemütlichen Baudenabend oben am Kamm zu verleben. Bald reichten weder Gaststube noch Fremdenzimmer aus. Sohn Vinzenz Zinecker, der die Peterbaude 1884 erbte, ließ daher zwischen 1886 bis 1888 unterhalb der alten Baude ein neues Haus errichten, das einen großen Gastraum sowie dreißig Fremdenzimmer und Wirtschaftsräume enthielt.

In den 1890er Jahren begann auch der Winterverkehr. Rodel- und vor allem Hörnerschlittenpartien zählten bald zu den beliebten Wintervergnügen. Oft kamen ganze Schlittenkolonnen, von Pferden gezogen, von der schlesischen Seite aus herauf. Die Fahrt zur Peterbaude und zurück kostete 7,50 Mk. Dieser Preis schloss allerdings eine Übernachtung mit ein. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass eine Übernachtung nur ca. 1,5 Mk. kostete, war dieses Wintervergnügen ziemlich teuer.

Bald wurde auch die neue Baude zu klein. Vinzenz Zinecker ließ daher 1901 das ältere Haus abtragen und dafür einen Neubau errichten, in dem im ersten und zweiten Stock Fremdenzimmer mit Ofenheizung untergebracht waren. Beide Häuser wurden durch eine Halle verbunden. In den nächsten Jahren wurde eine eigene Hochquellwasserleitung gelegt, eine Lichtanlage für Gasbeleuchtung eingeführt und in beide Häuser Zentralheizung eingebaut. Als Vinzenz Zinecker 1913 starb, hatte er aus einer kleinen Baude einen großen, bekannten und beliebten Berggasthof gemacht.

Nach Vinzenz Zineckers Tod lag die Wirtschaftsführung der Baude in den Händen seiner Witwe Anna und ihrer vier Söhne. Diese ließen das Berghotel zwischen 1925 und 1929 um ein drittes Gästehaus erweitern, eine Aussichtsterrasse anlegen und die Gebäude miteinander verbinden. Insgesamt standen jetzt für Gäste 64 Zimmer mit 100 Betten zur Verfügung. Alle in Betracht kommenden technischen Neuerungen wurden eingebaut; es gab eine elektrische Kühlanlage mit Kühlräumen, Kühlschränken und Eismaschine, eine elektrische Großwäscherei mit Bügelmaschine, eine elektrische Geschirrspülmaschine, eine Lautsprecheranlage, um nur das Wichtigste zu nennen. Ein Verkaufsraum für Sportausrüstungen usw. war ebenso vorhanden wie ein Friseursalon. Darüber hinaus besaß die Peterbaude eine eigene Hauskapelle.

Nach dem Krieg wurden tschechische Verwalter eingesetzt und die vier Brüder Zinecker am 19. Juni 1945 nach Deutschland vertrieben. Die verstaatlichte Baude diente ab 1949 als Erholungsheim, und im Jahre 1960 wurde sie in eine Touristenherberge umgewandelt. Die dem fortschreitenden Verfall überlassenen Hauptgebäude wurden 1997 auf Initiative der Nationalparkverwaltung in die Liste nationaler Kulturdenkmale aufgenommen. Der Baudenbetrieb wurde 2007 wegen Auflagen des Bezirkshygieneamtes Trutnow (Trautenau) eingestellt. In den frühen Morgenstunden des 1. August 2011 brannte das ehemalige Berghotel ab, 200 Jahre nach seiner Inbetriebnahme. Als Brandursache wird Brandstiftung vermutet.

Wenn auch diese wunderschöne Baude heute nicht mehr besteht, so ist sie doch untrennbar mit dem Riesengebirgslied "Blaue Berge, grüne Täler" verbunden. Zwei Lehrer haben das Lied im Jahre 1914 geschaffen: Othmar Fiebiger schrieb die Worte und Vinzenz Hampel vertonte das Gedicht. Fiebiger erzählte später gerne, wie er auf einer Kammwanderung in der gemütlichen Peterbaude eingekehrt war, wo die Zither klang und die Gäste manches Lied mitsangen, aber keines vom Riesengebirge dabei war. Er schlich hinaus in die Bergeinsamkeit und schrieb im Anblick der wunderbaren Bergwelt:
                                              Bloe Barche, grüne Täler
                                              mitta drin a Heisla kleen;
                                              herrlich is dos Stückla Erde,
                                              und ich bin ja dort drheem
.

Noch am selben Abend las er seinen Freunden dieses kurze Gedicht in der Baude vor. In seinem Gedächtnis klangen die Zeilen weiter und gingen ihm nicht aus dem Sinn und den wenigen Zeilen fügte er weitere hinzu. Sein Freund Vinzenz Hampel vertonte es später. Ins Hochdeutsche übertragen wurde es zur Hymne der Riesengebirgler.

Quellen:

  • General-Anzeiger f. d. Riesengeb.: Das hundertjährige Bestehen der Peterbaude in: Der Wanderer im Riesengebirge, Heft 3/1911
  • Hampel, Vinzenz: Die Geschichte des Liedes vom Riesengebirge, Hohenelber Heimatbüchlein, jahrg. 1950
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Spindler, Josef: Die Geschichte der Peterbaude, Heimatblatt für den ehemaligen Kreis Hohenelbe, Jahrg. 1951
  • Staffa, Marek: Das Riesengebirge, Wydawnictwo Dolnoslaskie, Wroclaw 1997

Die Peterbaude um 1811

Die Peterbaude

Die Peterbaude 1935

Blick auf die Peterbaude

Peterbaude - Innenansicht

Peterbaude - Innenansicht

Die "Prinz-Heinrich-Baude (1.420 m)

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Die Prinz-Heinrich-Baude lag 180 m oberhalb des Großen Teiches, zwei Stunden Fußweg von Krummhübel entfernt. Von der Aussichtsterrasse bot sich dem Besucher ein weiter Blick in das Tal. Der Große Teich ist 553 m lang und 63 - 180 m breit. Die größte Tiefe beträgt 23 m. Der dunkle Wasserspiegel und hohe vom Ufer auftürmende Felswände sind charakteristische Eigenschaften des Großen Teiches.

Inmitten dieser einzigartigen Landschaft ließ Gustav Elsner 1888 die Prinz-Heinrich-Baude nach den Plänen des Baumeisters Hermann Kahl aus Arnsdorf errichten. Im Jahre 1887 hatte Gustav Elsner ursprünglich geplant, ein Gasthaus am Mittagstein zu bauen. Eine frohe Dinnerstunde ausnützend, hatte er in diesem Jahr vom Grafen Schaffgotsch als Grundherrn die Erlaubnis zum Bau erhalten. Als die Ortsgruppe Breslau des Riesengebirgsvereins von diesen Plänen erfuhr, einigte man sich auf die Errichtung eines größeren Objektes. Zur Finanzierung wurde ein "Verein zur Errichtung eines Gasthauses am Mittagstein" gegründet und Anteilscheine zu fünf Mark herausgegeben, von denen später alljährlich nach der Saison eine bestimmte Summe als Rückzahlung zur Verlosung kam. Aus Anlass der Verlosung fand in Breslau stets eine fröhliche Versammlung des Baudenvereins statt. Auf Anraten des Försters Tietze wurde der Bau jedoch nicht am Mittagstein errichtet, sondern über dem Rand des Großen Teiches, einmal wegen der besseren Fernsicht und weil man dort Sand und Steine zum Bau vorfand.

Am 14. Mai 1888, dem Hochzeitstag von Gustav Elsner und seiner Ehefrau Rosalie, geb. Mönnich, wurde mit dem Bau begonnen. Zehn Tage später war der Hochzeitstag des Prinzen Heinrich von Preußen (jüngerer Bruder des späteren Kaisers Wilhelm II.) mit der Prinzessin Irene von Hessen, die ihre Flitterwochen im Erdmannsdorfer Schloss verbrachten. Auf dem Rückweg von einer Koppenwanderung kam das Paar an der Baustelle vorbei und begegnete dort dem Ehepaar Elsner. Dieses Zusammentreffen führte zur späteren Namensgebung der Baude.

