Bauden M - Z

(Verfasser: Hella Tegeler)

Die "Mädelstegbaude"  (773 m)

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Die Mädelstegbaude lag, idyllisch im Wald eingeschlossen, am Fuß der Mädellehne, ca. 150 Meter entfernt, wo das Weißwasser in die Elbe fließt. Sie befand sich auf der böhmischen Seite des Riesengebirges.

Um 1860 diente die Baude als Unterkunftshütte für Arbeiter. Der erste Bewohner war ein gewisser Kraus, gebürtig aus Krausebauden, später Forstadjunkt Sedlacek. Diese kleine Baude war zuerst als Blockhaus errichtet worden. Als in späteren Jahren der Touristenverkehr stetig zunahm, wurde aus der ehemaligen Schutzhütte ein Forsthaus. Besitzer des Grund und Bodens war Graf Harrach. Das Gebäude wurde umgebaut und vergrößert zum Gasthaus mit einigen Fremdenzimmern. Von 1895 bis 1925 bewirtschaftete die Familie Erlebach als Pächter das Gasthaus.

Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde das Haus verstaatlicht. Den Pächtern wurde gekündigt und ein tschechischer Pächter übernahm die Baude. In den folgenden Jahren wurde sie etwas vergrößert und erhielt elektrisches Licht. Bis 1938 führten drei tschechische Pächter die Baude. Im Januar 1942 wurde sie durch einen Brand zerstört.

Quelle:

  • Wikipedia

Die Mädelstegbaude

Die Mädelstegbaude

Die "Martinsbaude"  (1.300 m)

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Die Martinsbaude ist eine der ältesten und bekanntesten Bauden. Sie liegt unterhalb der Großen Sturmhaube und wurde von Martin Erlebach noch während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1642 errichtet. Er bot damals vielen Kriegsflüchtlingen Unterkunft und Asyl.

Nachdem die Baude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde, erfolgte 1899 der Abriss und sie wurde neu und schöner aufgebaut. Für Wanderer und Wintersportbegeisterte bot das Haus 50 Zimmer.

Von 1906 bis 1914 trug die Baude den Namen "Graf Harrach`sche Martinsbaude", Pächter war Vincenc Hollmann. Graf Harrach ließ damals auch den berühmten Botanischen Garten etwas unterhalb der Baude anlegen.

Erst nach dem Münchner Abkommen 1938 ging die Baude wieder in deutschen Besitz über. Die letzten Eigentümer vor 1945 waren die Brüder Hollmann.

Die erfolgreiche tschechische Tennis-Spielerin Martina Navratilova wurde ganz in der Nähe geboren und verbrachte in der Baude ihre Kindheit. Ihr Vater war viele Jahre Wirt der Baude.

Quellen:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung (2013)
  • Wikipedia

Die Martinsbaude (Aufnahme: vor dem Krieg)

Die "Max-Heinzelstein-Baude  (720 m)

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Diese Baude liegt am Wald unterhalb der Brodtbaude. Sie gehörte August Erben aus Hohenelbe, der während des 2. Weltkrieges gefallen ist. Benannt war sie nach dem schlesischen Dialektdichter und Schriftsteller Max Heinzel (28.10.1833 - 01.11.1898).

Zwischen 1920 und 1930 erfolgten Umbauten, u. a. wurde eine Holzveranda angebaut. Der obere Teil des Gebäudes mit der Holzveranda wurde 1956 durch ein Feuer zerstört.

Mitte 1960 erfolgte der Neuaufbau des Gebäudes in der heutigen Form. Es wird seit Ende 1990 privat geführt.

Quelle:

  • Morgner/Baumann: Kulturregion Riesengebirge - Die Wiesenbaude -, Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e. V. (2013)
  • Wikipedia

Die Max-Heinzelstein-Baude ca. 1920

Max Heinzel (28.10.1833 - 01.11.1898)

Die Max-Heinzelstein-Baude ca. 1930

Die "Melzergrundbaude"  (1.002 m)

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Der kürzeste Aufstieg zum Gipfel der Schneekoppe führt aus Krummhübel durch das Tal der Kleinen Lomnitz hinauf. Die Schaffgotsche Forstverwaltung ließ diesen Wanderweg im Jahre 1884 erbauen. Der deutsche Riesengebirgsverband wiederum errichtete am Wegesrand zahlreiche Ruhebänke, um den Besuchern den Aufstieg bequemer zu gestalten.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts soll im Melzergrund eine Jagdhütte gestanden haben, die Rast und einen kleinen Imbiss ermöglichte. Im Jahre 1890 baute Michael Melz aus Zillerthal-Erdmannsdorf diese Hütte in eine Herberge um. Gleichzeitig richtete er einen Pfad zum Pass unterhalb der Schneekoppe ein. 1905 wurde die alte Hütte durch das jetzige Gebäude ersetzt.

Nach dem Krieg wurde die Baude vom polnischen Verband der Touristik und Landeskunde übernommen.  Übernachtungen sind heute nicht mehr möglich, ein Imbiss wird aber angeboten.

Quelle:

  • Wikipedia