Haselbach (Leszczyniec)

(Verfasser: Hella Tegeler)

Haselbach liegt 12 km südwestlich von Landeshut an der früheren Eisenbahnstrecke Landeshut - Schmiedeberg. Der ca. 500 Einwohner zählende Ort gehört heute zur Landgemeinde Kamienna Góra (Landeshut). Das Dorf zieht sich zwischen bewaldeten Berghängen hin, in der Nähe befinden sich der Vogelberg und der Wolfsberg.

Erstmalig urkundlich erwähnt wird Haselbach im Jahr 1349. Damals führt der Ort den Namen "Hazilbach". in diesem Jahr erwarb das Kloster Grüssau unter Abt Nikolaus II. die "villam Hazilbach" für 34 Mark Prager Groschen von Apetzko von Wederau. Später wechselte der Ort mehrfach den Besitzer. Im 15. Jahrhundert war Haselbach im Besitz einer Familie, deren Name in den Urkunden in den verschiedensten Schreibweisen auftaucht: Molberg, Mühlbergh o. ä. 1547 war Haselbach bereits ein Teil des Berggutes Schmiedeberg und im Besitz der Grafen von Schaffgotsch. Lange Zeit war der Ort in zwei gesonderte Verwaltungseinheiten geteilt, in Nieder Haselbach und Ober Haselbach. Einwohnerzahl: 1925 = 735 (davon 659 evangelisch), 1939 = 812.

Quellen:
- Anhang aus dem Adressbuch von 1911 des Kreises Landeshut
- Jubelbuch der ev. Kirchgemeinde Ober Haselbach - April 1842
- Jubelbuch der ev. Kirchgemeinde Ober Haselbach - April 1892
- Knie, J. G.: Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1845
- Moritz, Hella (heute Tegeler, Hella): Orts- und Familienchronik über Alt Weißbach, Haselbach, 
   Pfaffendorf und Reußendorf, Drensteinfurt 2006, 1. Auflage
- Pohlendt, Heinz: Die Landeshuter Passlandschaften, Priebatschs Buchhandlung Breslau 1938
- Schmidt, Friedrich Ernst Reinhold: Kurze Geschichte der Kirche und Schulen der ev. 
   Kirchgemeinde zu Ober-Haselbach, Druck Graß, Barth u. Comp., Breslau, im April 1842
- Zimmermann, Friedrich Albert: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 5. Band, 1785

Blick auf Haselbach

Blick auf Haselbach

Die Kirchengemeinden in Haselbach:

Haselbach war ein Kirchdorf mit Kirchen beider Konfessionen. Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bewohner war evangelisch. Nach der Haselbacher Chronik wurde erstmalig im Jahr 1374 eine katholische Kirche erwähnt. Es handelte sich hierbei um eine kleine Holzkirche, die nach der Besiedlung errichtet worden ist. Im Jahr 1593 wurde eine neue Kirche gebaut, die nach der Reformation den evangelischen Gläubigen zugesprochen wurde. Beide Konfessionen hielten zunächst ihre Gottesdienste darin ab.

Nach Abschluss des Westfälischen Friedens im Jahre 1648, als die sich bis dahin streitenden Mächte geeignet hatten, dass der Landesherr die Religion und den Glauben seiner Landeskinder bestimmen dürfe, wurde die evangelische Kirche am 6. Februar 1654 den Protestanten weggenommen und den katholischen Bewohnern des Dorfes übereignet. Der evangelische Prediger wurde vertrieben. In den kommenden 88 Jahren mussten die evangelischen Bewohner Haselbachs auf den Gottesdienstbesuch verzichten, da die nächsten evangelischen Kirchen die Friedenskirchen in Jauer und Schweidnitz waren. Für die damaligen Verhältnisse waren dies fast unüberwindbare Entfernungen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Gnadenkirchen in Landeshut und Hirschberg errichtet, die für die Dorfbewohner wieder einen Gottesdienstbesuch ermöglichten.

Erst nachdem Friedrich der Große im Ersten schlesischen Krieg das schlesische Land erobert hatte, bekamen auch die Haselbacher wieder ein eigenes evangelisches Kirchspiel mit einer neuen evangelischen Kirche.

Die evangelische Kirchengemeinde

Am 30. Mai 1742 bekam die evangelische Kirchengemeinde die Erlaubnis zum Bau einer Kirche und am 28. Oktober 1742 wurde das Bethaus eingeweiht. Zunächst war es ein sehr schlichter Holzbau, bei dem sich sehr bald viele Mängel einstellten. Am 10. Mai 1751 wurde der Grundstein zur jetzigen Kirche gelegt und das hölzerne Gebäude ummauert und mit einem richtigen Kirchendach versehen. In den Jahren 1753/54 erfolgte der Bau des Kirchenturmes. Neben der Kirche entstand auch das evangelische Pfarrhaus. Das Kirchspiel umfasste folgende 10 Ortschaften: Antheil-Schreibendorf, Dittersbach städt., Eventhal, Hohenwaldau, Moritzfelde, Neu-Weißbach, Nieder-Haselbach,Ober-Haselbach, Pfaffendorf sowie Rothenzechau nebst Kolonien.
Zur Erinnerung an den Tag, an dem sie die Erlaubnis zum Bau eines eigenen Gotteshaus erhielt, den 30. Mai 1742, feierte die evangelische Kirchengemeinde das Kirchweihfest jährlich am 1. Sonntag nach Pfingsten.

Von links nach rechts: kath. Kirche, ev. Bethaus, ev. Pfarrhaus

Die evangelische Kirche (Aufnahme: vor dem Krieg)

Blick zum Altar (Aufnahme: vor dem Krieg)

Das Altarbild von 1742

Innenraum der früheren evangelischen Kirche mit Blick zum Altar.
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Das ev. Pfarrhaus mit der ev. Kirche (Aufnahme: 2015)

Das folgende Bild zeigt Konfirmanden vor dem Jugendheim in Haselbach im Jahre 1912.

Lothar Schmidt war vom 1. Juni 1928 bis zur Vertreibung Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Haselbach

Pfarrer Lothar Schmidt mit seiner Ehefrau

Nach dem Krieg war Pfarrer Lothar Schmidt bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand als Pfarrer in Metelen, Kreis Steinfurt tätig. Hier war er maßgeblich daran beteiligt, dass für die kleine evangelische Minderheit in Metelen eine Kirche gebaut wurde, die am 12.07.1953 festlich eingeweiht wurde. Der Glockenturm der Kirche erhielt eine Glocke seiner ehemaligen Gemeinde in Haselbach. Diese im Jahr 1941 für Kriegszwecke beschlagnahmte Bronzeglocke war zum großen Glück nicht eingeschmolzen worden und wurde in einem Hamburger Glockenlager entdeckt. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1842 und ihre Inschrift lautet: "Lobe den Herrn am Morgen, Mittag und Abend und solange du lebst seinen heiligen Namen.

Einweihung der evangelischen Kirche in Metelen am 12.07.1953 

Die evangelische Kirche in Metelen

Die katholische Kirchengemeinde:

Die katholische Kirche St. Bartholomaei mit ihrer aus Feldsteinen erbauten Wehrmauer wurde im Jahr 1593 errichtet. Es handelt sich um eine mittelalterliche Kirche, die von einem Friedhof umgeben ist. Das Eingangstor stammt aus dem Jahr 1687. Im Chor befindet sich ein schönes Kreuzgewölbe, an den Türen alte Beschläge aus Schmiedeeisen und sie besaß eine wunderbare Silbermannorgel. Die Glocke stammte aus dem Jahr 1589.

Nach der Reformation wurde die Kirche den evangelischen Gläubigen zugesprochen. Wie bereits berichtet, hielten zunächst beide Konfessionen ihre Gottesdienste darin ab. Als die Kirche am 6. Februar 1654 den Protestanten weggenommen wurde, war St. Bartholomaei seit diesem Zeitpunkt wieder ein reines katholisches Gotteshaus und blieb es bis zur Vertreibung. Heute wird sie als Beerdigungskapelle genutzt, da die polnische Bevölkerung die größere evangelische Kirche als Gotteshaus bevorzugt hat.

An der Außenwand der Kirche befinden sich einige Grabsteine:

  • 1 Grabstein, der an den früheren evangelischen Pastor Johann Adam Valentin Weigel erinnert, der von 1778 bis zu seinem Tode am 24.06.1806 in Haselbach tätig war. Der Grabstein trägt folgende Inschrift: "Hier ruht ein Pilger der Erde. Johann Adam Valentin Weigel geb.: den 29 ten Septbr. 1740 zu Sommerhausen in Franken. Durch nancherlei Schicksale kam er 1768 nach Schlesien wo er bey hiesiger evangelisch lutherischen Kirche die Religion Jesu gelehrt hat von 1778 bis 1806. Er legte seinen Pilgerstab nieder im 66 ten Jahre seiner Wallfahrt."


  • 1 Grabstein zur Erinnerung an die verstorbene Ehefrau des Pastors Johann Gottlieb Ehrenfried Grüttner, der von Dezember 1806 bis zu seinem Tode am 08.10.1838 in Haselbach tätig war. Der Grabstein trägt folgende Inschrift: "Zu früh für die Wünsche ihres sie redlich liebenden Gatten, ihrer Aeltern und Geschwister erreichte das Ziel ihres Erden-Seins in dem Blühten-Alter von 23 Jahren Frau Johanne Charlotte Grüttner geb. Hoppe, geb. den 13. Sept. 1788 zu Grödlitzberg, verehelicht den 5. Oktober 1810 mit dem Pastor J. G. E. Grüttner zu Haselbach, gestorben den 8. Sept. 1811. Ruhe sanft aufs Vollendete! Nach schmerzlicher Trennung verein Gott fröhlich uns wieder."


  • 1 Grabstein für den Gutsbesitzer Johann Gottfried Wache. Er trägt folgende Inschrift: " Stille Schlummerstätte eines guten Erdenpilgers, eines treuen Gatten und Vaters, Johann Gottfried Wache, gew. Kaufmann und Fabrikant, Gutsbesitzer in Dittersbach, geb. den 6. October 1765, gest. den 2. Junii 1828, alt 62 Jahre, 7 Mon. 27 Tage. Friede sei mit seiner Asche."


  • 1 Grabstein für die Gutsbesitzerin Beate Wache. Er trägt folgende Inschrift: "Stille Schlummerstätte einer guten Erdenpilgerin, einer treuen Gattin und Mutter, Beate Wache, eh. Kaufmann und Fabrikant und Gutsbesitzerin in Dittersbach, geb. den 23. September 1765, gest. den 24. October 1835, alt 72 Jahre, 1 Monat."


  • 1 Grabstein für den Kaufmann Ernst Gottlob Wache. Er trägt folgende Inschrift: "Stille Schlummerstätte eines guten Vaters Ernst Gottlob Wache, gewesener Kaufmann und Fabrikant in Dittersbach, geb. am 3. November 1790, gest. am 18. October 1853. Friede sei mit seiner Asche."

Die katholische Kirche, rechts im Bild das Eingangstor 

(Aufnahme: 2005)

Der Grabstein für Pastor Johann Adam Valentin Weigel 

an der Außenwand der Kirche (Aufnahme: 2005)

Der Grabstein für die Ehefrau des 
Pastors Johann Gottlieb Ehrenfried Grüttner

an der Außenwand der Kirche 

Der Grabstein für den Gutsbesitzer Johann Gottfried Wache


Der Grabstein für Frau Beate Wache


Der Grabstein für den Kaufmann Ernst Gottlob Wache


Das Eingangstor (Aufnahme: 2005)

Die Jahreszahl 1687 im oberen Bereich des Eingangstores

Das folgende Bild zeigt den Innenraum der kleinen katholischen Kirche mit Blick zum Altar.

Das katholische Pfarrhaus vor dem Krieg

Das ehemalige katholische Pfarrhaus heute

Von links nach rechts: die katholische Kirche, die evangelische Kirche und das evangelische Pfarrhaus

Blick auf die frühere evangelische Kirche und rechts die 
katholische Kirche (Aufnahme: 2016)

Die freie Gemeinde in Ober-Haselbach

Haselbach war der einzige Ort im gesamten Landkreis, der für einen kurzen Zeitraum über drei Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen verfügte.
Die freie Gemeinde entstand am 29. Oktober 1849. Der damalige evangelische Pfarrer Friedrich Ernst Reinhold Schmidt wurde aus politischen Gründen am 17. Juni 1849 seines Pfarramtes enthoben. Er hatte dem Landtag als Mitglied der äußersten Linken angehört, in der Umgebung seines Amtssitzes eine rege politische Redetätigkeit entwickelt und war mehrere Jahre Leiter des demokratischen Vereins in Schmiedeberg. Unter militärischem Schutz verkündete am 3. Sonntag nach Trinitatis der Superintendent Bellmann die Suspendierung in der trotz schriftlicher Einladung aller evangelischen Bewohner fast leeren Kirche zu Haselbach. Obwohl sich Pfarrer Schmidt gegen diese Maßnahme heftig wehrte, wurde die Suspendierung nicht aufgehoben. Am 20. Oktober 1849 erließ er einen Brief an seine Gemeinde mit der Folge, dass diese ihm am 29. Oktober 1849 mitteilte, dass sie gemeinsam mit ihm aus der Landeskirche austreten wolle. Die Chronik besagt, dass nur 12 Familien des Ortes bei der Landeskirche blieben. Am 31. Oktober 1851 wurde eine eigene Kirche eingeweiht und Pfarrer Schmidt erhielt auch ein eigenes Pfarrhaus. Aber im Laufe der Jahre fanden immer mehr Gemeindemitglieder ihren Weg zur Landeskirche zurück. Bereits ab 1892 wurde die Kirche nicht mehr benutzt. Die endgültige Auflösung der freien Gemeinde erfolgte 1910. Im Jahre 1892 wurde in der ehemaligen Kirche der freien Gemeinde eine Zweigstelle der Porzellanfabrik der Gebr. Pohl in Ober-Schmiedeberg gegründet.

Auf dem folgenden Bild sind das Gotteshaus und die Predigerwohnung der freien Gemeinde abgebildet.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 58/1861

Der Prediger Friedrich Schmidt war auch als Versicherungsagent tätig.
(Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge", Heft Nr. 11/1863)

Die Schulgeschichte:

Laut Chronik wurde im Jahr 1593 gleichzeitig mit dem Bau der Kirche auch ein Schulhaus errichtet. Da die Kirche aber am 6. Februar 1654 den evangelischen Bewohnern weggenommen und den katholischen Gläubigen übereignet wurde, war auch die evangelische Schule den Bewohnern nicht mehr zugänglich. Mit der Gründung der evangelischen Gemeinde im Jahr 1742 sollte nun auch der regelmäßige Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Ab 1742 wurde der Unterricht in einem gemieteten Haus abgehalten. 1746 bemühte sich die Gemeinde um Rückgabe des früher evangelischen, nun aber katholischen Schulhauses, da der katholische Lehrer verstorben und kein katholisches Schulkind vorhanden war. Im Jahr 1749 erwarb die Gemeinde das dem damaligen Erb- und Gerichts-Schulzen, Christian Pohl gehörende Haus und gestaltete es zum Schulgebäude um. Das Schulhaus diente gleichzeitig auch als Lehrerwohnung. Im Laufe der Jahre wurde dieses Gebäude jedoch zu klein, so dass 1792 gegenüber dem alten Gebäude der Grundstein für eine neue Schule gelegt wurde. 1794 fand die feierliche Einweihung statt. Aber auch dieses Gebäude wurde im Laufe der Jahrzehnte den Anforderungen nicht mehr gerecht, und so wurde 1913 erneut ein neues Schulhaus errichtet, das sich auch heute noch in der Nähe der Kirche und direkt gegenüber dem früheren Gerichtskretscham befindet.

Die alte katholische Schule stand an derselben Stelle wie das neue Schulgebäude, das 1902 eingeweiht wurde. Die Auflösung der katholischen Schule erfolgte im Jahr 1934, so dass die Kinder beider Konfessionen danach in der evangelischen Schule unterrichtet wurden.

Grüner Kreis = evangelische Schule, blauer Kreis = katholische Schule

Die evangelische Schule (Vorderseite)

Die evangelische Schule - Rückseite (Aufnahme: 1999)

Schülerinnen und Schüler der ev. Schule im Jahr 1919, in der Mitte: Handarbeitslehrerin Frau Krebs, links Lehrer und Kantor Worbs, 
rechts Lehrer Ohlenschläger

Die katholische Schule (Aufnahme: April 1993)

Schülerinnen und Schüler der kath. Schule im Jahre 1917

Obere Reihe: von links nach rechts: unbekannt, Günter Misterek,
Georg Hilpert, Oscar Rüttimann, Kurt Stephan.
Mittlere Reihe: Klara Stephan, Frieda Stephan, Johanna Misterek, Martel Misterek, Liesel Rüttimann, Hilde Wohlfahrt, Frieda Lösche,
Liesel Hilpert, Else Heptner, Hedwig Lösche.
Untere Reihe: Walter Gottstein, Heptner, Heinz Gottstein, Hans Burkert, Adolf Stephan, Alfred Rüttimann, Heptner, Josef Hilpert, 
Fritz Stephan, Heptner.
(Bild von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, Cloppenburg)

Das folgende Bild zeigt nochmals Schülerinnen und Schüler der kath. Schule in Haselbach mit dem Lehrer und Kantor Franz Hilpert und Pfarrer Baumgarten.

Der Bahnhof:

Lange mussten die Haselbacher warten, dann wurde auch ihr Ort im Juni 1905 an die Bahnstrecke Landeshut - Schmiedeberg - Hirschberg angeschlossen. 

Der Bahnhof

Der Zug passiert die Ortsmitte und wird in wenigen Minuten den Haselbacher Bahnhof erreichen.

Die Porzellanfabrik:

Im Jahr 1892 wurde in der ehemaligen Kirche der freien Gemeinde Ober-Haselbach eine Zweigstelle der Porzellanfabrik der Gebr. Pohl in Ober-Schmiedeberg gegründet. Das alte Kirchengebäude stand seit der Auflösung der Gemeinde leer und war noch sehr gut erhalten. Für den Ort Haselbach sowie auch für die Nachbardörfer war die neue Fabrik ein großer Gewinn, weil damit Arbeitsplätze geschaffen wurden. Später wurde daneben ein Neubau errichtet.

Die aus Deutsch-Böhmen stammenden Gebr. Pohl hatten im September 1871 in einem kleinen alten Häuschen in Ober-Schmiedeberg mit der Herstellung von Puppenköpfen und Porzellanpfeifen für Tabakraucher begonnen. Man arbeitete zunächst mit einem Brennofen und mit einfachen Handpressen. In den folgenden Jahren kam die Produktion von Porzellannägeln hinzu, die zur Befestigung von Bezügen auf Sofas und Polsterstühlen dienten.

Nach dem Anschluss von Schmiedeberg an das Eisenbahnnetz nahm die Fabrik einen sehr raschen Aufschwung. Neue Produkte wurden in die Fertigung aufgenommen, z. B. Porzellanknöpfe aller Größen, Schraubenknöpfe, Schubladenknöpfe, Flaschenverschlussknöpfe sowie Porzellanringe und -quasten. Aus diesem Grund wurde die Fabrik im Volksmund auch die "Knöppel-Fabrik" genannt.

Die steigende Nachfrage führte zur Gründung der Zweigfabriken Haselbach (1892), Hirschberg (1896) und Erdmannsdorf (1908). Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Fabrik zu einem der bedeutendsten Unternehmen des Hirschberger Tales. Im Jahr 1900 exportierte die Porzellanfabrik ein Drittel der Produktion u. a. in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich, Belgien, Holland, England, Dänemark, Schweden, Russland und nach Amerika. In Würdigung seiner Verdienste um die Wirtschaft der Region erhielt Heinrich Pohl die Titel eines Königlichen und eines Geheimen Kommerzienrates.

1932 wurde die Firma von einem Konzern übernommen und mit der Namensänderung erlosch auch der Hinweis auf die ursprüngliche Porzellanfabrik der Gebrüder Pohl. Die Produktion wurde aber bis 1945 und anschließend von den Polen, zum Teil mit der Hilfe deutscher Facharbeiter, fortgeführt.

Blick auf die Porzellanfabrik

Die Porzellanfabrik

Die Betriebsangehörigen der Porzellanfabrik unternehmen einen Ausflug im Jahre 1938.

Die Leinenweberei Ernst Deuner:

Im Jahre 1850 gründete Ernst Deuner den Betrieb als Handweberunternehmer. Die Anfangsjahre gestalteten sich zunächst sehr schwierig, da die fertige Ware noch mit Schubkarren von Haselbach nach Breslau zum Markt gefahren wurde. Später geschah dies dann mit Pferdefuhrwerken. Bereits 1877 wurde die Firma unter dem Namen Ernst Deuner in das Handelsregister eingetragen. Um die Jahrhundertwende wurde auch die mechanische Produktion aufgenommen. Hierzu mussten in Landeshut Fabrikräume gemietet werden. Das Unternehmen blieb aber ein reiner Familienbetrieb. Gustav Deuner übernahm den väterlichen Betrieb, den er dann später an seinen Sohn Gerhard übergab. 

Dieser wurde am 19. September 1881 in Haselbach als einziges Kind der Eheleute Gustav Deuner und dessen Ehefrau Bertha, geb. Klose, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Haselbach wechselte er Ostern 1891 zum Realgymnasium in Landeshut, das er Ostern 1897 mit der Mittleren Reife verließ. Seine Berufsausbildung als Weber absolvierte er bei der Smyrna-Teppichwarenfabrik Francke & Co. in Gnadenfrei. Nach Beendigung der Lehrzeit war er für kurze Zeit im väterlichen Geschäft tätig, bevor er für anderthalb Jahre nach Sorau an die höhere Webschule der Textil-industrie ging.

Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte in zunehmendem Maße. Namhafte Häuser nahmen das von der Firma Deuner in Haselbach und Landeshut gefertigte Schlesische Qualitätsleinen immer gern ab. Gerhard Deuner reiste selbst für das väterliche Unternehmen zu den Kunden in Breslau, Berlin, Posen, Ost- und Westpreußen. Nach seiner Verheiratung 1911, der Ehe entstammen zwei Töchter, wurde der gesamte Betrieb, dessen Alleininhaber Gerhard Deuner 1916 wurde, nach Landeshut verlegt. Im Jahre 1929 erfolgte die Einstellung der Produktion, dafür wurde aber der Großhandel intensiviert.

Nach 1946 kam die Familie Deuner nach Göttingen, wo sie eine neue Heimat fand.

Leinenfabrikant Gerhard Deuner

Das ehemalige Haus der Fabrikantenfamilie Deuner in Haselbach

Die Gastronomie:

Wegen seiner vorzüglichen Lage am Landeshuter Kamm und nahe dem Hochgebirge war der Ort eine sehr beliebte Sommerfrische und auch ein von Freunden des Wintersports gern besuchter Aufenthaltsort. Im Jahre 1910 betrug die Zahl der Sommergäste 372 Personen. Bei sehr vielen Berlinern und Breslauern war dieser kleine Riesengebirgsort im Laufe der Jahre zu einem Geheimtipp geworden.
Im Ort gab es zwei Gast- und Logierhäuser:

1. In Nieder-Haselbach:                          Gasthof "Goldener Frieden"
2. In Ober-Haselbach:                            Der "Gerichtskretscham"

Gasthof "Goldener Frieden" (Besitzer: Franz Rüttimann, 

später Paul Wohlfahrt und danach Heinrich Schroer)

Die Geschichte des Gerichtskretschams: 

Die Haselbacher Scholtisei, später Gerichtskretscham genannt, wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach die Besitzer. Das Vorhandensein eines Scholzen wird erstmals im Jahre 1400 urkundlich erwähnt. Nachweislich war die Scholtisei in Ober-Haselbach fast 2 Jahrhunderte im Besitz der Familie Pohl (Anfang 1600 - 1837). Der nächste bekannte Scholtiseibesitzer war Johann Carl Finger. Dieser veräußerte die Scholtisei am 29.09.1840 zu gleichen Teilen an den Rittergutsbesitzer Mendel Samuel Berliner aus Zülz und Joseph Heptner. Während Mendel Samuel Berliner weiterhin in Zülz lebte, führte Joseph Heptner die Scholtisei. Im Jahre 1843 erwarb Mendel Samuel Berliner für 153.000 Taler das Gut Gröbnig, Kreis Leobschütz. Dieser Umstand führte wahrscheinlich dazu, dass zwischen Juni und August 1843 zunächst große Teile der Scholtisei veräußert wurden und im September 1843 weitere Teile. Nach dem Verkauf bestand nur noch eine Restscholtisei. Dies ergibt sich auch aus den Urkunden, in denen die späteren Besitzer als Restscholtiseibesitzer und später als Gerichtskretschambesitzer genannt werden.

Am 02.09.1843 wurde die Restscholtisei zum Preis von 7.500 Taler an den Kaufmann Heinrich Gustav Hülse aus Schmiedeberg verkauft. Die nächsten Besitzer waren ab 11.02.1845 der Kaufmann Heinrich Christoph Kluge aus Salzbrunn und ab 1846 August Hübner. Von 1860 bis zum Jahre 1873 war der gebürtige Haselbacher Karl Gottlieb Scholz Restscholtiseibesitzer. Auf ihn folgten 1873 Friedrich August Kluge, 1876 Friedrich Burghardt und 1878 Ernst Gottfried Müssiger. Danach erwarb Karl Gottlieb Scholz die Scholtisei zurück und übergab sie im Jahre 1887 an seinen Schwiegersohn Gustav Rummler (meinen Urgroßvater). Gemeinsam mit seiner Ehefrau Pauline, geb. Scholz, betrieb der gebürtige Reußendorfer Gustav Rummler den Haselbacher Gerichtskretschams bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahre 1904. Nach dem Tod ihres Ehemannes übernahm Pauline Rummler das Regiment. Um 1910 ließ sie den Kretscham umbauen. modernisieren und einen großen Saal anbauen.

Während der Zeit vom 01.10.1930 - 1936 war der Gerichtskretscham an Pauline Rummlers zweitälteste Tochter Selma, verh. Gottstein, verpachtet. Ab 1935 - 1945 war der Kretscham im Besitz der Eheleute Hermann Oley und Ehefrau Klara.

Heute wurde der frühere Gerichtskretscham umgebaut und es befinden sich mehrere Wohnungen in dem Gebäude.

Der "Gerichtskretscham" um 1900 (vor dem Saalanbau)

Der "Gerichtskretscham" mit Saalanbau
(Karte wurde von Herrn Piotr Hejmej, Leszczyniec - Haselbach - zur Verfügung gestellt)

Blick auf den Saalanbau

Der "Gerichtskretscham"

In der Gaststube des "Gerichtskretschams": Pauline Rummler (links) mit ihrer ältesten Tochter Martha Stumpe, geb. Rummler (meine Urgroßmutter und meine Großmutter)

Feriengäste vor dem "Gerichtskretscham" (Aufnahme: ca. 1930)
Der Kretscham war bereits an Pauline Rummlers zweitälteste Tochter Selma Gottstein verpachtet.

Der frühere "Gerichtskretscham" heute (Aufnahme 2016)

Der Kalkofen in Ober-Haselbach.

Die folgenden Aufnahmen zeigen die Überreste des früheren Kalkofens in Ober-Haselbach. Er wurde im Jahre 2005 vollständig restauriert. Im 19. Jahrhundert war dieser Kalkofen noch in Betrieb. Kalk war und ist einer der ältesten und wichtigsten Baustoffe. Man vermischt ihn mit Sand und Wasser zu Mörtel oder verwendet ihn beim Kalkmilchanstrich. In der Landwirtschaft und beim Gartenbau wird Kalk als Dünger eingesetzt. Doch bevor er verwendet werden kann, muss der Kalk gebrannt und gelöscht werden. Jahrhundertelang geschah dies in Meileröfen, so z. B. in Ober-Haselbach.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 23/1864.

Der Kalkofen (Aufnahme: Mai 2006)

Der Kalkofen (Aufnahme: Mai 2006)

Die Vereine:

Auch in Haselbach hatte sich im Laufe von vielen Jahrzehnten bei der Bevölkerung ein sehr ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Dies führte dazu, dass viele Bewohner Mitglied eines Vereins waren.

1. Die Freiwillige Feuerwehr
   An erster Stelle stand die Freiwillige Feuerwehr, Fast jeder männliche Bewohner trat der
   Feuerwehr bei, sobald er das entsprechende Alter erreicht hatte. Gegründet wurde sie in
   Haselbach im Jahre 1904. Der Wahlspruch lautete: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur
   Wehr!" Aber auch schon vor der Gründung bestand eine eigene Löschhilfe in den
   Gemeinden. Bei einem Brand wurden mit Wasser gefüllte Ledereimer in langen
   Schlangen von Hand zu Hand bis zum Brandherd weitergereicht. Daran beteiligten sich                     Männer und Frauen jeden Alters. Außerdem gab es noch die Feuerhaken, die in jedem Haus             waren, um Mauerreste bei einem Brand umzustoßen. Erst im Jahr 1902 wurde die erste                       Handdruckspritze angeschafft, die noch bis 1945 benutzt wurde. Mit diesem Gerät konnten die         Brände nun wesentlich schneller bekämpft werden. 1909 wurde das Gerätehaus in Haselbach           errichtet, das auch heute noch vorhanden ist. Am 4. August 1929 feierte die Freiwillige Feuerwehr     Haselbach im Gerichtskretscham ihr 25- jähriges Stiftungsfest.

2. Der Männergesangverein "Harmonie"
   
Viele männliche Bewohner mit guter Stimme waren Mitglied des am 21. Juni 1874 gegründeten
    Männergesangvereins "Harmonie" Haselbach. Nach 35 Jahren entschlossen sich die 15 Mitglieder
    zum Kauf einer Vereinsfahne, die am 25.07.1909 feierlich eingeweiht wurde. Der für damalige
    Verhältnisse stattliche Kaufpreis betrug 400 Mark. Zu diesem festlichen Anlass wurde auch der
    Männergesangverein Liebau eingeladen. Am 21.06.1924 feierte der Männergesangverein das 50,
    Jubiläum. Die Zahl der Mitglieder hatte sich bereits in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Geprobt
    wurde jede Woche in den Räumen des Gerichtskretschams. Der Sängergruß des Vereins lautete:
                                                                       "Ein frohes Lied, ein deutscher Sang,
                                                                         ihm bleiben treu wir lebenslang.
                                                                         In Harmonie und Eintracht
                                                                         liegt des Gesanges Macht."

3. Der Fahrradverein
    Einige junge Männer gründeten in Haselbach einen Fahrradverein. In geselliger Runde
    erkundeten sie mit ihren Fahrrädern die nähere und auch etwas weitere Umgebung ihres
    lieblichen Heimatortes im herrlichen Riesengebirge.

4. Die Theaterspielgruppe
    Einige Frauen und Männer hatten eine Theaterspielgruppe gegründet. In regelmäßigen
    Abständen erfreuten sie ihr Publikum mit immer neuen Theaterstücken. Diese 
    Theateraufführungen fanden meistens im Gerichtskretscham statt.

Freiwillige Feuerwehr Haselbach (Aufnahme: um 1910)

25-jähriges Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr am 04.08.1929

Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr

Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr

Die folgende Aufnahme zeigt das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Haelbach, das im Jahre 1909 errichtet wurde. Dieses Gebäude ist heute noch erhalten und befindet sich in einem sehr guten Zustand. 

Fahnenweihfest des Gesangvereins "Harmonie" am 25.07.1909
(Bild von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, Cloppenburg)

50-Jahrfeier des Gesangvereins "Harmonie" am 21.06.1924

Der Fahrradverein

Die Theaterspielgruppe

Die Jungbauerschaft im Jahre 1934
(Bild von Frau Rosel Schöneberg aus Altena)

Die Jungschar im Jahre 1935 vor der evangelischen Kirche.
(Bild von Frau Rosel Schöneberg aus Altena)

Haus Nr. 1:

Created with Sketch.