Am 8. September 1888 wurde Richtfest gefeiert. Aus diesem Anlass schuf der aus Lüben bei Liegnitz stammende Geheimrat Dr. Baer ein mehrere Strophen umfassendes Gedicht. Nachfolgend ein paar Auszüge:
                                                 "Fest gemauert ob dem Teiche
                                                 an der steilen Felsenwand,
                                                 von der Grenze zweier Reiche
                                                 leuchtend weit in`s deutsche Land
                                                 steht das Baudenhaus
                                                 stark im Sturmgebraus;
                                                 mögen alle Wetter toben,
                                                 unerschüttert bleibt es droben.

                                                 Herein, Herein!
                                                 Genossen alle, schließt die Reih`n,
                                                 daß wir die Baude tausend weih`n:
                                                 "Prinz-Heinrich-Baude" sei ihr Name!
                                                 Ein Kaisersohn wars, der ihn gab,
                                                 ein Zoller, der mit seiner Dame
                                                 hier anhielt seinen Wanderstab.
                                                 Sein Liebesglück und diese Mauern
                                                 erstanden just zur selben Zeit, -
                                                 in Segen sollen beide dauern
                                                 bis in die ferne Ewigkeit!"

Die Einweihung der Baude erfolgte am 8. Juni 1889. Prinz Heinrich übersandte ein großes Foto in breitem Goldrahmen mit handschriftlicher Widmung, das an einem bevorzugten Platz im Speisesaal aufgehängt wurde. An der Vorderseite der Baude wurde eine Büste des Prinzen Heinrich aufgestellt. Die Baude verfügte über 30 Zimmer. Im Jahre 1906 wurde bereits eine Zentralheizung eingebaut.

Um eine Zunahme des Winterverkehrs zu ermöglichen, veranlasste Elsner den Bau einer doppelgleisigen Rodelbahn. Dieser sog. "Hoserweg" wurde im Herbst 1903 fertiggestellt und war damit die erste zweigleisige Rodelbahn des Riesengebirges.

Als im Jahre 1919 die 30jährige Erbpacht ablief, bewarb sich Elsner nicht mehr um eine neue Pachtung und übergab den Betrieb an Rudolf Korseck aus Krummhübel, der diesen bis zur Vertreibung führte.

Der Baude war ein trauriges Schicksal beschieden. Im Herbst 1946 brannte sie ab, ein Wiederaufbau erfolgte nicht. Heute sind nur noch die Fundamente erhalten.

Im Jahre 2002 wurde eine Expedition zu wissenschaftlichen Untersuchungen und Spurensuche nach historischen Gegenständen des Kleinen und Großen Teiches von einer tschechischen Tauchschule unternommen. Dabei entdeckte man als interessantesten Fund neben Scherben mit dem Emblem "Prinz-Heinrich-Baude" den Torso einer Bronzebüste in Lebensgröße von der Prinz-Heinrich-Baude. 2004 wurde am einstigen Standort der Baude eine Messingtafel mit Abbild und Text in polnischer Sprache aufgestellt.

Quellen:

  • Dr. Baer: Das Lied von der Baude in: Der Wanderer im Riesengebirge, Heft 10/1888
  • Haase, Gustav: Geschichte der Prinz Heinrich Baude, Heemteglöckla, Jahrg. 1951
  • Meyers Reisebücher: Riesengebirge und Isergebirge, Bibliographisches Institut Leipzig (1930)
  • Morgner/Baumann. Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Patschovsky, Wilhelm: Führer durch das Riesen- u. Isergebirge, Verlag Georg Brieger, Schweidnitz (1908)

    
                                     

Die Prinz-Heinrich-Baude

Die Prinz-Heinrich-Baude

Prinz-Heinrich-Baude - Innenansicht

Die "Proxenbaude" (888 m)

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Die Proxenbaude gehörte mit zu den ältesten Bauden des Riesengebirges. Im Jahre 1749 wurde sie in der Baudenkolonie Jakobsthal - bei Schreiberhau - am Schnittpunkt zwischen Riesen- und Isergebirge errichtet. Hier wurde "Auerhahn" ausgeschenkt und an der Decke gab es dazu entsprechende Reime. Übernachtungsgäste waren willkommen.

Quellen:

  • Schlesischer Gebirgsbote
  • Wikipedia

Die Proxenbaude - Besitzer: F. Müller

Proxenbaude - Innenansicht

Proxenbaude - Gastzimmer

Proxenbaude - Zweibettzimmer

Die "Reifträgerbaude" (1.365 m)

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Die Reifträgerbaude war und ist das Gasthaus des "Schreiberhauer" Berges, dem Reifträger. Nach dem Verlust der Wosseckerbaude ließ Franz Endler nach den Plänen der Gebrüder Albert in den Jahren 1921/22 auf dem Gipfelgrat des Reifträgers eine Baude errichten, die den Namen "Deutsch-Böhmer-Haus" erhielt, aber im Volksmund Reifträgerbaude genannt wurde. Am 11. Sepember 1921 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Anwesend war u. a. auch Graf Schaffgotsch, der Besitzer des Grund und Bodens. In der Gründungsurkunde, die Oberbürgermeister Hartung aus Hirschberg verlas, wurden u. a. auch Zeitumstände und Ursachen geschildert, durch die die Gründung der Reifträgerbaude als ein Ersatz für die von den tschechischen Behörden geschlossene Wosseckerbaude anzusehen ist. Das Richtfest war bereits wenige Wochen später, am 24. Oktober. Die ersten Gäste bewirtete die Familie Endler in ihrer neuen Baude am 19. Dezember 1922. In der Folgezeit wurden immer wieder Modernisierungen vorgenommen. Eine Stromleitung von Schreiberhau brachte eine erhebliche Erleichterung. Der unzuverlässige Generator wurde überflüssig.

Den großen Aufstieg seiner Baude erlebte Franz Endler aber nicht mehr. Am 29. November 1930 verstarb er. Er hatte die Vertreibung aus der Wosseckerbaude nie überwunden. Seine Familie bewirtschaftete die Baude bis zur Vertreibung. 1946 kam die Familie Endler in den Schwarzwald. In Feldberg errichtete Sohn Kurt Endler wieder ein Hotel, die "Emmendiger Hütte" mit 100 Betten.

Nach 1946 verfiel die Baude immer mehr und wurde schließlich 1966 geschlossen. Anfang der 1970er Jahre sollte die Baude saniert werden. In der ersten Woche des Jahres 1972 begannen die Bauarbeiten, doch am 25. Januar brannte die Reifträgerbaude nieder. Ein schadhafter Schornstein wurde als Brandursache ermittelt. Die aus Schreiberhau kommende Feuerwehr konnte, nachdem der Löschwasservorrat aufgebraucht war, nichts mehr tun, die Feuerwehr aus Hirschberg blieb im Schnee stecken. 1991 begann man mit einem Neubau auf dem Reifträger, die feierliche Eröffnung erfolgte am 19. Dezember 1992, genau 70 Jahre nach der ersten Einweihung.

Quellen:

  • Dr. Baer: Die Grundsteinlegung der Reifträgerbaude in: Der Wanderer im Riesengebirge, Heft 11/1921
  • Schreiberhau im Riesengebirge: Herausgeber Kurverwaltung Schreiberhau 1928

Die Reifträgerbaude

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Reifträgerbaude im Winter 
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Reifträgerbaude - Veranda

         Die Reifträgerbaude im Jahr 2016


(Bild von Herrn Arnold Wittwer aus Bensheim)

Hotel "Emmendiger Hütte" in Feldberg (Schwarzwald). 
Das neue Domizil der Familie Endler nach 1946.

Die "Rennerbaude"  (1.400 m)

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Schauplatz der im Riesengebirge spielenden Oper "Des Adlers Horst" von dem österreichischen Opernkomponist Franz Gläser (19.04.1798 - 29.08.1861), für die der schlesische Schriftsteller Karl von Holtei (24.01.1798 - 12.02.1880) das Textbuch schrieb (uraufgeführt 1832 in Berlin), ist die auf der Weißen Wiese in aussichtsreicher Lage gelegene Rennerbaude. Sie lag rund 25 Minuten von der bekannten Wiesenbaude entfernt.

Errichtet wurde sie 1797 zunächst als Sommerbaude von den Brüdern August und Ignatz Renner, nach denen sie auch benannt wurde. Später ging sie in den Besitz der Familie Buchberger über und zuletzt gehörte sie den Brüdern Bönsch. Bis zum Jahr 1880 wurde sie nur als Sommerbaude genutzt, in welcher etwa 30 Stück Rindvieh ihr Unterkommen fanden. Erst im Sommer 1880 wurde sie, teilweise umgebaut, dem Touristenverkehr zur Verfügung gestellt, dem sie vom Jahre 1886 an durch den Anbau einer Veranda und den Ausbau mehrerer Fremdenzimmer immer besser diente. Die Baude lag im tschechischen Teil des Riesengebirges und gehörte zum Ort Spindelmühle. Im Jahr 1928 verfügte sie über 27 Zimmer mit 60 Betten.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Grenzgebiete der Tschechoslowakei im Oktober 1938 wurde die Rennerbaude vom tschechoslowakischen Militär in Brand gesteckt. Im Gegensatz zur benachbarten Wiesenbaude erfolgte aber kein Wiederaufbau. Der einstige Standort der Rennerbaude ist jedoch noch heute deutlich im Gelände zu erkennen.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Karl von Holtei (24.01.1798 - 12.02.1880)

Die Rennerbaude

Franz Gläser (19.04.1798 - 29.08.1861)

Die "Riesenbaude"  (1.394 m)

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Die Riesenbaude lag auf der böhmischen Seite des Riesengebirgskammes am Fuß des Koppenkegels. Direkt gegenüber liegt das auch heute noch bestehende Schlesierhaus. Zwischen beiden Bauden verlief die Staatsgrenze.

Am 23. April 1847 erhielt der Kaufmann Stefan Mitlöhner die Erlaubnis zur Errichtung einer Sommerbaude. Bereits im folgenden Jahr wurde sie feierlich eröffnet. Der Kostenaufwand betrug damals 1.600 Thaler. Sie diente einzig und allein dem Tourismus. Im Laufe der Jahre erfolgten mehrfache Vergrößerungen durch Um-, An- und Aufbauten. Sie wurde dadurch zu einem der größten Einkehrhäuser des Gebirges, welches mehr als 100 Nachtgästen Quartier anbieten konnte.

Nach mehrfachem Besitzwechsel wurde die Baude Anfang des Jahres 1880 von Adolf Heyn aus Warmbrunn erworben, dessen Witwe sie nach dem im Dezember 1898 erfolgten Tode ihres Mannes allein bewirtschaftete.

Im Frühjahr und Sommer 1907 unternahm Karl May in Begleitung seiner Ehefrau Klara eine Kur- und Erholungsreise nach Schlesien und ins Riesengebirge. Am 4. Juli 1907 übernachtete das Paar in der Riesenbaude. Eindrücke dieser Reise verarbeitete Karl May in seiner 1908 erschienenen Reiseerzählung "Abdahn Effendi".

Zwischen der Riesenbaude und dem Schlesierhaus bestanden verwandtschaftliche Beziehungen. Hugo Teichmann, Bauherr des Schlesierhauses, war in 1. Ehe mit Gertrud Heyn verheiratet. Sie war eine Tochter der Familie Heyn von der Riesenbaude.

Nach dem 2. Weltkrieg blieb die Riesenbaude noch eine Weile in Betrieb. 1970 wurde sie geschlossen und im Jahr 1982 wegen des sehr schlechten Zustandes abgerissen.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V.
  • Wikipedia

Die Riesenbaude

Blick auf die Schneekoppe

Links das Schlesierhaus, rechts die Riesenbaude

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Das "Schlesierhaus" (1.400 m)

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Das Schlesierhaus befindet sich auf dem Koppenplan. Dieses Hochplateau zwischen dem Kamm des Brunnberges im Westen und dem Kegel der Schneekoppe im Osten liegt auf einer Höhe von 1.400 - 1.450 m auf dem Hauptkamm des Riesengebirges und ist 7,5 km lang und 3 km breit. Das Schlesierhaus ist auch heute noch die letzte Einkehrmöglichkeit für Wanderer vor dem Aufstieg zur Koppe.

Historiker vermuten, dass an dieser Stelle bereits im 17. Jahrhundert eine Baude stand, die den zur Schneekoppe Wandernden Schutz gewährte.

Bauherr des Schlesierhauses war Hugo Teichmann, der am 22. Juni 1883 in Zillerthal als 7. Kind der Eheleute Emil und Selma Teichmann geboren wurde. Verheiratet war er in 1. Ehe mit einer Tochter aus der gegenüberliegenden Riesenbaude. Seine Familie besaß bereits die Schnurrbartbaude und das weit über die Grenzen von Schlesien hinaus bekannte Berghotel "Teichmannbaude". 1921/22 pachtete er das Grundstück für das Schlesierhaus von Graf Schaffgotsch in Bad Warmbrunn, das er aber 1928 käuflich erwarb und bis zum Melzergrund erweiterte. Die feierliche Einweihung fand im Jahre 1924 statt. Es handelte sich um einen modernen Bau mit allen technischen Neuerungen. Den Gästen standen 40 Ein- und Zweibettzimmer zur Verfügung. Hervorgehoben wird im Grieben-Reiseführer ein behaglicher Speise- und Tanzsaal, Gesellschaftszimmer und Wandersaal für 200 Personen, eigene Konditorei und Eismaschine. Vorhanden waren Bäder, Zentralheizung und Telefon. Als Besonderheit gab es eine Heißluft-Kleidertrockenanlage. Nasse Kleidung wurde beim Betreten der Baude abgegeben und beim Verlassen erhielt man die getrockneten Kleider zurück.

Für Wintertouristen gab es eine eigene Rodelbahn über 8 km, die bis nach Krummhübel führte. Für eine unabhängige Stromversorgung wollte Hugo Teichmann die meist starken Winde am Fuße der Koppe nutzen. Zu diesem Zweck beabsichtigte er, eine Windturbinenanlage bauen zu lassen, mit der einerseits unmittelbar vom laufenden Windrad der im Maschinenhaus erzeugte Strom verwendet, andererseits in einer großen Batterieanlage für windstille Zeiten gespeichert werden konnte. Eine Firma aus der Schweiz erhielt den Auftrag und errichtete die Anlage Mitte 1924 etwa 15 Meter vom Schlesierhaus entfernt. Die Gesamthöhe betrug 23 Meter. die gesamte Anlage funktionierte hervorragend bis zum 23. Dezember 1924. Ein eisiger Nordwestwind in Orkanstärke fegte über den Koppenplan. Die Temperatur sank auf -12 Grad Celsius, so dass die Rollenlager des Windrades in ihrer Führungsschiene vereisten und das Windrad unbeweglich gegen den Sturm stand. Die Zerstörung der Windturbinenanlage war die Folge. Damit war Hugo Teichmanns Traum, das Schlesierhaus mittels Windkraft als Stromselbstversorger auszurichten, zunichte gemacht worden.

Die Vertreibung blieb auch Hugo Teichmann nicht erspart, verkraftet hat er sie nie. Bereits am 17. Februar 1949 verstarb er in Wahle bei Braunschweig.

Das Schlesierhaus wurde im Jahre 1947 wieder für Touristen eröffnet. Ebenso wie früher ist die Baude auch heute wieder ein willkommener Rastplatz vor dem letzten Aufstieg zur Schneekoppe.

Quellen:

  • Drescher, Karl-Heinz: Bergbauden des Riesen- und Isergebirges
  • Griebens-Reiseführer: Schreiberhau und Umgebung, Grieben-Verlag - Albert Goldschmidt (Berlin 1928)
  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung Begegnung e. V. (2013)
  • www.domslaski.pl

Das Schlesierhaus - früher

Das Schlesierhaus - heute

Der Saal des Schlesierhauses.

Die "Schlesische Grenzbaude"  (1.050 m)

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Im Jahre 1922 erbaute Ignaz Tippelt auf deutscher Seite die "Schlesische Grenzbaude". Sie war nur
5 m von der Grenze entfernt. Auf der böhmischen Seite hatte er bereits 1911 die "Neue Grenzbaude" (später Tippeltbaude geannnt) errichten lassen.

Die Gasträume boten 150 Gästen Platz. Außerdem hatte sie acht Fremdenzimmer mit 18 Betten. Ebenso wie die Tippeltbaude war auch diese Baude mit Bädern, also hohen Anforderungen gerecht werdend, ausgestattet. Im Jahre 1935 erhielt sie eine moderne Zentralheizung. Angeschlossen war das Skiheim "Storchennest" der Skiabteilung aus Schmiedeberg.