1911           =      Kasper, Emil - Fabrikarbeiter
1925          =      Junge, Wilhelm; König, Georg - Arbeiter
1938          =      Junge, Paul - Bergmann; Junge, Wilhelm - Waldarbeiter

Das oberste Haus in Ober-Haselbach gehörte der Familie Junge. Nach dem Krieg bewohnte es die Tochter Gustel mit ihrem Ehemann Georg König. Sie verlebten harte und entbehrungsreiche Jahre. 1955 verlor Herr König zunächst das linke Bein und im Jahr 1960 wurde ihm auch das rechte Bein amputiert. Da seine Rente sehr gering war, fertigte er Reisigbesen an und verkaufte diese. Nach seinem Tod im Jahre 1963 blieb seine Ehefrau allein in diesem Haus zurück. Anfang der 1980er Jahre wurde das Haus abgerissen und Frau König zog in die Dorfmitte. Sie verstarb am 15.091983 im Alter von 87 Jahren.

Haus Nr. 1 - Familie Junge/König (Aufnahme: April 1975) 

(Dieses Haus wurde Anfang der 1980er Jahre abgerissen)

Das Ehepaar König

Haus Nr. 2:

Created with Sketch.

1911           =      Thiemt, August - Hausbesitzer
1925          =      Burghardt, August - Bergmann
1938          =      Lattuschek, Josef - Invalide; Lattuschek, Selma - Näherin

Bis 1946 wurde dieses Haus von den Eheleuten Josef und Selma Lattuschek bewohnt, die 3 Kinder hatten:

  1. Herbert Lattuschek

       Allen Haselbachern wird er in trauriger Erinnerung bleiben. Er war der 1. Haselbacher Soldat, 
       der während des 2. Weltkrieges gefallen ist.

    2. Irmgard Lattuschek
    3. Hedwig Lattuschek
        Sie heiratete den Gärtner Albert Krebs und wohnte nach der Eheschließung mit ihrem
        Ehemann im Haus Nr. 50 (Sagasser-Haus).

Haus Nr. 3:

Created with Sketch.

1911           =      Künzel, Ernestine - Kleingärtnerin
1925          =      Künzel, Ernestine - Kleingärtnerin
1938          =      Künzel, Felix - Maurer; Mann, Berthold - Invalide

Das Haus gehörte zunächst Ernestine Künzel. Ihr Sohn Paul war Schuhmachermeister und wohnte mit seiner Familie in Pfaffendorf (Haus Nr. 78). Nach 1925 zog Enkelsohn Felix aus Pfaffendorf mit seiner Familie zu seiner Großmutter nach Haselbach. Dieser war 3-mal verheiratet:
1. Ehefrau: Martha, geb. Liebsch aus dem Sudetenland. Aus dieser Verbindung stammt der Sohn
                    Rudolf Künzel, er heiratete Erna Lösche, Tochter des Hausbesitzers Gustav Lösche
                    aus Pfaffendorf (Haus Nr. 103). Sie starb am 22.05.2004 in Siegen.
2. Ehefrau: Hedwig, geb. Kuhn aus Haselbach, Tochter des Maurers Gustav Kuhn aus dessen 1. Ehe
                     (Haus Nr. 85). Diese Ehe war kinderlos. Hedwig Künzel, geb. Kuhn, brachte den Sohn
                     Werner mit in die Ehe. Sie starb bereits am 04.07.1947 in Meschede.
3. Ehefrau: Anni, geb. Kahl, aus Brückenberg (1911 - 1991). Diese Ehe war ebenfalls kinderlos.

Mit seiner 3. Ehefrau lebte Felix Künzel in Siegen-Geisweid. Hier starb er am 20.11.1978.

Haus Nr. 3 - Familie Künzel - heute

Haus Nr. 4:

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1911            =     Wolf, Louis - Kleingärtner
1925           =     Vogel, Klara - Inwohnerin; Wolf, Louis - Kleingärtner
1938           =     Wolf, Alfred - Landwirt; Wolf, Louis - Rentner

Dieses Haus gehörte der Familie Wolf. Louis Wolf bewohnte es mit seinen Kindern:

  1. Alfred Wolf
  2. Klara Wolf, verh. Vogel

       Aus ihrer Verbindung mit Herrn Vogel stammen die Kinder Heinz und Gertrud, verh. Hein.

       Klara Vogel heiratete in 2. Ehe einen Herrn Dittmann. Sie wohnte nach 1946 in Altenhunnen
       und starb am 19.04.1977. Ihre verheiratete Tochter Gertrud Hein wohnte in Lennestadt und 
       starb dort am 13.09.1991.

Haus Nr. 6:

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1911            =     Eckert, Eduard - Stellenbesitzer
1925           =     Eckert, Eduard - Stellenbesitzer; Eckert, Paul - Bergmann
1938           =     Eckert, Eduard - Auszügler; Eckert, Gerhard - Zimmermann,
                           Eckert, Paul - Landwirt und Bergmann

Das Anwesen gehörte Eduard Eckert. Mit seiner Ehefrau, eine geb. Bayer aus Haselbach, hatte er 2 Kinder:

  1. Paul Eckert

       Er vermählte sich mit Ida Jentsch. Neben der Landwirtschaft übte Paul Eckert auch noch den
       Beruf als Bergmann aus. Mit seiner Ehefrau hatte er 2 Kinder:
       1.1     Tochter Helene, verh. Benne. Sie verstarb am 03.09.1989 in Melle.
       1.2     Sohn Gerhard: Nach seiner Eheschließung zog er mit seiner Ehefrau nach Johnsdorf.
                Auch er lebte nach 1946 mit seiner Ehefrau in Melle.

       Die Eheleute Paul und Ida Eckert wohnten nach 1946 ebenfalls in Melle. Ida Eckert verstarb
       1962, ihr Ehemann Paul im Jahr 1978.

    2. Frieda Eckert
       
Sie heiratete Max Stephan aus dem Haus Nr. 39.

Haus Nr. 6 - Familie Eckert (Aufnahme: 2005)

Haus Nr. 7:

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1911           =      Kahl, Friedrich - Hausbesitzer
1925          =      Kahl, Fritz - Hausbesitzer
1938          =      Kahl, Fritz - Maurer und Landwirt; Peter, Willy - Bergmann

Frieda Kahl, Tochter der Eheleute Fritz und Minna Kahl, war seit 1937 mit Willy Peter verheiratet. Viele Jahre war er in der Grube Berg-Freiheit in Schmiedeberg tätig. Aus dieser Verbindung stammt Tochter Gerda.
Seit 1946 wohnte die Familie in Neuenkirchen bei Rheine. Dort verstarb Mutter Minna Kahl bereits im Jahr 1951. Willy Peter starb am 25.04.1979 und seine Ehefrau Frieda am 26.01.2001.

Haus Nr. 7 - Familien Kahl und Peter.

Haus Nr. 8:

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1911            =      Krause, Karl - Hausbesitze
1925           =      Krause, Karl - Hausbesitzer
1938           =      Lobenstein, Hermann - Bergmann; Lobenstein, Richard - Arbeiter

Das Haus gehörte zunächst Karl Krause. Nach dessen Tod ging es in den Besitz seiner Tochter Anna und deren Ehemann Hermann Lobenstein über. Anna Lobenstein, geb. Krause, brachte Tochter Frieda, später verheiratete Brückner, mit in die Ehe. Aus der Verbindung mit Hermann Lobenstein stammen zwei Söhne:

  1. Richard Lobenstein

       Richard Lobenstein, verheiratet mit Margarethe, geb. Seidel, lebte zunächst gemeinsam mit
       seinen Eltern in Tannenberg, Kreis Annaberg im Erzgebirge. Später zog er mit seiner Familie
       nach Lotte in Niedersachsen. Hier verstarb Margarethe Lobenstein am 29.04.1996.
    2. Fritz Lobenstein
        Er war mit Luzie, geb. Müller, verheiratet und lebte mit seiner Familie nach 1946 in
        Glauchau/Sachsen. Dort starb er im Mai 1997, seine Ehefrau im Jahr 2001.

Haus Nr. 9:

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1911            =      Vielhauer, Paul - Hausbesitzer
1925           =      Vielhauer, Gustav - Hausbesitzer
1938           =      Vielhauer, Bertha - Rentnerin

Nach dem Tod ihres Ehemannes Paul lebte Bertha Vielhauer allein und sehr zurückgezogen in ihrem Haus. Es handelte sich um ein kleines, sehr bescheidenes Gebirgshäuschen. Sie starb zwischen 1945 und 1946 in Haselbach. Ihr Sohn Gustav, der auf der Grube beschäftigt war, verließ Haselbach bereits Mitte 1920.

Haus Nr. 11:

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1911            =      Drescher, August - Auszügler; Drescher, Hermann - Restgutsbesitzer
1925           =      Drescher, Hermann - Gutsbesitzer; Kerber, Hermann - Arbeiter
1938           =      Drescher, Hermann - Bauer und Bürgermeister

Dieses Anwesen war das oberste Gut in Ober-Haselbach und gehörte August Drescher und seiner Ehefrau Juliane, geb. Frommhold, aus Michelsdorf. Er war ein Spross der großen Drescher-Familie (s. Haus Nr. 56). Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde er in Haselbach der "Oberste Bauer" genannt. Um 1892 war August Drescher Mitglied der evangelischen Kirchgemeindevertretung und des Schulvorstandes.
Das Ehepaar Drescher hatte vier Kinder:

  1. Marie Drescher, sie vermählte sich mit August Pohl (s. haus Nr. 27).
  2. Berta Drescher, sie heiratete ihren Cousin Paul Rüffer aus Wernersdorf. Seine Mutter Christiane Rüffer, geb. Drescher, war eine Tochter des Ernst Drescher (s. Haus Nr. 56, Ziffer 1.4). Einige Jahre lebte das Ehepaar in Berlin.
  3. Emil Drescher, er lebte mit seiner Ehefrau, eine geb. Pabig aus Petzelsdorf, in Lomnitz, Kreis Hirschberg.
  4. Hermann Drescher

       Noch zu Lebzeiten seines Vaters übernahm er das Bauerngut. Verheiratet war er mit Ida, geb.
       Pohl, aus Röhrsdorf. Die Eheleute hatten 5 Kinder, zwei Töchter und drei Söhne:
       4.1   Klara Drescher, verh. Friebe
       4.2  Herta Drescher, verh. Sierks
       4.3  Gustav Drescher
     
 4.4  Fritz Drescher
       4.5  Erich Drescher

       
Ida Drescher, geb. Pohl, verstarb bereits am 10.06.1947 in Neuenkirchen bei Rheine. Ihre 
        Schwester war mit dem Bäckereibesitzer Wilhelm Kluge in Reußendorf Nr. 76 verheiratet. Seit
        dem Tod seiner Ehefrau wohnte Hermann Drescher bei seinem jüngsten Sohn Erich und 
        dessen Familie.
        In Haselbach war Hermann Drescher bereits seit seinem 17. Lebensjahr Mitglied und eifriger 
        Sänger im Männergesangverein "Harmonie". jahrzehntelang war er im Kirchenvorstand der
        ev. Kirchengemeinde Haselbach tätig. Einige Jahre vertrat er auch als Bürgermeister die
        Belange der Gemeinde. Er starb im Jahr 1961 in Hoyerhagen, Kreis Hoya/Weser.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 20/1862.

Anzeige aus der Zeitung "Der Bote aus dem Riesengebirge",

Heft Nr. 36/1862.

Haus Nr. 11 - Familie Hermann Drescher

Haus Nr. 11 kurz vor dem Abbruch im Jahre 2006
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 11 - Das ehemalige Toilettenhäuschen kurz 
vor dem Abbruch 2006
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 11 - Die ehemalige Scheune
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 11 - Die Inschrift an der ehemaligen Scheune
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 11 - Eine alte Dreschmaschine in der Scheune, hergestellt von der Firma C. & H. Klose aus Berbisdorf in Schlesien
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 13:

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1911          =     Burghardt, August - Fabrikarbeiter; Fichtner, Wilhelm - Fabrikarbeiter;
                        Scholz, August - Fabrikarbeiter
1925         =     Schenk, Willi - Bergmann; Scholz, August - Arbeiter; Weller, Paul - Arbeiter
1938         =     König, Georg - Arbeiter; Scholz, August - Rentner; Weller, Paul - Gärtner

Dieses Haus lag an dem Weg, der nach Rothenzechau führte.
Nach dem Krieg lebte Georg König gemeinsam mit seiner Ehefrau in deren Elternhaus 
(s. Haus Nr. 1).
Weiter Bewohner waren die Eheleute August Scholz und dessen Ehefrau Anna, geb. Patzeck. Paul Weller zog nach 1938 mit seiner Familie in das Haus Nr. 48.
                        

Haus Nr. 14:

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1911          =     Beier, Karl - Hausbesitzer
1925         =     Beier, Karl - Hausbesitzer
1938         =     Beier, Karl - Maurer und Landwirt

Hausbesitzer waren die Eheleute Karl Beier und Ehefrau Selma, geb. Schramm. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Sohn Wilhelm und Tochter Else.

Gustav Beier, Karl Beiers Bruder, lebte mit seiner Familie im Haus Nr. 89, später wohnte er mit seiner Ehefrau bei seiner verheirateten Tochter Gertrud Lehmer im haus Nr. 123.

Nach 1946 lebte die Familie Karl Beier in Kamp-Lintfort. Selma Beier starb 1958 und ihr Ehemann im Jahr 1960.
                       

Haus Nr. 14 - Familie Beier

Haus Nr. 15:

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1911           =      Lehmer, Heinrich - Hausbesitzer
1925          =      Lehmer, Heinrich - Stellenbesitzer
1938          =      Lehmer, Ida - Butterhandel; Lehmer, Richard - Bergmann

Dieses Haus gehörte Heinrich Lehmer und seiner Ehefrau Ida, geb. Thurm, Tochter des Pferdehändlers August Thurm aus Pfaffendorf - Moritzfelde (s. dort Haus Nr. 151). Heinrich Lehmer verstarb bereits 1935. Seine Ehefrau im Jahr 1948. Das Ehepaar hatte drei Kinder:

  1. Richard Lehmer, er vermählte sich mit Anna, geb. Klose, und lebte mit seiner Familie in seinem Elternhaus. Seine Ehefrau schenkte ihm drei Söhne: Horst, Manfred und Heinz. Sohn Horst ist während des 2. Weltkrieges gefallen.

       Anna Lehmer, geb. Klose, starb im Jahr 1992 in Bielefeld. Richard Lehmer war bereits 1953 in
       Liesen, Kreis Brilon verstorben.
    2. Fritz Lehmer, er heiratet Gertrud Beier, Tochter der Eheleute Gustav und Emma Beier (s. Haus
        Nr. 89). Er besaß in Nieder-Haselbach eine Gärtnerei (s. Haus Nr. 123).
    3. Margot Lehmer, sie war mit Hermann Krause aus Pfaffendorf verheiratet. Aus dieser Ehe
        stammen Tochter Sigrid Eleonore, verh. Bejch und Sohn Joachim. Die junge Familie wohnte bis
        1936 im Elternhaus in Haselbach und zog alsdann nach Schreibendorf. Margot Krause, geb.
        Lehmer, starb im Jahr 1993 in Wesseling.

Haus Nr. 15 - Familie Lehmer (Aufnahme: Mai 2005)

Haus Nr. 16:

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Das nächste große Bauerngut im oberen Teil von Ober-Haselbach war bereits seit Generationen im Besitz der Familie Scholz. Es ist das Stammhaus der Familie Scholz. Soweit bisher bekannt, lässt sich die Besitzerfolge wie folgt nachweisen:
I. Generation:
Johann Gottlieb Scholz                      (geb. um 1780)
Er vermählte sich mit einer Tochter aus der großen Drescher-Familie, Johanne Beate Drescher (geb. um 1780). Sie war die Tochter des Bauerngutsbesitzers Johann Gottlieb Drescher (s. Haus Nr. 56). Aus dieser Verbindung stammen, soweit bekannt, drei Kinder:

  1. Johann Karl Scholz                       (geb. 28.09.1819)

       Johann Karl heiratete ca. 1850 die aus Alt-Weißbach stammende Johanne Beate Geisler.
       Gemeinsam mit seiner Ehefrau führte er den Gerichtskretscham in Haselbach, dessen
       Eigentümer er war (s. Haus Nr. 41).
    2. Johann Friedrich Scholz                  (geb. err. 1822 - 15.04.1871)
                                                                              s. II. Generation
   
 3. Ehrenfried Karl Heinrich Scholz    (geb. 29.10.1826)
        Ehefrau: Wolf, Christiane Heriette aus Haselbach (1830 - 1876)
                         Die gemeinsame Tochter Minna Luise Scholz (geb. 1855) heiratete am 14.05.1894 in
                         Haselbach Konrad Franz, Sohn des Schneidermeisters Paul Franz aus Pfaffendorf
                         (s. dort Haus Nr. 90). Nach der Eheschließung wohnte das junge Ehepaar in
                         Haselbach im Haus Nr. 87.

II. Generation
Johann Friedrich Scholz                         
(geb. err. 1822 - 15.04.1871)
Er übernahm die elterliche Landwirtschaft und vermählte sich mit Beate Beier aus Petzelsdorf. Aus dieser Verbindung stammen folgende Kinder:

  1. Berthold Scholz

       Mit seiner Ehefrau (geb. Stöckel) lebte er in Breslau und war dort als Taubstummenlehrer tätig.
    2. Zwillingsschwester Bertha Scholz blieb unverheiratet.
    3. August Scholz, er wohnte in Dresden und arbeitete dort am Bahnhof.
    4. Minna Scholz, sie heiratete den Großgärtner August Hübner aus Paffendorf (s. dort
        Haus Nr. 54).
    5. Anna Scholz, sie fand ihr Liebesglück in der Nachbarschaft und vermählte sich mit dem
        Gutsbesitzer August Finke (s. Haus Nr. 24).
    6. Heinrich Scholz                                  (23.09.1867 - 26.07.1949 in Wallen)
                                                                                 s. III. Generation

    Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes Johann Friedrich Scholz heiratete Beate Scholz, geb.
    Beier, in 2. Ehe
Julius Drescher, Sohn des August Drescher (s. Haus Nr. 79, Ziffer 3). Mit ihrem
    2. Ehemann hatte sie noch zwei Kinder:
          1. Wilhelm Drescher, der spätere Fleischbeschauer (s. Haus Nr. 79, Ziff. 3.2).
          2. Selma Drescher, sie heiratete den Landwirt und Viehhändler Heinrich Springer aus
              Schreibendorf.

III. Generation
Heinrich Scholz                                           (23.09.1867 - 26.07.1949 in Wallen)
Er führte die Familientradition fort und bewirtschaftete gemeinsam mit seiner Ehefrau Marie, geb. Frommhold aus Johnsdorf (15.06.1870 - März 1951 in Wallen) das Bauerngut. Aus dieser Verbindung stammen 10 Kinder, von denen vier Kinder innerhalb von 4 - 6 Wochen an Diphterie und Scharlach verstarben. Folgende 6 Kinder erreichten das Erwachsenenalter:

  1. Gustav Scholz                                       (1899 - 1985 in Schwerte)

                                                                             s. IV. Generation
 
  2. Anna Scholz, sie heiratete den Witwer Leuschner aus Buchwald. Aus dieser Verbindung
        stammt Sohn Erich. Bereits im Jahr 1943 starb Anna Leuschner, geb. Scholz.
    3. Emma Scholz, sie heiratete hermann Tschersich (s. Haus Nr. 68).
    4. Frieda Scholz, sie heiratete den Bauern Richard Kluge (s. Haus Nr. 60).
    5. Klara Scholz vermählte sich mit dem Holzhändler Erwin Taube aus Reußendorf (s. dort Haus
        Nr. 13). Sie starb am 29.01.2006 in Gronau.
    6. Friedrich Scholz, er heiratete Erna Kluge, Tochter des Bäckereibesitzers Wilhelm Kluge aus
        Reußendorf (s. dort Haus Nr. 76). Friedrich Scholz lebte bis zu seinem Tod (11.11.2005) in Bad
        Salzuflen.

IV. Generation
Gustav Scholz
                                               (1899 - 1985 in Schwerte)
Er heiratete Martha Patsch. Aus dieser Verbindung stammen drei Kinder:

  1. Kurt Scholz, er wird seit dem 2. Weltkrieg vermisst.
  2. Irmgard Scholz, verh. Elhardt
  3. Helga Scholz, verh. Hauptmann


Nach 1946 lebte die Familie Gustav Scholz in Wallen bei Meschede. Dort starb Martha Scholz, geb. Patsch, im Jahr 1969. Ihr Ehemann Gustav verstarb 1985 in Schwerte.

       

Haus Nr. 16 - Familie Scholz
Hinter der großen Linde verdeckt das Wohnhaus, rechts der Stall.

Haus Nr. 16 - Familie Scholz vor dem Hauseingang
von links: Marie Scholz, geb. Frommhold, Magd Margarete, 
Martha Scholz, geb. Patsch, mit Tochter Irmgard.

Die Familie Heinrich Scholz
Obere Reihe: v. l. n. r. Frieda, Anna, Gustav, Emma
untere Reihe: v. l. n. r. Klara, Marie Scholz, Heinrich Scholz, Friedrich

Taubstummenlehrer Berthold Scholz (Bruder des Heinrich Scholz) 
mit seiner Cousine 
Pauline Rummler, geb. Scholz (Kretschamwirtin)

Haus Nr. 17:

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1911            =         Lehmer, August - Hausbesitzer
1925           =         Lehmer, August - Hausbesitzer
1938           =         Lehmer, August - Invalide

Dieses Haus gehörte August Lehmer und seiner Ehefrau Ida, geb. Krause. Vor dem Krieg war er jahrzehntelang Bergmann auf der Grube Berg-Freiheit in Schmiedeberg. Die beiden Söhne des Ehepaares Lehmer sind während des 2. Weltkrieges gefallen. Sohn Reinhold war mit Ella Rasper verheiratet. Die Ehe war kinderlos.
Die einzige Tochter Erna starb bereits am 1. Januar 1960, neun Tage vor ihrem 35. Geburtstag.
Nach 1946 lebte das Ehepaar Lehmer in Kirchrarbach bei Meschede.

                   Bildmitte: Ida und August Lehmer.
Feier des 90. Geburtstages von August Lehmer am 10.08.1962.

Haus Nr. 18:

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1911             =        Skoda, Josef - Hausbesitzer
1925            =        Skoda, Josef - Hausbesitzer
1938            =        Franz, Alfred - Weber; Skoda, Emma - Rentnerin

Das Haus war im Besitz der Familie Skoda. Josef Skoda stammte aus Böhmen. Sein Bruder Wilhelm wohnte mit seiner Familie in Reußendorf (s. dort Haus Nr. 25). Frieda, die Tochter der Eheleute Josef und Emma Skoda heiratete den Weber Alfred Franz, Sohn des Hausbesitzers Paul Franz sen. aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 95). Einige Mitglieder dieser großen Franz-Familie lebten auch in Haselbach. Zur besseren Unterscheidung trugen sie Beinamen. Alfred Franz war der "Skoda-Franz". Aus seiner Verbindung mit Frieda Skoda stammen die beiden Töchter:

  1. Anneliese Franz

       Ebenso wie ihr Vater stammte auch ihr Ehemann aus Pfaffendorf. Sie vermählte sich mit
       Herbert Fichtner aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 76).
    2. Ursula Franz, verh. Maiwald

Emma Skoda starb im Jahr 1952 in Ostwig, Kreis Meschede. Ihre Tochter Frieda Franz verstarb am 26.03.1968.

Von rechts: Anneliese Franz (verh. Fichtner - Haus Nr. 18), 

Frau Zuchold (Haus Nr. 19) mit Nichte Eva.

Haus Nr. 19 (Haus Heimkehr):

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1911             =       Deuner, Gustav - Kaufmann
1925            =       Müller, Hermann - Rentner; Sagasser, Bruno - Fabrikaufseher
1938            =       Figowski, Käthe - Lehrerin a. D.

Dieses Haus gehörte um 1900 bis ca. 1925 dem Leinenfabrikanten Gustav Deuner.
Bevor die pensionierte Lehrerin Käthe Figowski das Haus erwarb, wohnten die Eheleute Sagasser und Hermann Müller als Mieter in diesem Haus. Bruno Sagasser hatte sich mit Frieda Müller vermählt, der Tochter des Hermann Müller. Nach dem Verkauf des Hauses zogen sie gemeinsam mit dem Vater/Schwiegervater in das Haus Nr. 38.

In diesem Haus lebte der Dichter und Schriftsteller Prof. Dr. phil Zuchold, Oberstudiendirektor i. R. (geb. am 14. Juni 1876 in Tzschecheln/Niederlausitz als Pfarrersohn). Nachdem er seine Familie durch Krankheit und Tod verloren hatte, wählte er 1938 Haselbach als Ruhestandssitz. Er wohnte bei seiner Cousine, der pensionierten Lehrerin Käthe Figowski, die ihr Haus am Berghang von der vermögenden Nachbarsfamilie Deuner erworben hatte. Gemeinsam mit seiner verstorbenen Ehefrau Ine hatte er Käthe Figowski früher mehrfach während der Schulferien besucht. Am 08.05.1945 heirateten Käthe Figowski und Prof. Dr. Zuchhold zunächst standesamtlich, die kirchliche Trauung fand zwei Tage später in der ev. Kirche von Haselbach durch Pfarrer Lothar Schmidt statt.

Während des Krieges wurden sehr viele Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen, so dass an den Schulen ein akuter Lehrermangel bestand. Prof. Dr. Zuchold, der sich bereits im wohlverdienten Ruhestand befand, stellte sich wie selbstverständlich als Lehrkraft zur Verfügung. Er wurde an der Langhans-Oberschule in Landeshut eingesetzt. In fast allen Fächern unterrichtete er und verlangte von seinen Schülern Aufmerksamkeit und Interesse. Unachtsamkeiten und unangebrachte Albernheiten waren ihm ein Greuel.

Aus Prof. Dr. Zucholds Feder stammen mehrere Romane, Erzählungen und Gedichte. Die Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend schilderte er in seiner Autobiografie "Bruder der Wolken und Winde". Hans Zuchold starb am 27. April 1953 in Bad Essen, seine Ehefrau am 15.05.1972 in Ostercappeln.

Haus Nr. 19 - "Haus Heimkehr" - Prof. Dr. Hans Zuchold

Frau Zuchold mit ihrem Bruder

Schulklasse mit Prof. Dr. Hans Zuchold

Prof. Dr. Hans Zuchold

Haus Nr. 19 a:

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Nach einer Bescheinigung, die sich im Besitz von Frau Marianne Drescher (s. Haus Nr. 45) befindet, wurde dieses Haus im Jahr 1901 von einer Familie Beer bewohnt:

  1. Heinrich Beer, geb. 26.07.1854 - Häusler und Weber
  2. Ehefrau Anna Beer, geb. 23.02.1858
  3. Auguste Beer, geb. 11.04.1839 - Spulerin

       Aus der Bescheinigung geht hervor, dass sie damals als Spulerin ein Jahreseinkommen von
       95,65 RM erzielte.

In den Adressbüchern der Jahre 1911, 1925 und 1938 ist diese Haus-Nr. 19 a nicht mehr aufgeführt.

Haus Nr. 20:

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1911            =       Deuner, Gustav - Kaufmann
           in den Adressbüchern 1925 und 1938 erscheint diese Haus-Nr. nicht mehr.

Die Häuser 19, 19 a, 20 und 21 gehörten früher dem Leinenfabrikanten und langjährigen Gemeindevorsteher Gustav Deuner und seiner Ehefrau Bertha, geb. Klose. Ihr einziges Kind Gerhard wurde am 19.09.1881 in Haselbach geboren. Gustav Deuners Vater Ernst gründete im Jahr 1850 in Haselbach den Betrieb als Handweberunternehmen. Er hatte selbst den Weberberuf erlernt. In dem Betrieb waren bis zu 300 Handweber beschäftigt. In den Gründungsjahren der Firma wurde die fertige Ware zunächst mit Schubkarren von Haselbach nach Breslau zum Markt gefahren, später wurden Pferdefuhrwerke eingesetzt. Bereits 1877 wurde die Firma unter dem Namen Ernst Deuner ins Handelsregister eingetragen. Um die Jahrhundertwende wurde auch die mechanische Produktion aufgenommen. Hierzu mussten in Landeshut Fabrikräume gemietet werden. Das Unternehmen blieb aber ein reiner Familienbetrieb.

Der Betrieb konnte weiter ausgebaut werden. Sehr bekannte Häuser nahmen das von der Firma Deuner in Haselbach und Landeshut produzierte schlesische Qualitätsleinen immer gern ab. Gerhard Deuner reiste selbst für das väterliche Unternehmen zu den Kunden in Breslau, Berlin, Posen, Ost- und Westpreußen. Nach seiner Verheiratung im Jahr 1911 mit Hildegard Frenzel wurde der gesamte Betrieb, dessen Alleininhaber Gerhard Deuner 1916 wurde, nach Landeshut verlegt. im Jahr 1929 erfolgte zwar die Einstellung der Produktion, dafür wurde aber der Großhandel intensiviert.

Die Familie Deuner lebte nach 1946 in Göttingen. Dort ist Gerhard Deuner im Jahr 1972 verstorben.

Gerhard Deuner (1881 - 1972)

Haus Nr. 21 (Haus Marienhof):

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Dieses Haus war die frühere Villa der Fabrikantenfamilie Deuner. Sie verkauften sie ca. 1930 an die verwitwete Frau Marie von Schröter, geb. von Stephanie. Ihr verstorbener Ehemann war der frühere Adjutant des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.

Haus Nr. 21 - Im Garten des Hauses

Vor dem Nachbarhaus Nr. 19 - Frau Marie von Schröter mit Tochter, Enkel - und Urenkeltochter

Haus Nr. 21 - heute
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 21 mit Stall und Scheune - heute
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 22:

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1911            =       Ullrich, August - Hausbesitzer
1925           =       Ullrich, Pauline - Hausbesitzerin
1938           =       im Adressbuch erscheint diese Haus-Nr. nicht mehr.

Nach dem Tod der Eheleute August und Pauline Ullrich erfolgte der Abriss des Hauses.

Haus Nr. 23:

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1911           =         Lehmer, August - Stellenbesitzer
1925          =         Lehmer, August - Stellenbesitzer; Häring, Hermann - Bergmann;
                             Häring, Julius - Arbeiter
1938          =         Lehmer, August - Bauer Häring, Julius - Rentner

Dieser Bauernhof gehörte August Lehmer, Verheiratet war er mit Anna, geb. Häring. Aus dieser Ehe gingen die beiden Töchter Bertha und Frieda hervor.

August Lehmer verstarb noch in Haselbach. Seine Ehefrau lebte nach 1946 in Stockhausen, Kreis Meschede. Hier starb sie im Jahre 1956.

Haus Nr. 23 - Familie Lehmer (Aufnahme: April 1975)

Haus Nr. 24:        

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1911          =       Finke, August - Gutsbesitzer
1925         =       Finke, August - Gutsbesitzer; Finke, Hermann - Wirtschafter
1938         =       Finke, Hermann - Bauer

Ein weiteres großes Bauerngut in Ober-Haselbach gehörte der Familie Finke. Gottlieb Finke (1816 - 1902) und seine Ehefrau Juliane, geb. Gärtner (1832 - 1914) hatten, soweit bekannt, mindestens zwei Kinder:

  1. Ernestine Finke                   (1855 - 1914 in Pfaffendorf)

       Sie vermählte sich mit Julius Kuhn, Sohn des Bauerngutsbesitzers Karl Kuhn in Pfaffendorf
       (s. dort haus Nr. 8).
    2. August Finke
        Er war mit Anna Scholz, Schwester des Gutsbesitzers Heinrich Scholz (Haus Nr. 16),
        verheiratet. Aus dieser Verbindung stammen sechs Kinder:
        2.1  Anna Finke,        ist bereits im Kindesalter verstorben
        2.2  Friedrich Finke
                       
und
        2.3  Fritz Finke
               
sind beide im 1. Weltkrieg gefallen.
               Einer dieser beiden Brüder war mit Berta Kluge aus Pfaffendorf verheiratet (s. dort Haus
               Nr. 89). In 2. Ehe vermählte sich die Witwe mit Fritz Häring aus Pfaffendorf.
        2.4  Auguste Finke             (geb. 1885)
               Sie heiratete Hermann Schubert, Sohn des Bauern Schubert und dessen Ehefrau
               Ernestine, geb. Drescher (s. Haus Nr. 33). Bereits in den ersten Tagen des 1. Weltkrieges ist
               ihr Ehemann gefallen. Im Jahr 1922 vermählte sie sich mit dem Landwirt Fritz Engler aus
               Nieder-Blasdorf. Nach 1946 wohnte das Ehepaar mit der Familie in Mannheim-Käfertal. 
        2.5  Gustav Finke                 (geb. 1894) 
               Er heiratete Frieda Pohl, Tochter des Gutsbesitzers August Pohl (s. Haus Nr. 27). Sie
               bewirtschafteten später eine Landwirtschaft in Reichhennersdorf. Nach 1946 lebte das
               Ehepaar in Reutlingen. Dort starb Frieda Finke im Januar 1982, ihr Ehemann im
               Februar 1989.
        2.6  Hermann Finke            (geb. 1898) 
               Er übernahm später das elterliche Gut. Verheiratet war er mit Gertrud, geb. Gleißner, aus
               Rothenzechau. Schon früh hat er sich der Mitarbeit in der Gemeinde und den Vereinen
               gewidmet. Von 1930 bis 1934 und von 1944 bis 1945 war er Bürgermeister der Gemeinde
               Haselbach. Darüber hinaus war er in der Zeit von 1915 bis 1945 Mitglied der Freiwilligen
               Feuerwehr und einige Zeit auch Brandmeister. Seine Liebe zum deutschen Lied bewies er
               mit seiner Treue zum Männergesangverein "Harmonie" Haselbach, dessen Vorsitzender er
               von 1928 bis 1945 war. Als ein Freund der Natur und waidgerechter Jäger durchstreifte er
               mit seinen Jagdfreunden die heimatlichen Wälder. 

               Das Ehepaar Finke hatte 5 Kinder: Hildegard, Herbert, Ewald, Georg und Kurt. Seit 1946
               wohnte die Familie Finke in Neuenkirchen bei Rheine. Einen schweren Schicksalsschlag
               erlitt die Familie, als die Ehefrau und Mutter Gertrud Finke bereits am 12.02.1947 verstarb.
               Hermann Finke starb am 09.06.1982.   

Haus Nr. 24 - Familie Hermann Finke,
Rückseite des Hauses.

Hermann Finke

Haus Nr. 24 - heute

Haus Nr. 25:

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1911           =          Vielhauer, Heinrich - Großgärtner
1925          =          Vielhauer, Heinrich - Großgärtner
1938          =          Rose, Wilhelm - Landwirt

Besitzer dieser Landwirtschaft war ursprünglich Heinrich Velhauer. Seine Tochter Bertha heiratete Wilhelm Rose, Sohn des Fuhrwerkbesitzers Wilhelm Rose aus Pfaffendorf-Moritzfelde (s. dort Haus Nr. 149). Aus dieser Verbindung stammen 2 Söhne:

  1. Gerhard Rose           (1924 - 1986)
  2. Emil Rose                   (1935 - 2001 in Meschede)


Nach 1946 lebte die Familie in Remblinghausen, Kreis Meschede. Dort starb Bertha Rose am 19.01.1983.

Haus Nr. 26:

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1911            =      Künzel, August - Hausbesitzer
1925           =      Künzel, Anna - Hausbesitzerin
1938           =      Künzel, Anna - Rentnerin; Künzel, Gerhard - Bergmann

Besitzer des Hauses waren die Eheleute August und Anna Künzel. Soweit bekannt, hatten sie zwei Söhne:

  1. Gustav Künzel, er heiratete Martha Rasper, Tochter des Kleingärtners Heinrich Rasper aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 20).
  2. Gerhard Künzel

       Ebenso wie sein Bruder fand er sein Liebesglück in Pfaffendorf. Er vermählte sich mit Ida Gelke,
       Tochter des Hausbesitzers Karl Gelke aus Pfaffendorf-Moritzfelde (s. dort haus Nr. 142). Das
       Ehepaar hatte keine Kinder. Nach 1946 wohnten sie in Wallen bei Meschede.

Haus Nr. 27:

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1911           =       Pohl, August - Gutsbesitzer
1925         =        Pohl, August - Gutsbesitzer; Finke, Gustav - Wirtschafter
1938         =        Pohl, Friedrich - Bauer

Ein weiteres großes Gut in Ober-Haselbach gehörte der Familie Pohl. Sie war bereits seit mehreren Jahrhunderten in Haselbach ansässig. In einem Auszug aus den Schöffen- und Kirchenbüchern geht hervor, dass 1592 die Familie erstmalig erwähnt wurde. Sie waren im Besitz der Erbscholtisei.
Im Jahre 1592 tätigte Erbbauer Jürgen Pohlens einen Erbkauf, vermutlich für die Erbscholtisei. Am 22. Mai 1630 kauft Georg Pohlens die Erbscholtisei und am 25. Februar 1687 übernahm Christian Pohlens die von seinem Vater Georg hinterlassene Scholtisei. Vermutlich sein Sohn Gerd Pohlens kaufte 1707 die von den Eltern hinterlassene Scholtisei. Im Jahre 1735 war Christian Pohl Erb- und Gerichtsschulz, also im Besitz der Erbscholtisei und daher vermutlich der Sohn von Gerd Pohlens. Im Jahr 1743 ließen die Bauersleute Hans Christian und seine Ehefrau Rosina am 22. Oktober ihren Sohn auf den Namen Gottfried taufen. Es ist anzunehmen, dass Hans Christian der Sohn von Christian Pohl war.
Es werden in dem noch erhaltenen Dokument nicht immer alle Kinder erwähnt, aber anhand der Zeitabstände lässt sich die Chronologie aufrechterhalten.

Hans Christian hatte anscheinend einen Bruder Johann Georg, dem am 2. Mai 1774 ein Sohn mit Namen Gottfried Pohl geboren wurde. Diesem Gottfried Pohl und seiner Ehefrau Johanna wurden zwei Söhne geboren: 1801 Johann Christian und am 31. Dezember 1806 Gottlob Benjamin. 1)

1) Quelle:
Pohl, Daniel: Familie Pohl aus Haselbach im Riesengebirge (Schlesien)

I. Generation:
Gottlob Benjamin Pohl
                       (geb. 31.12.1806)
Mit seiner aus Boberstein, Kreis Hirschberg, stammenden Ehefrau Johanne Eleonore, geb. Wolf, hatte er 3 Kinder:

  1. Henriette Pohl                                 (geb. 1833)
  2. Ernst August Pohl                          (07.10.1834 - 1866)

       Am 22.11.1864 trat er in der evangelischen Kirche in Haselbach mit Auguste Pauline Drescher
       (* 1846) vor den Traualtar. Sie wurde Alt-Weißbach geboren und war die Tochter des ca. 1847
       verstorbenen Bauergutsbesitzers Johann Gottlieb Drescher aus Alt-Weißbach und dessen
       Ehefrau Johanne Beate, geb. Geisler.
       Am 13.05.1848 heiratete Auguste Paulines verwitwete Mutter den Bauergutsbesitzer Karl
       Gottlieb Scholz aus Haselbach (s. Haus Nr. 16). Als 2-jähriges Kind kam Auguste Pauline
       Drescher somit nach Haselbach und wuchs in diesem Riesengebirgsort auf.

       Während der Ehe mit Ernst August Pohl wurde 1 Kind geboren:
       2.1  August Friedrich Pohl              (08.06.1865 - 22.07.1937)
             August Friedrich heiratete am 29.02.1892 Ernestine Auguste Kuhn aus Pfaffendorf (s. dort
             Haus Nr. 14), Tochter des Bauergutsbesitzers Wilhelm Kuhn und dessen Ehefrau Ernestine,
             geb. Anders.
             1891 erwarb August Friedrich Pohl das Bauerngut Nr. 34 in Haselbach und lebte dort mit
             seiner großen Familie.

        Ernst August Pohl nahm 1866 an dem Preußisch-deutschen krieg teil und kehrte nicht mehr
        zurück. Seine Witwe August Pauline heiratete am 16.11.1868 seinen jüngeren Bruder Christian
        Heinrich Pohl.

     3. Christian Heinrich Pohl                  (geb. 11.08.1839)
                                                                     s. II. Generation

II. Generation
Christian Heinrich Pohl                           
(geb. 11.08.1839)
Nach dem Tod seines älteren Bruders Ernst August vermählte sich Christian Heinrich am 16.11.1868 mit seiner verwitweten Schwägerin Auguste Pauline, geb. Drescher. Während dieser Ehe wurde ebenfalls 1 Sohn geboren, der wohl zum Andenken den Namen seines verstorbenen Onkels erhielt:

  1. Ernst August Pohl                           (05.04.1870 - 22.04.1934) 

                                                                        s. III. Generation

III. Generation:
Ernst August Pohl                                   
(05.04.1870 - 22.04.1934)
Ernst August Pohl heiratete am 06.06.1892 Ida Marie Pauline Drescher (06.04.1874 - 1926) aus Haselbach (s. Haus Nr. 11). Sie war die Tochter des Restgutsbesitzers Ernst August Drescher, des "Obersten Bauern" und dessen Ehefrau Christiane Juliane, geb. Frommhold.
Ernst August Pohl war in Haselbach als der "Oberste Pohl-Bauer" bekannt. Er übernahm das elterliche Gut. Sein älterer Halbbruder August Friedrich Pohl hatte 1891 das Bauerngut Nr. 34 erworben, der in Haselbach als der "Unterste Pohl-Bauer" bekannt war.

Das Ehepaar August und Marie Pohl hatte 5 Kinder:

  1. Ida Anna Pohl                                 (geb. 04.04.1893)

       Sie heiratete den Landwirt Heinrich Knittel aus Ober Schreibendorf. Während der Ehe wurden
       2 Töchter geboren:
       1.1   Frieda Knittel
       1.2  Erna Knittel
       
Die Familie Knittel lebte nach 1946 in Düsseldorf.

    2. Friedrich August Heinrich Pohl   (geb. 03.07.1894)
                                                                    s. IV. Generation

    3. Auguste Anna Klara                       (geb. 07.02.1896)
     
  Sie starb noch im Säuglingsalter. 
    4. Erich Heinrich Pohl                        (geb. 30.10.1897)
    5. Klara Frieda Pohl                            (1899 - 1982)
        Sie fand ihr Liebesglück in der Nachbarschaft und heiratete Gustav Finke aus Haselbach
        (s. Haus Nr. 24), Sohn des Bauerngutsbesitzers August Finke und dessen Ehefrau Maria Anna,
        geb. Scholz.
        Gustav und Frieda Finke bewirtschafteten später eine Landwirtschaft in Reichhennersdorf.

IV. Generation
Friedrich August Heinrich Pohl         
(geb. 03.07.1894)
Friedrich August Heinrich übernahm das elterliche Gut. Verheiratet war er mit Klara, geb. Beer. Aus dieser Ehe stammen sechs Kinder:

  1. Reinhard Pohl
  2. Elsbeth Pohl, verh. Rietschel
  3. Helmut Pohl
  4. Erika Pohl
  5. Konrad Pohl
  6. Heinrich Pohl


Friedrich Pohl verstarb infolge eines schweren Unfalles noch in Haselbach. Seine Ehefrau Klara starb im Jahr 1992 in Schönholthausen, Kreis Meschede.

                     


Haus Nr. 27 - Stammhaus der Familie Pohl 

(Aufnahme: 1912)

Haus Nr. 27 - Stammhaus der Familie Pohl (Aufnahme: ca. 1912)

Im Jahre 1935 wurde das Fachwerkhaus des Bauerngutes Pohl zum Teil abgerissen, nur die Stallungen und Teile des Erdgeschosses blieben erhalten.

Haus Nr. 27 nach dem Umbau (1937) - im Hintergrund ist das Haus der Familie Scholz (Nr. 16) zu erkennen.

Blick auf das Bauerngut Pohl (Nr. 27) mit Wohnhaus und Stallungen

(Aufnahme: 1940)

Haus Nr. 27 - Familie Pohl (heute)
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 27 - Familie Pohl (heute)
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 29:

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1911           =       Pohl, Wilhelm - Fabrikzimmermann
1925         =        Hartmann, Richard - Dachdecker
1938         =        Hartmann, Lina - Hausbesitzerin; Hartmann, Richard - Dachdecker

Das Ehepaar Richard Hartmann und Lina, geb. Pohl hatte 4 Kinder: Else, Helmut, Herbert und Gerhard.
Richard Hartmann begleitete im Dezember 1945 das Ehepaar Zuchold (s. Haus Nr. 19) beim Verlassen des Heimatortes Haselbach bis nach Schmiedeberg.
Im Dezember 1961 starb Lina Hartmann in Lette. Sohn Herbert wohnte in Coesfeld und starb am 19.02.1982. Sein Burder Helmut lebte mit seiner Familie in Gotha und starb dort am 12.12.1986.

Haus Nr. 29 - Familie Hartmann - heute
             (Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 30:

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1911            =       Finke, Heinrich - Stellenbesitzer
1925           =       Finke, Heinrich - Stellenbesitzer
1938           =       Finke, Bertha - Hausbesitzerin

Das Haus gehörte dem Ehepaar Heinrich Finke und Frau Bertah, geb. Rabe. Die Ehe war kinderlos. Heinrich Finke ist bereits in Haselbach verstorben. Er war ein Cousin von August Finke (s. Haus Nr. 24).

Haus Nr. 31:

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1911            =       Schramm, Ferdinand - Gutsbesitzer
1925           =       Schramm, Ferdinand - Gutsbesitzer
1938           =       Schramm, Gustav - Bauer

Gustav Schramm übernahm nach dem Tod seines Vaters Ferdinand die elterliche Landwirtschaft. Verheiratet war er mit Ida, geb. Föst, aus Schreibendorf. Aus dieser Verbindung stammt Sohn Willi.
Seit 1946 lebte die Familie Schramm in Meschede. Gustav Schramm starb am 18.08.1959 in Wellinghausen bei Meschede. Seine Ehefrau Ida verstarb im Jahr 1994.

Haus Nr. 31 - Familie Schramm

Haus Nr. 33:

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1911           =       Schubert, Gustav - Restgutsbesitzer
1925          =       Schubert, Gustav - Restgutsbesitzer
1938          =       Schubert, Gustav - Bauer

Dieses Bauerngut gehörte der Familie Schubert. Ernestine Schubert, geb. Drescher, Tochter des Ernst Drescher (s. Haus Nr. 56, Ziffer 1.3), und ihr Ehemann hatten drei Kinder:

  1. Gustav Schubert

       Er vermählte sich mit Emma Kuhn, Tochter des Bauerngutsbesitzers Wilhelm Kuhn aus
       Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 14). Das Ehepaar übernahm die elterliche Landwirtschaft in
       Haselbach. Da die Ehe kinderlos blieb, nahmen sie eine Pflegetochter, Luise Brendel aus
       Reichhennersdorf, bei sich auf. Sie war die Tochter von Emma Schuberts Schwester Klara.
       Emma Schubert starb im April 1968 in Reiste im Sauerland.
    2. Hermann Schubert, er war mit Auguste Finke verheiratet,Tochter des Gutsbesitzers August
        Finke (s. Haus Nr. 24). Im August 1914 ist Hermann Schubert gefallen.
    3. Bertha Schubert, sie heiratete den Fleischermeister Vogt aus Landeshut.

Haus Nr. 33 - Familie Gustav Schubert - heute
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 33 - Familie Gustav Schubert - heute

(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 34:

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1911            =         Pohl, Friedrich - Gutsbesitzer
1925           =         Pohl, Friedrich - Gutsbesitzer
1938           =         Pohl, Friedrich - Bauer

Dieses Bauerngut wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer

I. Abschnitt
Christoph Süßenbach
Nach dem Grundbuchauszug war in der Zeit von 1753 - 1775 der Bauer und Gerichtsgeschworene Christoph Süßenbach Besitzer dieses Bauerngutes. Seine Tochter Rosina heiratete am 09.11.1711 Gottfried Pohl, Sohn des Christian Pohl, Erb- und Gerichtsscholz in Haselbach.
Christoph Süßenbach war ein Nachfahr des Martin Süßenbach aus Haselbach, der 1627 Taufpate eines Sohnes des Erb- und Gerichtsscholzen Christoph Freidenberg aus Ober-Zieder war.

II. Abschnitt
Johann Gotthold Pohl                       (1751 - 23.11.1827)
Im Jahr 1775 erfolgte ein Besitzerwechsel. Nunmehr ging das Bauerngut in den Besitz der Familie Pohl über. Johann Gotthold Pohl erwarb das Gut. Verheiratet war er mit Maria Elisabeth, geb. Wolf. Soweit bisher bekannt, stammen aus dieser Verbindung folgende Kinder:

  1. Maria Rosina Pohl                        (19.07.1779 - 10.08.1834)

       Maria Rosina heiratete am 09.11.1801 in der evangelischen Kirche in Haselbach den Bauern
       Johann Daniel Berg aus Dittersbach städt. Am 10.08.1834 starb sie Dittersbach städt. laut
       Kirchenbuch "in Folge eines unglücklichen Falles". Während der Ehe wurden 2 Kinder geboren:
       1.1  Johann Gottfried Benjamin Berg             (* 07.09.1809)
            Er war mit Christiane Caroline, geb. Badermann, verheiratet, die ihm am 13.08.1837 den
            Sohn Carl Wilhelm schenkte.
       1.2 Johanne Juliane Berg                                   (* 20.11.1804)   

    2. Johanne Eleonore Pohl                 (* 28.09.1783)

    3. Johanne Beate Pohl                        (13.06.1785 - 02.12.1844)
        Johanne Beate vermählte sich mit dem Kleingärtner Karl Gottlieb Wiesner aus Haselbach.
        Aus dieser Verbindung stammt 1 Sohn:
        3.1  Johann Wilhelm Wiesner                          (18.07.1817)

        Am 13.10.1834 heiratete Johanne Beate den ebenfalls verwitweten Häusler und Weber Jeremias
        Gottlieb Ludwig in Hartau städt. Dort verstarb sie auch am 02.12.1844.

     4. Johann Gottfried Pohl                   (* 24.02.1787)

     5. Johann Gottlob Benjamin Pohl    (* 27.03.1789)        s. III. Abschnitt

III. Abschnitt
Familie Johann Gottlob Benjamin Pohl     
(* 27.03.1789 - verst. vor 1851)
Er übernahm den Familienbesitz. Neben seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit übte er in Haselbach auch den Beruf als Fleischbeschauer aus. Verheiratet war er mit Anna Rosina, geb. Rösner (verst. 1860), aus Floriansdorf, Kreis Schweidnitz. Soweit bekannt, hatten die Eheleute mindestens 2 Kinder:  

  1. Rosine Ernestine Pohl                           (13.07.1823 - 16.05.1898)

       Sie heiratete am 29.04.1844 den Stellenbesitzer Carl Heinrich Finger (geb. 1819) aus Hermsdorf
       städt.                                                          s. IV. Abschnitt
    2. Emilie Pohl                                               (* um 1830)
        Emilie heiratete 1859 Wilhelm Drescher aus Haselbach (s. Haus Nr. 56), Sohn des
        Bauerngutsbesitzers Christian Benjamin Drescher.

IV. Abschnitt
Familie Carl Heinrich Finger                       
(1819 - 15.02.1898)
Wie bereits erwähnt, wurde Carl Heinrich Finger aus Hermsdorf städt. am 29.04.1844 mit Rosine Ernestine Pohl getraut, Tochter des Besitzers dieses schönen Bauerngutes. Nunmehr erfolgte ein erneuter Besitzerwechsel.
Laut dorfgerichtlicher Kaufverhandlung vom 19.08.1844, die am 13.11.1844 gerichtlich anerkannt wurde, verkaufte Johann Gottlob Pohl seinen Besitz mit Wirkung vom 13.11.1844 an Tochter (Rosine Ernestine Finger, geb. Pohl) und Schwiegersohn (Carl Heinrich Finger).
Die Eheleute Carl Heinrich Finger und Rosine Ernestine, geb. Pohl, hatten, soweit bekannt 5 Kinder:

  1. Friedrich Wilhelm Finger                       (* 1846)

       Dieser Sohn ist bereits im Säuglingsalter verstorben, er wurde nur 1 Monat und 27 Tage alt.
    2. Heinrich Eduard Finger                         (* 1848)
        Ebenso wie sein Bruder starb auch er im Säuglingsalter, er wurde 4 Monate und 19 Tage alt.
    3. Ernestine Pauline Louise Finger          (* 1849 - 1851)
        Auch das 3. Kind verlor das Ehepaar Finger durch den Tod. Die Tochter starb im Alter von
        2 Jahren, 1 Monat und 3 Tagen.
    4. Pauline Finger                                           (verst. 1914)
        Sie blieb unverheiratet und lebte nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Cousin Julius Drescher
        in Haselbach (s. Haus Nr. 56).
    5. Ernst Wilhelm Finger                              (30.04.1853 - 20.08.1942)
                                                                              s. V. Abschnitt

V. Abschnitt
Familie Ernst Wilhelm Finger                       
(30.04.1853 - 20.08.1942)
Er übernahm das elterliche Bauerngut. Insgesamt war er 4-mal verheiratet. Seine ersten drei Ehefrauen starben jeweils kurz nach Entbindungen.
1. Ehefrau:  Ernestine Rummler                     (16.03.1856 - 09.11.1883)
           Am 12.06.1883 wurde er in der Landeshuter Gnadenkirche mit Ernestine Rummler aus
           Reußendorf getraut (s. dort Haus Nr. 13), Tochter des Bauerngutsbesitzers Johann Gottfried
           Rummler. Sie war gleichzeitig die Schwester des späteren Kretschambesitzers Gustav
           Adolph Rummler (s. Haus Nr. 41).
           Nach der Eheschließung wohnte Ernst Wilhelm Finger gemeinsam mit seiner jungen Frau in
           seinem Elternhaus. Während der Ehe wurde 1 Tochter geboren:
           Bertha Emma Finger                            (22.10.1883 - 30.10.1883)
           Nur 10 Tage nach dem Tod ihres Kindes verstarb auch Ernestine Finger, geb. Rummler, am
           09.11.1883 im Alter von nur 27 Jahren.   

2. Ehefrau:   Ernestine Emma Thamm         (1858 - 10.03.1885)
            Sie wurde in Seitendorf, Kreis Schönau, geboren, als Tochter des Stellenbesitzers Carl
            Gottfried Thamm und dessen Ehefrau Christiane Beate, geb. Weirauch.
            Das gemeinsame Kind, ein Junge, wurde am 18.02.1885 tot geboren. An den Folgen dieser
            Geburt verstarb Emma Finger, geb. Thamm, am 10.03.1885.

3. Ehefrau:   Auguste Amalie Clonsdorf       (1855 - 10.04.1890)
            Aus dieser Verbindung stammen 5 Kinder:
            1. Wilhelm Waldemar Finger               (* 27.04.1887)
               Waldemar erlernte den Fleischerberuf, ging auf Wanderschaft und heiratete in Sachsen
               die Tochter eines Metzgermeisters.
            2. Wilhelm Georg Finger                      (24.04.1888 - 10.05.1888)
            3. Lina Selma Finger                              (* 06.04.1889)
                Selma heiratete 1930 in Schmiedeberg und hatte einen Sohn.
            4. Bertha Emilie Finger                         (12.03.1890 - 1986 in Neunkirchen-Wiederstein)
                Sie heiratete Wilhelm Menzel aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 37), Sohn des
                Bauerngutsbesitzers August Menzel aus dessen 1. Ehe.
            5. Ein Mädchen                                       (13.03.1890 - 13.03.1890)
                Das andere Zwillingsmädchen wurde tot geboren.
                An den Folgen dieser Zwillingsgeburt verstarb Amalie Finger, geb. Clonsdorf,
                am 10.04.1890.

4. Ehefrau:   Emma, geb. Burgard
            Nach dem Tod seiner 3. Ehefrau verkaufte Ernst Wilhelm Finger das Bauerngut an August
            Friedrich Pohl (s. VI. Abschnitt)
und zog nach Seidlitzau bei Hartmannsdorf. Dort erwarb er
            ein Mietshaus, verbunden mit einer kleinen Landwirtschaft. 1892 heiratete er in 4. Ehe
            Emma, geb. Burgard.
Kurz nach der goldenen Hochzeit starb er am 20.08.1942 in Merzdorf
            im Riesengebirge.

Nach dem Verkauf des Bauerngutes Nr. 34 erwarben Ernst Wilhelm Fingers Eltern in Haselbach das Haus Nr. 55, welches später im Besitz des Johann Koschny war. Gemeinsam mit ihrer unverheirateten Tochter Pauline wohnten sie in diesem Haus bis zu ihrem Tod. Tochter Pauline zog danach zu ihrem Cousin Julius Drescher (s. Haus Nr. 56). Dort starb sie im Jahr 1914.

VI. Abschnitt
Familie August Friedrich Pohl                         
(08.06.1865 - 22.07.1937)
Im Jahr 1891 wechselte das Bauerngut erneut den Besitzer. August Friedrich Pohl erwarb es für 10.000 Mark von Ernst Wilhelm Finger.
August Friedrich Pohl stammte aus der 1. Ehe der Auguste Pauline Pohl, geb. Drescher, mit Ernst August Pohl (s. Haus Nr. 27). Sein Halbbruder Ernst August Pohl war Besitzer des Bauerngutes Nr. 27 und wurde in Haselbach der "Oberste Pohl-Bauer" genannt.
August Friedrich Pohl war in Haselbach als der "Unterste Pohl-Bauer" bekannt.

August Friedrich heiratete am 29.02.1892 Ernestine Auguste Kuhn aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 14), Tochter des Bauerngutsbesitzers Wilhelm Kuhn und dessen Ehefrau Ernestine, geb. Anders.
Auguste Kuhns Schwester Emma lebte auch in Haselbach. Verheiratet war sie mit dem Bauern Gustav Schubert (s. Haus Nr. 33).
Wilhelm Kuhns Bruder Julius (Onkel der Schwestern Auguste und Emma) war mit Ernestine Finke aus Haselbach verheiratet (s. Haus Nr. 24).

Soweit bisher bekannt, hatten die Eheleute Friedrich Pohl und Auguste, geb. Kuhn, mehrere Kinder. Urkundlich nachgewiesen sind folgende Kinder:
1. Gustav Hermann Pohl                                   (* 01.01.1893)
2. Klara Auguste Pohl                                       (* 07.09.1895)
3. Klara Auguste Pohl                                       (* 19.09.1896)
    Zum Andenken an ihre verstorbne Schwester erhielt sie deren Namen. Im Jahr 1921 heiratete sie
    in den Kreis Hirschberg.
4. Heinrich Pohl                                                  (* 09.04.1899)
    Heinrich heiratete 1929 nach Rabishau, Kreis Hirschberg.
5. Else Pohl, verh. Zill                                         (*             1913)
    Sie lebte nach 1946 in Bergisch-Gladbach und verstarb dort 1998.

Laut mündlicher Übermittlung soll das Ehepaar Friedrich und Auguste Pohl noch drei weitere Söhne gehabt haben: Fritz, Richard und Wilhelm.

                 

Der Bauernhof Nr. 34 mit Nebengebäuden
(Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 34 - (Bild von Herrn Daniel Pohl)

Haus Nr. 36:

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1911            =        Pohl, Ernestine - Kleingärtnerin
1925           =        Krauße, Emma - Kleingärtnerin
1938           =        Krauße, Emma - Hausbesitzerin; Krauße, Erwin - Zimmermann;
                             Lamer, Reinhold - Bergmann

Nach dem Tod ihrer Mutter Ernestine Pohl wurde Emma Krauße Hausbesitzerin. Soweit bekannt, hatte sie 3 Kinder:

  1. Gertrud Krauße, sie war Näherin und erlitt ein schreckliches Schicksal. 1945 wurde sie von einem Polen erschossen.
  2. Erna Krauße, sie vermählte sich mit dem Bergmann Reinhold Lamer, Sohn des Restbauers Adolf Lamer aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 36).
  3. Erwin Krauße, er heiratete Hildegard Kluge aus Rothenzechau. Aus dieser Verbindung stammt Tochter Renate.


Nach 1946 lebte die Familie Krauße in Varrel, Kreis Diepholz. Dort starb Emma Krauße im April 1964. Ihr Sohn Erwin Krauße starb am 08.03.1991 in Varrel und seine Ehefrau Hildegard am 02.11.1994.

Haus Nr. 37:

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1911            =       Lösche, August - Hausbesitzer
1925           =       Lösche, August - Hausbesitzer
1938           =       Lösche, Fritz - Landwirt und Bergmann; Lösche, Maria

Dieses Haus gehörte den Eheleuten Karl August Lösche und Maria, geb. Müller aus Grüssau. Das Ehepaar hatte 5 Kinder, drei Töchter und zwei Söhne:

  1. Martha Lösche                         (1896 - 1937)

       Sie war verheiratet mit Johannes Kasper. Aus dieser Verbindung stammen die Töchter Ursula
       (verst. 2003) und Elisabeth.
    2. Friedrich (Fritz) Lösche          (1904 - 1943)
        Fritz Lösche vermählte sich mit Frieda Scholz, deren Eltern aus Hohenwaldau bzw.
        Leppersdorf stammen. Zwei Söhne hatte das Ehepaar:
        2.1  Alois Lösche, er lebte nach 1946 in der Nähe von Zwickau.
        2.2  Richard Lösche in Stralsund.
        Frieda Lösche, geb. Scholz, verstarb im jahr 1976.
     3. Frieda Lösche, sie heiratete Alois Freudenthal aus Schwarzwaldau. Nach dem Tod ihres
         Vaters nahm sie ihr Mutter Maria Lösche bei sich auf.
     4.  Hedwig Lösche, sie heiratete den Schuhmacher Kurt Umlauf aus Landeshut. Die Familie
          Umlauf lebte seit Ende des Krieges in Drebber, Kreis Diepholz.
      5.  Heinrich Lösche,  er erlernte den Müllerberuf und heiratete eine Frau aus Schwarzwaldau. 
           Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist er in der Kesselschlacht bei Stalingrad gefallen. 

Haus Nr. 37 - Familie Lösche

Haus Nr. 38:

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1911            =       Kluge, Wilhelm - Kleingärtner
1925          =        Kluge, Adolf - Kaufmann; Kluge, Anna - Hausbesitzerin
1938          =        Sagasser, Bruno - Gemeindeschreiber und -rechner;
                            Fräbsdorf, Johanna - Hebammenschwester; Lux, Hermann - Fleischer;
                            Müller, Hermann - Rentner; Volkmer, Martha - Filialleiterin

Das Haus gehörte Wilhelm Kluge und seiner Ehefrau Anna. Sein Bruder Ferdinand lebte mit seiner Familie ebenfalls in Haselbach (s. Haus Nr. 60). Wilhelm Kluge betrieb damals einen kleinen Laden, den sein Sohn Adolf vergrößerte. Nach seiner Eheschließung mit Auguste, geb. Karbe (Haus Nr. 63), eröffnete Adolf Kluge sein Geschäft im Elternhaus seiner Ehefrau. Das Haus wurde anschließend an mehrere Bewohner vermietet.

Bruno Sagasser (bewohnte 1925 das Haus Nr. 19) war in Haselbach viele Jahre als Gemeindeschreiber und -rechner tätig. Nach 1946 wohnte er mit seiner Ehefrau Frieda, geb. Müller, in Erndtebrück, Kreis Wittgenstein. Ihre Ehe war kinderlos. Bruno Sagasser starb am 14.12.1982, seine Ehefrau am 21.10.1991.

Die Hebamme Johanna Fräbsdorf stammte aus Schömberg und wohnte nach dem Krieg im Kreis Meschede im Sauerland.
Martha Volkmer heiratete nach 1938 einen Herrn Fischer. Aus dieser Verbindung stammt Tochter Christa.
Nach 1938 wohnte auch noch das Ehepaar Bruno Kühn und Luise, geb. Buchwald, in diesem Haus. Diese Ehe war kinderlos.