Diese Baude ist auch heute noch in Betrieb und bietet Übernachtungsmöglichkeiten an.

Quellen:

  • Köstler, Bärbel: Kleinaupa, das höchstgelegene Dorf Böhmens unter der Schneekoppe, Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2001
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)

Die Schlesische Grenzbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die Schlesische Grenzbaude - Gastraum

Die "Schlingelbaude"  (1.067 m)

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Die Schlingelbaude wurde oberhalb von Brückenberg/Krummhübel errichtet. Die auf einer Hochfläche mit Blick auf die steilen Abstürze der Teichwände gelegene älteste und erste Schlingelbaude wurde vermutlich Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und urkundlich 1690 erstmalig erwähnt. Sie stand etwas oberhalb der im Jahre 1722 neu gebauten Schlingelbaude.

Die nach dem Familiennamen ihres Erbauers genannte Baude hat im Laufe der Jahrhunderte sehr viele Besitzerwechsel erfahren. Aus den Händen Schneiders, welcher die Baude von Schlingel, einem Nachkommen des Erbauers erworben hatte, ging dieselbe später in den Besitz der Familie Häring über. Karl Häring, ein Verwandter des gleichnamigen früheren bekannten Besitzers der Wiesenbaude, war, während er in der Schlingelbaude wirtschaftete, gleichzeitig Besitzer der Teichbaude, eine der ältesten Bauden, die früher dem Teichwärter am Kleinen Teich als Wohnung diente. Diese Teichbaude veräußerte er im Jahre 1887 an den Kommerzienrat Richter aus Arnsdorf.

Aus dem Nachlass der Familie Häring wurde die Schlingelbaude mit einem Wiesengelände von 24 Morgen von Heinrich Einert im Jahre 1889 für 21.000 Mark erworben. Einert baute östlich gegenüber der alten Baude im Jahre 1894 ein neues, gut ausgestattetes Logierhaus, welches als Sanatorium mit Badeeinrichtungen dienen sollte. Das neue Haus wurde auf den Namen "Baude am Haideschloß" getauft, nach einem sagenhaften Schloss Rübezahls, welches wohl früher in diesem Gelände gestanden haben soll.

Dieser neue Baudenname wurde aber nie wirklich bekannt, so dass die Baude wieder in "Schlingelbaude" umbenannt wurde. Besitzerin der neuen Schlingelbaude war seit 1896 die Gräflich Schaffgotsche Verwaltung, welche sie durch Pächter bewirtschaften ließ.

Nach einem im Jahre 1924 erfolgten Umbau standen in der Schlingelbaude den Gästen 50 Betten zur Verfügung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Baude weiterhin sehr beliebt. Am 11. Dezember 1966 wurde sie jedoch ein Feuer total zerstört.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901 , Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude-, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)


Von rechts nach links: Die alte Schlingelbaude,
 die neue Schlingelbaude (Haideschloss)

Spinnabend in der Schlingelbaude um 1800

Die alte und neue Schlingelbaude im Sommer

Die alte und neue Schlingelbaude im Winter

Erholungspause nach einer herrlichen Skiwanderung an der Sonnenseite der Schlingelbaude.

Die "Schneegrubenbaude" (1.490 m)

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Die Schneegrubenbaude befindet sich am Rand der Schneegruben unter dem "Hohen Rad". Die Schneegruben in der Nordflanke des Riesengebirgs-Hauptkamms sind eines der faszinierendsten Wanderziele im Riesengebirge. Neben fantastischer Aussicht und einzigartigen Felsformationen gibt es auch eine überaus reiche Pflanzenwelt zu bewundern. Der Schnee, der sich hier bis weit in den kalendarischen Sommer hinein hält, hat den Schneegruben den Namen gegeben. Ausgangs-punkt der Wanderung zur Schneegrubenbaude ist Schreiberhau.

An die Wanderer dachte der Graf von Schaffgotsch auch, als er im Jahre 1837 ein Haus errichten ließ, welches ihnen Schutz und Rast bieten konnte. Es war ursprünglich ein einfaches, einstöckiges, an die Rübezahlkanzel gelehntes Holzgebäude mit zwei Stuben, einer kleinen Veranda und einem Dachboden. Der Standort dieses Holzhauses erwies sich als sehr attraktiv, so dass 1861 ein neues steinernes Haus mit 21 Quartierplätzen gebaut wurde. Die berühmte Spezialität des Hauses war der sog. "Richterschnaps".

Mehrere Blitzeinschläge in den Jahren 1890 und 1892 machten einen Neubau zwingend erforderlich. Mit einem Kostenaufwand von weit über 100.000 Mark ließ die Reichsgräflich Schaffgotsche Verwaltung von dem Baumeister Daubach 1895/96 ein großes Hotelgebäude errichten, welches 1897 feierlich eröffnet wurde. Richard Greulich, der Pächter der alten Schneegrubenbaude, übernahm nun auch die Regie in dem Neubau. Die einzelnen Stockwerke enthielten 44 Fremdenzimmer, zum Teil mit herrlichster Aussicht. Auch die verglaste Terrasse war bei den Hotelgästen überaus beliebt. 120 Stufen führten zur Höhe des mächtigen siebenstöckigen Steinturmes. Von dort bot sich dem Besucher eine atemberaubende Aussicht, die Wilhelm Patschovsky, Schriftsteller und Lehrer in Dittersbach bei Liebau, in seinem Reiseführer wie folgt schildert:
"Die Aussicht vom Turme des neuen Hotels ist eine der schönsten und umfassendsten des ganzen Gebirges. Über dunkles Waldgebiet der Vorberge blicken wir hinweg auf die lachende Landschaft des Hirschberger Tales. Gegen NNW. sieht man den Hochstein, vor welchem sich Schreiberhau ausbreitet; rechts davon liegt Petersdorf. Links hinter dem Hochstein hebt sich die bewaldete Koppe der Tafelfichte ab und im Hintergrunde kommt die Landeskrone bei Görlitz zum Vorschein. Über Petersdorf hinweg fällt der Blick auf die Bibersteine, hinter welchen am Horizont der Greiffenstein, die Ruine Lehnhaus der Probsthainer Spitzberg und Gröditzberg bemerkbar sind. Im O. tritt der Koppenkegel über den Riesenkamm hervor. Links davon der Landeshuter Kamm mit den Friesensteinen und dem Ochsenkopf sowie die Falkenberge. Über den Landeshuter Kamm erblickt man den Sattelwald, den Hochwald, das Waldenburger Bergland und dahinter den Zobten. Fischbach und Buchwald sind ebenfalls von hier aus zu sehen. Nach S. und SW. schweift der Blick in die 7 Gründe und über den Krkonosch hinweg nach den Bergen von Teplitz, dem Jeschken; nach W. zur Lausche und anderen Bergen des Lausitzer Gebirges und der sächsisch-böhmischen Schweiz."

Die neue Schneegrubenbaude war damals mit modernster Technik ausgestattet, u. a. elektrische Beleuchtung und Zentralheizung. Die starke Holzverschalung, mit welcher der Steinbau umgeben war, diente als Schutz gegen die Witterungseinflüsse in dieser Höhe. Zu den Attraktionen der Baude gehörte ein Schiffsscheinwerfer, der den Wanderern signalisierte, ob noch freie Betten vorhanden waren.

Nach dem Kriege wurde die Baude weiter bewirtschaftet, allerdings gab es nur Notüber-nachtungen. Weil dringend notwendige Renovierungsarbeiten nicht finanziert werden konnten, wurde im Jahre 1960 das Objekt dem Fernsehen übergeben, welches in dem Haus eine Sendestation installierte. Einige Jahre später wurde ein Umbau vorgenommen, bei dem ein Teil des Turms abgetragen und die Form des Daches verändert wurde. Die frühere Schneegrubenbaude dient heute als Fernseh- und Rundfunksender sowie als meteorologische Station. Für die Öffentlichkeit ist sie leider nicht mehr zugänglich.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Patschovsky, Wilhelm: Führer durch das Riesen- u. Isergebirge, Verlag Georg Brieger, Schweidnitz (1908)
  • Staffa, Marek: Das Riesengebirge, Wydawnictwo Dolnoslaskie, Wroclaw 1997

Die Schneegrubenbaude 1837

Die Schneegrubenbaude nach 1861

Die Schneegrubenbaude 1911

Die frühere Schneegrubenbaude - heute

Schneegrubenbaude
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Schneegrubenbaude
(Karte von Herrn Hubert Jahn aus Datteln)

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 40/1862.

Die "Schnurrbartbaude" (843 m)

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Sie ist eine der ältesten Bauden des Riesengebirges, ihre Entstehungsgeschichte liegt aber im Dunkeln. Weder Erbauer noch Bauzeit sind genau bekannt. Der Theologe Johann Friedrich Zöllner unternahm im Jahre 1792 eine Koppenbesteigung von Krummhübel aus über die Seiffenlehne. Die erste Raststätte auf seiner Wanderung war "eine einzelne hölzerne Hütte, dergleichen es auf dieser Höhe des Gebirges mehrere gibt". Man erklärte ihm, dass es sich bei dieser Baude um die Johann-Georgen-Baude handele. Man nenne sie auch Schnurrbartbaude. Was Zöllner dann in sein Reisetagebuch aufgenommen hat und 1793 in den bekannt gewordenen "Briefen über Schlesien" veröffentlicht hat, enthält die erste schriftliche Erwähnung der Baude.

Der eigentliche Name lautete Johann-Georgen-Baude. Die Zusatzbezeichnung Schnurrbartbaude ist in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts aufgekommen. Es heißt, einem der Nachkommen des Erbauers sei von den Viehhirten wegen seines stattlichen Vollbartes der Spitzname "Schnurrliebig" verliehen worden, später zu "Schnurrlich" abgewandelt. Um 1800 hatte sich dieser Name fest eingebürgert. Auch Thedor Hoser erwähnt in seinem 1803 veröffentlichten Buch "Das Riesengebirge" die "sogenannte Johann-Georgen- oder Schnurrbartbaude", die "eine halbe Stunde über Krummhübel hinaus einsam liegt".

Bekannt ist, dass die Eigentümerfamilie Liebig die Baude 1832 an Wenzel Pradler verkaufte, der das Anwesen im Jahre 1862 seinem Sohn Karl übergab. Auf Wenzel Pradler oder dessen Sohn Karl wird übrigens die willkürliche Hinzufügung des Namens Rübezahl zur Schnurrbartbaude zurückgeführt. Mit Christoph Häring erfolgte 1884 wiederum ein Eigentümerwechsel.

Der letzte Abschnitt in der Geschichte der Schnurrbartbaude beginnt mit Emil und Selma Teichmann. Sie erwarben die Baude im Frühjahr 1888. Emil Teichmann war ein Sohn des Krummhübler Laboranten Carl Benjamin Teichmann und Selma Teichmann eine tochter der Damastweberfamilie Reimann aus Seidorf. Bald nach dem Kauf wurde die Baude aufgestockt. Es entstanden 12 Fremdenzimmer und eine große Gaststube. Die erste Werbung nach dem Umbau lautete:
                                                "RÜBEZAHLS  SCHNURRBARTBAUDE
                                            Gast- und Logierhaus, Sommerwohnungen mit
                                            und ohne Pension, jederzeit frische Milch sowie
                                            täglich frische hausbackene Waren.
                                            Die Preise: eine Übernachtung 1 Mark, das
                                            Frühstück 75 Pfennige, Pensionspreis 3 - 4 Mark
                                            täglich."

Nach dem Tode Emil Teichmanns am 17. Juni 1902 führte seine Witwe Selma den Betrieb noch über zwei Jahrzehnte in gewohnter Weise weiter, obwohl diese alte Baude seit den Jahren 1912/13 im Schatten der Teichmannbaude stand, wenngleich sie durch den Plan des bekannten Breslauer Architekten Hans Eras sehr gut in das Allgemeinbild eingeordnet worden war.

Selma Teichmann hat das Ende ihrer Baude nicht mehr miterlebt. Sie starb am 5. März 1922 in Seidorf. In der Nacht vom 15. auf den 16. August 1923 brach ein Feuer aus und innerhalb kurzer Zeit brannte die Baude bis auf die Grundmauern nieder. Zwei Jahre später wurde anstelle des alten ein neues Gebäude errichtet. Doch hatte es kaum mehr Ähnlichkeit mit dem Vorgängerbau, weder im Baustil noch in der Innenausstattung.

Angemerkt sei hier noch, dass Hugo Teichmann, ein Sohn der Eheleute Emil und Selma Teichmann, Eigentümer des bekannten Schlesierhauses war.

Quellen:

  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Reitzig, Hans: Vom Gebirgsbauernhaus zum Gebirgsgasthaus in: Heemteglöckla 108/1966

Die Schnurrbartbaude

Gaststube der Schnurrbartbaude

Teichmannbaude mit der alten Schnurrbartbaude

Teichmannbaude mit der neuen Schnurrbartbaude

Die "Spindlerbaude"  (1.208 m)

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Die Spindlerbaude liegt am Spindlerpass, direkt an der Grenze zu Polen auf der tschechischen Seite des Riesengebirges.

Das erste Gebäude an dieser Stelle wurde wahrscheinlich bereits von einem Ignatz Hollmann im Jahre 1784 errichtet. Der heutige Name stammt vom Ortsrichter Franz Spindler aus Friedrichsthal, der sie 1824 neu aufbaute. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus zweimal, 1826 und 1885, durch einen Brand zerstört, aber jedes Mal wieder aufgebaut und in späteren Jahren nochmals erneuert.

1914 begann man auf der tschechischen Seite mit dem Bau der Spindlerpass-Straße, die im Herbst 1923 bis zur Passhöhe fertiggestellt wurde.

Nach einem erneuten Brand im Jahr 2005 entschied sich der damalige Hotelbesitzer zu einer Komplettrenovierung des Hauses. Am 16.12.2005 konnte das neue Hotel feierlich eröffnet werden.

Quelle:

  • Wikipedia

Die Spindlerbaude um 1915

Die Spindlerbaude (1930)

Die "Teichmannbaude" (843 m)

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Clara Fuhrmann, geb. Teichmann, ältestes Kind der Eheleute Emil und Selma Teichmann (Eigentümer der Schnurrbartbaude) ließ in den Jahren 1912/13 das weit über die Grenzen von Schlesien hinaus bekannte Berghotel "Teichmannbaude" errichten. An finanziellen Mitteln fehlte es nicht und das Suchen eines geeigneten Bauplatzes blieb ihr erspart. Zum Grundbesitz der elterlichen Schnurrbartbaude gehörten einige Morgen Land, auf denen das neue Haus errichtet werden konnte.

Der erste Spatenstich erfolge Ostern 1912 und die Grundsteinlegung am 18. Oktober 1912. Mit einem großen Baudenfest und zahlreichen Gästen wurde das Hotel am 11. Oktober 1913 feierlich eingeweiht. Es handelte sich um einen modernen Bau mit allen technischen Neuerungen. In dem Hotelprospekt ist u. a. zu lesen:
"Das Haus hat 48 vermietbare Zimmer mit Kalt- und Warmwasserversorgung, Wohnung mit Privatbad, Badeeinrichtung in allen Stockwerken, Warmwasserheizung und elektrisches Licht. Auch können, da die meisten Zimmer mit geschützten Balkons versehen sind, auf bequemen Liegestühlen die beliebten Liegekuren in frischer Luft gemacht werden. In dieser ruhigen Zeit kann auch auf die Diät besondere Rücksicht genommen werden. Medizinische Bäder, Luft- und Brausebäder sind vorhanden, auch Massage von geschulten Kräften ist im Hause zu haben".

Mit der Geschäftsführung des Hotels beauftrage Clara Fuhrmann ihre Brüder Alfred und Richard Teichmann. Nach Kriegsausbruch übernahm sie wieder die volle Verantwortung für das Hotel, da sowohl Alfred als auch Richard Teichmann eingezogen wurden.

Im Jahre 1924 wurde die Teichmannbaude an den Hotelier Orsiglowsky vom Grand-Hotel in Spindlermühle verkauft. In späteren Jahren ging das Hotel in das Eigentum des Niederlausitzer Bergwerksbesitzers Ewald Kleffel über.

Auch heute noch ist die ehemalige Teichmannbaude für Gäste geöffnet, der jetzige Name lautet: "Hotel Orlinek".