Haus Nr. 38

Das Ehepaar Sagasser (in der Mitte: Ehepaar Schmidt)

Haus Nr. 39:

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1911           =         Stephan, Gustav - Hausbesitzer
1925          =         Stephan, Max - Hausbesitzer
1938          =         Stephan, Max - Bergmann

Besitzer dieses Hauses war Gustav Stephan. Mit seiner Ehefrau hatte er vier Kinder:

  1. Anna Stephan                         (geb. 1881)

       Im Jahre 1905 heiratete sie Eduard Fchtner aus Dittersbach städt. Aus dieser Ehe gingen zwei
       Kinder hervor, die Töchter Emma und Klara. Im ersten Weltkrieg (Dezember 1914) verlor sie
       bereits ihren Ehemann und musste nun allein für ihre beiden Kinder sorgen. Nach 1946 lebte
       Frau Fichtner mit ihrer Familie in Altena in Westfalen. Im Jahre 1957 verstarb ihre älteste
      Tochter Emma.
   2. Klara Stephan, verh. Menzel
       Nach ihrer Eheschließung zog sie zunächst nach Pfaffendorf, anschließend mit ihrer Familie
       nach Zillertal-Erdmannsdorf. 
   3. Ein Sohn, der seit dem 1. Weltkrieg vermisst ist.
       Verheiratet war er mit Hedwig, geb. Melchior. Aus dieser Ehe stammen die Kinder: Kurt, Max,
       Fritz, Adolf, Klara und Frieda. Frau Stephan wohnte später mit ihren Kindern im Haus Nr. 59.
   4. Max Stephan                           (geb. 1894)
       Nach dem Tod des Vaters übernahm Sohn Max das Anwesen. Verheiratet war er mit Frieda,
       geb. Eckert (s. Haus Nr. 6). Das Ehepaar hatte 2 Töchter:
       4.1  Johanna, verh. Cyglatzki. Sie lebte mit ihrer Familie in Traunreuth/Bayern und verstarb
              dort im Jahr 1981.
       4.2  Gertrud, verh. Lata. Ihr Ehemann Gerhardt Lata stammte aus der bekannten
              Schillerbaude am Schmiedeberger Pass.
        
       Nach 1946 wohnte das Ehepaar Stephan zunächst im Kreis Aschaffenburg, später zogen sie 
       nach Darmstadt-Eberstadt. Dort starb Max Stephan bereits am 11.04.1957, seine Ehefrau am
       11.01.1981.
              

Haus Nr. 39 - Familie Stephan (Aufnahme: 2005)

Haus Nr. 40:

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1911            =       Drescher, Gustav - Gutsbesitzer
1925           =       Drescher, Gustav - Gutsbesitzer
1938           =       Drescher, Gustav - Landwirt

Dieses Haus gehörte um 1900 Wilhelm Bühn, von Beruf Brunnenbauer. Vor 1911 erwarb er mit seiner Ehefrau in Pfaffendorf ein Haus (s. dort Haus Nr. 25). Frau Bühn war für das Besprechen oder Wegbeten von Warzen oder Rosen bekannt. Viele Kranke, denen die Schulmedizin nicht helfen konnte, suchten Trost und Hilfe bei der "Bühna-Tante". Sie berührte die erkrankte Körperpartie mit der Hand und sagte (unhörbar) einen Spruch oder ein Gebet auf. Ein paar Tage später war die Warze weg oder es zeigte sich eine deutliche Besserung. Eine Erklärung für die Heilerfolge gab es nicht, aber "es funktionierte halt".

Nach dem Auszug der Eheleute Bühn erwarb Gustav Drescher, Sohn von August Drescher und seiner Ehefrau Karoline, geb. Scholz (s. Haus Nr. 47) das landwirtschaftliche Gut. Gemeinsam mit seiner aus Dittersbach städt. stammenden Ehefrau Minna, geb. Schiller, hatte er 2 Töchter, Margareta und Emma. Nach 1946 wohnte die Familie Drescher in Wallen, Kreis Meschede. Gustav Drescher starb 1959. Danach verbrachte seine Ehefrau ihren Lebensabend bei ihrer Tochter Margareta, bis sie im Jahr 1966 in Wolfsburg verstarb.

Haus Nr. 41  (Gerichtskretscham):

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1911            =       Rummler, Pauline - Gasthofbesitzerin; Wagner, Josef - Chauffeur
1925           =       Rummler, Pauline - Kretschambesitzerin; Gottstein, Albert - Postschaffner;
                            Drescher, Paul - Haushälter; Stankalla, Anna - Arbeiterin;
                            Stankalla, Hedwig - Arbeiterin
1938           =       Oley, Hermann - Gastwirt; Stankalla, Anna - Arbeiterin;
                            Stankalla, Hedwig - Arbeiterin

Ca. 1850 vermählte sich der Kretschambesitzer Johann Karl Scholz, Sohn des Bauern-gutsbesitzers Johann Gottlieb Scholz (s. Haus Nr. 16), mit der aus Alt-Weißbach stammenden Johanne Beate Geisler. Aus dieser Verbindung stammen, soweit bekannt, 4 Kinder:

  1. Karoline Scholz

       Sie heiratete August Drescher, Sohn des Landwirtes Gottlieb Benjamin Drescher (s. Haus
       Nr. 84). Sie bewirtschafteten den Bauernhof Nr. 47 in Haselbach. Während der Ehe wurden die
       beiden Kinder Gustav und Auguste geboren.
   2. Berta Scholz
       
Ebenso wie ihre ältere Schwester Karoline verliebte sie sich in einen Sohn des Landwirtes
       Gottlieb Benjamin Drescher, und zwar Gustav Drescher (s. Haus Nr. 84). Im Jahr 1885 beging
       sie im Haus ihrer Schwester Karoline Drescher Selbstmord.
    3. Ferdinand Scholz
        Er starb bereits im Juli 1887 in Friedland während der Heuernte. Verheiratet war er mit
        Eleonore Rilke, die aber auch kurze Zeit nach ihrem Ehemann verstarb. Aus dieser
        Verbindung stammt Sohn Richard. Dieser vermählte sich mit Bertha Bürgel,Tochter des
        Hausbesitzers Ernst Bürgel (s. Haus Nr. 80).
     4. Pauline Ernestine Scholz
         Pauline, meine Urgroßmutter, wurde am 14.11.1887 in der evangelischen Kirche in Haselbach
         mit Gustav Adolph Rummler getraut, Sohn des Bauerngutsbesitzers Johann Gottfried
         Rummler aus Reußendorf (s. dort Haus Nr. 13). Während der Ehe wurden 9 Kinder geboren,
         von denen allerdings nur fünf das Erwachsenenalter erreichten.
         Nach der Eheschließung übernahm meine Urgroßmutter von ihrem Vater den
         Gerichtskretscham und führte diesen gemeinsam mit ihrem Ehemann weiter. Die Kinder der
         Eheleute Rummler:
         4.1  Martha Rummler               (1888 - 1961 in Münster)
               Meine Großmutter Martha heiratete 1908 Max Stumpe aus Breslau. Nach der
               Eheschließung zog das junge Paar zunächst nach Breslau. Dort wurden die beiden Kinder
               geboren, Frieda (meine Mutter) und ein Sohn. Um 1913 kam die Familie Stumpe wieder
               nach Haselbach zurück und bewohnte hier eine Wohnung in den Hartehäusern (s. Haus
               Nr. 87). Nach dem Tod ihres Ehemannes - er fiel 1916 in Mazedonien - zog meine
               Großmutter mit den Kindern zunächst nach Schreibendorf, anschließend nach
               Landeshut, Pfuhlstraße Nr. 9.
               Martha hatte ihren ältesten Sohn Kurt Rummler (geb. 24.12.1906) mit in die Ehe gebracht.
               Er wuchs bei seiner Großmutter Pauline Rummler im Kretscham auf. Nach seiner Heirat
               mit Gertrud Renner, Tochter des Gasthofbesitzers Renner aus Dittersbach städt. (Gasthof
               "Zur Riesengebirgsbahn"), wohnte er mit seiner Ehefrau in deren Elternhaus. Nach 1946
               wohnten die Eheleute Kurt und Gertrud Rummler zunächst in Bremen-Vegesack, später in
               Lilienthal bei Bremen.
         4.2  Arthur Rummler                (geb. 1891, gef. im 1. Weltkrieg)
         4.3  Selma Rummler                  (1893 - 1959 in Meschede)
                Selma heiratete am 12.11.1912 Albert Gottstein aus Nieder-Schreiberhau. Nach der
                Eheschließung zog das junge Paar zur Mutter in den Gerichtskretscham. Sie wohnten dort
                gemeinsam mit ihren vier Kindern bis zur Fertigstellung ihres Hauses im Jahr 1925
                (s. Haus Nr. 130).
         4.4  Gertrud Rummler               (1902 - 1968 in Velmede)
                Gertrud vermählte sich am 27.04.1921 mit Karl Kretschmer, geboren in Breslau. Einige
                Jahre wohnte das Ehepaar in Haselbach (s. Haus Nr. 77). Ca. 1930 pachtete Karl
                Kretschmer in Pfaffendorf-Eventhal den Gasthof "Zur Linde" (s. dort Haus Nr. 123).
                Dort wurden auch die beiden Söhne Rudi und Jochen geboren.
         4.5  Klara Rummler                    (1904 - 1968 in Landshut/Bayern)
                Klara heiratete den Finanzobersekretär Max Heinrich und zog mit ihm nach Görlitz. Aus
                dieser Verbindung stammen die Söhne Horst und Uwe. Nach 1946 lebte die Familie
                zunächst in Deggendorf, später in Landshut. Der älteste Sohn Horst war bis zu seinem
               Tod als selbstständiger Zahnarzt in Regensburg tätig.

         Nach dem Tod ihres Ehemannes (1904) führte meine Urgroßmutter Pauline Rummler den
         Gerichtskretscham zunächst allein weiter. Eine große Hilfe war für sie Paul Drescher, der
         jüngste Sohn des Bauerngutsbesitzers Gottlieb Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 84). Bis zu
         seinem Tod, Ende 1920, war er als Haushälter im Kretscham tätig. Später wurde Pauline
         Rummler von ihrer zweitältesten Tochter Selma und deren Ehemann Albert Gottstein
         unterstützt, die nach ihrer Eheschließung im Kretscham bis zur Fertigstellung ihres Hauses
         wohnten. In der Zeit vom 01.10.1930 - 1935 waren die Eheleute Gottstein Pächter des
         Gerichtskretschams.

         Die Schwestern Anna und Hedwig Stankalla mit Tochter Käthe wohnten als Mieterinnen im
         Kretscham. Nach 1938 zogen sie aus und wohnten alsdann im Haus der Familie Engler
         (s. Haus Nr. 64). Anna Stankalla verstarb am 18.04.1966 in Hann.-Münden.

         Ab 1935 war das Ehepaar Hermann Oley und Frau Klara, geb. Schneider, Eigentümer des
         Gerichtskretschams. Das Ehepaar hatte 4 Kinder: Alfred, Ruth, Hans und Joachim. Nach 1946
         wohnte die Familie Oley in Neuenkirchen bei Rheine. Dort starb Hermann Oley am 08.07.1977.
         Seine Ehefrau Klara folgte ihm am 30.04.1979.


Der "Gerichtskretscham" um 1900

(vor dem Saalanbau)

Der "Gerichtskretscham"

(Karte wurde von Herrn Piotr Hejmej,

Leszczyniec - Haselbach - zur Verfügung gestellt).

Der Saalanbau

Der "Gerichtskretscham".

Der frühere "Gerichtskretscham" - heute (Aufnahme: 2016)

Kretschamwirtin Pauline Rummler mit ihrer ältesten Tochter Martha Stumpe, geb. Rummler.

Martha Stumpe, geb. Rummler,  mit ihren Kindern

(Aufnahme: 1921)

Von rechts: Gertrud Kretschmer, geb. Rummler und Klara Heinrich, geb. Rummler.


Hochzeit Selma Rummler und Albert Gottstein am 12.11.1912

1. Reihe: v. l. n. r.: Frau Bühn (Haus Nr. 40), Emma Drescher (Tochter des Gustav Drescher - Haus Nr. 40), Klara Rummler, Pauline Rummler (Kretschamwirtin), Frieda Bayer (Haus Nr. 42), Selma Gottstein, geb. Rummler, Albert Gottstein, Kurt Rummler (Sohn der Martha Stumpe, geb. Rummler), Gertrud Rummler, Anna Gottstein, Auguste Kühn, geb. Drescher (Haus Nr. 47), Anna Rummler, geb. Drescher (Haus Nr. 84).
2. Reihe: v. l. n. r.: Arthur Rummler, Hermine Krebs, geb. Gottstein, Wilhelm Bühn (Haus Nr. 40), Josef Gottstein, Pauline Gottstein, Johann Gottstein, Reinhold Kühn (Haus Nr. 47), Hermann Rummler (Haus Nr. 84).
3. Reihe: v. l. n. r.: Frl. Klar aus Breslau, Paul Drescher (Haus Nr. 84).

Haus Nr. 42:

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1911             =       Bayer, Hermann - Wirtschaftsgehilfe; Lorenz, Hermann - Stellenbesitzer
1925            =       Bayer, Hermann - Stellenbesitzer; Lorenz, Hermann - Auszügler
1938            =       Bayer, Hermann - Bauer; Lorenz, Hermann - Auszügler

Das Haus war im Besitz der Familie Lorenz. Hermann Lorenz und seine Ehefrau Christiane hatten 3 Kinder:

  1. Wilhelm Lorenz, er wohnte in Landeshut und war bei der Post beschäftigt.
  2. Heinrich Lorenz, lebte mit seiner Familie in Haselbach im Haus Nr. 75. Verheiratet war er mit Selma, geb. Berg.
  3. Emma Lorenz, heiratete Hermann Bayer aus Dittersbach städt. Aus dieser Verbindung stammen 3 Töchter:

       3.1  Frieda Bayer (1907 - 1984 in Bergisch-Gladbach)
             Sie heiratete den Landwirtssohn Fischer und lebte mit ihm in der Nähe von Lauban.
       3,2  Else Bayer (geb. 1911) blieb unverheiratet.
       3.3  Hildegard Bayer heiratete Heinrich Pänke aus Dittersbach städt. Das Ehepaar lebte nach
              1946 in Bad Salzuflen.

       Gemeinsam mit seiner Ehefrau Emma führte Hermann Bayer die Landwirtschaft der
       Schwiegereltern weiter. Kurz nacheinander verstarben die Eheleute Bayer in den Jahren 1938
        und 1939. Hermann Lorenz verstarb ca. 1942 in Haselbach.


Das Haus der Familie Bayer/Lorenz (rechts im Bild), im Hintergrund links: die ev. Schule, davor das Wohnhaus von Kantor Worbs.

Haus Nr. 43:

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1911           =      Büttner, Johann - Hausbesitzer
1925          =      Pichol, Fritz - Wirtschafter; Pichol, Ida - Handelsfrau
1938          =      Pichol, Fritz - Landwirt; Pichol, Ida - Butterhandlung

Hausbesitzer war zunächst Johann Büttner. Im Haus lebten auch seine beiden Kinder:

  1. August Büttner
  2. Ida Büttner, verh. Pichol

       Sie betrieb in Haselbach einen Butterhandel und belieferte u. a. auch den Gerichtskretscham.
       Ferner fuhr sie mit ihrem Sohn Fritz, der ein Fuhrunternehmen besaß, jeden Samstag mit dem
       Pferdefuhrwerk nach Landeshut, um auch dort Butter zu verkaufen. Fritz Pichol war mit Klara,
       geb.
Schneider, verheiratet, Tochter des Webmeisters Heinrich Schneider aus Pfaffendorf-
       Eventhal (s. dort Haus Nr. 135). Nach 1938 bewohnte Fritz Pichol mit seiner Familie das Haus
       Nr. 117. Während des 2. Weltkrieges wurde er sehr schwer verwundet und starb 1944 im
       Lazarett; beerdigt wurde er in Haselbach.
       Seine Ehefrau lebte nach 1946 in Gleidorf. Sie verstarb 1975. Aus ihrer Ehe mit Fritz Pichol hatte
       sie einen Sohn und zwei Töchter:
       2.1   Max Pichol wohnte später mit seiner Familie in München.
       2.2  Martha Pichol (15.12.1919 - 06.03.2006)
              Sie heiratete Alfred Beier (s. Haus Nr. 58).
       2.3  Frieda Pichol, verh. Schnieber
             
 Sie wohnte nach dem Krieg im Sauerland und starb am 11.02.2002.

Haus Nr. 44:

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1911            =        Kramer, Heinrich - Stellenbesitzer
1925           =        Kramer, Heinrich - Gemeindeschreiber; Schöbel, Emma - Handarbeitslehrerin
1938           =        Schöbel, Emma - Handarbeitslehrerin

Dieses Haus war früher im Besitz von Heinrich Kramer. Verheiratet war er mit Ernestine, geb. Drescher (s. Haus Nr. 84). Das Ehepaar hatte zwei Söhne:

  1. Alfred Kramer, er verstarb bereits sehr jung.
  2. Gerhard Kramer war in Berlin-Spandau verheiratet und als Beamter tätig.


Nach Ernestine Kramers Tod führte die Kriegerwitwe Emma Schöbel den Haushalt. Darüber hinaus war sie auch als Handarbeitslehrerin tätig. Sie hatte zwei Töchter. Nach dem Krieg wohnte sie in Wallen bei Meschede.

Haus Nr. 45:

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1911            =         Beier, Pauline - Hausbesitzerin
1925           =         Hoppe, Paul - Stellenbesitzer
1938           =         Hoppe, Paul - Landwirt

Die Mitglieder dieser Familie waren seit 200 Jahren für das Läuten der evangelischen Kirchenglocken zuständig. 1911 führte Pauline Beier - später verh. Hoppe - diese Aufgabe aus. Schon ihr Vater, Großvater und Urgroßvater nahmen dieses wichtige Amt wahr. Früher war der Glöckner zugleich erster Kirchendiener und Küster, so noch Christian Ehrenfried Beier. Später wurde dies geändert, dem Glöckner verblieb nur noch das Läuten. Seit dem 01.04.1892 war Ernst Beier zuständig. Geläutet wurde regelmäßig morgens um fünf Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 20 Uhr. Außerdem an den Sonn- und Feiertagen und zu besonderen Anlässen, z. B. Hochzeiten und Begräbnisse.

Nach Pauline Hoppes Tod (ca. 1926) übernahm ihr Ehemann Paul Hoppe diese Aufgabe. Er heiratete in 2. Ehe Hedwig Beer, Tochter des Hausbesitzers Ferdinand Beer aus Nieder-Haselbach (s. Haus Nr. 109). Sie brachte Tochter Marianne mit in die Ehe, die sich mit Alfred Drescher, Sohn des Richard Drescher (s. Haus Nr. 47), vermählte. Paul Hoppe starb 1951 in Schmallenberg im Sauerland, seine Ehefrau Hedwig folgte ihm im Jahr 1966.

Haus Nr. 46:

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1911            =         Neumann, Gustav - Fleischermeister
1925           =         Neumann, Gustav - Fleischermeister
1938           =         Neumann, Alfred - Fleischerei; Stephan, Adolf - Fleischer

Gustav Neumann war mit Anna, geb. Rücker, aus Krausendorf verheiratet. Ihre Mutter Jette Rücker entstammte der großen Drescher-Familie. Sie war eine Tochter des Ernst Drescher (s. Haus Nr. 56). Das Ehepaar hatte 3 Kinder:

  1. Frieda Neumann

       Sie heiratete Willi Fichtner, Sohn der Eheleute Gustav und Pauline Fichtner (s. Haus Nr. 117).
       Nach der Eheschließung zog das junge Ehepaar in das erworbene Haus Nr. 89. Zwei Kinder
       wurden geboren, Sohn Horst und Tochter Edith. Willi Fichtner starb bereits 1962 in
       Haan/Rheinland.
    2. Eine weitere Tochter, die mit ihrer Familie in Görlitz lebte.
        Nach 1946 wohnte Frau Anna Neumann, geb. Rücker, bei dieser Tochter und starb hier im
        Jahr 1958.
    3. Alfred Neumann
        Er übernahm die Fleischerei von seinem Vater Gustav. Verheiratet war er mit Minna, geb.
        Beyer
. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Siegfried und Hans-Joachim hervor.

        Als Alfred Neumann während des Krieges zum Wehrdienst eingezogen war, lieferte der
        Drescher-Fleischer aus Pfaffendorf (s. dort haus Nr. 84) die Fleischwaren aus. Elisabeth
        Bergmann aus Merzdorf war in dieser Zeit bei Alfred Neumann in Stellung. Jeden Mittwoch
        fuhr sie mit dem Handwagen nach Pfaffendorf, um beim Drescher-Fleischer das Kleinfleisch
        abzuholen. Im Winter benutzte sie für diese Wege den Schlitten.
        Nach 1946 wohnte die Familie Alfred Neumann in Pirmasens-Ruhbank.

Haus Nr. 46 - Familie Neumann.

Haus Nr. 47:

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1911          =        Drescher, Karoline - Restgutsbesitzerin
1925         =        Drescher, Karoline - Gutsbesitzerin; Drescher; Richard - Arbeiter;
                           Kühn, Reinhold - Wirtschafter
1938         =        Bettermann, Erwin - Bauer; Drescher, Richard - Waldarbeiter

Diese Landwirtschaft gehörte ursprünglich August Drescher, Sohn des Landwirtes Gottlieb Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 84). Er starb bereits in sehr jungen Jahren. Verheiratet war er mit Karoline, geb. Scholz, der ältesten Tochter des Kretschambesitzers Johann Karl Scholz (s. Haus Nr. 41). Aus dieser Verbindung stammen 2 Kinder:

  1. Gustav Drescher

       Er vermählte sich mit aus Dittersbach städt. und bewirtschaftete mit ihr
       gemeinsam das Bauerngut Nr. 40.
    2. Auguste Drescher
       
Sie heiratete Reinhold Kühn aus Dittersbach städt.
        Auguste Kühn, geb. Drescher, hatte 2 Kinder:
        2.1  Richard Drescher  (diesen Sohn brachte sie mit in die Ehe)
              Er war 2-mal verheiratet:
              1. Ehefrau: Emma, geb. Grallert aus Schreibendorf
                  Aus dieser Verbindung stammen 4 Kinder:
                  1. Elfriede Drescher
                 
2. Alfred Drescher, der Marianne Beer "Hoppe-Marianne" heiratete (s. Haus Nr. 45).
                  3. Margarete Drescher
                 
4. Anneliese Drescher, verh. Bekisch
                     
Sie erlernte bei dem Bäckermeister Hildebrand das Bäckerhandwerk.
               2. Ehefrau: Martha, geb. Springer, aus den Hartehäusern, Tochter von Pauline Springer
                   (s. Haus Nr. 87). Aus dieser Verbindung stammt Sohn Herbert Drescher.
                   
Martha Drescher, geb. Springer, starb im Frühjahr 1995 bei Meschede im Sauerland.

          2.2 Martha Kühn  (sie stammt aus der Ehe mit Reinhold Kühn)
                Martha heiratete Erwin Bettermann aus Schreibendorf. Diese Ehe war kinderlos. Am 
                06.01.1992 starb Martha Bettermann, geb. Kühn, in Duisburg.

Haus Nr. 47 - Familie Drescher/Bettermann

Haus Nr. 48:

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1911           =      Wiese, Friedrich - Schneidermeister
1925          =      Peisert, Karl - Bauunternehmer
1938          =      Boxleitner, Michael - Hausbesitzer

Eigentümer dieses Hauses war zunächst der Schneidermeister Friedrich Wiese. Wegen seines Alters und seines gutmütigen Wesens wurde er der "Wiese-Vatel" genannt. Er hatte eine Tochter, die in Berlin mit einem Zahnarzt verheiratet war.
Nach seinem Tod übernahm der aus Dittersbach städt. stammende Bauunternehmer Karl Peisert das Anwesen. Verheiratet war er seit 1922 mit Ida Drescher, Tochter des Restgutsbesitzers Julius Drescher (s. Haus Nr. 56), die jedoch bereits 1924 verstarb. Danach zog er nach Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 56) und erwarb dort die Mühle. In 2. Ehe vermählte er sich mit Adele Beck, Tochter des Gasthofbesitzers August Beck aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 110 - Hotel "Graf Moltke". Sein Bruder Wilhelm Peisert wohnte in Haselbach Haus Nr. 93.
Der folgende Eigentümer des Hauses war Michael Boxleitner, der aber auch Haselbach nach kurzer Zeit wieder verließ.

Nach 1938 übernahm Paul Weller das Haus. Vorher wohnte er mit seiner Familie im Haus Nr. 13. Mit seiner Ehefrau Anna, geb. Burghardt, hatte Paul Weller 9 Kinder: Erna, Kurt, Erich, Gertrud, Irene, Otto, Jute, Irmgard und Dorothea.
Die Geschwister Weller wohnten nach 1946 zunächst im Kreis Dessau. Erna Weller, verh. Köhnlein, zog später nach Schwedt an der Oder. Dort verstarb sie am 27.09.1991.

Haus Nr. 49:

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1911           =        Drescher, Julius - Hausbesitzer
1925          =        Kirchner, Ernst - Hausbesitzer
1938          =        Anders, Gustav - Arbeiter

Dieses Haus wurde von Gustav Anders bewohnt, Sohn des Landwirtes Friedrich Anders (s. Haus Nr. 118). Mit seiner Ehefrau Frieda, geb. Lahn, aus Liebau hatte er 3 Kinder:

  1. Kurt Anders

       Er war verheiratet mit Anneliese, geb. Theuerkauf, und wohnte nach 1946 mit seiner Familie
       in Oker-Goslar. Verstorben ist er dort am 01.07.1999 im Alter von 76 Jahren.
    2. Ella Anders, verh. Harbecke wohnte mit ihrer Familie in Hallenberg.
    3. Bernhard Anders lebt ebenso wie seine Schwester mit seiner Familie in Hallenberg.

Gustav Anders starb 1944 in Haselbach, seine Ehefrau Frieda im jahr 1980 in Hallenberg.

Haus Nr. 50:

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1911          =       Hübner, Auguste - Auszüglerin; Krebs, Auguste - Fabrikarbeiterin;
                          Krebs, August - Fabrikarbeiter; Pohl, Karoline - Restgutsbesitzerin;
                          Sagasser, Bernhard - Betriebsleiter; Wagner, Gustav - Fabrikarbeiter
1925         =       Bürgel, Wilhelm - Arbeiter; Mentner, Paul - Arbeiter;
                          Sagasser, Bernhard - Betriebsleiter; Sagasser, Otto - Buchhalter
1938         =       Sagasser, Bernhard - Landwirt; Bürgel, Erich - Eisendreher;
                          Bürgel, Wilhelm - Klempner; Krebs, Albert - Gärtner;
                          Schoedon, Volkmar - Buchhalter

Diese Landwirtschaft gehörte bereits um 1868 einer Familie Pohl. Nach dem Tod ihres Ehe-mannes heiratete Christiane Karoline Pohl, geb. Lorenz, den bereits 2-mal verwitweten Gottlieb Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 84). Aus ihrer 1. Ehe brachte Christiane Karoline die Tochter Pauline Pohl mit in die Ehe.
Aus der Verbindung mit Gottlieb Benjamin Drescher stammen 7 Kinder. Die älteste Tochter Anna wurde am 19.02.1869 geboren. Im Alter von 16 Jahren zog Anna Drescher zu den Verwandten ihrer Mutter aus deren 1. Ehe in dieses Haus Nr. 50. Hier wohnte bereits auch ihre Halbschwester Pauline Pohl.
Nach ihrer Eheschließung mit Hermann Rummler, Sohn des Bauerngutsbesitzers Johann Gottfried Rummler aus Reußendorf (s. dort Haus Nr. 13), bewirtschaftete Anna Rummler, geb. Drescher, zunächst gemeinsam mit ihrem Ehemann diesen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb. Ihre Halbschwester Pauline war zwischenzeitlich im Alter von 20 Jahren verstorben. Hier wurde 1894 auch der erste Sohn der Eheleute Rummler geboren, Gustav Rummler. Nach 1897 erwarben sie in Reußendorf Nr. 46 eine Landwirtschaft und zogen in Hermann Rummlers Heimatort.

Sie verkauften dieses Haus Nr. 50 an Wilhelm Pohl, verheiratet mit Karoline, geb. Drescher, Tochter des Großgärtners Traugott Drescher (s. Haus Nr. 111). Nachdem das alte Haus durch ein Feuer vernichtet wurde, entstand ein Neubau an anderer Stelle. Dieses Haus hat den Krieg überstanden und ist auf dem nachstehenden Foto abgebildet.
Die Eheleute Pohl hatten mehrere Kinder, bekannt sind aber nur die Töchter Bertha und Emilie:

  1. Bertha Pohl

       Sie vermählte sich mit Bernhard Sagasser. Er war als Betriebsleiter in der Filiale Haselbach
       der Firma Gebr. Pohl (Schmiedeberg) tätig. Darüber hinaus übte er in Haselbach 16 Jahre lang
       das Amt eines Schiedsmannes aus und war zudem auch Raiffeisen-Rechner. Das Ehepaar
       hatte keine Kinder. Nach dem Tod der Karoline Pohl übernahmen sie die Landwirtschaft. Seit
       1946 wohnte das Ehepaar Sagasser in Gevelinghausen, Kreis Meschede. Dort starb Bertha
       Sagasser im Jahr 1961. Ihr Ehemann verstarb im Mai 1963.
    2. Emilie Pohl heiratete einen Friseur und zog mit ihrem Ehemann nach Berlin. Das Ehepaar
        hatte eine Tochter.

Als Mieter wohnten in diesem Haus u. a. Volkmar Schoedon mit Ehefrau Bertha und den Töchtern Margot und Ingeburg. Nach 1946 wohnte die Familie Schoedon in Neuenkirchen bei Rheine. Dort starb Herr Schoedon im Juli 1960.
Weitere Bewohner waren: Wilhelm Bürgel mit Ehefrau Frieda, geb. Fabig sowie Sohn Erich. Wilhelm Bürgel war in Haselbach viele Jahre als Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr tätig. Nach dem Krieg lebte er mit seiner Ehefrau in Scheeßel.
Auch Albert Krebs und Ehefrau Hedwig, geb. Lattuschek, Tochter des Josef Lattuschek (s. Haus Nr. 2) gehörten zu den Mitbewohnern des Hauses.


Haus Nr. 50 - Eheleute Sagasser

Haus Nr. 51:

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1911            =         Lamer, Wenzel - Schuhmachermeister
1925           =         Lamer, Wenzel - Schuhmachermeister
1938           =         Lamer, Hermann - Schuhmachermeister; Lamer, Wenzel - Invalide

Dieses Haus war im Besitz der Familie Lamer. Ebenso wie sein Vater erlernte Hermann Lamer das Schuhmacherhandwerk und er übernahm später den Betrieb. Nach dem Krieg wurde die Familie in St. Arnold bei Rheine ansässig. Dort starb Wenzel Lamer am 30.01.1953.
Sein Sohn Hermann war mit Hedwig, geb. Klaß, verheiratet. Aus dieser Verbindung stammt Tochter Luzia. Bereits 1954 starb Hedwig Lamer. Ihr Ehemann Hermann verstarb am 04.06.1984.

Haus Nr. 52:

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1911           =       Hermann, Richard - Kohlenhändler
                 In den Adressbüchern 1925 und 1938 erscheint diese Haus-Nr. nicht mehr.

Haus Nr. 53:

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1911            =        Kühnert, Kurt Dr. med. - Arzt
1925           =        Kühnert, Gertrud - Hausbesitzerin; Hache, Martha - Pastorswitwe;
                             Speth, Elisabeth - Arztwitwe; Lehmann, August - Eisenbahn-Sekretär a. D.
1938           =        Kühnert, Gertrud - Hausbesitzerin; Hache Martha - Pastorswitwe;
                             Speth, Elisabeth - Arztwitwe

Besitzer dieses Hauses war der Arzt Dr. med. Kühnert, verheiratet mit Gertrud, geb. Hache. Viele Jahre praktizierte er in Haselbach und versorgte auch die Bewohner der Nachbardörfer. Seine Witwe bewohnte dieses Haus nach seinem Tod gemeinsam mit ihren Schwestern Martha Hache und Elisabeth Speth, geb. Hache.
Nach 1946 lebten Martha Hache und Gertrud Kühnert in Leipzig. Dort starb Martha Hache 1953 und Gertrud Kühnert im Jahr 1960. Elisabeth Speth, geb. Hache, lebte in Wiesbaden und starb dort 1966.