Quellen:

  • Herrmann, Wolfgang: Eine Familie im Riesengebirge
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Reitzig, Hans: Vom Gebirgsbauernhaus zum Gebirgsgasthaus in: Heemteglöckla 108/1966

Die Teichmannbaude

Teichmannbaude - Verkehrshalle

Teichmannbaude - Wanderersaal

Einbettzimmer in der Teichmannbaude

Die "Tippeltbaude"  (1.050m)

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Im April 1911 errichtete Ignaz Tippelt in Groß-Aupa eine neue Baude, die "Kaiser Franz Joseph-Baude". 1911 wurde das erste Stockwerk fertig, das zweite im Jahre 1912. Das Haus verfügte über 25 Fremdenzimmer mit insgesamt 50 Betten und im Erdgeschoss befand sich ein großer Saal. Die Baude wurde mit einer Zentralheizung und einer Gasanlage versehen. Seit 1919 sorgte eine eigene Lichtanlage (Wasserkraft, Gefälle von 28 m) für elektrisches Licht.

Die Baude wurde nach dem 1. Weltkrieg in "Neue Grenzbaude" umbenannt. Ab 1927 erhielt sie den Namen ihres Erbauers, die "Tippeltbaude". In diesem Jahr erweiterte Ignaz Tippelt sein Anwesen um ein Nebengebäude auf der Rückseite der Baude. Auch in diesem Gebäude war eine elektrische Lichtzentrale untergebracht, die außer seinen Bauden auch die Goderbaude und das preußische Zollamt mit Licht versorgte. 1928 ließ er für die Summe von 200.000 Kronen vom Forstkamm her eine Wasserleitung für seine Baude verlegen. Dieser Wasserleitung war ein Hydrant für die Feuerwehr angeschlossen. Drei Jahre später erfolgte eine erneute Erweiterung der Tippeltbaude. Der Kostenaufwand belief sich auf 1.600.000 Kronen. Die Bettenzahl war auf 140 gestiegen. Die Aufenthaltsräume fassten insgesamt 350 Personen.

Nach der Vertreibung kam Ignaz Tippelt zunächst nach Bretten bei Pforzheim und später nach Stuttgart-Degerloch. Hier starb er bei seinem Sohn Walter am 8. Oktober 1961.

Die Tippeltbaude wurde auch nach Ende des 2. Weltkrieges als Hotel weitergeführt. Heute trägt sie den Namen "Pension Druzba".

Quelle:

  • Köstler, Bärbel: Kleinaupa - Das höchstgelegene Dorf Böhmens unter der Schneekoppe

Die Tippeltbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die frühere Tippeltbaude - heute Pension "Druzba"

Die "Weißwassergrundbaude"  (990 m)

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Diese Baude liegt am Ende des Weißwassergrundes und ist die östlichste der Spindlerbauden. Errichtet wurde sie im Jahre 1835, d. h. sie wurde an diese Stelle verlegt.  Dr. Hofer berichtet in seinem Buch "Das Riesengebirge" von einer Krämerbaude, die früher im Weißwassergrund in lawinengefährdeter Lage stand. Aus diesem Grund wurde die Baude an die sie gegen Schneestürze schützende Stelle verlegt und in der Gruppe der Spindlerbauden aufgebaut.

Besitzer dieser Baude war Wenzel Hollmann. Er baute die einfache Hütte zu einer Imbissstelle mit dem Namen "Restauration Weißwassergrundbaude" um. Später wurde die Baude noch einmal in "Baude an der Weißen Elbe" unbenannt.

Heute bietet die Baude Unterkunft für 32 Gäste in Zwei-, Drei- und Vierbettzimmern an.

Quellen:

  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. v. (2013)
  • Wikipedia

Weißwassergrundbaude um 1910

Weißwassergrundbaude - heute

Die "Wiesenbaude"  (1.410 m)

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Die Wiesenbaude ist die älteste Baude des ganzen Riesengebirges. Den Namen trägt sie deshalb, weil sie inmitten einer ausgedehnten Hochebene liegt, der sogenannten Weißen Wiese.

Errichtet wurde die Baude wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Die ersten Überlieferungen reichen bis in die Jahre des Dreißigjährigen Krieges zurück. So soll ein wegen ihres evangelischen Glaubens verfolgtes Liebespaar aus Böhmen in die entlegene Welt des Riesengebirges geflüchtet sein und eine ganz aus Holz bestehende Hütte errichtet haben. Hier wurde das Paar heimlich von einem Pastor getraut.

Der ursprüngliche Holzbau, ein einfaches Blockhaus, brannte ab und wurde schon im Jahre 1625 durch einen Bau auf einem steinernem Fundament ersetzt. Lauf Lessenthin sollen während des Baues der Schneekoppen-Kapelle - Laurentius-Kapelle - (1668 - 1681) die bis dahin "in aller Verborgenheit ihr Dasein fristenden Bewohner der Wiesenbaude von den Bauarbeitern entdeckt und in den geselligen Verkehr gezogen worden sein". Da sich die Baude damals bereits im Besitz der Familie Renner befand, ist anzunehmen, dass diese Familie zu jener Zeit schon zum katholischen Glauben übergetreten war. Wahrscheinlich hat diese Familie auch den Bau im Jahre 1625 ausgeführt.

Das Schöppenbuch weist Christof Erben als Käufer der Weißen Wiese mit allen darauf befindlichen Gebäuden am 12. Dezember 1707 aus. Später bewirtschaftete wieder die Familie Renner die Wiesenbaude. Durch Kaufvertrag vom 12. Oktober 1778 erwarb Augustin Renner die Baude von seinem Vater, dem Hohenelber Gebirgsrichter Johann Heinrich Renner. Die Kaufsumme betrug 200 Gulden. In der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich der damalige Baudenwirt Renner die Kraft des Weißwassers zunutze, das als Bächlein an der Baude vorbeifließt, indem er das Buttergewerke errichtete, welches in alten Chroniken lobend erwähnt wird. Die Baude wurde dadurch auch immer bekannter und lockte viele Besucher an. Manch einer erfreute sich daran, wie die findigen Wirtsleute sogar die Wiege durch das Weißwasser treiben ließen.

Die Wiesenbaude war nicht nur ein Ziel für Pilger und Wanderer, sondern auch Künstler, Schriftsteller, Maler und Naturforscher kehrten hier ein. Der berühmte Botaniker und Forschungsreisende Thaddäus Haenke, der zusammen mit Johann Jirasek im Auftrag der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag das Riesengebirge bereiste, wurde im August 1790 - infolge heftiger Schneestürme - zu einem mehrtägigen unfreiwilligen Aufenthalt in der Wiesenbaude veranlasst. Am 21. September 1809 war der Dichter Theodor Körner Gast in der Baude. Auch der schlesische Dichter Carl von Holtei übernachtete am 24. August 1818 hier. Weitere berühmte Gäste waren: Kronprinz Ferdinand (1819), Erzherzog Stefan (1809) und Kaiser Josef II. (1779). Zu der Angabe des Kaiserbesuches schreibt Lessenthin in seinem Buch: "Ob die Angabe, dass der Kaiser Josef II. am 11. September 1779 die Wiesenbaude besuchte, als einwandfrei zu betrachten ist, erscheint zweifelhaft. Geschichtlich verbürgt ist nur sein Aufenthalt in Groß- und Klein-Aupa, sowie in Hohenelbe".

Im Jahre 1833 errichtete Augustin Renner das allein stehende sogenannte Sommerhaus. Auf der Giebelseite ließ er folgende Inschrift anbringen: "Erbaut in diesem Jahr, da die wahrheit noch Teuer wahr. Dieses Haus Stehet in Gottes Hand beim Augustin Renner wird es genannt. Anno 1833".
Nach Augustin Renners Tod übernahm sein Sohn Jakob die Baude. Dieser führte sie mit sehr großem Erfolg weiter. Sie galt damals als die größte und neben der Spindlerbaude die einzig massiv gebaute Baude des Riesengebirges. 50 bis 60 Wanderer konnte die Wiesenbaude bereits beherbergen.  Das Leben in dieser Baude beschreibt Julius Krebs in seinem "Sudetenführer" aus dem Jahr 1839 wie folgt: "Fleisch war früher auch hier ein Luxusartikel, jetzt erhält man Schinken und Rindfleisch, daneben blaue Forellen und Eierkuchen, denen als Dessert Butterbrot und Koppenkäse folgen. Abends kommen auch Musikanten und Dirnen aus den nahe gelegenen Bauden und es wird dann in der engen Stube äußerst lebendig bei Bier, Wein und Tanz."

Im Jahre 1853 verkaufte Jakob Renner die Wiesenbaude zum Preis von 1.200 Gulden an seinen Schwiegersohn Wenzel Hollmann. Renner zog sich auf das Altenteil zurück und fand 1868 den Tod während eines Schneesturmes. Zwischenzeitlich hatte Sohn Johann Hollmann die Baude von seinem Vater übernommen und ließ 1875 die Gasträume durch einen Aufbau erweitern. Bereits ein Jahr später veräußerte er die Wiesenbaude an Christoph Häring aus St. Peter, um in Spindlermühle das "Wiesenhaus" zu eröffnen.

Nach nur zehnjährigem Besitz verkaufte Häring die Wiesenbaude an Ignaz Bönsch und dessen Söhne Vinzenz und Wilhelm für 300 österreichische Gulden. Die Baude verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über 7 Zimmer. Die Söhne führten sie nach dem Ausscheiden ihres Vaters sehr erfolgreich gemeinsam weiter. Mit einem ersten Anbau 1894 verdoppelten sie die Zimmerzahl, 1896 abermals auf nunmehr 30 Zimmer und 1898 auf 45. Im Jahre 1906 musste die Baude infolge des gesteigerten Besucherstromes um ein Dutzend Zimmer erweitert werden, 1909 nochmals um 20. Im Jahre 1914 verfügte die Baude über insgesamt 120 Zimmer. Durch weitere Neubauten in den folgenden Jahren wurde die Wiesenbaude zu einem der größten Touristenhotels im Riesengebirge mit 200 Betten und zahlreichen Matratzenlagern für Schulen und Vereine.

Ignaz Bönsch starb im Alter von 89 Jahren am 1. Oktober 1912. Sein Sohn Vinzenz, ebenfalls hochbetagt, im 86. Lebensjahr am 7. August 1932. Er hatte 6 Söhne und 5 Töchter hinterlassen. Nach seinem Tod bildeten die Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Enkelkinder eine Familiengemeinschaft und arbeiteten zusammen. Die Seele dieser Gemeinschaft und der Leiter der Wiesenbaude sowie der durch Erbschaft, Heirat oder Kauf hinzugekommenen Renner-, Richter-, Keil- und Geiergucken-Bauden wurde als neuer Senior Emil Bönsch. Unterstützt wurde er von seinem jüngeren Bruder Eugen, einem Kampfflieger im ersten Weltkrieg und später bekannten Segelflieger.

Im Jahre 1936 trennten sich die Wege der beiden Brüder Emil und Eugen. Während Eugen weiterhin die Wiesenbaude bewirtschaftete, zog es Emil Bönsch in die Steiermark. Er hatte im Jahre 1921 bei St. Johann ein Gut von 286 Hektar erworben. Es bestand aus Landwirtschaft mit Viehhaltung und einer Jagd. Dieses Gut verkaufte er nach Kriegsende wieder und erwarb in Ehrwald (Tirol) das Hotel "Maria Regina".

Eugen Bönsch führte die elterliche Wiesenbaude mit großem Erfolg weiter. Dieser große Hotelbetrieb ließ ihm wenig Zeit für seine große Leidenschaft, die Fliegerei. In der Gaststube hing ein großer Holzpropeller, daneben Fotografien und Erinnerungsstücke seines Fliegerlebens. Erst mit dem Eintritt seiner Neffen Hans Fuchs und Herbert Beutel in die Geschäftsleitung hatte er wieder mehr Zeit und konnte sich seiner alten Leidenschaft hingeben.

Als im September 1938 die Mobilmachung angeordnet wurde, besetzte tschechisches Militär die Wiesenbaude. Die Famlien Bönsch, Beutel und Fuchs mussten die Baude verlassen. Erst nach dem Zustandekommen des Münchner Abkommens und nach Abzug der tschechischen Truppen durften die Familien in ihre Baude zurück. Sie fanden allerdings nur Trümmer vor.

Aus Hass auf alles Deutsche hatten tschechische Freischärler die Wiesenbaude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Eigentümer verzagten nicht und begannen sofort mit dem Wiederaufbau. Die Pläne für diesen Wiederaufbau waren bis zum Frühjahr 1939 durch den Berliner Architekten Ludwig Stiegler erstellt worden. Die Bauleitung übernahm der Neffe Dipl. Ing. Hans Fuchs. Der vordere, eingeschossige Teil sollte die Stallungen für Pferde und Rinder sowie die Metzgerei enthalten, während im zweiten und dritten Trakt große Aufenthalts- und Gasträume geplant waren. In den oberen Stockwerken waren die Gästezimmer untergebracht. Die drei vorderen Gebäudeteile wurden 1939 begonnen und 1940 fertig gestellt. Der linke Teil des Gebäudekomplexes sollte kleine Fremdenzimmer beherbergen und nach Beendigung des Krieges gebaut werden. Die Baude sollte in ihrem Endzustand 150 Zimmer mit 250 Betten, sowie 150 Gemeinschaftslager beinhalten.

Das ursprüngliche Konzept zum Bau der Wiesenbaude konnte mit Beginn des Krieges nicht mehr umgesetzt werden. Mangelndes Baumaterial, fehlende Arbeitskräfte und nicht zuletzt die Einberufung des Chefs, Eugen Bönsch, setzten den ehrgeizigen Plänen ein Ende. Bis zur Einstellung der Bauarbeiten im Jahr 1940 entstand aber ein hochmoderner und auf den touristischen Massenbetrieb zugeschnittener Gebäudekomplex mit Lesesaal, Spielzimmer, Ski-Service, Wäsche- und Trockenraum. Was noch fehlte, war das geplante und als Massenquartier konzipierte große Bettenhaus. Ostern 1940 wurde die Einweihung der neu entstandenen Wiesenbaude feierlich begangen.

Ende März 1946 mussten jedoch auch die Familien Bönsch, Fuchs und Beutel die Heimat verlassen. Eugen Bönsch kam mit seiner Familie zu seinem Bruder Emil nach Ehrwald. Hier starb er am 24. Juni 1951 und wurde auf dem Friedhof in Ehrwald bestattet. Über viele Umwege gelangte sein Neffe Hans Fuchs mit seiner Familie nach Bayern und errichtete im Allgäu auf der Kahlrückenalpe die neue Wiesenbaude.

Auch heute noch besteht die Wiesenbaude im Riesengebirge. Das Erscheinungsbild der Baude ist im Wesentlichen das Ergebnis des bis 1940 fertiggestellten Wiederaufbaus nach dem Brand von 1938.

Quellen:

  • Krause, Erhard: Das Riesengebirge, Helmut Preußler Verlag Nürnberg (2006)
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer Breslau (1901)
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude - Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Schlesischer Gebirgsbote Nrn. 17, 18, 34/1962 und 20/1968

Die Wiesenbaude um 1900

Die Wiesenbaude um 1910

Die Wiesenbaude um 1914

Der Eingang zur Wiesenbaude am 15. Mai 1902

Ein Weg zur Baude wird frei geschaufelt (15. Mai 1902)

Die Wiesenbaude im Schnee (15. Mai 1902)

Die Wiesenbaude um 1930

Die Wiesenbaude um 1930

Die Wiesenbaude um 1930

Wiesenbaude - Innenansicht

Tanz in der Wiesenbaude

Wiesenbaude - Innenansicht

Das Ehepaar Bönsch

Das Personal der Wiesenbaude mit seiner Chefin

Die durch Brand zerstörte Wiesenbaude im Jahr 1938.

Die Wiesenbaude nach dem Wiederaufbau (Aufnahme: 1943)

Hotel "Maria Regina" in Ehrwald (Tirol)
(Besitzer: Emil Bönsch)

Karolina und Emil Bönsch im Jahre 1968 in Ehrwald

Die Wiesenbaude auf der Kahlrückenalpe im Allgäu

(Besitzer: Hans Fuchs, Neffe von Eugen und Emil Bönsch)

Die Wiesenbaude im Allgäu - Innenansicht

Die "Wosseckerbaude" (1.260 m)

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Im Quellgebiet der Elbe, unterhalb des Reifträgers gelegen, ist die Baude von Harrachsdorf (Tschechien) in rund 2 Stunden und 30 Minuten zu erreichen.