Haus Nr. 54:

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1911           =      Franz, Hermann - Schneidermeister
1925          =      Mann, Berthold - Schuhmacher
1938          =      Eckert, Heinrich - Arbeiter; Just, Anne - Verkäuferin; Vielhauer, Auguste - Invalidin

Dieses Haus gehörte den Schwestern Martha Hache und Elisabeth Speth, geb. Hache, die gemeinsam mit ihrer verwitweten Schwester Gertrud Kühnert im Nachbarhaus wohnten.
Vermietet war dieses Haus zunächst an:

  1. Schneidermeister Hermann Franz

       Er war ein Spross der großen Franz-Familie aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 90). Der
       Schneiderberuf lag der Familie Franz im Blut. Bereits Hermanns Großvater Ernst war
       Schneidermeister in Schreibendorf. Sein Vater Paul Franz übte diesen Beruf in Pfaffendorf aus.
       Hermann ging nach Haselbach, gründete eine Familie und setzte hier die Familientradition fort.
       Die Liebe zu diesem Beruf gab er an seinen Enkel Alfred weiter, Sohn seiner Tochter Ida.
       Diese heiratete später einen Herrn Friebe und zog mit ihrem Ehemann nach Rudelstadt. Alfred
       Franz
heiratete Hedwig Heschke. Vorübergehend wohnte er mit seiner Ehefrau und den
       Kindern Manfred, Albrecht und Christa im Haus Nr. 66, später zogen sie in das Haus Nr. 86 und
       blieben dort bis zur Vertreibung. Alle Haselbacher kannten ihn unter dem Beinamen "Franz-
       Schneider"
.

    2. Nachfolgemieter war der Schuhmacher Berthold Mann.
        Soweit bekannt, hatten die Eheleute Mann eine Tochter Erna. Die Familie Mann wohnte später
        im Oberdorf, Haus Nr. 3.

    3. Anschließend wurde das Haus bis zur Vertreibung von der Familie Eckert bewohnt. Heinrich
        Eckert, Sohn der Auguste Eckert (s. Haus Nr. 97), war mit Martha, geb. Guder, verheiratet. Aus
        dieser Verbindung stammen vier Kinder:

        1.  Herbert Eckert                    (1921 - 2002 in Düsseldorf)
        2.  Gustav Eckert, er ist im 2. Weltkrieg gefallen.
        3.  Kurt Eckert, auch er fiel im 2. Weltkrieg.
        4.  Liesbeth Eckert, verh. Wolf
 
    Die Eheleute Eckert lebten seit 1946 in Calle im Sauerland. Dort verstarb Heinrich Eckert am 
      10.11.1967, seine Ehefrau am 13.10.1981 in Eslohe-Frielinghausen.

Haus Nr. 55:

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1911            =       Albert, Oswald - Invalide; Friebe, August - Fabrikarbeiter;
                            Keller, Paul - Fabrikarbeiter; Rautenstrauch, Franz - Invalide
1925           =       Koschny, Johann - Hausbesitzer
1938           =       Koschny, Selma - Hutmachergeschäft

Dieses Haus erwarben 1891 die Eheleute Heinrich Finger und Rosine Ernestine, geb. Pohl, nachdem ihr Sohn Ernst Wilhelm das Bauerngut Nr. 34 an Friedrich Pohl verkauft hatte. Gemeinsam mit ihrer unverheirateten Tochter Pauline wohnten sie in diesem Haus bis zu ihrem Tod. Danach zog Tochter Pauline zu ihrem Cousin Julius Drescher in das Haus Nr. 56. Dort starb sie im Jahr 1914.

Das Haus wurde an Johann Koschny verkauft, der bereits vor 1936 verstarb. Soweit bekannt, hatten die Eheleute Johann und Selma Koschny zwei Töchter, die mit ihren Familien in Breslau lebten. Dort besaßen sie ein Hutmachergeschäft. Nach dem Tod ihres Ehemannes eröffnete Selma Koschny in ihrem Haus in Haselbach ebenfalls ein kleines Hutgeschäft und verkaufte hier die Hüte, die im Geschäft ihrer Töchter in Breslau hergestellt wurden. Frau Koschny verstarb noch in Haselbach.

Haus Nr. 56:

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1911           =        Drescher, Julius - Restgutsbesitzer; Vielhauer, Wilhelm - Schuhmachermeister
1925          =        Drescher, Julius - Gutsbesitzer
1938          =        Drescher, Wilhelm - Bauer

Dies ist das Stammhaus der großen Drescher-Familie. Es gehörte bereits Mitte 1750 dem Spitzenahn der Drescher-Familie, Johann Gottlieb Drescher und seiner Ehefrau Anne Rosine, geb. Seydeln. In diesem Haus wurde am 30.04.1789 Christian Benjamin Drescher geboren. Neben diesem Sohn hatte das Ehepaar Drescher auch noch zwei Töchter. Eine Tochter heiratete den Scholz-Bauern aus Ober-Haselbach (s. Haus Nr. 16), die andere Tochter war mit dem Kluge-Bauern aus Pfaffendorf verheiratet. Das Ehepaar Kluge zog später nach Petzelsdorf.

Christian Benjamin Drescher, der 25 Jahre das Amt des Gemeindevorstehers ausübte, war 2-mal verheiratet. Die 1. Eheschließung erfolgte am 01.11.1814. Seine 1. Ehefrau hieß Eleonore Helene Beate, geb. Mende, und war die Tochter des Samuel Gottlob Mende und dessen Ehefrau Anna Rosina, geb. Weist, aus Nieder-Haselbach. Nach dem Tod seiner 1. Ehefrau, am 05.11.1827, heiratete er in 2. Ehe eine geb. Beer aus Alt-Weißbach. Aus diesen beiden Ehen hatte Christian Benjamin Drescher acht Kinder, sieben Söhne und eine Tochter.

Nach seinem Tod (etwa 1850) wurde das gesamt Gut, ca. 140 Morgen, in neun Teile aufgeteilt. Acht Kinder erbten je 9 Morgen Feld und Wiese und 7 Morgen Wald. Den 9. Teil erbte Christian Benjamin Dreschers Witwe. Über jeder Familie stand das Leitwort "Bete und arbeite".

1.  Ernst Drescher   (Sohn aus der 1. Ehe)
    Mit seiner aus Ober-Leppersdorf stammenden Ehefrau hatte er 4 Kinder:
    1.1  August Drescher
         Er heiratete Juliane Frommhold aus Michelsdorf und bewirtschaftete mit ihr gemeinsam das
         oberste Gut in Ober-Haselbach (s. Haus Nr. 11).
   1.2  Jette Drescher
         
Sie vermählte sich mit dem Landwirt Rücker aus Krausendorf. Aus dieser Ehe stammt eine
         Tochter, die später den Fleischermeister Gustav Neumann aus Haselbach heiratete (s. Haus
         Nr. 46).
   1.3  Ernestine Drescher
         
Ernestine heiratete den Schubert-Bauern aus Haselbach (s. Haus Nr. 33).
   1.4  Christiane Drescher
         
Die 3. Tochter des Ernst Drescher heiratete den Landwirt Rüffer aus Wernersdorf. Aus dieser
          Verbindung gingen 5 Kinder hervor. Sohn Paul vermählte sich mit seiner Cousine Berta
          Drescher aus Ober-Haselbach (s. Haus Nr. 11).
    Nach dem Tod seiner 1. Ehefrau heiratete Ernst Drescher in 2. Ehe eine Sagasser-Tochter aus
    Johnsdorf. Mit seiner 2. Ehefrau hatte er noch einen Sohn, Karl Drescher. Das Eheglück war
    aber nicht von langer Dauer, da Ernst Drescher bereits im Alter von 47 Jahren starb. Seine
    Witwe heiratete den Schmied Flege. Seit diesem Zeitpunkt wurde ihr Sohn Karl nach seinem
    Stiefvater im Volksmund "Flegel-Karl" genannt. Auch er wurde später Schmied und heiratete
    eine Tochter des Bauern Kluge aus Dittersbach städt. Beschäftigt war er am Bahnhof in
    Schmiedeberg.

2.  August Drescher    (Sohn aus der 1. Ehe)
     August heiratete eine Bauerntochter aus Alt-Weißbach und wohnte mit seiner Familie in
     Haselbach, Haus Nr. 79.

 
3.  Gottlieb Benjamin Drescher      (Sohn aus der 1. Ehe)
      Er wohnte mit seiner großen Familie in Haselbach, Haus Nr. 84.

  4.  Karl Drescher       (Sohn aus der 1. Ehe)
       Mit seiner Ehefrau, deren Name nicht bekannt ist, hatte er 5 Kinder:
       4.1  Ferdinand Drescher
             
Ferdinand übte den Beruf des Bergmanns aus und war auf der Grube Bergfreiheit in
              Schmiedeberg beschäftigt. Aus der Verbindung mit Auguste, geb. Rüffer, aus Johnsdorf
              gingen 2 Söhne hervor. Die Familie wohnte in Haselbach, Haus Nr. 71.
       
4.2  Julius Drescher                         und sein Bruder
        4.3  Heinrich Drescher  waren als Bergleute im Waldenburger Kohlerevier tätig.
        4.4  Pauline Drescher
           
    Sie heiratete den Bergmann Fritz Rose. Nach einigen Jahren Ehe starb sie jedoch.
         4.5  Bertha Drescher
               
Nach dem Tod ihrer Schwester Pauline heiratete Bertha ihren verwitweten Schwager                      Fritz Rose. Aber auch sie starb nach kurzer Ehe.

    5.  Traugott Drescher       (Sohn aus der 1. Ehe)
          Nach dem Tod seiner Mutter, am 05.11.1827, kam der kleine Traugott zu seinen Pflegeeltern,
          dem Ehepaar Lösche in Hohenwaldau. Vermutlich handelte es sich um Verwandte seiner
          verstorbenen Mutter. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugendzeit. Er vermählte sich
          Johanna Kintzel, die ihm acht Kinder schenkte. Alle Kinder wurden Hohenwaldau geboren.
          Um 1880 zog die Familie Traugott Drescher nach Nieder-Haselbach. Dort hatte Traugott
          Drescher die Großgärtnerei Nr. 111 erworben.

     6.  Wilhelm Drescher          (Sohn aus der 2. Ehe)
          Als ältester Sohn aus der 2. Ehe erbte er das Restgut, ca. 76 Morgen (Haus Nr. 56). 1859
          wurde Wilhelm Drescher in der evangelischen Kirche in Haselbach mit Emilie Pohl getraut,
          Tochter des Bauerngutsbesitzers Gottlob Pohl aus Ober-Haselbach (s. Haus Nr. 34). In dieser
          Ehe wurden 7 Kinder geboren:
          6.1   Pauline Drescher, sie starb bereits mit 3 1/2 Jahren.
          6.2   Berta Drescher
                 
  Berta heiratete den Bauerngutsbesitzer August Menzel aus Pfaffendorf (s. dort Haus
                   Nr. 2). Aus dieser Verbindung ging Sohn Albert hervor.
           6.3   Heinrich Drescher, dieser Sohn verstarb bereits am 05.08.1888.
           6.4   Pauline Drescher
                   
Pauline erheiltden Namen ihrer früh verstorbenen Schwester, aber auch sie verstarb
                    bereits am 19.01.1886.
            6.5   Anna Drescher heiratete den Landwirt Friedrich Drescher aus Nieder-Haselbach
                    (s. Haus Nr. 111).
            6.6   Julius Drescher
                   
Julius übernahm das Restgut seines Vaters Wilhelm Drescher. Der Drescher-Hof besaß
                    mehrere Pferde und auch eine schöne Kutsche. Julius Drescher wurde daher oft
                    gebeten, bei einer Hochzeit die Braut oder die Brauteltern zur Kirche zu fahren. Zu
                    diesem Anlass wurden die Pferde fleißig gestriegelt und die Kutsche geputzt und
                    poliert. An den Halftern der Pferde wurden ein paar zierliche Blumenbukette befestigt
                    und auch am oberen Ende des Peitschenstiels wurde ein kleines Blumenbukett
                    angebracht. Julius Drescher zog seinen Gehrock an und setzte den Zylinder auf und
                    fuhr mit seiner Kutsche bis vor das Hochzeitshaus, um die Braut oder Brauteltern
                    abzuholen und bis vor das Kirchenportal zu fahren. Wenn er die Ehre hatte, die Braut zu
                    fahren, wurde an der Peitsche eine weiße Schleife befestigt.
                    Er war mit Marie Vielhauer, Tochter des Landwirts und Schuhmachermeisters Wilhelm
                    Vielhauer aus Dittersbach städt. verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor:
                    6.6.1  Ida Drescher
                             
Sie heiratete 1922 den Zimmermann und Bauunternehmer Karl Peisert aus
                              Dittersbach städt. (s. Haus Nr. 48). Nach kurzer Ehe verstarb sie bereits im
                              Jahr 1924.
                    6.6.2  Wilhelm Drescher
                               
Wilhelm erbte das Restgut seines Vaters und heiratete Martha Ulber aus
                               Schreibendorf. Sie starb bei der Geburt ihrer Tochter Gertrud, die sich nach
                               1946 mit Alfred Menzel vermählte, Sohn des Bauerngutsbesitzers Albert Menzel
                               aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 2).
                               In 2. Ehe war Wilhelm Drescher mit der Gutsbesitzer-Tochter Frieda, geb.
                                Rüffer
, aus Schreibendorf verheiratet. Aus dieser Verbindung stammen Tochter
                               Hildegard und Sohn Reinhard.
                               Wilhelm und Frieda Drescher wohnten nach 1946 zunächst in Gleidorf, später in
                               Heidenrod. Dort starb Wilhelm Drescher am 17.02.1968, seine Ehefrau am
                               11.09.1999.
                     6.6.3   Emma Drescher           (1906 - 1974)
                                Sie heiratete den verwitweten Gustav Schremmer aus Gaablau, Sohn aus der
                                1. Ehe des Karl Schremmer und dessen Ehefrau, geb. Scharf. In 2. Ehe war
                                Gustavs Vater Karl mit Anna Röhricht aus Reußendorf verheiratet (s. dort
                                Haus Nr. 34).
                      6.6.4  Gustav Drescher
                                 
Gustav, der jüngste Sohn der Eheleute Wilhelm und Emilie Drescher, zog nach
                                 seiner Militärdienstzeit nach Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 81).

        7.  Henriette Drescher                   (Tochter aus der 2. Ehe)
             Die einzige Tochter von Christian Benjamin Drescher heiratete den Bauernsohn Gottlieb
             Hübner aus Pfaffendorf
. Sie erwarben in Nieder-Haselbach Nr. 116 eine Großgärtner-
             stelle, die später Besitz der Ziegelei Bittner wurde.

        8.  Ferdinand Drescher                  (Sohn aus der 2. Ehe)
             Christian Benjamin Dreschers jüngster Sohn beendete 1856 seine Militärdienstzeit und starb
             kurze Zeit später in Haselbach. Er war ledig.

Haus Nr. 56 - Familie Wilhelm Drescher

Haus Nr. 58:

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1911           =       Beier, August - Großgärtner
1925          =       Beier, Gustav - Großgärtner
1938          =       Beier, Gustav - Bauer

Nach dem Tod seines Vaters August übernahm Gustav Beier den landwirtschaftlichen Betrieb. Verheiratet war er mit Selma, geb. Schäl, aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 114), Tochter des Landwirtes Schäl. Das Ehepaar hatte 2 Kinder:

  1. Alfred Beier, er vermählte sich mit Martha, geb. Pichol (s. Haus Nr. 43).

       Nach dem Krieg wohnten sowohl die Eheleute Gustav und Selma Beier als auch Sohn Alfred
       mit seiner Familie in Stümpen, Bezirk Köln. Dort starb Gustav Beier am 08.10.1962. Seine
       Ehefrau Selma folgte ihm am 26.07.1968. Sohn Alfred starb am 29.04.1987.
    2. Elisabeth Beier, verh. Bieder
       
Sie wohnte nach 1946 mit ihrer Familie in Siegen. Dort starb sie 2005.

Haus Nr. 59:

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1911          =       Wolf, Eduard - Hausbesitzer
1925         =       Wolf, Eduard - Hausbesitzer; Dworek, Adolf - Bergmann
1938         =       Wolf, Alfred - Schlosser; Wolf, Eduard - Tischler; Stephan, Hedwig - Rentnerin

Besitzer dieses Hauses waren Eduard Wolf und seine Ehefrau Bertha, geb. Jentsch, aus Landeshut. Sie bewohnten es gemeinsam mit ihren Kindern:

  1. Alfred Wolf, verh. mit Hedwig, geb. Weist. Aus dieser Verbindung stammen Sohn Günther und Tochter Ilse.
  2. Frieda Wolf, verh. mit dem Bergmann Adolf Dworek.
  3. Erich Wolf wohnte mit seiner Ehefrau Anna aus Jannowitz im Haus Nr. 64 (Engler-Haus).


Eduard Wolf starb am 07.03.1951 in Felbeke. Seine Ehefrau Bertha war bereits am 10.04.1948 in Meschede verstorben.

Weitere Bewohner waren die verwitwete Hedwig Stephan, geb. Melchior (s. Haus Nr. 39) mit ihren Kindern: Kurt, Max, Fritz, Adolf, Klara und Frieda. Nach dem Krieg wohnten Fritz und Adolf Stephan in Ochtrup.

Haus Nr. 60:

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1911             =        Kluge, Ferdinand - Großgärtner
1925            =        Kluge, Emma - Großgärtnerin
1938            =        Kluge, Richard - Bauer

Dieses Haus gehörte dem Großgärtner und Mühlenbauer Ferdinand Kluge. Er wurde 1867 in Hohenwaldau geboren. Im Jahr 1891 heiratete er die am 05.08.1865 in Schreibendorf geborene Emma Hoffmann. Das Ehepaar hatte 2 Kinder:

  1. Richard Kluge                 (geb. 26.12.1904)

       Er war mit Frieda, geb. Scholz, verheiratet, Tochter des Bauerngutsbesitzers Heinrich Scholz
       (s. haus Nr. 16). Aus dieser Verbindung stammt Tochter Marlies. Richard Kluge ist im 
       2. Weltkrieg gefallen. Frieda Kluge starb am 23.03.1994 in Lüdenscheid.
    2. Martha Kluge, verh. Preisler
        Sie lebte nach der Eheschließung mit ihrer Familie in Schreibendorf. Helmut, der im November
        1919 geborene Sohn des Ehepaares, ist am 05.03.1943 in Russland gefallen. Nach 1946 lebten
        die Eheleute in Bahrenborstel. 

Ferdinand Kluge starb im Jahr 1917, seine Ehefrau Emma 1937. 
Ferdinand Kluges Bruder Wilhelm lebte ebenfalls in Haselbach, und zwar im Haus Nr. 38. Dessen Sohn Adolf führte das Kolonialwaren- und Futtermittelgeschäft (s. Haus Nr. 63).          

Haus Nr. 61:

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1911            =       Herbst, Hermann - Massemüller
                            Nach 1911 wohnte Hermann Herbst im Haus Nr. 62.
1925           =       Sezesny, Otto - Schlosser
                            Nach 1925 verließ Otto Sezesny mit seiner Ehefrau und den beiden Söhnen
                            Haselbach.
1938           =       Fichtner, Gustav - Arbeiter; Fiebig, Gustav - Arbeiter.

Es handelte sich um 2 Häuser, die nur durch eine Mauer getrennt waren, allerdings eine gemeinsame Hausnummer hatten.
Besitzer des 1. Hauses:
Gustav Fiebig
und Frau Anna geb. Krause
Frau Fiebig stammte aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 46). Sie war die Tochter aus der 1. Ehe der Pauline Meier, verw. Krause, geb. Thamm.
Das Ehepaar Fiebig hatte 8 Kinder: Fredel, Gustav, Erich, Herbert, Gertrud, Gerhard, Irmgard und Kurt. Irmgard und Kurt Fiebig waren zunächst in Haselbach verblieben und wohnten nach 1946 im Haus Nr. 64. Später lebte Irmgard Fiebig, verh. Winkler in Burgkemnitz. Kurt Fiebig lebte später in Wolfen bei Wolfenbüttel. Er starb dort am 03.10.2001.

Besitzer des 2. Hauses:
Gustav Fichtner
Sein Elternhaus
stand in Nieder-Haselbach, Nr. 117. Er war der Sohn von Pauline und Gustav Fichtner. Mit seiner Ehefrau Emma, geb. Kahl hatte er fünf Kinder:

  1. Helmut Fichtner, er wird seit dem 2. Weltkrieg vermisst.
  2. Kurt Fichtner, lebte nach 1946 in Oldenburg.
  3. Willi Fichtner ist im Oktober 1998 verstorben.
  4. Helene Fichtner, verh. Wonneberger, lebt in Altenburg/Thüringen.
  5. Gertrud Fichtner, verh. Gierth

Haus Nr. 62:

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1911          =       Herbst, Christian - Totengräber
1925         =       Herbst, Hermann - Massemüller
1938         =       Herbst, Herbert - Kaufmann; Herbst, Hermann - Friedhofsverwalter

Dieses Haus war seit Generationen im Besitz der Familie Herbst. Christian Herbst, geboren am 17.01.1839 in Nieder-Schreibendorf, vermählte sich 1877 mit der am 10.03.1842 in Pfaffendorf geborenen Christiane Juliane Raupach. Er zog mit seiner Ehefrau nach Haselbach und war als Totengräber tätig. Sein Neffe Hermann Herbst war Bahnarbeiter und wohnte mit seiner Familie seit ca. 1925 in der Brauerei in Pfaffendorf.

Die Eheleute Christian und Christiane Herbst hatten 5 Kinder:

  1. Wilhelm Herbst, er ist während des 1. Weltkrieges gefallen.

        Mit seiner Ehefrau Bertha und den beiden Söhnen Richard und Erich lebte er in Dittersbach
        städt. Nach 1925 zog Bertha Herbst mit ihrem Sohn Erich nach Haselbach in das Haus Nr. 92.
        Sohn Richard blieb in Dittersbach städt. Beide Söhne waren als Bergmann tätig.
     2. Heinrich Herbst, er wohnte in Schmiedeberg.
     3. Bertha Herbst, sie lebte in Breslau.
     4. Emma Herbst, wohnte zunächst in Landeshut, später in Hirschberg.
     5. Hermann Herbst
         
Im Jahr 1885 wurde er in Haselbach geboren. Ebenso wie sein Vater fand auch Hermann
         Herbst sein Liebesglück in Pfaffendorf. Mit seiner jungen Ehefrau Ida, geb. Badermann (geb.
         1887), Tochter des Wilhelm Badermann aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 66), gründete er in
         Haselbach eine Familie. Zunächst war er als Massemüller tätig, später übernahm er von
         seinem Vater das Amt des Friedhofsverwalters.

         Alle Haselbacher können sich noch gut an ihre Zeitungs-Herbsten erinnern, wie sie flink wie
         ein Wiesel von Haus zu Haus eilte, um jedem die Zeitung zu bringen. Nebenbei half sie ihrem
         Ehemann bei der Pflege der Gräber auf dem Friedhof. Hermann Herbst übte ja nicht nur das
         Amt des Friedhofsverwalters aus, er war darüber hinaus auch Küster der evangelischen
         Kirche. Das Ehepaar Herbst hatte 4 Kinder: Herbert, Martin, Irmgard und Margarete:
         5.1  Herbert Herbst
               
Er wohnte mit seiner Ehefrau Lina, geb. Kaspar aus Rothenzechau und den Kindern
                Manfred und Christa nach 1946 in Görlitz. Dort starb er bereits am 26.04.1966. Sein Sohn
                Manfred (von Beruf Arzt) folgte ihm aufgrund eines Unglücksfalles nur drei Jahre später
                im Alter von 26 Jahren.
          5.2 Margarete Herbst, verh. Stanetzek
                Sie wohnte mit ihren Familie in Deggendorf in Niederbayern.
           5.3 Irmgard Herbst, verh. Greger
             
   Sie wohnte mit ihrer Familie in München, dort verstarb sie 1990.
           5.4 Martin Herbst
                  Er war mit Ella, geb. Kaspar aus Rothenzechau verheiratet. Seit der Eheschließung im
                  Jahr 1942 lebte das junge Ehepaar in Rothenzechau. Martin Herbst ist am 7. April 1944 in
                  Treviso (Italien) gefallen.

           Die Brüder Herbert und Martin hatten Schwestern geheiratet.

           Nach 1946 wohnte das Ehepaar Herbst in Deggendorf in Niederbayern. Dort starb Hermann
           Herbst am 14.04.1959. Seine Ehefrau Ida folgte ihm am 26.08.1961.

Das Ehepaar Herbst mit Kindern.

Haus Nr. 63:

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1911           =       Jacob, Reinhard - Kaufmann; Karbe, Bernhard - Haubesitzer;
                           Lehmgrübner, Paul - Fabrikarbeiter
1925          =       Jakob, Reinhard - Kaufmann; Kraner, Otto Dr. med. - Arzt
1938          =       Kluge, Adolf - Kaufmann - Kolonialwaren- u. Futtermittelgeschäft

Dieses Haus hatte die freie evangelische Gemeinde 1850 für ihren Prediger errichtet. Nach der Auflösung der Gemeinde wurde es von Bernhard Karbe erworben. Reinhard Jakob mietete die Räume und führte hier ein kleines Lebensmittelgeschäft.
Auguste Karbe, die Tochter des Hausbesitzers, vermählte sich mit Adolf Kluge (s. Haus Nr. 38). Dieser hatte bis zu seiner Eheschließung in seinem Elternhaus ein Kolonialwarengeschäft geführt. Nunmehr eröffnete er dieses Geschäft im Elternhaus seiner Ehefrau und erweiterte es um ein Futtermittel- und Düngemittelgeschäft. Ferner betrieb er noch einen Kohlenhandel.

Der gemeinsame Sohn Kurt sollte eines Tages das Geschäft übernehmen. Aber die Vertreibung machte diese Pläne zunichte. Adolf Kluge verstarb noch in Haselbach. Seine Ehefrau wohnte nach dem Krieg in Rehden, Kreis Diepholz. Dort starb sie am 31.08.1971.
Sohn Kurt war mit Marianne, geb. Brückner verheiratet. Das Ehepaar hat eine Tochter. Kurt Kluge wohnte nach 1938 mit seiner Familie im Haus Nr. 106. Er starb am 01.12.1984.

Bis zur Fertigstellung seines Hauses (Nr. 131) wohnte auch Herr Dr. med. Kraner mit seiner Familie in diesem Haus.

Haus Nr. 63 - Warenhandlung Adolf Kluge

V. l. n. r.: Frau Pastor Schmidt, Kantor Worbs 

und Kaufmann Adolf Kluge

Haus Nr. 64:

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1911            =     Drescher, Karl - Maurer; Engler, Anna - Handelsfrau;
                          Franz, Bernhard - Fabrikarbeiter; Reimann, Oswald - Fabrikarbeiter;
                          Ruf, Franz - Bergmann; Stephan, Wilhelm - Fabrikarbeiter
                          Laut Landeshuter Stadtblatt des Monats Juli 1916 starb der Landsturmmann
                          Oswald Reimann in Russland im Alter von 38 Jahren den Heldentod.
                          Karl Drescher erwarb nach 1911 das Haus Nr. 92 und bezog es mit seiner Familie.
1925           =     Eckert, Heinrich - Arbeiter; Engler, Albert - Arbeiter; Engler, Anna - Hausbesitzerin;
                          Engler, Fritz - Arbeiter; Guder, August - Arbeiter; Guder, Paul - Arbeiter;
                          Lobenstein, Hermann - Bergmann; Reimann, Selma - Arbeiterin;
                          Rudolf, Heinrich - Schneidermeister
1938           =     Engler, Albert - Kriegsbeschädigter; Engler, Hedwig - Arbeiterin;
                          Engler, Anna - Schulbereinigungsarbeiterin; Gottschalk, Otto - Bergmann;
                          Guder, Paul - Arbeiter; Krause, Robert - Kaufmann; Reimann, Selma - Rentnerin;
                          Wagner, Martin - Eisendreher; Wolf, Anna - Arbeiterin; Wolf, Erich - Zimmermann;
                          Wolf, Willy - Schlosser

Dieses Haus wurde im Jahr 1902 erbaut und gehörte der Familie Engler. Anna Engler, geb. Zirm, und ihr verstorbener Ehemann hatten 4 Kinder:

  1. Albert Engler

       Verheiratet war er mit Martha, geb. Beer, verw. Wagner, Tochter des Karl Beer aus
       Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 67). Albert Engler ist bereits 1942 in Haselbach verstorben. Seine
       Ehefrau lebte nach 1946 in Laubach bei Hann.-Münden und verstarb dort im Jahr 1961.
    2. Frieda Engler, verheiratet mit Robert Krause
        Sie übernahm um 1925 das kleine Lebensmittelgeschäft ihrer Mutter Anna und führte dieses
        gemeinsam mit ihrem Ehemann weiter. Robert Krause fuhr dreimal wöchentlich Lebensmittel
        und Krämerwaren mit einem Handwagen, den ein Schäferhund im Geschirr zog, in die
        Nachbardörfer. Dienstags ging es nach Pfaffendorf-Eventhal-Moritzfelde und Neuweißbach.
        Donnerstags fuhr er nach Petzelsdorf. Sonntags war die Tour nach Rothenzechau und
        Hohenwaldau. Manchmal nahm er seinen Neffen Rudi (Sohn von Hedwig Engler) mit auf die
        Tour. Wenn es bergauf ging, musste dieser dann schieben helfen. Das Ehepaar Krause hatte
         2 Kinder, Sohn Kurt und Tochter Edith. Robert Krause verstarb 1958 in Gleidorf.
      3. Friedrich Engler
     
4. Hedwig Engler
         
Von 1938 bis zur Vertreibung war sie Eigentümerin des Hauses. Sie hatte einen Sohn, Rudi.

Weitere Mitbewohner waren u. a.:

  1. August Guder aus Michelsdorf mit Ehefrau Pauline, geb. Klose, aus Hartau städt. Allen Haselbachern wird er in steter Erinnerung bleiben, da er viele Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1935 das Amt des Küsters in der evangelischen Kirche ausübte. Die Eheleute hatten zwei Kinder:

       1.1  Paul Guder, verheiratet mit Emilie, geb. Melcher.
             Emilie Guder verstarb 1959 in Apelnstedt.
       1.2  Martha Guder
             
 Sie heiratete Heinrich Eckert, Sohn der Auguste Eckert (s. Haus Nr. 97) und wohnte mit
              ihrer Familie im Haus Nr. 54.
       Nach dem Tod ihres Ehemannes zog Pauline Guder in das Haus Nr. 103.

    2. Martin Wagner, Sohn aus der 1. Ehe der Martha Engler, verw. Wagner. Er hatte sich mit Ella
        Hämpel, Tochter des Hausbesitzers Gustav Hämpel aus Pfaffendorf vermählt (s. dort
        Haus Nr. 61).

     3. Selma Reimann; ihr Wohn Willy wohnte mit seiner Familie als Mieter vorübergehend bei der
         Familie Gottstein (s. Haus Nr. 130).

      4. In der Zeit von 1927 - 1933 wohnten in diesem Haus auch Martin John mit seiner aus Neu-
          Weißbach stammenden Ehefrau Emma, geb. Güttler, und Tochter Irmgard, später verh.
          Hoppe. 1944 zog die Familie John nach Landeshut, Trautenauer Str. Nach 1946 lebten die
          Eheleute in Kamp-Lintfort. Dort starb Emma John am 14.07.1984, ihr Ehemann im Januar 1990.

       5. Der Zimmermann Erich Wolf mit seiner aus Jannowitz stammenden Ehefrau Anna. Seinem
           Vater Eduard Wolf gehörte das Haus Nr. 59.

        6. Der Bergmann Otto Gottschalk, Sohn des Grubenaufsehers Gustav Gottschalk (s. Haus Nr.
            98) mit seiner Ehefrau Charlotte, geb. Mätzig. Während des 2. Weltkrieges, im Jahr 1941, ist
            Otto Gottschalk gefallen. Seine Witwe heiratete nach dem Krieg in 2. Ehe einen Herrn
            Behlke. Am 06.01.1986 starb sie in Flöha in Sachsen.

         7. Nach 1938 wohnten als Mieterinnen auch die Schwestern Anna und Hedwig Stankalla mit
            Tochter Käthe im Haus. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten sie im Gerichtskretscham
            (s. Haus Nr. 41).

Von rechts: Haus Nr. 64 - Familie Engler, Haus Nr. 65 - Familie Misterek

Haus Nr. 64 - Familie Engler,
Im Hintergrund der Eingang zur früheren Porzellanfabrik.

Haus Nr. 65:

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1911          =       Keller, Robert - Fabrikarbeiter; Schmidt, Pauline - Hausbesitzerin
1925         =       Burghardt, Oskar - Arbeiter; Misterek, Franz - Barbier; Schmidt, Pauline - Arbeiterin
1938         =       Burghardt, Oskar - Arbeiter; Misterek, Franz - Friseur; Misterk, Ida - Schneiderin;
                          Rasper, Pauline - Arbeiterin

Besitzerin dieses Hauses war vor 1912 die verwitwete Pauline Schmidt. Im Juli 1912 erwarb das Ehepaar Franz Misterek (1880 - 1978) und Ida, geb. Kühn (1877 - 1971), das Haus. 
Das Ehepaar Misterek kam am 8. April 1908 von Rothenbach nach Haselbach. Im Hause der Familie Tschersich, Haus Nr. 68, hatte Franz Misterek eine Ladenstube gemietet. Er war Friseur und in Haselbach als Friseur für die Dörfer Dittersbach städt., Haselbach und Pfaffendorf zuständig. Rasieren kostete damals 10 Pfennig und Haareschneiden 30 Pfennig. Ida Misterek, geb. Kühn, war Schneidermeisterin und bildete junge Frauen zur Schneiderin aus.
Im Juli 1912 erwarben sie das Haus Nr. 65 von der verwitweten Pauline Schmidt, die zunächst auch nach dem Verkauf des Hauses gemeinsam mit ihrem Vater und den Töchtern im Obergeschoss zwei Stuben und eine Kammer bewohnten.

Das Ehepaar Misterek hatte 3 Kinder:

  1. Günther Misterek

       Auch er erlernte das Friseurhandwerk und lebte nach dem Krieg mit seiner Familie in Zwickau.
       Dort verstarb er aber bereits am 13.09.1969.
   2. Martha Misterek, verh. Gläser
       
Nach der Eheschließung mit Walter Gläser lebte sie mit ihrer Familie in Landeshut. Die Familie
       Gläser wohnte nach 1946 in Löningen. Martha Misterek starb dort am 05.01.1994.
    3. Johanna Misterek, verh. Reimann wohnte nach 1946 mit ihrer Familie in Emsdetten.

Nach 1946 kamen die Eheleute Misterek nach Bestwig, Hochsauerlandkreis. Am 01.05.1971 konnten sie das sehr seltene Fest der eisernen Hochzeit feiern. Nur 4 Tage später verstarb Ida Misterek. Ihr Ehemann überlebte seine Frau um 7 Jahre und starb am 18.02.1978.
(Die Angaben wurden von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, aus Cloppenburg zur Verfügung gestellt).

Mitbewohner dieses Hauses waren Pauline Rasper und die Familie Oskar Burghardt. Pauline Rasper starb am 19.01.1953 in Sulingen. Die Familie Burghardt zog nach 1938 nach Rothenbach.

Seit Ende der 1970er Jahre wurde das frühere Misterek-Haus von der Familie Werstak bewohnt.


                            

Vor dem Haus Nr. 65 - Von links: Franz Misterek, Gertrud Wagner, Ida Misterek, Martha Gläser, geb. Misterek, Kind Erika Gläser
 (Aufnahme: vor dem Krieg)
(Bild von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, Cloppenburg)

Ida Misterek mit zwei Mitarbeiterinnen, von links: Hilde Finger 
und Frieda Stephan.

(Bild von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, Cloppenburg)

Haus Nr. 65 - Aufnahme: 1960

Haus Nr. 65 - Aufnahme: 2017
(Bild von Frau Margit Kneifel, geb. Gläser, Cloppenburg)

Diese Aufnahme entstand im Jahre 2015 während eines Besuches bei Frau Elfriede Werstak (neue Besitzerin des Hauses Nr. 65). Frau Werstak stammte aus Rothenzechau und bewohnte seit Ende der 1970er Jahre mit ihrem polnischen Ehemann und den 3 Kindern dieses Haus. Sie verstarb im Jahre 2017.
Die Aufnahme zeigt von rechts nach links: Tochter der Frau Werstak, Frau Elfriede Werstak und Hella Tegeler.

Haus Nr. 66:

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1911          =     Wohlfahrt, Paul Bäckermeister
1925         =     Hoffmann, Fritz - Schlosser; Rüttimann, Hedwig - Hausbesitzerin
1938         =     Rüttimann, Hedwig - Hausbesitzer; Rüttimann, Oskar - Arbeiter

Hinsichtlich seiner Besitzer weist dieses Haus eine wechselvolle Geschichte auf, die eng mit der des Gasthofes "Goldener Frieden" in Nieder-Haselbach (s. Haus Nr. 122) verbunden ist.
Zunächst gehörte dieses Haus dem Bäckermeister Paul Wohlfahrt, der 2-mal verheiratet war.
1. Ehefrau: Emma Thamm aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 46), Tochter des Webers und
                    Handelsmannes Heinrich Thamm.
    Aus dieser Verbindung stammen 3 Töchter:
    1.1  Ida Wohlfahrt
         
Ida vermählte sich mit Robert Hämpel, Sohn des Hausbesitzers August Hämpel aus
          Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 61). Nach der Eheschließung lebte das junge Ehepaar auf dem
          Bittner-Hof in Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 55).
   
 1.2  Lina Wohlfahrt
           Sie heiratete Willy Erben, Sohn des Fuhrwerkbesitzers Louis Erben aus Pfaffendorf (s. dort
           Haus Nr. 57). Nach der Eheschließung lebte sie mit ihrem Ehemann in dessen Elternhaus in
           Pfaffendorf.
     1.3  Frieda Wohlfahrt
           
Frieda heiratete ihren Schwager Kurt Erben, ebenfalls ein Sohn des Fuhrwerkbesitzers
            Louis Erben aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 57).
2. Ehefrau: Elfriede Klose aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 59), Tochter des Fleischers Oswald
                     Klose.
     Aus dieser Verbindung stammt Tochter
              Hildegard Wohlfahrt
             
Sie vermählte sich mit Heinrich Schröer aus Landeshut.

Paul Wohlfahrts 1. Ehefrau Emma starb bereits in jungen Jahren. Die 2. Ehe mit Elfriede Klose schloss er ca. 1907. Im Tausch gegen sein Haus Nr. 66 erwarb Paul Wohlfahrt nach dem
1. Weltkrieg das Gasthaus "Goldener Frieden" in Nieder Haselbach (s. Haus Nr. 122), dessen Besitzerin zu diesem Zeitpunkt die verwitwete Hedwig Rüttimann war. Ihr Ehemann Franz war während des 1. Weltkrieges gefallen. Sie hatte nach dem Tod ihres Ehemannes den Gasthof zwar noch einige Jahre allein weitergeführt, entschloss sich dann aber doch zur Aufgabe.

Mit ihren 7 Kindern bezog Hedwig Rüttimann nunmehr dieses Haus Nr. 66.

  1. Alfred Rüttimann

       Er heiratete in 1. Ehe Hildegard Krause, Tochter des Bäckermeisters Krause aus Dittersbach
       städt. Nach 1946 lebte er mit seiner Familie in Dortmund und schloss eine 2. Ehe.
    2. Alois Rüttimann
   
3. Liesel Rüttimann
       
Sie war mit Karl Ilgner verheiratet und in Amerika. Dort starb sie im Alter von 100 Jahren.
    4. Franziska Rüttimann
       
Auch sie lebte in Amerika und starb im Jahr 2002 ebenso wie ihre Schwester im Alter von 100
        Jahren.
     5. Margarete Rüttimann
         Sie heiratete den Schlosser Fritz Hoffmann und wohnte nach der Eheschließung
         vorübergehend im Haus Nr. 68 bei der Familie Tschersich. Später zog das Ehepaar mit den
         beiden Söhnen nach Zillertal-Erdmannsdorf. Auch sie wanderten später nach Amerika aus.
     6. Hildegard Rüttimann, verw. Rupprecht, wieder verh. Wasse
         Da ihr Ehemann als Arbeitskraft von den Polen dringend benötigt wurde, konnte sie mit ihrer
         Familie erst sehr spät aussiedeln.
      7. Oskar Rüttimann
         
Er heiratete Gertrud Weigang und wohnte mit seiner Familie nach 1946 in Helsa
          (Nordhessen). Sein Sohn Franz lebt heute mit seiner Familie ebenfalls in Amerika. Die beiden
          Brüder Peter und Alfred wohnen in Hessen.

Bis auf die beiden Brüder Alfred und Oskar wanderten alle Kinder der Eheleute Franz und Hedwig Rüttimann nach Amerika aus. Hedwig Rüttimann zog später ebenfalls zu ihren Kindern nach Amerika und verstarb im Februar 1960 in Tonawanda im Staate New York.

Haus Nr. 67:

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1911            =      Engler, Ernestine - Arbeiterin; Kausch, Pauline - Fabrikarbeiterin;
                           Rücker, Berta - Hausbesitzerin
1925           =      Eckert, Alfred - Arbeiter; Eckert, Heinrich - Packmeister; Rücker, Berta - Arbeiterin
1938           =      Eckert, Gerhard - Tischler; Eckert, Heinrich - Kaufmann; Eckert, Kurt - Kaufmann;
                           Rücker, Berta - Rentnerin

Dieses Haus gehörte der Familie Eckert. Heinrich Eckert führte hier ein Kolonialwarengeschäft. Mit seiner Ehefrau Klara hatte er, soweit bekannt, 5 Kinder: Willi, Gerhard, Kurt, Heinz und Käthe, verh. Engler.
Klara Eckert verstarb am 01.01.1959 in Kamp-Lintfort. Tochter Käthe Engler lebte mit ihrer Familie (2 Töchter, Käthe und Gerda) nach 1946 in Kamp-Lintfort.
Sohn Kurt Eckert wohnte mit seiner Ehefrau Elfriede, geb. Ernst, aus Landeshut in Schmiedeberg und war bei der Bahn beschäftigt. Nach 1946 lebten die Eheleute in München und besaßen dort ein eigenes Kolonialwarengeschäft.

Mieter im Hause Eckert war ab 1939:
Albert Finger aus Dittersbach städt. mit seiner ebenfalls aus Dittersbach städt. stammenden Ehefrau Martha, geb. Pohl sowie Tochter Hildegard. Sie erlernte bei Ida Misterek das Schneiderhandwerk. Heute lebt Hildegard Finger, verh. Umlauf in Planegg bei München.
Es besteht kein Verwandschaftsverhältnis mit der Familie Albert Finger im Haus Nr. 94.

Haus Nr. 68:

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1911           =     Fiebig, Gustav - Fabrikarbeiter; Misterek, Franz - Barbier;
                         Tschersich, Albert - Kleingärtner
1925          =     Kasper, Oswald - Arbeiter; Tschersich, Hermann - Stellenpächter
1938          =     Hoffmann, Fritz - Schlosser; Kasper, Elfriede - Arbeiterin;
                         Kriening, Emma - Rentnerin; Tschersich, Albert - Auszügler

Dieses Haus war Eigentum der Familie Tschersich. Albert Tschersich und seine Ehefrau Emilie, geb. Guhl, aus Landeshut hatten 3 Kinder. Emilie Tschersich verstarb bereits sehr früh.

  1. Frieda Tschersich                            (1902 - 1944)

       Sie heiratete den verwitweten Stellenbesitzer Hermann Kluge aus Reußendorf (s. dort Haus
       Nr. 13). Die Ehe wurde aber nach kurzer Zeit geschieden und sie zog wieder in ihr Elternhaus
       zurück.
    2. Heinrich Tschersich, er fiel im 1. Weltkrieg.
    3. Hermann Tschersich
       
Hermann war mit Emma, geb. Scholz, verheiratet, Tochter des Bauerngutsbesitzers Heinrich
        Scholz (s. Haus Nr. 16). Das Ehepaar hatte 3 Töchter:
        3.1  Ida Tschersich, verh. Mysegades
       
 3.2  Else Tschersich, verh., sie verstarb am 24.08.1991 in Altena.
        3.3  Rosa Tschersich, verh. Schöneberg

In Dittersbach städt.
besaß Hermann Tschersichs Tante Selma Schmidt, geb. Guhl, eine Schwester seiner verstorbenen Mutter, mit ihrem Ehemann Julius ein landwirtschftliches Gut. Da deren Ehe kinderlos war, erbte Hermann Tschersich nach dem Tod seiner verwitweten Tante den Besitz und zog 1938 mit seiner Familie nach Dittersbach städt. Dort verstarb er aber bereits am 04.09.1944 an einer Blutvergiftung. Seine Ehefrau starb am 31.08.1972.
Sein Vater Albert Tschersich wohnte nach dem Umzug des Sohnes weiter in seinem Haus in Haselbach. Er starb kurz nach dem Einmarsch der Russen in Haselbach.

Als Mieter wohnten im Haus:

  1. Elfriede Kasper, geb. Nowack, die nach dem Krieg im Kreis Meschede wohnte.
  2. Emma Kriening, sie lebte vor 1938 in Pfaffendorf, Haus Nr. 84, und war bei der Firma Grünfeld in Landeshut tätig.
  3. Fritz Hoffmann, verh. mit Hildegard Rüttimann (s. Haus Nr. 66).
  4. Nach dem Auszug des Ehepaares Hoffmann zog Frau Wasse, verw. Rupprecht ein, ebenfalls eine Tochter der Hedwig Rüttimann (s. Haus Nr. 66).

Haus Nr. 68 - Familie Tschersich

Familie Tschersich/Scholz im Jahr 1944
V. l. n. r.: Hermann Tschersich, Albert Tschersich, Erna Scholz, 
Rosa Tschersich mit Irmgard und Helga Scholz, eine Freundin von Rosa, Gertrud Finke, Emma Tschersich, Hermann Finke, Martha Scholz, Gustav Scholz, Klara Taube, Else Tschersich.

Haus Nr. 69:

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1911           =         Neumann, Gustav - Bergmann
1925          =         Neumann, Gustav - Tischlermeister
1938          =         Neumann, Gustav - Tischlermeister

Dieses Haus gehörte dem Tischlermeister Gustav Neumann aus Michelsdorf, verheiratet mit Anna, geb. Krebs. Ihrem Bruder Wilhelm Krebs gehörte in Nieder-Haselbach das Haus Nr. 124.
Das Ehepaar hatte 5 Kinder:

  1. Reinhard Neumann, er verstarb 1974

       Er war mit Irmgard, geb. Ronge aus Pfaffendorf verheiratet (s. dort haus Nr. 63).
    2. Gerhard Neumann, er verstarb 2003.
    3. Ernst Neumann
   
4. Herbert Neumann
    
5. Hertha Neumann, verh. Buchwald

Gustav Neumann starb bereits 1952 in Ochsenburg, seine Ehefrau Anna 1969 in Mühlbach bei Heilbronn.



Haus Nr. 70:

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1911           =        Jaschinski, Wilhelm - Klempnermeister
1925          =        Kühlmorgen, Paul - Klempner
1938          =        Krebs, Julius - Maler; Krebs, Martha - Näherin

Paul Kühlmorgen war mit Martha, geb. Wagner verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Töchter und einen Sohn. Dieser fiel im Jahre 1944 in Frankreich. Vor 1938 verzog die Familie nach Polsnitz bei Freiburg in Schlesien. Während der Haselbacher Zeit war Paul Kühlmorgen viele Jahre ein eifriger und treuer Sänger im Männergesangverein "Harmonie" Haselbach. Nach dem Krieg wohnte die Familie zunächst in Magdeburg, später siedelte das Ehepaar nach Werdohl um. Dort starb Paul Kühlmorgen am 12.03.1968.

Nach dem Auszug der Familie Kühlmorgen bewohnten Julius Krebs und seine Ehefrau Martha, geb. Scholz, das Haus. Die Ehe des Paares war kinderlos. Julius Krebs übte den Beruf des Malermeisters aus. Nach dem Krieg wohnten die Eheleute in Nordhausen.
                            

Haus Nr. 71:

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1911            =        Drescher, Ferdinand - Kleingärtner
1925           =        Drescher, Auguste - Kleingärtnerin; Drescher, Heinrich - Bergmann
1938           =        Drescher, Heinrich - Bergmann

Die Landwirtschaft gehörte den Eheleuten Ferdinand Drescher und Auguste, geb. Rüffer, aus Johnsdorf. Hauptberuflich war Ferdinand Drescher Bergmann auf der Grube Bergfreiheit in Schmiedeberg. Er entstammte der großen Drescher-Familie, Sohn des Karl Drescher (s. Haus Nr. 56). Das Ehepaar hatte 2 Söhne. Ein Sohn ist im 1. Weltkrieg gefallen.
Sohn Heinrich wurde wie sein Vater auch Bergmann. Er heiratete Frieda Rasper aus Pfaffendorf. Aus dieser Verbindung stammen 3 Töchter:

  1. Else Drescher
  2. Ida Drescher, verh. Hoffmann
  3. Irmgard Drescher, verh. Breiter


Seit 1946 lebt die Familie Drescher in Neuenkirchen bei Rheine. Dort starb Frieda Drescher, geb. Rasper, im Juni 1966. Ihr Ehemann folgte ihr im September 1975.

Haus Nr. 72:

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1911            =        Kaspar, August - Hausbesitzer
1925           =        Kaspar, August - Auszügler; Urbanikewitz, Wilhelm - Hausbesitzer
1938           =        Ernst, Berthold - Gendarmerie-Hauptwachtmeister

Dieses Haus gehörte August Kaspar, der hier einen Kolonialwarenhandel, Tabak-, Zigarren- und Flaschenbier-Verkauf betrieb. Das Geschäft wurde später wohl aus Altersgründen aufgegeben.
Seine Tochter Lina heiratete Wilhelm Urbanikewitz. Die Eheleute verließen Haselbach und zogen nach Alt-Weißbach. Dort übte Herr Urbanikewitz seinen Beruf als Fleischermeister aus. Aus der Ehe gingen die Töchter Charlotte und Lisel hervor. Nach 1946 lebte die Familie in Heilbronn. Dort starben Wilhelm Urbanikewitz am 24.07.1970 und seine Ehefrau im Februar 1975.

Nach dem Auszug der Familie Urbanikewitz bewohnte Berthold Ernst vorübergehend das Haus. Gustav Ende (s. Haus Nr. 74) kaufte dieses Haus und zog mit seiner Ehefrau und der Tochter Ilse vom Haus Nr. 74 in die eigenen vier Wände um.

Haus Nr. 72 - Familie Kasper, später Ende.

Haus Nr. 73:

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1911            =        Lochmann, Heinrich - Viehhändler
1925           =        Lochmann, Amalie - Stellenbesitzerin
1938           =        Lochmann, Emilie - Landwirtin

Die Eheleute Heinrich und Amalie Lochmann waren Eigentümer dieses Hauses. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor, Wilhelm, Frieda und Emilie.
Sohn Wilhelm nahm sich seinen Vater als Vorbild und wurde Pferdehändler. Gemeinsam mit seiner Schwester Frieda bewohnte er das Haus in Nieder-Haselbach (s. Haus Nr. 119). Tochter Emilie blieb im Haushalt ihrer Eltern.

Haus Nr. 74:

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1911            =        Anders, Hermann - Kleingärtner; Kahl, Berta - Fabrikarbeiterin;
                            Mentner, Paul - Fabrikarbeiter; Schmidt, Theodor - Fabrikarbeiter
1925           =        Anders, Hermann - Fleischermeister; Burghardt, Karl - Arbeiter;
                             Fiebig, Gustav - Arbeiter
1938           =        Anders, Fritz - Bergmann; Anders, Ida - Rentnerin; Ende Gustav - Arbeiter

Eigentümer dieses Hauses war die Familie Anders. Hermann Anders hatte als Fleischermeister hier einen Metzgerladen eröffnet. Nach seinem Tod wurde das Geschäft aber wieder geschlossen. Sein Sohn Fritz war Bergmann auf der Grube Bergfreiheit in Schmiedeberg. Ida Anders lebte nach 1946 in Ober-Fleckenberg bei Schmallenberg.

Mitbewohner waren die Eheleute Gustav Ende und Ehefrau Martha, geb. Püschel, mit Tochter Ilse, später verh. Raue. Gustav Ende, Sohn des Gärtners Bruno Ende (s. Haus Nr. 126), kaufte nach 1938 das Haus Nr. 72 und zog dort ein. Nach 1946 lebte die Familie Ende in Neuenkirchen bei Rheine. Hier starb Gustav Ende im Juni 1992.

Haus Nr. 75:

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1911             =         Lorenz, Heinrich - Kleingärtner
1925            =         Lorenz, Heinrich - Kleingärtner
1938            =         Lorenz, Heinrich - Hausbesitzer; Lorenz, Anna - Arbeiterin

Eigentümer des Hauses war Heinrich Lorenz, Sohn des Stellenbesitzers Hermann Lorenz (s. Haus Nr. 42). Mit seiner Ehefrau Selma, geb. Berg, hatte er zwei Kinder. Selma Lorenz verstarb bereits Anfang 1950.

  1. Anna Lorenz, sie blieb unverheiratet. Nach 1946 wohnte sie in der Nähe von Hildesheim. Dort starb sie am 20.05.1991.
  2. Hedwig Lorenz, verh. Bleicher

       Während ihrer Ehe wurden zwei Töchter geboren. Sie starb nach 1994.

Haus Nr. 76:

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1911            =        Bürgel, Wilhelm - Tischlermeister; Rudolf, Heinrich - Schneidermeister
1925           =        Krause, Albert - Arbeiter; Kretschmer, Adolf - Arbeiter;
                             Meyer, August - Hausbesitzer
1938           =        Kretschmer, Adolf - Arbeiter; Meyer, Emilie - Hausbesitzerin

Besitzerin dieses Hauses war Emilie Meyer.
Als Mieter wohnten u. a. die Eheleute Adolf Kretschmer, Bruder des Karl Kretschmer
(s. Pfaffendorf, Gasthaus zur Linde), und Frau Selma, geb. Eckert in diesem Haus. Sie war die Tochter der Auguste Eckert (s. Haus Nr. 97). Nach 1946 lebten die Eheleute Kretschmer in Neuenkirchen bei Rheine. Dort starb Selma Kretschmer am 19.08.1962. Adolf Kretschmer wohnte danach bei seinem Bruder Karl in Velmede bei Meschede. Dort starb er am 25.06.1964.

Haus Nr. 77:

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1911            =       Guder, August - Kutscher; Kasper, Oswald - Fabrikarbeiter;
                            Päsler, Hermann - Fabrikarbeiter
1925           =       Haake, Hermann - Aufseher; John, Hermann - Arbeiter;
                            Kretschmer, Karl - Müller; Lotz, Franz - Schlosser;
                            Pfennigwerth, Hermann - Arbeiter
1938           =       Erlebach, Robert - Tischler; Kasper, Max - Bergmann;
                            Kerber, Hermann - Arbeiter; Lotz, Ida - Arbeiterin; Schneider, Ida - Rentnerin

In diesem Haus wohnten mehrere Familien:

  1. Der Tischler Robert Erlebach mit Ehefrau Bertha, Sohn Kurt und einem zweiten Sohn. Nach 1946 lebte er mit seiner Ehefrau weiter in diesem Haus. Er verstarb am 18.01.1950 im Landeshuter Krankenhaus und wurde in Haselbach beerdigt. Seine Ehefrau Bertha wohnte später bei ihrem Sohn Kurt in Hamburg-Niendorf.
  2. Ida Lotz, geb. Gräber, mit ihren Kindern Frieda und Erich. Sie lebte nach 1946 in Werl. Dort starb ihr Sohn bereits 1954.
  3. Hermann Kerber mit Frau Emma, geb. Krause, und Tochter Lotte. Emma Kerber starb 1954 in Blankenburg-Oesig im Harz.
  4. Max Kasper mit Ehefrau Frieda, geb. Novak, und Sohn Manfred. Max Kasper starb während der Gefangenschaft nach dem 2. Weltkrieg. Seine Ehefrau lebte seit der Vertreibung in Meschede und starb dort am 17. Juni 1982. Sohn Manfred wurde nur 40 Jahre alt, er starb am 06.01.1986 ebenfalls in Meschede.
  5. Hermann Pfennigwerth und Ehefrau Bertha, geb. Bürgel. Sie lebten nach 1946 in Senden im Münsterland.

Haus Nr. 78:

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1911             =        Kühnel, Gustav - Arbeiter
1925            =        Tast, Gustav - Bäckermeister
1938            =        Hildebrand, Gustav - Bäckermeister

Gustav Tast kam um 1912 als Bäckermeister nach Haselbach. Er wurde in Görtelsdorf geboren, als Sohn des August Tast. Verheiratet war er mit Marie, geb. Schiller. Das Ehepaar hatte, soweit bekannt, 3 Kinder: Tochter Frieda, verh. Hoffmann, Sohn Wilhelm (lebte später in Bad Nauheim) und Sohn Richard.
Richard Tast heiratete Marie Körner aus Schreibendorf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen vier Kindern verließ Richard Tast im Jahre 1952 Deutschland. Durch eiserne Sparsamkeit war es ihm möglich, in Ashland, Nebraska (USA), im Jahr 1953 eine 60 Morgen große Landwirtschaft zu erwerben. Dort ist er aber bereits am 20.09.1953 verstorben.

Nachfolger des Gustav Tast wurde Gustav Hildebrand. 1925 kam er nach Haselbach und eröffnete zunächst im Haus Nr. 121 eine eigene Bäckerei. Er war nicht nur Bäckermeister und Konditor, sondern auch Pfefferküchler. Dieses Handwerk kann auf eine jahrhundertelange Tradition verweisen. Die Bezeichnung Pfefferkuchen entstand im Mittelalter, als fremdländische Gewürze noch mit dem Sammelbegriff "Pfeffer" bezeichnet wurden. Die Pfefferküchler fertigen das Gebäck aus den Grundbestandteilen Mehl, Honig und vielen Gewürzen an. Gustav Hildebrand bot seinen "Pfafferkucha" nicht nur zur Weihnachtszeit an, sondern auch zum Kirchenfest und zur Kerms.

Nach Gustav Tast` Tod übernahm er dessen Geschäft. Sein Elternhaus war der Oberkretscham in Grüssau. Er hatte Maria Hanschke, Tochter des früheren staatlichen Flußmeisters Hanschke aus Grüssau geheiratet. Die Eheleute hatten drei Kinder: Tochter Rita, eine Pflegetochter und den Sohn Hans, der während des 2. Weltkrieges gefallen ist. Maria Hildebrand starb am 19.07.1979 in Krefeld-Uerdingen. Gustav Hildebrand folgte seiner Ehefrau am 23.06.1983.

Sowohl Gustav Tast als auch Gustav Hildebrand belieferten u. a. den Gerichtskretscham mit Backwaren. Jeden Tag wurde der Kretscham mit frischen Brötchen versorgt. Auch für das Fertigbacken der großen Kuchen der Privathaushalte waren die Bäcker im Ort verantwortlich. Die Kuchen wurden auf Blechen vorbereitet und zum Backen zum Bäcker gefahren. Rudi Engler (Haus Nr. 64) schilderte, dass er vor den großen Festtagen mit dem Handwagen, der zu einem Plattenwagen umfunktioniert wurde, die Kuchenbleche vom Hildebrand-Bäcker abholen musste.

Bäckermeister Gustav Hildebrand

Haus Nr. 79:

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1911            =       Drescher, Wilhelm - Fleischbeschauer; Kuhn, Marie - Fabrikarbeiterin;
                            Springer, Pauline - Fabrikarbeiterin
1925           =       Drescher, Wilhelm - Fleischbeschauer; Kuhn, Marie - Arbeiterin
1938           =       Drescher, Erich - Fleischbeschauer

Dieses Haus gehörte August Drescher (geb. um 1816), Sohn des Gutsbesitzers Christian Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 56). Mit seiner Ehefrau, einer Bauerntochter aus Alt-Weißbach, hatte August Drescher 3 Kinder:

  1. Pauline Drescher

       Pauline war mit August Penke aus Dittersbach städt. verheiratet. Das Ehepaar besaß dort eine
       Landwirtschaft, die später von dem Sohn August übernommen wurde.
    2. Auguste Drescher
        Ebenso wie ihre Schwester Pauline heiratete sie einen Landwirt aus Dittersbach städt.,
        Wilhelm Kluge.
     3. Julius Drescher
         Julius heiratete die verwitwete Beate Scholz, geb. Beier (s. Haus Nr. 16). Enige Jahre lebte er
         mit seiner Familie in seinem Elternhaus. Aus der Ehe gingen 2 Kinder hervor:
         3.1  Selma Drescher
               Selma war mit dem Landwirt und Viehhändler Heinrich Springer aus Schreibendorf
               verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und eine Tochter.
         3.2  Wilhelm Drescher
                
Wilhelm Drescher heiratete Anna Schiller aus Dittersbach städt. und wohnte mit seiner
                Familie im Haus seiner Großeltern (Nr. 79). Er übte den Beruf des Fleischbeschauers aus.
                Das Ehepaar Drescher hatte 10 Kinder:
                3.2.1  Frieda Drescher, verh. Puhst, sie wohnte in Wittenberg.
                3.2.2  Selma Drescher, verh. Oeveren, sie wohnte in Den Haag.
                3.2.3  Klara Drescher
                       
  Sie heiratete Kurt Kriebel aus Pfaffendorf (s. dort Gutsbezirk - Försterei), Sohn des
                          Försters Oskar Kriebel. Nach 1946 wohnten sie im Schwarzwald.
                 3.2.4  Anna Drescher, verh. Becher, sie wohnte in Nordhorn.
                 3.2.5  Johanna Drescher, verw. Bronst
               
  3.2.6  Gertrud Drescher
                           
Auch Gertrud vermählte sich mit einem Sohn des Försters Oskar Kriebel aus
                           Pfaffendorf, Helmut Kriebel. Er ist während des 2. Weltkrieges gestorben.
                  3.2.7  Erich Drescher  
                            Er nahm sich seinen Vater als Vorbild und wählte ebenfalls den Beruf des
                            Fleischbeschauers.
                   3.2.8  Heinrich Drescher, er wohnt in Sachsen.
                   3.2.9 u. 3.2.10  zwei Kinder, die im Kindesalter verstarben. 

                   Nach dem Krieg lebte Wilhelm Drescher in Wallen bei Meschede. Er starb im Dezmeber
                   1963 in Meschede.

Haus Nr. 80:

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1911            =        Bürgel, Ernst - Hausbesitzer
1925           =        Bürgel, Emilie - Hausbesitzerin; Thamm, Hermann - Bergmann;
                             Thurm, Karl - Arbeiter
1938           =        Thamm, Hermann - Bergmann

Dieses Haus gehörte Ernst Bürgel. Er war verheiratet mit Emilie, geb. Drescher (s. Haus Nr. 111). Aus dieser Verbindung stammen 3 Töchter:

  1. Bertha Bürgel

       Sie heiratete Richard Scholz aus Haselbach, Sohn des Ferdinand Scholz (s. Haus Nr. 41) und
       zog mit ihm nach Reichhennersdorf, wo sie eine Landwirtschaft erwarben.
    2. Maria Bürgel, sie vermählte sich mit dem Landwirt Paul Künzel aus Haselbach
        (s. Haus Nr. 83).
     3. Eine weitere Tochter
         
Diese heiratete den Bergmann Hermann Thamm aus Dittersbach städt. Gemeinsam mit
         ihrem Ehemann und den beiden Kindern wohnte sie im Elternhaus. Nach 1946 wurde die
         Familie Thamm in Obersickte bei Braunschweig ansässig. Dort starb Hermann Thamm im
         Dezember 1971.