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts war die spätere Wosseckerbaude eine Almhütte des Witkowitzer Gutsbesitzers Preißler und ging im Jahre 1701 an die Herrschaft Starkenbach über. Der spätere Besitzer Wenzel Krause erhielt im Jahre 1790 die Genehmigung zum Bau einer Sommerbaude, die den Namen "Neue Böhmische Baude" erhielt. Da sich dort längere Zeit ein Franziskanermönch aufgehalten haben soll, wurde sie auch "Franziskanerbaude" genannt. Ihren späteren Namen verdankt die Baude ihrer Lage an einer früher überaus sumpfigen und wässerigen Gegend, welche allgemein die Wasserecke genannt wurde. Aus der an dieser Wasserecke gelegenen Baude wurde dann die Wasserecken- oder kürzer Wosseckerbaude.

Um 1890 war die Wosseckerbaude so baufällig geworden, dass sie einzustürzen drohte. Ludmilla Hollmann, die inzwischen Eigentümerin geworden war, entschloss sich zu einem Neubau. Die feierliche Eröffnung der neuen Gastbaude fand am 20. September 1896 statt. Obwohl es sich um einen Neubau handelte, ging die alte Baudengemütlichkeit wohl nicht verloren, wie Berthold Lessenthin es wie folgt beschreibt:
"Trotz des Neubaues ist die Wosseckerbaude im besten Sinne die "alte" geblieben. Wer noch im Riesengebirge bei allem Comfort die echte Baudengemütlichkeit sucht, der findet sie in der Wosseckerbaude. In der geräumigen, in altem Baudenstil aus Holz gebauten Gaststube ist zwar kein elektrisches Licht, aber eine Petroleum-Blitzlampe neuester Construction erhellt den anheimelnden Raum auf`s Beste. Anstatt einer Centralheizung strahlt der altdeutsche Kachelofen eine Wärme aus, bei der auch an einem kalten Wintertage die Gebirgsbewohner bei 24 Grad Wärme in Hemdsärmeln vergnügt am Tische sitzen. Die Wände sind mit einfachen Bildern geschmückt, deren eines die alte Baude in ihrer ursprünglichen Gestalt darstellt. Die im Sommer reichhaltige Speisekarte ist im Winter einfach, aber die Speisen, Eier, Schinken, Butter, Brot, sind vorzüglich, die Weine vortrefflich."

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung wurde die Baude zwangsversteigert und ging in den Besitz der Herrschaft Starkenbach über. Ludmilla Hollmann hatte zwischenzeitlich den aus einer alten nordböhmischen Tuchmacherfamilie stammenden Franz Endler geheiratet.

Von diesem Zeitpunkt an ist die Geschichte der Wosseckerbaude und später der Reifträgerbaude eng mit dem Namen Franz Endler verbunden. Er bewirtschaftete die Wosseckerbaude nun als Pächter und ließ sie 1900 wesentlich erweitern. Das äußere Bild ging dadurch aber nicht verloren.

25 Jahre bewirtschaftete Franz Endler die Wossecckerbaude bis zu ihrer Verstaatlichung im Jahre 1921. Danach musste er einem tschechischen Pächter weichen. Er ging mit seiner Familie in den schlesischen Teil des Riesengebirges und ließ dort die Reifträgerbaude errichten. Für die Vertreibung von Endler waren politische Gründe maßgebend. Mit dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie bildete sich die Tschechoslowakische Republik. Eine ihrer ersten Entscheidungen war die Durchführung einer Bodenreform, die vor allem den Großgrundbesitz im Grenzgebiet betraf. Da Franz Endler Pächter war und keinen Kaufvertrag hatte, wurde von staatlicher Seite alles unternommen, um ihn letztendlich zu vertreiben und einen Tschechen als Pächter einzusetzen. Es ging vorrangig um die Tschechisierung in dem vorwiegend von Deutschen bewohnten Gebiet.

Die Wosseckerbaude gehört zu den wenigen Bauden des Riesengebirges, die nie von einem Brand betroffen war. Noch heute ist sie nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die notwendige Energie wird durch ein Dieselmotoraggregat erzeugt.

Quellen:

  • Finke, Franz. Die Wosseckerbaude und ihr Wirt Franz Endler - Rochlitzer Heimatbuch 1991
  • Lessenthin, Berthold: Das Riesengebirge im Winter, Schottländer 1901, Breslau
  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Novak/Malerek: Riesengebirge - Böhmischer Teil, Laumann-Verlag, Dülmen (1995)

Die Wosseckerbaude kurz vor dem Abbruch

Die neue Wosseckerbaude

Die "Zackelfallbaude"  (850 m)

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Die Zackelfallbaude liegt im polnischen Teil des Riesengebirges. In unmittelbarer Nähe liegt der Zackelfall, nach dem die Baude auch benannt wurde.

Ausschlaggebend für den Bau der ersten Baude war die Beliebtheit des Wasserfalls und der darunter liegenden Schlucht Zackelklamm als eines der bevorzugten Reiseziele für Besucher im Gebiet um Schreiberhau (Szklarska Poreba). Der Zacklefall ist der höchste Wasserfall im polnischen Riesengebirge. Von einer Höhe von 846 m fällt der Wildbach in drei Kaskaden 27 m tief in einen kleinen See.

Dieser Wasserfall war bereits im 18. Jahrhundert als beliebtes Reiseziel bekannt. Im Reisebericht "Letters on Silesia" (Briefe über Schlesien) vom 1. August 1800 bemerkte John Quincy Adams (11.07.1767 - 23.02.1848), der spätere Präsident der Vereinigten Staaten: "Um ein leichtes Tagewerk zu haben, entschlossen wir uns es für heute bei der Besichtigung des Zackenfalls bewenden zu lassen. Die Lage dieses Wasserfalles ist eben so wild und romantisch als der, welchen die Kochel bildet, und wenigstens dreimal so hoch; welches beinahe hundert und fünfzig Fuß beträgt. Wie an verschiedenen andern Stellen dieser Gegend, scheint auch hier irgend eine gewaltsame Naturbegebenheit die Felsen gespalten, und diese beträchtlichen Klüfte hervorgebracht zu haben, die den Wanderer von so vielen hochliegenden Gegenden herab angähnen. Hier steht man an einer Seite der Kluft, und sieht das Wasser von der andern auf eine Fläche herabstürzen, die dem Standpunkte worauf man sich befindet, gleich ist. Zwischen dem Zuschauer und dem Strome ist ein steiler Abgrund, der um so tiefer zu seyn scheint, weil er so enge ist, und dessen Tiefe wohl an hundert Yards betragen mag. Mit Hülfe einer Leiter stieg ich zu dem Grunde hinab, und kroch theils über Felsenstücke, theils über Scheitholz welches in dem Bette des Stromes liegt, bis zu dem Orte hin, wo das Wasser herabfällt."  Adams war vom 04.03.1825 - 04.3.1829 der sechste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerka.

Errichtet wurde die erste Baude wohl um 1872. In den Jahren 1888 - 1890 wurde ein bequemer Zugang aus Schreiberhau kommend zur Schlucht angelegt und zu der kleinen Baude weitergeführt. Der damalige Besitzer Franz Adolph ließ in den Jahren 1923 - 1924 große Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an der Zackelfallbaude durchführen, so dass 1928 bereits 31 Betten in 16 Zimmern angeboten werden konnten.

So war eine große Bergbaude entstanden, die zum Mittelpunkt des Wintersports in Schreiberhau wurde. Direkt bei der Baude entstanden eine moderne Bobbahn mit einer Gesamtlänge von 1.250 Meter und eine doppelte Rodelbahn von 5.000 Metern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Baude zunächst vom polnischen Grenzschutz genutzt. Danach stand sie viele Jahre leer und wurde nach einer umfassenden Renovierung 1984 durch ein Feuer komplett zerstört. Im Jahr 1995 entstand an dieser Stelle das neue Gasthaus.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia



Zackelfallbaude um 1900

Der Zackelfall

John Quincy Adams (11.07.1767 - 23.02.1848)

6. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vom 04.03.1825 - 04.03.1829

Die Zackelfallbaude

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Die Zackelfallbaude

Die Zackelfallbaude

Aufstieg zur Zackelfallbaude

Die Zackelfallbaude mit Bobbahn