Als Mieter wohnte vorübergehend Karl Thurm mit seiner Familie in diesem Haus, Sohn des Pferdehändlers August Thurm aus Pfaffendorf-Moritzfelde (s. dort Haus Nr. 151). Karl Thurm arbeitete in der Porzellanfabrik. Auch seine verheiratete Schwester Ida Lehmer wohnte mit ihrer Familie in Haselbach (s. Haus Nr. 15).

Haus Nr. 81:

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1911           =      Sommer, Wilhelm - Hilfsweichensteller
1925          =      Beier, Auguste - Kleingärtnerin
1938          =      Beier, Pauline - Hausbesitzerin

Soweit bekannt, lebte Pauline Beier allein in ihrem Haus.

Haus Nr. 83:

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1911          =      Künzel, Wilhelm - Kleingärtner
1925        =       Künzel, Wilhelm - Auszügler; Künzel, Paul - Kleingärtner
1938        =       Künzel, Wilhelm - Auszügler; Künzel, Paul - Bauer

Eigentümer dieses Anwesens war zunächst Wilhelm Künzel. Später übernahm sein Sohn Paul die Landwirtschaft, der mit Maria, geb. Bürgel, verheiratet war (s. Haus Nr. 80). Das Ehepaar hatte 2 Kinder: Tochter Emma und Sohn Gerhard. In zweiter Ehe war Paul Künzel mit Frau Peuser verheiratet. Paul Künzel wohnte 1968 in Meschede.

Haus Nr. 84:

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1911           =      Drescher, Julius - Kleingärtner
1925          =      Drescher, Julius - Stellenbesitzer
1938          =      Drescher, Julius - Bauer; Drescher, Elly - Arbeiterin;
                          Drescher, Wilhelm - Waldarbeiter

Diese Landwirtschaft gehörte nachweisbar Gottlieb Benjamin Drescher, geb. am 23. März 1823 in Haselbach als Sohn des Gutsbesitzers Christian Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 56). Neben seiner Landwirtschaft übte er 26 Jahre das Amt des Gemeindevorstehers aus.

Gottlieb Benjamin Dreschers 1. Ehefrau war eine geb. Deuner aus Ober-Haselbach, die aber bereits Mitte 1860 verstarb. Aus dieser Ehe stammen 5 Kinder:

  1. August Drescher

       August heiratete Karoline Scholz, die älteste Tochter des Gerichtskretschambesitzers Johann
       Karl Scholz (s. Haus Nr. 41). August und Karoline Drescher besaßen später in Haselbach eine
       Landwirtschaft (s. Haus Nr. 47). Sie hatten zwei Kinder, Auguste und Gustav.
   2. Ernestine Drescher
       
Ernestine war mit dem Schuhmachermeister Heinrich Kramer aus Haselbach verheiratet
       (s. Haus Nr. 44). Das Ehepaar hatte zwei Söhne, Alfred und Gerhard.
    3. Gustav Drescher
        Ebenso wie sein älterer Bruder August hatte er eine Tochter des Kretschambesitzers Johann
        Karl Scholz geheiratet, Bertha Scholz (s. Haus Nr. 41). Nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahr
        1885 vermählte er sich in 2. Ehe mit der Landwirts-Tochter Kriegel aus Landeshut-Breitenau.
        Der einzige Sohn des Ehepaares ist im 1. Weltkrieg gefallen.
    4. Heinrich Drescher
       
 Er vermählte sich mit Christel Weist aus Röhrsdorf und hatte dort eine Landwirtschaft. Aus
         dieser Verbindung stammt der Sohn Heinrich.
     5. Wilhelm Drescher
         
 Wilhelm verstarb bereits mit 19 Jahren.

Gottlieb Benjamin Dreschers 2. Ehefrau war eine geb. Teichler aus Krausendorf. Auch sie verstarb bereits nach kurzer Ehe im Jahr 1867. Das Ehepaar hatte nur einen Sohn:
           Ferdinand Drescher
           Beruflich als Oberpostschaffner in Landeshut tätig, war er mit Emma Vielhauer aus
           Dittersbach städt. verheiratet. Richard, der einzige Sohn des Ehepaares, wurde Sprachen-
           Lehrer und heiratete Else Neumann aus Landeshut, Breitenau. Mit seiner Ehefrau und zwei
           Töchtern wohnte er in Berlin-Frohnau.

Am 09.06.1868 heiratete Gottlieb Benjamin Drescher zum dritten Mal, und zwar die Witwe Christiane Karoline Pohl, geb. Lorenz, aus Haselbach. Geboren wurde sie in Michelsdorf. Sie brachte die Tochter Pauline mit in die Ehe. Mit seiner 3. Ehefrau hatte Gottlieb Benjamin Drescher noch 7 Kinder, drei Töchter und vier Söhne:

  1. Anna Drescher

       Anna heiratete Hermann Rummler aus Reußendorf, den jüngeren Bruder des
       Kretschambesitzers Gustav Adolph Rummler (s. Haus Nr. 41). Nach der Eheschließung
       bewirtschafteten die jungen Eheleute zunächst etliche Jahre den neben dem Vogelberg
       gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb von Annas verstorbener Halbschwester Pauline Pohl
       (s. Haus Nr. 50). Dort wurde 1894 auch der erste Sohn der Eheleute geboren, Gustav Rummler.
       Nach 1897 erwarben sie in Reußendorf, Nr. 46 eine Landwirtschaft und zogen in Hermann
       Rummlers Heimatort.
    2. Ida Drescher
       
Ida war mit dem Landwirt Albert Krause in Dittersbach städt. verheiratet. Aus dieser
        Verbindung stammen:
        2.1  Richard Krause     (1899 - 1976)
              Richard vermählte sich mit Martha Kuhn aus Neu-Weißbach. Er war Bergmann und
              arbeitete bis zur Vertreibung auf der Grube Bergfreiheit in Schmiedeberg. Mit seiner
              Ehefrau und den Kindern Irmgard und Reinhard wohnte er auf dem Bauernhof seiner
              Eltern in Dittersbach städt., Haus Nr. 113.
        2.2 Marta Krause         (1901 - 1973)
              Sie heiratete Paul Ernst Fritschka aus Liegnitz, der nach der Vertreibung als
              Regierungsamtmann in Berlin tätig war. Hans-Günther, der einzige Sohn der Eheleute
              Fritschka, gilt seit 1944 als vermisst. Tochter Edeltraud blieb unverheiratet und war als
              Sachbearbeiterin in einem Ministerium in Bonn tätig.
      3.  Julius Drescher
           
Der gelernte Schuhmacher übernahm nach dem Tod seines Vaters die Landwirtschaft.
           Verheiratet war er mit Klara, geb. Krause, aus Alt-Weißbach. Aus dieser Verbindung gingen             5 Kinder hervor:
           3.1  Ida Drescher
                 
Sie wurde am 07.12.1929 mit Paul Scharnberg getraut. Nach dem Krieg wohnte sie mit
                 ihrer Familie in Hamwarde, Bezirk Lauenburg.
           3.2  Emmy Drescher
                  
Emmy heiratete den Malermeister Friedrich Balling. Nach 1946 lebte sie mit ihrer
                  Familie in Hamburg-Lohbrügge. Dort starb sie am 30.03.1988.
            3.3  Wilhelm Drescher
                   
Er erlernte das Böttcherhandwerk und heiratete Erna Weihrauch aus Johnsdorf.
                   Während des 2. Weltkrieges ist er gefallen. Aus dieser Verbindung stammt Sohn
                   Manfred. Erna Drescher lebte nach 1946 in Föckinghausen, Kreis Melle. Dort starb sie im
                   Oktober 1990.
             3.4  Elly Drescher
                    
Elly vermählte sich mit dem Maurer Alfred Schwarzer aus Hermsdorf städt. Während
                    der Ehe wurden die beiden Kinder Edeltraud und Reinhard geboren. Nach dem Tod
                    ihres Ehemannes (1947) heiratete sie in 2. Ehe einen Herrn Floth. Sie starb am
                    14.01.1991 in Rengershausen.
              3.5  Martha Drescher, sie starb im 5. Lebensjahr an Kehlkopfdiphterie.

              Julius Drescher starb kurz nach der Vertreibung am 01.11.1946 in Schwabsdorf. Seine
              Ehefrau Klara verbrachte ihren Lebensabend bei ihrer ältesten Tochter Ida, verh.
              Scharnberg in Hamwarde bei Geesthacht, Bez. Lauenburg. Dort starb sie im Mai 1965.

          4. Wilhelm Drescher
              
Wie sein Halbbruder Ferdinand war auch Wilhelm als Postschaffner in Landeshut tätig. Mit
              seiner Ehefrau, der ältesten Tochter von Pohl-Gerber aus Ober-Haselbach hatte er einen
              Sohn, Erich. Wilhelm Drescher ist im 1. Weltkrieg gefallen.
           5. Karl Drescher
               
Karl hatte das Maurerhandwerk erlernt und sich mit Klara Schmidt verheiratet, Tochter
               der Henriette Schmidt (s. Haus Nr. 108). Das Ehepaar wohnte in Haselbach, Haus Nr. 64,
               später im Haus Nr. 92.
           6. Emma Drescher
               
 Emma war mit dem Bauunternehmer Gustav Beier verheiratet (s. Haus Nr. 89). Aus dieser
                Verbindung stammen zwei Kinder, Tochter Gertrud, verh. mit dem Gärtner Fritz Lehmer
                (s. Haus Nr. 123) und Sohn Richard, verh. mit Erna Jentsch aus Pfaffendorf-Moritzfelde
                (s. dort Haus Nr. 143). Emma Beier verstarb 1958 in Neunkirchen bei Siegen.
            7. Paul Drescher
                
Paul, der jüngste Sohn von Gottlieb Benjamin und Karoline Drescher blieb ledig. Er war
                viele Jahre als Wirtschafter im Gerichtskretscham bei Pauline Rummler tätig und starb
                Ende 1920 (s. Haus Nr. 41.


Haus Nr. 84 - Familie Julius Drescher

Familie Drescher

V. l. n. r.: Karl Drescher, Gustav Beier, eine Tante aus Landeshut, 
Julius Descher, Emma Beier, Heiner Lehmer, Fritz Lehmer, 
davor: Richard Krause, Frau von Richard Krause, 
hintere Reihe: Gertrud Lehmer, davor: Frau von Karl Drescher,
 Frau von Julius Drescher, Anna Rummler, geb. Drescher.

Hochzeit von Wilhelm Drescher und Erna, geb. Weihrauch

Von links nach rechts: 1. Reihe: Edeltraud Schwarzer und Bruder Reinhard (Kinder der Elly Schwarzer, geb. Drescher);
2. Reihe: unbekannt, unbekannt, Erna und Wilhelm Drescher, Klara und Julius Drescher;
3. Reihe: Klara und Karl Drescher (Haus Nr. 92), unbekannt, unbekannt, Martha und Richard Krause (Dittersbach städt.), unbekannt, Emma Beier, geb. Drescher (Haus Nr. 89 und 123), unbekannt, Gustav Beier (Haus Nr. 89 und 123).

Haus Nr. 85:

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1911           =        Kasper, Gustav - Bergmann; Kuhn, Ferdinand - Bergmann
1925          =        Eckert, Gustav - Bergmann; Kuhn, Ernestine - Kleingärtnerin
1938          =        Kuhn, Gustav - Maurer; Mätzig, Wilhelm - Waldarbeiter

Dieses Haus gehörte der Familie Kuhn. Gustav Kuhn war als Maurer tätig. Er war 2-mal verheiratet:
1. Ehefrau:     Name nicht bekannt
    Aus dieser Verbindung stammen:

    1.  Hedwig Kuhn
         
Sie heiratete den verwitweten Felix Künzel (s. Haus Nr. 3). Kurz nach der Vertreibung starb sie
         am 04.07.1947 in Meschede.
     2. 1 weitere Tochter

2. Ehefrau:  Hulda,
verw. Mätzig
   
Die Verbindung mit Gustav Kuhn blieb kinderlos.
    Aus ihrer 1. Ehe brachte sie, soweit bekannt, 5 Kinder mit:
    1.  Wilhelm Mätzig
         
Er vermählte sich mit Elisabeth Kühn. Aus dieser Ehe stammt Sohn Horst, der heute in Bad
         Harzburg lebt.
     2. Charlotte Mätzig
         
Sie heiratete Otto Gottschalk, den jüngsten Sohn des Grubenaufsehers Gustav Gottschalk
         (s. Haus Nr. 98).
      3. Elsbeth Mätzig
   
  4. Frieda Mätzig
      
5. Mariechen Mätzig

Haus Nr. 86:

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1911           =       Pohl, Wilhelm - Zimmerpolier
1925          =       Pohl, Wilhelm - Kleingärtner
1938          =       Pohl, Herbert - Zimmermann; Pohl, Hermann - Zimmermann;
                           Pohl, Heinrich - Schlosser; Franz, Alfred - Schneider; Gabriel, Josef - Arbeiter

Dieses Haus gehörte dem Gemeindevorsteher und Zimmerpolier Wilhelm Pohl. Vorübergehend übte er in Haselbach auch das wichtige Ehrenamt des Schiedsmannes aus. Mit seiner Ehefrau hatte er 3 Kinder:

  1. Alfred Pohl, er ist im 1. Weltkrieg gefallen.
  2. Hermann Pohl

        Ebenso wie sein Vater wurde er Zimmermann. Seine Ehefrau Bertha schenkte ihm 3 Kinder:
        2.1  Herbert Pohl
   
    2.2  Heinrich Pohl
        
2.3  Liesbeth Pohl
               
Sie war während des Krieges in Haselbach als Briefträgerin tätig.

        Nach 1946 lebte das Ehepaar Pohl in Hamburg-Rahlstädt. Dort starb Bertha Pohl 1957, ihr
        Ehemann Hermann am 30.05.1959.

     3. Klara Pohl
         
Klara fand ihr Liebesglück in der Nachbarschaft. Sie heiratete Gustav Bürgel (s. Haus Nr. 90).

Als Mieter wohnte der Schneidermeister Alfred Franz mit seiner Ehefrau Hedwig, geb. Heschke, und den Kindern Manfred, Albrecht und Christa im Haus. Er war ein Spross der großen Franz-Familie aus Pfaffendorf. Sein Großvater Hermann Franz war ebenfalls Schneidermeister und wohnte 1911 in Haselbach, Haus Nr. 54. Nach 1946 lebte die Familie Franz in Neuenkirchen bei Rheine. Auch hier war Alfred Franz wieder selbstständiger Schneidermeister sowie Vorsitzender des Vertriebenenbeirates und Mitglied der Gemeindevertretung und einiger Ausschüsse. Er verstarb im April 1975.

Haus Nr. 87:

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1911          =     Döring, Hermann - Fabrikarbeiter; Franz, Konrad - Fabrikarbeiter;
                        Pohler, Josef - Fabrikschlosser
                        Hermann Döring war in der Porzellanfabrik beschäftigt. Mit seiner Familie verließ er
                        Haselbach und zog für kurze Zeit nach Hohenwaldau, später nach Schmiedeberg.
1925         =     Ernst, Alma - Arbeiterin; Franz, Konrad - Arbeiter;
                        Pfennigwerth, August - Arbeiter; Pohl, Hermann - Zimmermann;
                        Springer, Pauline - Arbeiterin
1938         =     Burghardt, Karl - Rentner; Ernst, Alma - Arbeiterin; Krause, Willi - Arbeiter;
                        Nowack, Johannes - Arbeiter; Otte Kurt - Bergmann; Siebenhaar, Max - Bäcker;
                        Springer, Pauline - Rentnerin; Stephan, Juliane - Arbeiterin

Ebenso wie das Nachbarhaus Nr. 86 gehörte auch dieses Haus Wilhelm Pohl. Er baute es kurz nach 1900 und die Wohnungen waren an mehrere Familien vermietet. Vorübergehend wohnte sein Sohn Hermann mit seiner Familie hier. Ab 1943 lebte seine verwitwete Tochter Klara Bürgel
(s. Haus Nr. 90) mit ihren Kindern in einer Wohnung. Nach dem Unfalltod ihres Ehemannes gab sie das Fuhrgeschäft in Schmiedeberg auf.

Im Erdgeschoss dieses Hauses wohnten in der Zeit zwischen 1913 - 1917 meine Großeltern Max Stumpe und Ehefrau Martha, geb. Rummler, älteste Tochter der damaligen Kretschambesitzerin Pauline Rummler (s. Haus Nr. 41) mit ihren Kindern. Nach dem Tod ihres Ehemannes - er ist 1916 gefallen - zog meine Großmutter mit den Kindern zunächst nach Schreibendorf, anschließend nach Landeshut.

Weitere Bewohner dieses Hauses waren:

  1. Konrad Franz               (1865 - 1928 in Haselbach)

       Er war der Sohn des Schneidermeisters Paul Franz aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 90). Am
       14.05.1894 heiratete er in Haselbach Minna Luise Scholz (geb. 1855), Tochter des Ehrenfried
       Karl Heinrich Scholz (s. Haus Nr. 16). Minna Luise Franz starb am 14.04.1919 in Haselbach, ihr
       Ehemann am 19.03.1928.
    2. Alma Ernst wohnte seit 1946 in Diepholz. dort starb sie am 15.02.1968.
    3. Willi Krause mit Ehefrau Ida, geb. Neumann und den Kindern Inge und Werner.
        Seinem Vater August Krause gehörte das Nachbarhaus Nr. 88. Nach 1946 lebte die Familie
        Willi Krause in Neuenkirchen bei Rheine.
    4. Juliane Stephan wohnte nach 1946 im Kreis Meschede.
    5. Pauline Springer, geb. Schwarzer mit den Töchtern Martha, Klara und Ernestine.
        5.1  Martha Springer
             
Sie heiratete den verwitweten Richard Drescher (s. Haus Nr. 47).
        5.2 Klara Springer heiratete den im Haus wohnenden Johannes Nowack. Nach 1938 zog das
              junge Ehepaar gemeinsam mit der Mutter nach Erdmannsdorf. Sie wohnten nach 1946 in
              Vreden an der Leine. Dort starb Pauline Springer in der Zeit zwischen 1949 und 1952.
        5.3 Ernestine Springer heiratete den Bergmann Kurt Otte.
              Aus dieser Ehe stammen die beiden Wöhne, Kurt und Siegfried. Ernestine Otte starb 1957
              in Calle, Kreis Meschede. Beide Söhne wanderten nach Kaliforniern aus.
     

Die Eheleute Max Stumpe und Martha, geb. Rummler mit ihren 

Kindern vor dem Haus Nr. 87 (Aufnahme: ca. 1916)

Willi Krause und Ehefrau Ida, geb. Neumann
(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Haus Nr. 88:

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1911          =          Krause, August - Fabrikarbeiter
1925        =           Krause, August - Kleingärtner
1938        =           Krause, August - Landwirt

Diese Landwirtschaft gehörte Carl Heinrich August Krause (30.07.1875 - 20.08.1944), Sohn des Webers und Häuslers Julius Krause (* um 1850) und der Pauline, geb. Bittner.
August Krause war 2-mal verheiratet.
1. Ehefrau:  Anna Berg                      (01.1880 - 21.01.1931)
                     (Tochter von Karl Gustav Berg und Anna Marie, geb. Thamm.)    
           Eheschließung:                         (14.08.1904)
    Aus dieser Verbindung stammen 4 Kinder:
    1.  Willi Krause                                 (* ca. 1904)
        Er lebte mit seiner Ehefrau Ida, geb. Neumann, und den Kindern Inge und Werner im
        Haus Nr. 87.
    2. Gustav Krause                            (* ca. 1905)
        Er wurde Schmied und heiratete Ilse Gottschalk, Tochter des Grubenaufsehers Gustav
        Gottschalk (s. Haus Nr. 98).
    3.  Richard Krause                           (* ca. 1907)
         Richard fiel im 2. Weltkrieg in Rumänien
    4.  Albert Krause                              (29.10.1912 - 15.01.1999)
         Er heiratete im Juli 1939 seine Stiefschwester Anna Höhm (Tochter von Albert Höhm und                 dessen Ehefrau Gertrud Asser - s. u. a. auch Haus Nr. 95).

Nach dem Tod seiner Ehefrau Anna, geb. Berg, ging August Krause im Juni 1932 eine 2. Ehe ein.
2. Ehefrau:   Gertrud Asser, verw. Höhm         (verst. April 1976 in Eslohe)
    Aus dieser Verbindung stammt der Sohn
    Martin Krause

Wie bereits erwähnt, heiratete der Sohn Albert aus der 1. Ehe seines Vaters, im Juli 1939 seine Stiefschwester Anna Höhm (Januar 1919 - April 2012). Aus dieser Verbindung stammen 3 Kinder: Brigitte, Horst und Roswitha. Die Familie lebte in Dittersbach städt.
   

Haus Nr. 88 - Familie August Krause

(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Das früher Haus Nr. 88 der Familie August Krause

(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Das Ehepaar August und Anna Krause, geb. Berg,  mit den Söhnen: 

v. l. n. r.: Albert, Willi, Gustav und Richard (Aufnahme: ca. 1922)

(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)


V. l. n. r.: Richard, Gustav, Willi und Albert Krause

(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Konfirmation in Haselbach mit Pastor Lothar Schmidt
Untere Reihe 2. von rechts; Anna Höhm, später verh. Krause
(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Taufe von Roswitha Krause - 26.03.1944 -
 (Tochter von Albert und Anna Krause, geb. Höhm)
(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Haus Nr. 89:

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1911           =       Beier, Gustav - Bauunternehmer; Deuner, Gustav - Fabrikarbeiter;
                           Lehmer, Heinrich - Bergmann; Smorsly, Hermann - Maurer;
                           Springer, Paul - Förster
1925          =       Becker, Otto - Oberförster a. D.; Becker, Paul - Hegemeister a. D.;
                           Kühn, August - Arbeiter
1938          =       Burghardt, August - Rentner; Poppe, Reinhold - Bergmann;
                           Zimmermann, Heinz - Lehrer

Dieses Haus gehörte zunächst dem Bauunternehmer Gustav Beier, Bruder des Karl Beier (s. Haus Nr. 14). Verheiratet war er mit Emma, geb. Drescher (s. Haus Nr. 84). Später wohnte er gemeinsam mit seiner Ehefrau im Haus seines Schwiegersohnes Fritz Lehmer (s. Haus Nr. 123).

Bevor er Oberförster in Dittersbach städt. wurde, wohnte auch Paul Springer in diesem Haus.

Im Jahr 1919 verkaufte Gustav Beier das Haus an den pensionierten herrschaftlichen Oberförster des Gutsbezirkes Reußendorf Otto Becker (s. dort Oberförsterei). Mit seiner Ehefrau Marie hatte er zwei Kinder:

  1. Lotte Becker, sie vermählte sich mit dem Förster Lothar Gemming und zog nach Rothenzechau.
  2. Gotthard Becker

       Er heiratete Marianne Paeschke, die ihm die Kinder Renate und Hubert schenkte. 1935 zog die
       Familie zunächst nach Rohnau, später nach Merzdorf. Tochter Renate, verh. Damm, wohnt
       heute in Braunschweig.

Vorübergehend wohnten nun einige Mieter in dem Haus:

  1. der Haselbacher Lehrer Heinz Zimmermann;
  2. der Rentner August Burghardt;
  3. der Bergmann Reinhold Poppe mit seiner Ehefrau Martha, geb. Beer, Tochter des Hausbesitzers Ferdinand Beer (s. Haus Nr. 108).


Willi Fichtner erwarb später dieses Haus. Er war mit Frieda Neumann verheiratet, Tochter des Fleischermeisters Gustav Neumann (s. Haus Nr. 46). Bisher hatte er mit seiner jungen Ehefrau in seinem Elternhaus gelebt (s. Haus Nr. 117). In dieser Ehe wurden Sohn Horst und Tochter Edith geboren. Willi Fichtner starb bereits 1962 in Haan/Rheinland.

Haus Nr. 89 - Eigentümer Gustav Beier,
danach Otto Becker, zuletzt Willi Fichtner.

(Aufnahme: Juli 1968)

Haus Nr. 90:

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1911           =       Bürgel, Heinrich - Bergmann
1925          =       Bürgel, Gustav - Kleingärtner
1938          =       Friebe, Wilhelm - Bergmann

Diese Landwirtschaft war bis zur Vertreibung im Besitz der Familie Bürgel. Heinrich und Gustav Bürgel waren Brüder. Heinrich Bürgel zog nach Friedeberg im Isergebirge. Mit seiner Ehefrau und einer Tochter lebte er dort im eigenen Haus.
Gustav Bürgel vermählte sich mit Klara Pohl, Tochter des Zimmerpoliers und Gemeinde-vorstehers Wilhelm Pohl (s. Haus Nr. 86). Aus dieser Verbindung stammen 5 Kinder:

  1. Alfred Bürgel, er ist im 2. Weltkrieg gefallen
  2. Erich Bürgel
  3. Margarethe Bürgel
  4. Erna Bürgel
  5. Gerda Bürgel, verh. Moritz


1934 zog Gustav Bürgel mit seiner Familie nach Schmiedeberg und gründete dort ein Kohlen- und Fuhrgeschäft. Im Jahr 1942 verunglückte er tödlich. Seine Witwe verkaufte das Geschäft und kam mit ihren Kindern wieder nach Haselbach. Sie wohnte bis zur Vertreibung im Elternhaus Nr. 87.

Nach dem Weggang der Familie Bürgel pachtete 1934 Wilhelm Friebe, geboren in Petzelsdorf, den landwirtschaftlichen Betrieb. In Dittersbach städt. hatte er Minna Pfeiffer geheiratet. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt übte Wilhelm Friebe den Beruf als Bergmann in der Grube "Bergfreiheit" in Schmiedeberg aus. 7 Kinder gingen aus dieser Verbindung hervor, drei Töchter und vier Söhne:

  1. Ilse Friebe, verh. Schwabe
  2. Erna Friebe, verh. Hänsch
  3. Luise Friebe, verh. Arndt
  4. Hans Friebe
  5. Kurt Friebe
  6. Paul Friebe

   Der älteste Sohn verstarb im Alter von 9 Jahren an Blutvergiftung.

Wilhelm Friebes Schwester Anna wohnte in Pfaffendorf und war mit dem Schuhmacher Richard Ulber verheiratet (s. dort Haus Nr. 121).
Seit 1946 wohnt die Familie Friebe in Hallenberg. Dort starb Minna Friebe, geb. Pfeiffer, am 12.10.1970. Ihr Ehemann starb am 07.10.1976 in Hemer.

Haus Nr. 91:

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1911             =           Beier, August - Kleingärtner
1925            =           Beier, Heinrich - Schuhmacher
                    Im Adressbuch 1938 erscheint diese Haus-Nr. nicht mehr

Das Haus gehörte dem Schuhmacher Heinrich Beier. Die Bauernstube dieses Hauses diente Erich Fuchs als Vorbild einer seiner bekannten Radierungen. Geboren wurde er am 14.02.1890 in Magdeburg. Während eines Ferienaufenthaltes lernte er das Riesengebirge kennen. Er war von seinem Reiz so angetan, dass er beinahe sein ganzes Leben und Schaffen dieser schlesischen Landschaft widmete.

Bauernstube im Haus Nr. 91 - gemalt von Erich Fuchs.

Haus Nr. 92:

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1911           =        Klenner, Martha - Kleingärtnerin
1925          =        Drescher, Karl - Hausbesitzer; Klenner, Pauline - Auszüglerin;
                            Bittner, Hermann - Bergmann
1938          =        Drescher, Karl - Maurer; Herbst, Bertha - Rentnerin; Herbst, Erich - Bergmann

Karl Drescher, Sohn des Gottlieb Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 84), erwarb dieses Haus von Martha Klenner. Er war mit Klara, geb. Schmidt, verheiratet, Tochter der Henriette Schmidt
(s. Haus Nr. 108). Da die Ehe kinderlos blieb, nahmen sie Anna Neumann (eine Tochter von Klara Dreschers Schwester - s. Haus Nr. 108 -) im Alter von sechs Wochen an Kindes Statt an.
Anna Neumann heiratete Richard Fischer aus Schmiedeberg. Aus dieser Verbindung gingen drei Töchter hervor. Die älteste Tochter Ruth vermählte sich mit Rudi Kretschmer, Sohn des Gastwirtes Karl Kretschmer aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 123).
Nach Karl Dreschers Tod, im Jahr 1939, zog die Familie Fischer zur verwitweten Mutter nach Haselbach.

Als Mieter wohnten in diesem Haus:

  1. Der Bergmann Hermann Bittner mit Familie. Die Familie zog später nach Pfaffendorf und erwarb dort das Haus Nr. 69.
  2. Nach dem Auszug der Familie Bittner zog die verwitwete Bertha Herbst mit ihrem Sohn Erich ein. Sie war die Schwägerin des Friedhofsverwalters Hermann Herbst (s. Haus Nr. 62). Ihr Ehemann Wilhelm Herbst war während des 1. Weltkrieges gefallen.

Haus Nr. 93:

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1911            =       Friebe, Wilhelm - Kleingärtner
1925           =       Friebe, Wilhelm - Kleingärtner
1938           =       Friebe, Wilhelm - Hausbesitzer; Peisert, Wilhelm - Weber

Besitzer dieses Hauses war Wilhelm Friebe. Dessen Tochter Anna heiratete den Weber Wilhelm Peisert aus Dittersbach städt. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor, Tochter Lore und 2 Jungen.
Nach 1946 wohnten die Eheleute Peisert zunächst in Schwabsdorf, Kreis Weimar, später im Kreis Wernigerode. Dort starben sie ca. 1990.
Wilhelm Peiserts Bruder Karl wohnte um 1922 ebenfalls in Haselbach im Haus Nr. 48. Nach dem Tod seiner 1. Ehefrau zog er nach Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 56).

Haus Nr. 94:

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1911           =        Finger, Albert - Kleingärtner
1925          =        Finger, Albert - Kleingärtner; Beier, Auguste - Arbeiterin
1938          =        Finger, Albert - Rentner, Finger, Max - Bergmann

Dieses Haus gehörte seit Jahrzehnten der Familie Finger. Soweit bekannt, hatten die Eheleute Finger zwei Töchter.
Es besteht kein Verwandtschaftsverhältnis mit der Familie Albert Finger im Haus Nr. 67.

Hasu Nr. 95:

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1911           =         Berg, Julius - Garnausgeber
1925          =         Berg, Minna - Kleingärtner; Höhm, Albert - Totengräber
1938          =         Leckel, Franz - Bergmann

Dieses Haus gehörte der Familie Berg.
Der Totengräber und Friedhofsverwalter Albert Höhm (18.07.1869 - 16.08.1928) wohnte mit seiner Ehefrau Gertrud, geb. Asser, ebenfalls in diesem Haus. Aus dieser Verbindung stammt Tochter Anna (Januar 1919 - April 2012) Seine Witwe Gertrud zog nach seinem Tod in das Haus Nr. 88 und heiratete im Juni 1932 den ebenfalls verwitweten August Krause.

Nach dem Auszug der Frau Höhm bewohnte Franz Leckel mit seiner Ehefrau Ida, geb. Bürgel das Haus. Das Ehepaar hatte zwei Söhne, Heinz und Hans. Heinz ist im 2. Weltkrieg gefallen.
Die Familie Leckel lebte nach 1946 in Neuenkirchen bei Rheine. Frau Leckel starb bereits am 17.04.1958.

Albert Höhm und Ehefrau Gertrud, geb. Asser
(Aufnahme: 1918)
(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Anna Höhm, später verh. Krause (Bildmitte)
(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Haus Nr. 96:

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1911           =        Kahl, Gustav - Kleingärtner
1925          =        Kahl, Gustav - Kleingärtner
1938          =        Kahl, Gustav - Auszügler; Kahl, Richard - Landwirt

Die Landwirtschaft gehörte Gustav Kahl. Noch zu seinen Lebzeiten hatte er den Hof seinem Sohn Richard übergeben. Dieser war mit Berta, geb. Kintzel verheiratet. Aus dieser Ehe stammt Sohn Hermann, der seit dem 2. Weltkrieg vermisst wird. Berta Kahl wohnte seit 1946 in Liesen bei Brilon. Verstorben ist sie am 09.06.1970.

Haus Nr. 97:

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1911            =          Eckert, Auguste - Kleingärtnerin
1925           =          Eckert, Auguste - Kleingärtnerin; Eckert, Wilhelm - Bergmann
1938           =          Eckert, Auguste - Hausbesitzerin; Eckert, Max - Arbeiter;
                               Eckert, Richard - Bergmann

Die Hausbesitzerin Auguste Eckert, geb. Badermann, aus Pfaffendorf lebte mit ihren Kindern in diesem Haus. Ihr Ehemann war bereits 1907 verstorben.

  1. Max Eckert, er war in der Grube "Bergfreiheit" in Schmiedeberg tätig. Nach 1946 wohnte er mit seiner Familie im Sauerland. Am 30.05.2000 starb er in Winterberg.
  2. Richard Eckert, auch er war Bergmann in Schmiedeberg. Wie sein Bruder lebte auch er nach 1946 in der Nähe von Winterberg. Im Jahr 1957 starb er in Züschen bei Winterberg.
  3. Wilhelm Eckert
  4. Heinrich Eckert heiratete Martha Guder, Tochter des Kirchendieners August Guder und wohnte mit seiner Familie im Haus Nr. 54.
  5. Frieda Eckert, verh. Bürgel. Sie lebte mit ihrer Familie in Schreibendorf.
  6. Selma Eckert, sie heiratete Adolf Kretschmer und wohnte mit ihrem Ehemann im 

       Haus Nr. 76.

Haus Nr. 98:

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1911           =        Gottschalk, Gustav - Kleingärtner
1925          =        Gottschalk, Gustav - Kleingärtner
1938          =        Gottschalk, Gustav - Grubenaufseher a. D.; Krause, Gustav - Schmied

Dieses Haus gehörte Gustav Gottschalk, verheiratet mit Bertha, geb. Demuth, Tochter der Hausbesitzerin Christiane Demuth (s. Haus Nr. 100). Sein Bruder Robert war Besitzer des Nachbarhauses Nr. 99. Die Eheleute hatten 6 Kinder:

  1. Gustav Gottschalk

       Er wohnte in Schreibendorf und war dort als Briefträger tätig.
    2. Richard Gottschalk
     
   Bereits in sehr jungen Jahren ging er in das Ruhrgebiet.
    3. Martha Gottschalk
       
Sie heiratete Richard Reimann aus Dittersbach städt.
    4. Erich Gottschalk
       
Er heiratete Hedwig Kluge, Tochter des Hausbesitzers Gustav Kluge aus Pfaffendorf (s. dort
        Haus Nr. 47). Nach der Eheschließung wohnte er mit seiner Ehefrau in deren Elternhaus in
        Pfaffendorf.
     5. Otto Gottschalk
         
Er war Bergmann und wohnte mit seiner Ehefrau Charlotte, geb. Mätzig in Haselbach im
         Haus Nr. 64. Sie war die Tochter aus der 1. Ehe der Hulda Kuhn, verw. Mätzig (s. Haus Nr. 85).
         Während des 2. Weltkrieges, Im Jahr 1941, ist Otto Gottschalk gefallen. Seine Witwe heiratete
         nach dem Krieg in 2. Ehe einen Herrn Behlke. Am 06.01.1986 starb sie in Flöha in Sachsen.
      6. Ilse Gottschalk
          Sie heiratete den Schmied Gustav Krause, Sohn des Landwirtes August Krause (s. Haus Nr. 
          88. Aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor. Nach 1946 lebte die Familie Krause in
          Fredeburg. Dort starb Ilse Krause am 24.07.1994.

Gustav Krause und Ehefrau Ilse, geb. Gottschalk.

(Aufnahme: Juni 1931)


(Bild von Frau Sabine Aust aus Harsum)

Haus Nr. 99:

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1911           =         Gottschalk, Robert - Kleingärtner
1925          =         Müller, Paul - Kleingärtner
1938          =         Gottschalk, Gerhard - Bauer; Müller, Auguste - Rentnerin

Dieses Anwesen gehörte der Familie Gottschalk. Robert Gottschalk verstarb bereits sehr früh. Seine Witwe Auguste heiratete den Kleingärtner Paul Müller. Ihr Sohn Gerhard aus ihrer 1. Ehe übernahm die Landwirtschaft. Vom 1. November 1938 bis 1944 leitete er darüber hinaus die Geschicke der Gemeinde Haselbach als Bürgermeister. Er vermählte sich mit Ida Alt. Aus dieser Verbindung stammen 4 Kinder.
Nach 1946 kam die Familie Gottschalk ins Sauerland, nach Plettenberg-Pasel. 
Auguste Müller, verw. Gottschalk verstarb noch in Haselbach und wurde dort am 09.03.1947 beerdigt.

Haus Nr. 100:

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1911            =        Demuth, Christiane - Hausbesitzerin; Hertwig, Albert - Handelsmann
                   In den Adressbüchern 1925 und 1938 erscheint diese Haus-Nr. nicht mehr.

Christiane Demuths Tochter Bertha war mit dem Grubenaufseher Gustav Gottschalk verheiratet (s. Haus Nr. 98).

Haus Nr. 102:

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1911            =        Utzt, Josef - Schmiedemeister
1925           =        Utzt, Marie - Hausbesitzerin; Klose, Paul - Schlosser
1938           =        Utzt, Marie - Hausbesitzerin; Klose Alice

Besitzer dieses Hauses war der Schmiedemeister Josef Utzt. Sein Bruder Rudolf war ebenfalls Schmied und wohnte mit seiner Familie im Haus Nr. 103. Die Brüder Utzt stammten aus dem Kreis Leobschütz in Oberschlesien. Sie waren, wie es früher üblich war, als Handwerker auf Wanderschaft gegangen und u. a. auch nach Haselbach gekommen. Die Schönheit des Riesengebirges, aber vor allen Dingen die Liebe zu ihren Frauen ließen sie hier sesshaft werden. Mit seiner Ehefrau Marie, geb. Lehmgrübner hatte Josef Utzt drei Kinder: 

  1. Felix Utzt, er starb im Kindesalter an Diphterie.
  2. Alice Utzt

       Sie heiratete den Schlosser Paul Klose aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 100 und 101). Nach
       kurzer Zeit wurde diese Ehe aber geschieden und Paul Klose ging eine 2. Ehe mit Elisabeth
       Grallert aus Schreibendorf ein. Nach ihrer Scheidung wurde Alice Klose Handelsfrau.
    3. Adelheid Utzt, verh. Beyer

Nach der Vertreibung lebte Marie Utzt mit ihren Töchtern in Wuppertal-Elberfeld. Dort starb sie am 07.11.1955.

Haus Nr. 102 - Familie Utzt


(Aufnahme: April 1975)

Haus Nr. 103:

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1911          =      Beier, Hermann - Gemeindehelfer; Engler, Anna - Schuhgeschäft;
                         Ohlenschläger, Gustav - Ev. Lehrer; Utzt, Rudolf - Fabrikschmied
1925         =      Franz, Bernhard - Posthelfer; Franz, Gustav - Arbeiter; Krebs, Ida - Schneiderin;
                         Schaebs, Charlotte - Diakonissin
1938         =      Franz, Wilhelm - Eisendreher; Franz, Bernhard - Postagent;
                         Guder, Pauline - Rentnerin; Jakob, Reinhard - Arbeiter; Schwester Luise Juhre

Dieses Haus, das sog. "Jugendheim", war im Besitz der evangelischen Kirchengemeinde. Es wurde von mehreren Mietern bewohnt. U. a. war hier auch die Postagentur untergebracht.
Bernhard Franz war in Haselbach der zuständige Postagent. Er führte den Beinamen "Post-Franz". Darüber hinaus verwaltete er das evangelische Gemeindehaus und war zuletzt auch noch als Küster tätig. Geboren wurde er in Pfaffendorf als Sohn des Schneidermeisters Paul Franz
(s. dort Haus Nr. 90).
Bernhard Franz heiratete 2-mal:
1. Ehefrau:  Der Name ist nicht bekannt.
    Aus dieser Verbindung stammen:

  1. Wilhelm Franz, er war Eisendreher und wohnte auch im Haus Nr. 103. Nach 1946 lebte er mit seiner Familie in Fredeburg. Dort starb er am 10.02.1989.
  2. Gertrud Franz, sie heiratete 2-mal und lebte in Berlin.
  3. Helmut Franz diente bei der Reichswehr in Jauer und starb dort im Jahr 1935.


2. Ehefrau:  Anna Utzt, geb. Fichtner
Sie war die Witwe des bereits in jungen Jahren verstorbenen Rudolf Utzt. Geboren wurde sie in Dittersbach städt. Aus der Ehe mit Rudolf Utzt stammt:
      Emma Utzt, verh. Quade
      Frau Quade lebte mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter Hanna in Berlin. Zur Ferienzeit
      fuhr die Familie regelmäßig zu den Eltern nach Haselbach. Als Frau Quade am 23.06.1940 mit
      ihrer kleinen Hanna die Reise antrat, sollte es ein ständiger Aufenhalt werden. Die Kriegswirren
      ließen eine Rückkehr nach Berlin nicht mehr zu. Hanna Quade, später verh. Czech, besuchte
      nun für drei Jahre in Haselbach die Schule. Unterrichtet wurde sie von Kantor Worbs, der schon
      der Lehrer ihrer Mutter war. Sie schilderte später einmal, dass sie auch bald den schlesischen
      Dialekt beherrschte, obwohl sie manchmal Berlinerisch mit Schlesisch vermischt habe. Frau
      Czech lebt heute in Berlin-Tegel.

Bernhard Franz wohnte nach 1946 in Neuenkirchen bei Rheine. Dort verstarb er am 14.01.1952.

Schwester Luise Juhre war als Gemeindeschwester in Haselbach tätig. Geboren wurde sie am 09.02.1890 in Altgörzig/Prov. Posen. Ihre Eltern besaßen dort eine Landwirtschaft. Durch eine Freundin lernte sie die Gemeinschaft des Friedenshortes kennen und am 02.10.1917 trat sie diesem Orden bei. Auch nach dem Krieg war sie noch viele Jahre im Krankenpflegedienst beschäftigt. Am 15.08,.1973 verstarb sie in Freudenberg.


Gertrud Jakob, geb. Kienast, verstarb 1961 in Neukirchen bei Hersfeld.

Nach dem Tod ihres Ehemannes August Guder wohnte seine Witwe Pauline nunmehr in diesem Haus Nr. 103.

Haus nr. 103 - Das sog. "Jugendheim"

V. l. n. r.: Haus Nr. 103, das ev. Pfarrhaus, die ev. Kirche und 
das kath. Pfarrhaus (Aufnahme: Juli 1964)

Auf dem Rundgang durch Haselbach gelangen wir nun zu den sogenannten "Fürstentümern". Wie diese Bezeichnung entstanden ist, konnte nicht geklärt werden. Ehemalige Bewohner gaben zwei verschiedene Begründungen ab:
1. Die Häuser 105 - 109 wurden "Die Fürstentümer" genannt, weil es früher im Deutschen Reich
    sieben Fürstentümer gab, und zwar:
                                    1.  Fürstentum Lippe
                                    2.  Fürstentum Schaumburg-Lippe
                                    3.  Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt
                                    4.  Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen
                                    5.  Fürstentum Reuß Ältere Linie
                                    6.  Fürstentum Reuß Jüngere Linie
                                    7.  Fürstentum Waldeck
    Ursprünglich handelte es sich um sieben Häuser, die eng aneinander gereiht waren. Später
    bestanden nur noch fünf, zwischen Haus Nr. 107 (Reuschel) und Nr. 108 (Neumann) war eine
    große Lücke entstanden, die nicht mehr geschlossen wurde.

2. Die Häuser 108 und 109 wurden "Die Fürstentümer" genannt, weil sie von 3 Fürsten errichtet
    worden sind. Ursprünglich handelte es sich um drei Häuser, später wurde das Haus, welches 
    hinter dem Haus Nr. 109 lag, abgerissen.

Was nun Wahrheit oder Legende ist, kann nicht mehr nachgewiesen werden. Auch die Ortsgeschichte lässt keine Rückschlüsse zu.


Haus Nr. 105:

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1911            =       Exner, Wilhelm - Kleingärtner
1925           =       Kuenzer, Leo - Hausbesitzer; Pistelok, Gertrud - Schneiderin
                 Im Adressbuch 1938 ist diese Haus-Nr. nicht mehr aufgeführt.

Dieses Haus gehörte der Familie des Barons von Maltzahn. Soweit bekannt, hatte das Ehepaar 2 Kinder:

  1. Karl Albrecht von Maltzahn heiratete 1955 in Pretoria (Süd-Afrika).
  2. Ella Maria von Maltzahn heiratete 1956 in Bonn Theodor Frommer.


Baron Hans von Maltzahn starb 1953 in Lemgo. Seine Ehefrau Freifrau Anna Elisabeth von Maltzahn starb am 14.12.1970 in Köln.

Haus Nr. 106:

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1911           =       Lehmgrübner, Christiane - Hausbesitzerin
1925          =       Im Adressbuch 1925 ist diese Haus-Nr. nicht aufgeführt
1938          =       Kaulisch, Karl - Revisor a. D.

Kaufmann Adolf Kluge erwarb nach 1938 dieses Haus für seinen Sohn Kurt und dessen Familie 
(s. Haus Nr. 63).

Haus Nr. 107:

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1911           =       Reuschel, Wilhelm - Großgärtner
1925          =       Reuschel, Wilhelm - Großgärtner
1938          =       Reuschel, August - Landwirt

Besitzer dieser Landwirtschaft war der Großgärtner Wilhelm Reuschel. Soweit bekannt, hatte er gemeinsam mit seiner Ehefrau drei Kinder, 2 Töchter und Sohn August. Dieser war mit Gisela, geb. Wetzel verheiratet. Vorübergehend lebten die Eheleute als Mieter im Hause der Familie Gottstein (s. Haus Nr. 130). Nach dem Tod seines Vaters übernahm August Reuschel die Landwirtschaft. Während des 2. Weltkrieges ist August Reuschel gefallen.
Gisela Reuschel, geb. Wetzel, starb am 18.05.1981 in Meschede.

Haus Nr. 108:

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1911          =     Neumann, Gustav - Hausbesitzer; Schmidt, Henriette - Fabrikarbeiterin
1925         =     Neumann, Gustav - Hausbesitzer; Schmidt, Henriette - Fabrikarbeiterin
1938         =     Neumann, Gustav - Waldarbeiter; Bäder, Martin - Arbeiter

Ursprünglich war dieses Haus im Besitz der Henriette Schmidt. Sie starb um 1928 bei ihrer verheirateten Tochter Klara Drescher. Der am 04.10.1878 in Dittersbach städt. geborene Gustav Neumann heiratete ihre Tochter Alwine Schmidt (geb. 1880) und übernahm später das Anwesen. Ihre 2. Tochter Klara war mit Karl Drescher, Sohn des Gottlieb Benjamin Drescher verheiratet (s. Haus Nr. 84). Ihnen gehörte das Haus Nr. 92.
Gustav Neumann und seine Ehefrau Alwine hatten eine große Kinderschar:

  1. Wilhelm Neumann wohnte in Arnsberg und nach 1946 in Dresden.
  2. Martha Neumann, verh. Ende, lebte in Schmiedeberg.
  3. Hedwig Neumann, verh. Meisel, lebte bereits vor 1946 in Dresden.
  4. Hilmar Neumann, auch er wohnte in Dresden.
  5. Anna Neumann, verh. Fischer

       Sie wurde im Alter von sechs Wochen von Alwine Schmidts Schwester Klara Drescher
       (s. Haus Nr. 92) an Kindes Statt angenommen, da deren Ehe leider kinderlos geblieben war.
    6. Gerhard Neumann lebte in Schmiedeberg.
    7. Gertrud Neumann, verh. Bäder
   
8. Frieda Neumann, verh. Fischer, wohnte im Erzgebirge.
    9. Erna Neumann, verh. Sorgatz wohnte in Leipzig.

Gustav Neumann (geb. am 04.10.1877) und Karl Kretschmer (geb. am 04.10.1897), Pächter des Gasthofes Zur Linde in Pfaffendorf, feierten manchmal gemeinsam ihren Geburtstag. Am 04.10.1931 hatten sie einen ganz besonderen Grund zur Freude. Gustav Neumanns Tochter Anna, verh. Fischer (Pflegetochter der Eheleute Drescher) hatte an diesem Tag ihrer TochterRuth das Leben geschenkt. Karl Kretschmer war überglücklich über die Geburt seines Sohnes Rudi. Das Schicksal führte im Jahr 1954 diese beiden Familien zusammen. Ruth Fischer und Rudi Kretschmer schlossen in diesem Jahr im Sauerland den Bund für das gemeinsame Leben.

Alwine Neumann starb bereits am 17.04.1934 in Haselbach. Ihr Ehemann Gustav lebte nach 1946 bei seiner Tochter Hedwig Meisel in Dresden und ist dort verstorben.

Haus Nr. 109:

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1911           =        Beer, Ferdinand - Hausbesitzer; Kutzleb, Berta - Fabrikarbeiterin
1925          =        Beer, Ferdinand - Hausbesitzer
1938          =        Stief, Erna - Näherin; Stief, Martin - Gärtner

Dieses Haus gehörte Ferdinand Beer, Sohn des Karl Beer aus Pfaffendorf (s. dort Haus nr. 67). Er starb bereits am 22.12.1927. Mit seiner Ehefrau Emma Pauline, geb. Gärtner, aus Schreibendorf (08.12.1881 - 29.05.1928) hatte er 5 Kinder:

  1. Martha Beer

       Sie war mit dem Bergmann Reinhold Poppe aus Gottesberg verheiratet und wohnte nach der
       Eheschließung mit ihrem Ehemann im Haus Nr. 89.
    2. Hedwig Beer
        
Sie heiratete den verwitweten Paul Hoppe (s. Haus Nr. 45).
     3. Alfred Beer
         
Er heiratete Marta Hübner, Tochter des Friedrich Hübner (s. Haus Nr. 112). Kurz nach der
         Vertreibung starb er. Aus dieser Verbindung stammt Sohn Manfred Beer, der heute noch in             Wörlitz wohnt. In 2. Ehe war Marta mit Walter Koppitsch verheiratet.
      4. Hermann Beer, er lebte in Berlin.
      5. Lene Beer
          
Sie heiratete den Gärtner Martin Stief, Sohn des Handelsmannes Emil Stief aus Pfaffendorf
          (s. dort Haus Nr. 37). Aus dieser Verbindung stammt Sohn Hans-Joachim. Lene Stief verstarb
          aber bereits im Alter von 28 Jahren. Nach ihrem Tod heiratete Martin Stief die Witwe seines
          im Rheinland verstorbenen Bruders Max, Erna Stief. Die Eheleute zogen nach 1938 nach
          Arnsberg. Dort starb auch Martin Stiefs 2. Ehefrau an einer Blutvergiftung. Er heiratete noch
          einmal und ging mit seiner 3. Ehefrau nach Hirschberg. Martin Stief starb unmittelbar nach
          der Vertreibung.

          In Pfaffendorf wohnten Martin Stiefs Geschwister:
          1. Selma Stief, verh. Drescher         (s. dort Haus Nr. 44)
          2. Hedwig Stief, verh. Bittner         (s. dort Haus Nr. 55)
          3. Martha Stief, verh. Leck               (s. dort Haus Nr. 55)
          4. Felix Stief                                        (s. dort Haus Nr. 55)
          5. Alma Stief, verh. Pohl                   (s. dort Gutsbezirk - Brauerei)

Haus Nr. 111:

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1911           =       Drescher, Friedrich - Großgärtner
1925          =       Drescher, Friedrich - Großgärtner
1938          =       Drescher, Friedrich - Bauer; Drescher, Richard - Maurer

Im Jahre 1880 zog Traugott Drescher, Sohn des Gutsbesitzers Christian Benjamin Drescher aus Haselbach (s. Haus Nr. 56), mit seiner Familie von Hohenwaldau nach Nieder-Haselbach und erwarb diese Großgärtnerei. Verheiratet war er mit Johanna, geb. Kintzel, die ihm 8 Kinder schenkte:

  1. Beate Drescher

       Sie heiratete Heinrich Rüffer aus dem Hohenwaldauer Kretscham. Das Ehepaar hatte
       mehrere Kinder. Ende 1880 wanderte die Familie nach Amerika aus.
    2. Karoline Drescher
       
Karoline war mit dem Landwirt Wilhelm Pohl in Haselbach verheiratet (s. Haus Nr. 50).
    3. Emilie Drescher
       
Emilie heiratete Ernst Bürgel aus Haselbach (s. Haus Nr. 80). Er war Lagerhalter bei der Firma
        Deuner.
    4. Traugott Drescher
       
Er wanderte nach Amerika aus, zu diesem Zeitpunkt war er noch ledig.
    5. Amalie Drescher
       
Sie vermählte sich mit Wilhelm Schramm, dem Sohn des Bauern Gottlieb Schramm aus
        Haselbach. Das Ehepaar hatte 4 Kinder, einen Sohn und drei Töchter.
    6. Anna Drescher
       
Anna heiratete den Landwirt Robert Krause aus Pfaffendorf-Eventhal (s. dort Haus Nr. 117).
        Aus dieser Ehe stammen sechs Kinder, zwei Söhne und 4 Töchter. Die beiden Söhne sind im
        1. bzw. 2. Weltkrieg gefallen.
     7. Friedrich Drescher
         
Friedrich übernahm die Landwirtschaft seines Vaters. 1894 heiratete er Anna Drescher
         (s. Haus Nr. 56), die aber bereits im Jahr 1903 verstarb. Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor:
         7.1  Emilie Drescher
               
Sie heiratete den Schlachtermreister Bruno Peikert aus Hohenwiese. Das Ehepaar hatte
               13 Kinder.
         7.2  Gustav Drescher, verstarb bereits im Dezember 1918 in Gießen.
         7.3  Amalie Drescher
                Amalie vermählte sich mit dem Bergmann Richard Heinze aus Schmiedeberg. Aus dieser
                Ehe stammen zwei Söhne, die beide nach Amerika auswanderten. Nach dem Tod ihres
                Ehemannes zog Amalie Heinze zu ihren Söhnen nach Amerika.
          7.4  Ida Drescher
                 
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wurde Ida Drescher von dem Bäckereibesitzer Gustav
                 Drescher aus Pfaffendorf und seiner Ehefrau adoptiert (s. dort Haus Nr. 81). Sie heiratete
                 den Bäckermeister Richard Heinze aus Dittersbach städt.
           7.5  Heinrich Drescher
                  Er vermählte sich mit Elfriede Örtel, Tochter des Mühlenbesitzers Örtel aus
                  Schreibendorf und hatte mit ihr drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Im Jahr 1944
                  erwarb er die Landwirtschaft - Nr. 111 - von seinem Vater. Grobe Misshandlungen durch
                  die Polen führten 1945 zu seinem Tode. Seine Ehefrau starb im September 1972 in
                  Kissenbrück.

             Nach dem Tod seiner 1. Ehefrau heiratete Friedrich Drescher 1904 in 2. Ehe Berta
             Krampf
aus Börndorf. Aus dieser Ehe gingen 7 Söhne hervor, zwei Söhne sind bereits im
             Kindesalter verstorben.
             7.6  Hermann Drescher
                    
Er heiratete Lina Schneider, Tochter des Oberwerkmeisters Heinrich Schneider aus
                    Pfaffendorf. Hermann Drescher hatte den Schlosserberuf erlernt. Nach der Geburt des
                    1. Kindes
verstarb Lina Drescher. In 2. Ehe war Hermann mit Hedwig, geb. Fickert,
                    verheiratet. Sie war die Tochter des Schmiedemeisters Johann Fickert aus Albendorf.
                    Hermann Drescher wohnte mit seiner Familie zunächst in Pfaffendorf im Gasthof "Zur
                    Linde" (s. dort Haus Nr. 123). Nach 1938 kaufte er in Pfaffendorf das Haus Nr. 111. Nach
                    dem Krieg wohnten die Eheleute Hermann und Hedwig Drescher in Mainz-Kostheim.
              7.7  Wilhelm Drescher
                     
Wilhelm erlernte das Schmiedehandwerk und heiratete Frieda Romanowsky aus
                     Hamburg-Altona. Das Ehepaar hatte zwei Söhne.
              7.8  Fritz Drescher
                     
Fritz Drescher war als Zimmermeister selbstständig tätig. Er vermählte sich mit Minna
                     Baden
aus Delmsen, Kreis Soltau in der Lüneburger Heide. Aus dieser Verbindung
                     stammt Tochter Ingrid.
               7.9  Richard Drescher
                      
Richard, von Beruf Maurer, war mit Berta Lorenz, Tochter des Hausbesitzers Robert
                      Lorenz aus Dittersbach städt. verheiratet. Nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahr 1968
                      heiratete er erneut und wohnte in Wolfenbüttel.
               7.10 Reinhold Drescher
                       
Er verstarb bereits während des 2. Weltkrieges.

Die Eheleute Ida, geb. Drescher, und Richard Heinze mit ihren Kindern  - v. l. n. r.: Reinhold, Else, Willi, Gerhard und Alfred
(s. Haus Nr. 111 - Ziffer 7.4)

Haus Nr. 112:

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1911          =       Hübner, Wilhelm - Großgärtner
1925         =       Hübner, Wilhelm - Großgärtner
1938         =       Hübner, Friedrich - Landwirt

Diese Landwirtschaft gehörte dem Ehepaar Wilhelm Hübner und Ida, geb. Krampf. Soweit bekannt, hatten sie 5 Kinder:

  1. Wilhelm Hübner

       Er war verheiratet mit Luise, geb. Brendel. Wilhelm Hübner verstarb bereits am 19.12.1953 im
       Alter von nur 38 Jahren in Bremke, Kreis Meschede.
    2. Fritz Hübner
        
Er lebte nach 1946 mit seiner Familie in Meschede und starb dort am 09.09.1989.
    3. Marta Hübner
        
Sie heiratete Alfred Beer, Sohn des Hausbesitzers Ferdinand Beer (s. Haus Nr. 109). Aus dieser
        Verbindung stammt Sohn Manfred. Nach 1946 lebte die Familie in Wörlitz. Dort starb Alfred
        Beer kurze Zeit später. Seine Witwe heiratete in 2. Ehe Walter Koppitsch.
    4. Frieda Hübner, verh. Woydack
 
   5. Anna Hübner, verh. Wieneck

Ida Hübner, geb. Krampf, wohnte nach 1946 in Meschede und starb dort am 12.01.1963.

Haus Nr. 113:

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1911           =         Krause, August - Hausbesitzer
1925          =         Wähner, Gustav - Maurer
                 Im Adressbuch 1938 ist diese Haus-Nr. nicht mehr aufgeführt. 

Haus Nr. 114:

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1911           =        Aumann, Friedrich - Großgärtner
1925          =        Aumann, Marie - Großgärtnerin
1938          =        Aumann; Fritz - Landwirt; Aumann, Karl - Arbeiter; Aumann, Marie - Rentnerin

Besitzer der Landwirtschaft waren die Eheleute Friedrich und Marie Aumann. Während der Ehe wurden die Söhne Fritz und Karl geboren.
Fritz Aumann wohnte nach 1946 in Somplar über Frankenberg/Eder und starb dort am 28.07.1976.
Karl und Ehefrau Frieda Aumann lebten nach 1946 mit Tochter Hilde in Hallenberg. Dort starb Frieda Aumann im Oktober 1997.

Die Familie Aumann (Aufnahme: 1952)
V. l. n. r.: Frieda und Karl Aumann mit Tochter Hilde
 und Fritz Aumann

Haus Nr. 115:

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1911           =         Förster, Ernst - Ziegelmeister
1925          =         Striefe, Paul - Ziegelmeister
1938          =         Schubert, Martha - Rentnerin; Teichmann, Ernst - Buchhalter;
                             Vielhauer, Hulda - Hausbesitzerin

Dieses Haus gehörte Hulda Vielhauer, geb. Hübner. Sie starb bereits im Jahr 1947. Ihre Tochter Martha Schubert, geb. Vielhauer, lebte nach 1946 in Barsinghausen und starb am 22.05.1972. Sie hatte eine Tochter, Margarete Hein, verw. Teichmann. In 1. Ehe war sie mit dem Buchhalter Ernst Teichmann verheiratet.

Haus Nr. 116:

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1911           =       Hübner, Friedrich - Ackerpächter
1925         =        Hübner, Friedrich - Pächter
                 Im Adressbuch 1938 ist diese Haus-Nr. nicht mehr aufgeführt.

Diese Gärtnerstelle war um 1880 im Besitz der Eheleute Gottlieb Hübner und seiner Ehefrau Henriette, geb. Drescher. Sie war die einzige Tochter des Gutsbesitzers Christian Benjamin Drescher (s. Haus Nr. 56). Gottlieb Hübner stammte aus Pfaffendorf. Das Ehepaar hatte 4 Kinder:

  1. Pauline Hübner heiratete den Großgärtner Gottlieb Tilch aus Oberleppersdorf.
  2. Berta Hübner vermählte sich mit dem Maurer Ferdinand Wähner aus Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 82).
  3. August Hübner besaß eine Landwirtschaft in Bärengrund bei Waldenburg.
  4. Friedrich Hübner hatte die Gärtnerstelle von seinem Vater Gottlieb übernommen.


Diese Gärtnerstelle ging später in den Besitz der Ziegelei Bittner über.

Haus Nr. 117:

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1911          =       Lehmgrübner, Gustav - Stellenbesitzer; Krebs, Wilhelm - Fabrikarbeiter
1925         =       Fichtner, Pauline - Stellenbesitzerin; Fichtner, Gustav - Bergmann
1938         =       Fichtner, Willi - Landwirt

Nach Gustav Lehmgrübner wurden die Eheleute Pauline und Gustav Fichtner Besitzer dieser Landwirtschaft. Sie hatten vier Söhne:

  1. Erich Fichtner                  (geb. 1899)

       Er zog nach Pfaffendorf (s. dort Haus Nr. 76). Sein Sohn Herbert heiratete Anneliese Franz aus
       Ober-Haselbach (s. Haus Nr. 18).
   2. Willi Fichtner                  (geb. 1903)
       Er heiratete Frieda Neumann, Tochter des Fleischermeisters Gustav Neumann, und zog nach
       1938 mit seiner jungen Ehefrau in das eigene Haus (s. Haus Nr. 89).
    3. Gustav Fichtner
        
Er vermählte sich mit Emma Kahl und wohnte mit seiner Familie in Haselbach, Haus Nr. 61.
    4. Gerhard Fichtner wird seit 1946 vermisst.

Nach Willi Fichtners Auszug bewohnte Fritz Pichol mit seiner Familie dieses Haus (s. Haus Nr. 43).


Haus Nr. 118:

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1911           =        Anders, Friedrich - Kleingärtner
1925          =        Anders, Friedrich - Kleingärtner; Anders, Bernhard - Stationsgehilfe
1938          =        Anders, Friedrich - Landwirt

Dieses Haus gehörte den Eheleuten Friedrich Anders und seiner Ehefrau Hulda, geb. Bettermann. Aus dieser Verbindung stammen 4 Kinder:

  1. Ernst Anders ist im 1. Weltkrieg gefallen.
  2. Bernhard Anders

       Er lebte mit seiner Familie in Hirschberg. Im Jahr 1936 verunglückte er mit seinem Motorrad am
       Schmiedeberger Pass tödlich.
    3. Gustav Anders wohnte mit seiner Familie im Haus Nr. 49.
    4. 1 Tochter

Friedrich und Hulda Anders verstarben noch in Haselbach, ebenso der Sohn Gustav.

Haus Nr. 119:

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